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Hersfelder Anzeiger.

Nv. 31

HerSfeld/ den 15. März

18L4.

Der »$er6 selber Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Epstes dition (Ncumarki No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeige» aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnadigst geruhet:

dem Großherzoglich Hessischen Generalmajor und Comman­deur der 2. Jnfanlerie-Brigade von W e i t c r s h a u se n, und dem Großherzoglich Hessischen Hofmarschall Freiherr» von Dörnberg vas Commandeurkreuz erster Classe,

dem Großherzoglup Hessischen Major von Klipstein vom Garde-Chcvaurlcgers-Regimem das Ruterkreuz des Kurfürstlichen Wilhclmsordrns,

dem Großherzoglich Hessischen Hauptmann von Stockbau- sen vom ersten Jnsanlerie-Regiment (Leibgarde), dem Groß­herzoglich Helsischen Hauplmann Willens, vom 2. Jnfanlerie- Regimcnl und dem Großl erzoglich Hessischen Bahn-Ingenieur und Borstand der Verwaltung der Main. Neckar-Bahn, Licht- hammer, den Kurfüistlichen WtlhelmSordcn vierter Classe zu ver­leihen,

den Generallieutenant Schirmer Commandeur der 2. Jnfanlerie-Brigade in den Ruhestand zu versehen,

den Obersten von Loßberg, Commandeur des Leibgarde- ReglMkntS, zum interimistischen Commandeur der 2. Infanterie- Brigade zu ernennen,

den Oberstlieutenant von Baumbach, interimistischen Commandeur des 1sten Ziisanlerie.Regimenls (Kurfürst), in glei­cher Eigrnlchafl zum Leibgarde-Regiment zu versehen,

den Oberltlicuienant Weg n er vom 2. Infanterie-Regiment zum interimistischen Commandeur des 1. Infanterie - Regiments (Kurfürst) zu ernennen,

den Riltmeilter von Eschwege, aggregirt,ber Garde du Eorps in derselben einrangiren zu lassen,

, ttn Premierlieutenant von Griesheim vom tsten Jnsan- terie-Regimenl (Kurfürst) zum überzähligen Hauptmann zu er­nennen und diesem Regiment zu aggregiren,

Premierlieutenant Bauer vom Gcneralstabe zum über­zähligen Hauplmann,

Premierlieutenant von Blummenstein vom 1sten (Leib-) Husarin-Regiment zum Rittmeister und Escadrons-Chef rn demselben,

^cn Secondlieutenant in der Garde du Corps Prinz Mo- von Hanau zum überzähligen Premierlieutenant, sowie die Secondlieutenants:

Van der Hocoen vom 1. (Leib-) Husaren-Regiment,

»om Leibgarde-Regiment,

Müller und Hcrquet vom Artillerie-Regiment, ,U Premierlieutenants zu ernennen.

. ,11 Oberstlieutenant von Cochenhausen vom General- zu^versetzentalllons- Commandeur zum 2. Infanterie-Regiment

dem pensionirten Hauplmann K ersten den Charakter als

®U m?Et*cn . unl> denselben zum Etappen - Commandanten von Olbendors, sowie

den Candidaieu der Heilkunde Gustav Stiehl zum provi­

sorischen Compagnie-Wundarzt im 2. Infanterie - Regiment zu ernennen,

dieHauptzollamts-Assistcnten Hoff meist er, Böcking und Roll man» zu Kassel zu Assistenten des dasigen Hauptsteuer- amteS und

den Probator Hörning bei der Kommission für die Ab­lösungen zum Rentmeister in Schwarzenfels zu ernennen,

den zu der erledigten Pfarrei Haueda in der Klasse Zicren- berg präsentirten Candidaten Christian Wagner aus Marburg zu bestätigen,

zur Uebertragung der katholischen Pfarrei Gelnhausen an den seitherigen Pfarreiverweser Carl Engel aus Fulda die al­lerhöchstlandesherrliche Genihmigung zu ertheilen;

den Probator und reisenden Äasicncontroleur bei der 2ten Abtheilung der Landcscreditcasse, Johannes Roese zu Caffel, zum Hospitalsrentmeister in Haina und

den Polizeikommissar Schindehütte zu Kassel zum Con­troleur bei dem Hospital in Haina zu bestellen.

Vom russisch-türkischen «Kriegsschauplatz Nichts Neues.

Die Armenfreunde im Erzgebirge.

In den Theuerungsjahren 17701772 lebten in dem sächsischen Erzgebirge ver gutthängen Menschen viele, welche das Brod, Das sie Hallen, gern unv so reichlich sie sonnten, mit ven armen bungernoen Brütern theilten. Ein damals noch nicht besonvers bemittelter, aber an Liebe zu Christo^ unv ven trübern sehr reicher Mann, Kaufmann unv Strumpffabrikant Zill zu Hotzenstein im sächsischen Erzgebirge, ließ mglich einige hunvert arme ausgehungerte Kinver in der «chule, wo ihnen ver fromme, kindlich gute Retior Seivel auch noch anvere (geistige) Siärkung reichte, auf seine Kosten speisen, nicht um seine Wohilhäiigkeil öffentlich werven zu laffen (Denn er that an Erwachsenen Breies, was Niemand sah unv wußte als Gott), sondern um Die, durch Die gar große Noth fast verwilverte Zugenv bei Dieser Gelegenheit an einen Ort hinzulocken, wo sie aus einem kinclich reinen Munde unv Herzen Worte Der Stärkung unv des Lebens Här­ten. Wenn nun Die Kinder so haufenweise, als noch niemals, in vie Schule kamen unv freilich wohl recht be­gierig auf das Ende des Unterrichts warteten, wo die Körbe mil Brod unter sie ausgechellt wurcen, ließ ihnen der gute Zill zweckmäßige Erbauungsbücher und Bibeln auf seine Kosten reichen und der alte Netwr Seivel be-