Hersfelder Anzeiger.
Nr. 25.
Hersfeld, den 29. März.
1854.
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Allerhöchster Erlaß
die
Titulatur der, von den bochseligen Landgrafen @arl und Friedrich zu Hessen, H o ch s ü r st l i ch e Durchlauchten, abstammenden Prinzen und Prinzessinnen zu Hessen betreffend.
Von (^ttcd Gnaden Wir Friedrich Wilhelm der Iste, Kurfürst rc. rc.
Nachdem Wir Uns allergnädigst bewogen gefunden haben, den von den beiden Brüdern Unseres in Gott ruhenden Herrn Großaters Kurfürsten Wilhelm I., Königlicher Hoheit, den hockscligen Landgrafen Carl und Friedrich zu Hessen, Durchlauchten, aus ebenbürtiger Ehe abstammenden Prinzen und Prinzessinnen zu Hessen chas Präcicat ,,Hoheit" zu verleihen, so ist solches zu Jedermanns Kenntniß und schuldiger Nach- achtung sofort öffentlich bekannt zu machen.
Urkundlich Unterer AUerhöchsteigenhändigen Unterschrift und des beigevrückten Kurfürsiltchen Siegels.
Cassel, am 2d. März 1854.
Friedrich Wilhelm.
(St. S.)
Vt v. Baumbach.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Obersten vonBardeleben Brigade-Commandeur der Kavallerie, und
den charakterisirten Generalmajor von Hapnau, Kriegs- minister, zu Generalmajors zu ernennen, sowie
dem Obersten von Barveleben, Commandanten zu Marburg, den Charakier als Generalmajor zu er,heilen; ferner den Haup,mann Dunker vom 1. Jnfanierie - Regiment (Kururst) demseiden zu aggregiren, und
den Haupimann von Griesheim aggregirt dem 1. Infanterie- Regiment (Kurfürst) in demselben einrangiren zu lassen und zum Compagnie-Chef zu ernennen, auch
den Ooergcrichisrath Heinrich Robert Martin in Cassel zum Oberappellalionsgerichisrathe zu bestellen.
EageSvegebenheiten.
Wien. Der in Aegypiischen Diensten gestandene
Englische Ober-Ingenieur Bell, welcher noch vor der Affaire bei Sinope in Russische Gefangenschaft gerielh, wurde in Freiheit gesetzt und bis an die Oesterreichische Grenze begleitet, von wo er mit einem. eigenen Passe über Wien nach Triest reist, um sich wieder nach Aleran- drien zu beheben. In Wien ist derselbe am 19. März eingelroffen.
M ünchen. Die officielle Neue Münchener Zeitung sagt über die Erklärung des Preußischen Ministerpräsidenten in Beziehung auf die orientalische Frage: „Bestimmter und unzweideutiger kann es wohl nicht ausgesprochen werden, daß O esterre ich, Preußen und das übrige Deutschland einig sind, und darum werden die Worte nicht nur in Preußen sondern in ganz Deutschland mit Freude gehört werden... WaS die Zukunft in ihren möglichen Wechselfällen auch bringen mag, Deutschland darf, gestützt auf Einigkeit und vereinte Kraft, mit Ruhe und Selbstvertrauen derselben entgegenschen."
Hamburg, 27- März. Eine so eben hier einge- troffene Privat-Depesche aus Nyborg, Montag Morgen 9 Uhr 20 Minuten dalirt, mrlvet,'daß die Englische Flotte unter Admiral Napler so eben, 23 Schiffe stark, unter Salut nach Kiel gesegelt ist.
London, 15. März. Hier ist das Gerücht verbreitet, daß io eben Nachricht eingelroffen sei, es habe die Regierung deS Sultans die Vorschläge Englands und Frankreichs, Garantie en für die Gleichstellung der christlichen und mohamevanischen Bevölkerung der Türkei betreffend, in den wichtigsten Punkten ab gelehnt, und das Ministerium befinde sich deswegen in nicht geringer Verlegenheit.
Pari s. Der zum Befehlshaber des Ostsee-Geschwaders bestimmte Vice-Admiral Parsevalö-Deschencs ist 64 Jahre alt, der im schwarzen Meer commanvirende V>ce- Admiral Hamelin 58, der Befehlshaber" des Ocean- Geschwaders Vice-Admiral Bruat ebenfalls 58. Die Französische Marine befindet sich daher in etwas jüngeren Händen als die Englische, oa der Admiral DundaS 69 und der Admiral Rapier 68 Jahre zählt.
Wom russisch türkische» Kriegsschauplatz.
— In Odessa werden Vorkehrungen zu einem befestigten Lager für ein Russisches Reserve-Corps von 40,000 M. unter dem Befehle des GouverneursvonZitomir, Generals Schmelimkoff, getroffen. Andere Streitkräfte