Hers feld er Anzeiger.
Nr. 31. HerSfeld, den 19. April., 1854.
SQT Wegen -er Feier -es heil. Osterfestes erscheint heute nur | Bogen.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Major Kell ermann ä la suite des Artlllerie-Regi- mentS, von der Stelle eines Sceuons- Chefs im Kriegs- Ministerium zu entbinden und zum Gencraiftav zu versehen,
dem Generalmajor v o,n Barde leben, Brigavc-Comman. deur der Cavallerie, und dem Obersten von Buttlar, Commandeur des 1. (Leid.) Hufaren-Regiments, das Ritterkreuz des Kurfürstlichen WilhelmsorbenS zu verleihen, sowie
den Hauptmann S ch n e id er vom Artillerie-Regiment zum Major und Sections - Chef im Krie^s-Ministerium zu ernennen und denselben ä la suite »es genannten RegimeniS zu sehen.
Eageshegebeuheiteu.
W t e n. Ueber das neueste Wiener Protocoll sagt die officiöse „Oesterreichische Corresponbenz" vom 9. April Folgendes: „Durch den nunmehr eingelretenen Kriegszustand Frankreichs und Englands gegen Rußland hat die Stellung der beiden ersten Mächte in der Wiener Conferenz eine Aenderung erlitten, welche esalswün- schenswerth erscheinen ließ, neuerdings mittelst eines Protokolls zu constatiren, daß die Uebereinstimmung der vier Cabinete auf dem Boden der gemeinschaftlich ausgesprochenen Grundsätze dadurch nicht alietirt worden ist. Die Unterzeichnung dieses Protocolls ist unter dem heutigen Tage erfvgt. Der Grundsatz der Integrität des Türkischen Reiches — zu dessen wesentlichen Bedingungen die Räumung der Fürstenthümer gehört — hat darin eine wiederholte Anerkennung gefunden, und ebenso der Entschluß der vier Mächte die Mittel zur Erreichung der Zwecke ihres Einverständnisses fernerhin zum Gegenstand gemeinsamer Berathung und Verständigung zu machen. Zugleich haben die Mächte der Uebereinstimmung ihrer Ueberzeugungen auch in sofern einen Ausdruck geben wollen, als sie sämmtlich ihr Interesse an der Verbesserung des Looses der christlichen Unterthanen der Pforte in dem Protoeolle beurkundet haben."
Freiburg, 6. April. Gestern hat der Erzbischof ein päpstliches Breve erhalten, in welchem die Glückwünsche des Schreibens vom 9. Januar d. I. wiederholt werden und sodann dem Erzbitchof aufgetragen wird, dem Dom-Capitular Johann Baptist Hirscher wegen einer Schrift, in welcher er „die Rechte der Kirche gegen das feindselige Beginnen und die Bedrückungen der weltlichen Gewalt vertheitigt und in Schutz nimmt", im Namen des Papstes Glück zu wünschen.
Detmold, 2 April. Die lutherische Kirche ist durch ein landesherrliches Evict der reformirten Landeskirche gleichgestellt worden.
Paris, 6. April. Der „Meniteur" zeigt die am 27. und 28. erfolgte Ankunft von vier Kriegsvampfern mit circa 2400 Mann Truppen an Bord zu Malta an, von wo sie von ein- bis zweitägigem Halt wieder weiter gehen sollten, auch zwei Transportschiffe mit Le- bensmitteln ins Schlepptau nehmend. Zwei andere Fregatten mit Truppen waren den andern Tag von Algier erwartet.
London, 5. April. Wie der„Globe" meldet, sind gestern Abend zwei große Kriegs-Dampfschiffe mit Beschlag belegt worden, die in Northfleet bei Mr. Pit- cher für die Russiiche Regierung gebaut wurden und beinahe vollendet waren. Heute früh wurden auch die Maschinen und Kessel confiscirt. Pitcher hatte sich die Arbeit stückweise bezahlen lassen, so daß Rußland allein den Geldverlust tragen wird. Drei Russische Ingenieurs, die in Northfleet den Bau überwachten, sind schon vor einiger Zeit abgereist, und zwar wie es heißt, nach Nord-Amerika.
(Der „Herald" berichtigt die „Entdeckung* des „Globe" dahin: Vor achtzehn Monaten schloß Mr. Pitcher mit Rußland einen Contract auf Lieferung zwei großer Schrauben-Dampfer ab. Die Sache war so wenig ein Geheimniß, daß die Regierung schon vor Monaten nach Nortbfleeth (bei Gravesend) Befehl sandte, die Schiffe keinesfalls abzuliefern, und Mr. Pitcher selbst stand mit der Admiralität in Unterhandlung und hat sie wahrscheinlich der Englischen Regierung verkauft!)
Wo in russisch türkischen «Kriegsschauplatz.
Konstantinopei, 27. März. Am 24. d. M. um 11 Uhr früh begab sich die vereinigte Englisch- Französische Flotte ins Sebwarze Meer. Die Linienschiffe wurden von den Dampfern ins Schlepptau genommen, da der Wind sehr schwach war, und gestern lief die ganze Flotte schon ins Schwarze Meer, obschon sich das Wetter ziemlich stürmisch zeigte. In Beykos blieben nur der „Heron" und die Schraubenfregatte „Charlemagne", welche reparirt wird. Man spricht hier davon, daß die ersten Kriegs-Operationen gegen Odessa geführt werden sollen, um dort den Handel aller Nationen in Schutz zu nehmen.
(Griechischer Aufstand.) Das 7. Bulletin des „Spectaleur de l'Orient" meldet aus Athen, 30. März, Folgendes: Am 30. März haben die Chefs der