Einzelbild herunterladen
 

- 78 -

Evangelium bei der Heil. Dreieinigkeit unv beim Namen Jesu Christi die Waffen, die wir in sie Hände nehmen, nicht eher niederzulegen, bis diese Tyrannen aus unserm Baterlande vertrieben und dasselbe gänzlich von ihnen befreit ist, — schwören bei dem allwissenden Gott, die griechische Fahne mit unserm Blute zu vertheidigen." — Bon den ionischen Inseln wie aus dem Königreich Grie­chenland, dessen Regierung natürlich durch vieBesorg- niß vor den großmächtigen Busenfreunden der Türken von offener Theilnahme zurückgehalten wird, strömt die be­waffnete Jugend über die Gränze, die alten Heldenna­men erklingen wieder — es sind die Söhne jener Tapfe­ren, die jetzt in die Reihe treten, — die Offiziere neh­men ihren Abschied, um den Brüdern drüben zu helfen, die Dorsale der Universität von Athen stehen leer. — Von der andern Seite verlassen die Truppen, die in den aufgestandenen Provinzen zu Haus sind, unaufhaltsam das türkische Heer unv ziehen heim, wahrscheinlich, um je nachdem als Freund oder als Feind Theil zu nehmen.

Und wie stehen wir zu diesem griechischen Aufstanve? Gott sei Dank, wir dürfen mit vo,llem, ungelheik- tem Herzen dafür Partei ergreifen, wir dürfen, ja wir müssen als Christen — wenn wir ihnen keine an­dere Hülfe, leisten können — wenigstens unsere heißen Gebete für sein Gelingen emporschicken zum Herrn der Heerschaaren. Hier ist keine Revolution, hier ist heiliges Recht aus Gott, das erste und ursprüng­lichste aller Menschenrechte, das Recht der Nothwehr Leibes und Lebens gegen nichtswürvige Vergewaltigung. Es ist ein Kampf des Glaubens (deutlicher Beweis da­von sind die Libanesen, die — obgleich sie einerlei Volk — so weil sie Christen, stets entschieven auf Seite der Griechen, so weil sie abtrünnige Heiden sind, stets eben so entschieden auf Zeiten der Türken gestanden haben) — es ist ein Kamps für die besten Güter des Menschen, nicht für Sicherheit, Eigenthum, Ehre unv Freiheit allein, sonvern für Menschenwürve, für christliche Sitte, für ewiges Recht. ES ist ein Aufstand wider eine „Regie­rung", die eben nur in der trügerischen Sprache der modernen Diplomatie eine Regierung genannt wird, die weder vor Gott, noch vor dem unterjochten Volke eine Regierung ist, die gegen dasselbe nicht eine Pflicht einer Regierung erfüllt hat und erfüllt. Es ist der Kampf eines seit 400 Jahren von seinem grausamen Erbfeinde in der Unterdrückung der Eroberung gehaltenen Volkes, dem keine Zusage, kein Vertrag, keine Art von Treue und Glauben gehalten worden, eines Volkes, das ein 400jähriges Martyrium bestanven hat, denn nur eines bedurfte es für jeven Griechen, um aus der Reihe der rechtlosen Mißhandelten in die Sterbe der jedes Rechts überhobenen Peiniger einzulrcten — nur das eine: Christum zu verläugnen. — Es ist ein Kampf ungleich gerechter und unbedenklicher in jeder Beziehung, als es unsere Freiheitskämpfe von 1813 gewesen sind.

Mag immerhin jene indem gottvergessenen 16.Jahr­hundert erfundene Fiction, die Tükei als ein Glied in

Gesellschaft der europäischen Staaten anzusehen, zur Schande der Christenheit noch in dem Wörterbuche der Diplomaten forlbestehen; zur Wahrheit ist sie nicht ge­worden und kann sie niemals werden. Die einfache Wahrheit, Dir jene Fiction ins Gesicht schlägt, ist es vielmehr: daß der Türke, so lange er Türke ist, nach sei­ner Religion (oder vielmehr nach dem gottesläugnerischen und gotteslästerlichen Heiventhume, welches er seine Re­ligion nennt, einem weit schävlicheren und schändlicheren Heiventhume, als es die meisten Götzendienste ter Wil­den sind) niemals mit Christen Frieven haben kaun, niemals ein Recht von Christen anerkennen, niemals ihnen Vertrag, Treue und Glauben zu halten verbunden ist, daß ihn seine Religion vielmehr zur Verfolgung und Ver­tilgung der Christen verpflichtet; und daß es lediglich ihre Ohnmacht ist, welche Die heutigen Tücken abhält, die Christenheit noch jetzt wie im 16. und 17. Jahrhunvert in einem fortwährenden Schrecken zu erhalten und sie darauf beschränkt, ihre Teufeleien bloß noch an demjeni­gen Theile der Christenheit auszulassen, der sich von vor­mals her unter ihrer Gewalt befindet. Die einfache Wahrheit ist, raß die christliche Bevölkerung der soge­nannten Türkei, Griechen, Albanesen, Bulgaren — nicht etwa »Unterthanen" des Sultans in irgcnv einem Sinne, wie wir »hn damit zu verbinden gewohnt sinv, sondern rechtlose Gegenstände der Erpressung und Mißhandlung für alles was Moslim heißt unv sind, deren Zustand von dem der Negersklaven sich insofern wesentlich unter­scheidet, als für den Negersklaven doch auch wiederum gesorgt wird, als sein Zustand überhaupt ein gesetzlicher ist, wahrenv der Christ in ver Surfet sich recht ekgenMch außerhalb des Gesetzes (vaS bekanntlich auS Dem Koran allein hervorgeht) befindet, vor dem fanatischen Dünkel der gottlosen Selbstgerechtigkeit des Moslim ein Giaur, ein „Hund", ein zur Verfolgung bestimmter „Ungläubiger" ist, und seinen Kopf nur von Jahr zu Jahr gegen ein „Kopfgeld" geschenkt erhält. — Es ist bis aus Den heutigen Tag, was es im Jahre 1453 war, ein Verhältniß der Eroberung, Der durch Gewalt voll­brachten Unterjochung, durch kein weder göttliches noch menschliches Recht geweiht und befestigt, und nur geschärft durch eine sogenannte Religion, Die Die Mißhandlung deS Unterjochten dem Sieger zum Verdienste macht.

Der griechische Aufstand ist die beste Recht­fertigung ves Kaisers von Rußland.

Gott, der dies Volk der Griechen gewiß nicht ohne Grund unter eine 400jährige Zuchtruthe gegeben hat, dessen Barmherzigkeit aber auch wieder eben so hoch er­höhen kann, als seine Züchtigung darniederschlägt — Gottes reichster Segen sei mit dieser Erhebung! Seine heiligen Engel mit flammenden Schwertern sende Er den irdischen Kämpfern zur Seite, die Gebete der Christen­heit müssen eine eherne Mauer um ihre Brust bauen wider ihre Feinde, die die Feinde GotteS und der Men­schen sind. Und möge daS Schwert nicht eher wieder