Hersfelder Anzeiger.
Nr. 28. HerSfeld, den 8. April. 1854.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Renterelgehülfen Georg Hißeroth aus Waldkappel, den Hülfsprobator Carl Loh aus Melsungen, und
den Rentcrcigehülfen Gustav Brandau aus Kämmerzell provisorisch zu Calculatoren bei dem Oberhosmarschall-Amte zu ernennen,
dem Obersten und General-Adjutanten von Loßberg und dem Geheime-Kabinetsrathe von Meyer das Commandeurkreuz zweiter Klasse des Kurfürstlichen Wilhelmsordens zu verleihen,
auf den Antrag des Erblandpostmeisters, des Herrn Fürsten von Thurn und Taxis der nachgesuchten Dienstentlassung des Postmeisters Bernd t zu Westuffeln aus dem Postdienst die allerhöchste Genehmigung zu ertheilen,
dem Leibarzte, Geheime,Hosrach Dr. Bunsen den Kurfürstlichen Wilhelmsorden vierter Classe zu verleihen,
den Obergerichis-Rescrendar Edmund Mackeldcy, derma- len in Rinteln zum Amts-Assessor bei dem Justizamte 11. in Marburg zu bestellen,
.. .^"bisher als Lehrer an der höheren Gewerbschule zuKas- beschäftigten W. Schmidt aus Barenholz zum Lehrer des Maschinenzeichnens, sowie
, den Carl Gottlob Merkel aus Leipzig zum Lehrer des zu^Rstelten^'^"^ "" der gedachten Lehranstalt provisorisch
den zu der erledigten Nectorstelle an der Stadtschule zu Sontra prasenlirtcn Candidaten des Pfarramts Julius Witzel aus Sontra zu bestätigen,
iUtJ^^o118 bes bisherigen Verwesers der katholischen
®'LfE1' LandcapitelS Neuhof, Damian Gran er, zum w rtlichen Pfarrer daselbst die allerhöchstlandesherrliche Geneh- mrgung zu ertheilen,
Professor der Mineralogie Dr. Dunker zu Marburg linier br^ Directors der Landeeanstalt für die geologische Untersuchung des Kurstaates als Nebenstelle zu übertragen,
chnungsfüh.er der General-Brandkasse Sekretär Klin. »ersetzen^ ^ ^rissel auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu
EageSVegebenheiten.
F^"u- 4. April Die „N. Pr. Z." bringt über Sertot mit Rußland folgcnoen ir; ^er ^kneral-Aviulant Sr. Bkaj. tes Königs, sn,Ä v- Lindheim, hat Sr. Mas. tem Km- ieö cl0e,nWn^fleö Schreiben Sr. Mas.
Kvnigö uberbracht, in welchem die äußersten Ver
suche gemacht sind, der Welt den Frieden zu erhallen. Die Antwort auf dieses königliche Handschreiben ist in vielen Tagen durch den Herzog Georg von Mecklenburg Hoheit überbracht worden, und der Kaiser von Rußlano erbietet sich in derselben, Frieden zu machen und die Donau-Fürstenlhümer zu räumen, wenn vie Rechte, welche die christlichen Unterthanen der Pforte durch die Bermir- lelung Englands und Frankreichs in der neuesten Zeit bekanntlich erhalten sollen, durch Verträge garantiit werden; wenn ferner auch die Flotten Englands uno Frankreichs das schwarze Meer und den Bospoius verlassen. Die Garamirung jener Rechte der christlichen Unterthanen der Pforte würde im Wesentlichen das sein, was Rußland von Anfang an gefordert habe. Wird diese Art der Garantie von England, Frankreich und der Pforte angenommen, so erkläre sich Rußland ferner bereu, aus einem Kongreß — eiwa zu Berlin - das Uebrige durch Bcrhanvlungen zu regeln.
Griechenland. — Außerordentliche Sensation hat in Konstantinopel das Benehmen des Königs Otto von Griechenland gegen den General Kalergis gemacht. Dieser Erik-Genosse ocS Kaisers der Franzosen war über «Lyra vergangene Woche nach Athen gekommen und soll sich dem König vorgestellt und dabei ihm den Borschlag gemacht haben, das gegenwärtige Ministerium abzusetzen und ein neues Englilch-Französisch-Türkisch gesinntes zu ernennen, in dem Hr. Kalergis den Kriegsminister zu spielen wünschte. Der König soll den General keiner Antwort gewürdigt, sondern' ihm verächtlich den Rücken zugekehrl baben. Hier betrachten die Griechen den General als -einen Derrälher an der Sache seines Volkes, der Freiheit, der Bildung und Gesittung, und man erzählt sich, er dürfe in Athen sich nicht^eigen, ohne den Ausdruck der tiefsten Verachtung zu begegnen.
Boin russisch türkischen «Kriegsschauplatz.
Von der Donau. Eine in Asien eingetronene Depesche aus Bukarest vom 1. April bestätigt die bisher bezweifelte telegraphische Nachricht von der Einnahme Matschins durch die Russen. Nach dem Inhalt dieser Depesche haben die Russen die Festung in der bereits am 25. März gestürmt, sind aber erst am 27. in den vollständigen Besitz bei selben gelangt nachdem sie nach längerem Widerstände mehrere feindlich Batlerieen bemontirt hatten. Die Türkische Besanuna soll nicht über 6000 Mann stark gewesen sein Dwsm