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Hersfelder Anzeiger.

Nr. 23»

HerSfeld, den 22. März.

1854t

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Er kann» allein! Psalm 127.

Mel. O Ewigkeit, du Donnerworl.

1. Wo nicht der Herr aufbaut das Haus, Da ist's mit dem Gebäu bald aus, Das Menschenhände bauen!

Wo nicht der Herr die Stadt bewacht,

Da giebt umsonst der Wächter Acht, Nichts schützt vor nächt'gem Grauen! All unsre Kunst ist Schaum und Dunst Ohn' unsres Gottes Gnad' und Gunst!

2. Wo nicht der Herr das Feld bethaut, Vor Hagel schirmet Korn und Kraut Und Kafl der Erde spendet:

Kein Pflügen hilft, kein Samenstreun,

Von dem allein kommt das Geveihn, Der Sonn' und Regen sendet:

Ein frohes Erntefest bescheert Nur der die jungen Raben nährt!

?. Wo nicht der Herr den Kranken heilt,

Dem Schwachen neue Kraft ertheilt, Muß bald der Athem schwinven!

Rings blüht manch süßes Blümelein, Doch wider bittre TooeSpein

Kein Balsam ist zu finden!

Es giebt nur einen Wundermann Der alle Schäden heilen kann!

4. Wo nicht der Herr die Kindelein

Erzieht bei seines Wortes Schein An seines Geistes Bande

Da ist verloren Elternzucht

Da überhäuft die Sodomsfrucht

Das graue Haar mit Schande Denn wohlgerathene Kinder schenkt Nur der die Wasserbäche lenkt.

5. Stehst du auch auf beim Morgenroth

Und issest hartes Sorgenbrod

Und trägst des Tages Hitze:

Die falt'ge Stirn, die schwiel'ge Hand Sind noch kein sichres Segenspfand, Das Alles ist kein nütze:

O glaub es mir, im Schlafe giebt Der Herr es denen, die er liebt!

6. Was wünschest du? was hätt'st du gern?

O flehe kindlich zu dem Herrn

Und hoff' auf seinen Namen!

Sein Vaterohr ist nicht verstopft, Wer an die Thür mit Beten klopft, Hört bald sein Ja und Amen!

Was du mit Laufen nicht erreicht, Gewährt die Wunderallmacht leicht!

7. Der nicht verschont den eignen Sohn,

Der ihm die blm'ge Dornenkron'

Auf's heilige Haupt ließ drücken,

Damit er die Verlorne Schaar, Die schon der Hölle Beute war, Könnt ewiglich erquicken:

Dem Sein Herz vor Erbarmen bricht, Was gönnte er den Seinen nicht?

8. Wirst du o Mensch so grausam sein

Und deinen Kinvern, wenn sie schrei» Nach Brote Steine reichen?

Du wirst es nicht, du Sünvenknecht!

Meinst du, der heilig und gerecht,

Sei schwerer zu erweichen?

Nur Gift hält seine Hand zurück,

Nicht Heil und Leben, Trost und Glück!

9. Harr' auf den Herrn und zage nicht! Er füllt das Auge dir mit Licht,