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die Fürsten, da die blinde Menge fort und fort irregeführt wird; allein es ist leider nicht anders.
Gleiche Ursachen erzeugen gleiche Wirkungen, und natürlich ist es daher, daß jetzt, wie im Jahre 1848, die revolutionäre Presse einstimmig sich gegen die Handlungen des Kaisers v^n Rußland ausspricht und wie im Jahre 1848 ihn einen Tyrannen schilt und von seinen Eroberungs- und Unterjochungsgelüsten faselt.
In diesen Zeitungen findet man immer nur das Echo der Revolutionspartei vom Jahre 1848 mit dem Refrain: „Der Kaiser von Rußland beabsichtige bedeutende Eroberungen, er beabsichtige die Dictatur von ganz Europa, — eö sei eine Schmach für Oesterreich und Preußen, sich von Rußland ins Schlepptau nehmen zu lassen, — die Türkei sei vollkommen im Recht, wider alles Völkerrecht habe der Czar die Türkische Flotte im Hafen von Sinopce vernichtet, — die Anwesenheit der vereinigten Flotten von Frankreich und England in dem Schwarzen Meere sei eine Maaßregel des Friedens (!) — die öffentliche Meinung in ganz Europa sei gegen den Kaiser von Rußland...."
Daß die Forderung Rußlands an die Türkei, in Folge welcher es zu dem dermaligen Kriege zwischen diesen Slaaicn kam, eine rechtmäßig gestellte Forderung ist und als rechtmäßig selbst von Frankreich und England gelegenheitlich der Unterstützung der ersten Wiener Note anerkannt wurde; daß die Zerstörung der Türkischen Flotte in Sinope nach ersolgter Kriegserklärung, daher wider alles Völkerrecht von den Westmächten gegenüber Rußland unternommene feindselige kriegerische Handlung sei; daß Rußland schon in den Jahren 1v13, 1814 und 1815 für Oesterreich und Preußen gegen den Französischen Eroberer gefochten hat; daß Preußen und Oesterreich nicht von ütcreoft durch Rußland, sondern von West und Süvost durch Frankreich, welches die Rhein- grenze will, durch England dem die Conttnental-Jndustrie und das Entstehen und Wachsen ter Handels- und Kriegsmarine der Continental - Staaten ein Dorn im Auge ist, durch die Tüikei, welche die Revolulwnsmän- ner, Socialisten und Atheisten Europa's mit offenen Ar- men aufnimmt, Gefahr drohe; daß es schmählich und gefährlich von Oesterreich und Preußen wäre, sich von den Westmächten ins Schlepptau nehmen zu lassen; daß Oesterreich gerade in derselben Lage wie Rußland sich im verflossenen^ Jahre befunden hätte und genöthigt gewesen wäre, mit Der Tüikei Krieg zu führen, wenn diese Macht den von Oesteneich durch den Grasen Leiningen gestellten gerechten Forderungen nicht willfahrt haben würde, — von allen diesen Umständen erwähnen natürlich die betreffenden radicalen Zeitungen eben so wenig etwas, als von dem weitem Umstände, daß der Kaiser von Rußland durch die Annahme der ersten Wiener Note die Hand zum Frieden der Pforte geboten hatte, und daß der Sultan Diesen Frievcns-Anlraq zurückstieß; daß dermal ;cve weitere Nachgiebigkeit desCzaren eine moralische
Niederlage für ihn und für das confervative Princip, ein Lieg der Revolution wäre.
Die conscrvaliv-monarchjsche Partei vertraut auf die mächtigen und weisen Fürsten Mittel - Europa's, Franz Joseph und Friedrich Wilhelm, welche sich gewiß nie mit der europäischen Revolutionspartei, die der Hebel der russensenidlichen Gesinnung in Der Türkei, in Frankreich und England ist, zum 'Nachtheil des monarchischen Princips gegen Rußland verbinden werden.
Pr. Z.)
EagesSegebenheiten»
Wien. — Außer dem, auch von uns mitgelheilten, Ministerial-Erlaß über Die Beaufsichtigung der Gymnasien durch Die Bnchöfe ist noch ein zweiter erschienen, welcher den Besuch evangelischer Gymnasien von Seiten katholischer Schüler nur dann für zulässig erklärt, wenn in der Stadt, wo das Domicü der Schüler ist, nur ein evangelisches, aber kein kalhousches Gymnasium besteht, wenn die VermögenSumstänoe Den betreffenden Eltern nicht gestalten, ihre Söhne an entfernten katholischen Gumnasien ftuDticn zu lassen, und wenn für den katholischen RAlgions Unterricht und Die goiteSdienstlichen Uebungen Der katholischen Schüler Die beruhigendste VorsS^ getroffen ist.
— Die Wiener Zeitung publicirt einen Erlaß des Fi- nanzminffters vom 23. Febr. wirksam für alle Kronlän- der, welcher das schon fiuher ergangene Verbot oerAuS- fuhr von Waffen und Munilion nach Den an Die OeM- reichischen Staaten angrenzenden Türkischen Provinzen auf folgende „zur Erzeugung von Munition und Waffen geeigneie Artikel", nämlich Blei, Schwefel, Salpeter, Stahls Schmiedeeisen und Sensen, ausdehnt. — Alle in Oesterreich und Deutschland auf Erbolungsreisen befindlichen Englischen Osficiere sind im Wege der Gesandtschaften und Consulate aufgesvrderl worden, sich ohne Verzug zu ihren Eorps zu begeben.
Köln, 28. Febr. Gestern Mittag wurde Baule, der ehemalige Gerant der (blutrolhen) Westdeutschen Zeitung, verhaftet. Man wollte von noch anderweitigen Verhaftungen wissen.
München, 28. Febr. Se. Mast der König hat eine Commission ernannt, welche den Plan zur Vertheidigung unserer Hauptstadt für eintretenoe Fälle zu entwerfen hat.
Ul m, 21. Februar. Der heutige Mittagszug vom Oberlanre führte uns wieder gegen 50 Auswanderer vorbei, worunter 38 aus Ravensburg, welche zusammen ein Vermögen von 72,000 Fl. milnehmen. Unter denselben sollen, wie sie selbst erzählten, zwei Familien sich befinden, welche zusammen ein Vermögen von 27,000 Gulden haben.
Paris, 2. März. Der Kaiser Louis Napoleon eröffnete heute die Sitzung der Kammer und des Senats