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in Person und erwähnte in seiner Rede zuerst der Un­zulänglichkeit der Ernte, roch sei jetzt die Gefahr vor- über. — In Der orientalischen Angelegenheit sagte er: „Um den Kampf zu vermeiden, habe er, so weil die Ehre es ihm erlaubte, nachgegeben. Wenn Frankreich jetzt das Schwert ziehe, so geschehe es nicht in Der Ab­sicht, seine Grenzen zu erweitern, sondern um dem Rechte und der Gerechtigkeit Geltung zu verschaffen. Die Zeit der Eroberungen sei vorüber. Diese Kolitis führte zu einer Einigung Frankreichs und Englands; Deutschland, das durch die Erinnerung an die alten Kriege mißtrauisch war und seit 40 Jahren vielleicht zu oft Proben von Nachgiebigkeit gegen Die Russische Politik gegeben, habe seine Unabhängigkeit wieder erlangt. Oesterreich insbe­sondere, das fein gleichgültiger Zuschauer bet den sich jetzt vorbereitenden Ereignissen bleiben könne, werde sich dem Bündnisse Englands und Frankreichs anschließen und dadurch die moralische Bedcuiu»g unv die Gerech­tigkeit deS unternommenen Krieges bestätigen."

London. — Kossuth, Mazzini und die anderen saubern Genossen wollen es noch nicht recht glauben, daß Oesterreich dem Lünoniß zum Schutze des Muhame- danismus beitielen wird, das Den Revolutionären so er­wünscht ist.

Wom russisch türkischen «Kriegsschauplatz.

Von Der Donau. — Der „Solvatenfreund" be­richtet: «Als die neueste Verfügung, welche der Ober- Commandant der Russischen Donau-Armee genossen, wird die engere Concentrirung Der Russischen Streukräfte bei Frateschli, KaUarasch, Giurgevo und Buveichti bezeichnet. Das Cerntrungs Corps in der kleinen Walachei und ras 5. verstärkte Jnfanierie-CoipS des General LüderS ope- riren selbstständig. Was zunächst den General en chef des Ingenieur-Corps v. Schilder veranlaßt haben mag, diese militärische Aufstellung zu treffen, ist zwar noch unbekannt; da sich jedoch in jedem Der bezeichneten Di- visions-Haupquarncre Die Park- und Train-Brigaden befinden, so erscheint dieselbe als die erste Maaßregel zur Ergreifung der Offensive, natürlich beim Eintreten einer günstigen Witterung. Es ist selbstverstänclich, daß Die Brückenköpfe und Donau-Furchen am Ufer der großen Walachei von Den Russen verstärkt besetzt, sei 3 Wochen auch mit Kanonen von schwerem Kaliber armirt sind.

London, 28. Febr. Die „Times" enthält in ih- rer zweiten Ausgabe: England und Frankreich haben durch gestern abgegangene Couriere den Kaiser von Ruß­land ausgeforden, binnen 6 Tagen zu erklären, ob Der Kaiser bis zumZZO. April Die Donau-Für stenihümer von den Russischen^ Truppen räumen lassen will. Eine Wei­gerung von Seiten des Kaisers von Rußland soll als eine Kriegö-Erkärung Rußlands betrachtet werden.

Chinesische Geschichten»

Chaou, Kaiser von Thaou, hatte ein Kebsweib, welch-ö er sehr liebte, Namens Ching Keang. Als er eines Tages ausging und sie in dem „Söller der emporsteigenoen Waffel" zurücklleg, verabredeten beide mit einander j daß die Königin den Pallast nicht verließe, wenn ihr Gemahl ihr nicht ein Sireifchen Bambus (wir würden sagen: ein schriftliches Billet) sendete und sie dadurch zu sich begehrie. Nun begab sich'S, daß an Dem nämlichen Tage der Fluß reißend aus seinen Ufern trat, und der Chaou schickte eilend einen Boten an Ching- Kcang mit dem Befehl, daS Haus sogleich zu verlassen, weil sie sonst ertrinken müsse. In Der Eile aber gab er diesen Befehl blos mündlich und vergaß das Bambus- streischen. Die Königin verlangte das verabredete Zei­chen und da er es nicht vorweisen konnte, ließ sie sich nicht bewegen, einen Schritt zu thun, und starb in den Wellen als ein Opfer treuen Gehorsams einer Frau.

Min Tsze Keen, Der nachmalige Schüler des Confuziuö, war der Sohn eines Fuhrmanns; seine Mut­ter war frühe gestorben und sein Vater Halle sich zum zwecken Mal veihcrralhct uno aus Dieser zweiten Ehe noch einen andern Knaben. Eines Tages, als Min Tsze Keen seinen Vater auf seiner Prosession begleitete, sah dieser, daß der arme Junge vor jtälte zitterte und sagte zu ihm: El Junge, ou hast ja ein neues, mit Baum­wolle gefüttertes Kleid an, wie kommt es, daß du so kalt bist wie ein Eiszapfen? Als er aber näher zufah, fand er, daß Die Stiefmutter ihm das baumwollene Kleidchen genommen und ihrem eigenen Sohne gegeben hatte, und vaß Min Tsze Keen's Anzug blos mit Stroh uno Blät­tern ausgestopfi war. Voll Zorn wollte er sein Weib wegen dieser Ungerechtigkeit aus Dem Hause werfen, aber der Knabe bat ihn mit Thränen, nicht so zu thun, indem er sagte: „eo lange Die Mutter hier ist, wird nur ein Kind frieren, aber wenn Du sie fortschickst, werden wir alle beide verlassen unv verwaist dastehen." Sei» Vater überlegte diese Worte und besänftigte sich, die Stiefmut­ter aber, Die davon hörte, behandelte ihn fortan wie ihren eigenen ^ohn.

Amtliche- Bekanntmachungen.

Johann George Horn von Rotensee hat, Behufs Auswanderung nach Nordamerika, um Entlassung aus dem Kurhessikchen Unlcrchancn-Verbanoe gebeten.

Hersfeld, am 4. März 1854.

Kurfürstl. Landralhsaml. Muffarth.

Heinrich Lock von Wehrshausen hat, Behufs Aus­wanderung nach Nordamerika, um Entlassung aus dem Kurhessischen Unterlhanenvcrbanve gebeten.

Hersfeld, am 6. März 1854.

Kurfürst!. Landrathöamss Auffarth»