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Nr. 19* Hersfeld, den 8. März. 1854.

Der »Hers selber Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expe­dition (Ncumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalien kommt der übliche Postausschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Brigade-Auditeur Conrad Dallwig und den Oberge- richts-Nefercndar Eduard Köhler zu Kassel zu Garnisons-Audi- truren zu Lasset zu ernennen,

den Calcutaior Otto bei dem Oberhosmarschall- Amte pro­visorisch zum Controleur bei der Hoskammerei zu ernennen;

den Obeistlicuienant Brand au, Commandant des Juvali- denhauses zu Carlshasen, zugleich zum interimistischen Comman­danten von Carlshasen zu ernennen,

den Obersten von Bardcleden, Cammandeur des 2. Hu- saren-RegimenlS, zum Brigade» Commandeur der Cavalleric,

den Oersttieuienant v o n S ch e v k zu SchweinSberg, Commandeur der Garde du Corps, zum interimstischen Comman­deur des 2. Husaren»Regimcms, und

den Riumerster von Laumbach von der Garde du Corps zum Major und Commandeur der Garde du Corps zu ernennen;

den Lcgations-Srcreiär Lerin Werner Friedrich von Trott zum LegattonSraU-e und Referenten im Ministerium deö Hauses und der auSwanigen Angelegenheiten zu ernennen,

. den zum Recior der Siadtlchule zu GudenSbcrg prasentirlen Candidaten der Theologie Wilhelm Heldmann aus Niederasphe zu bestätigen, sowie

zux Bcstellung des katholischen Seminarlehrers Heinrich Orth in Fuloa zum Dompräbendaten am dasigen Domcapitel die allerhöchstlandeSherrliche Genehmigung zu ertheilen,

den Stadigerichts-Assessor Dito Klingender in Kassel als Justizbeamien zu dem Sustizamie I. dasetost zu versehen, und

den Rcmmeister Lißenbauer zu Schwarzenfels in gleicher Eigenschaft zur Renterei Neukirchen zu versehen.

Der Kaiser von Mußland und -ie Revolutrons- Mreffe.

(Eine Stimme auS Oesterreich.)

^" ^^ö 1848 hatte geendet; die fürstliche Ge- lyalt war >n den meisten Ländern Europas von den Jievolutionö:Dhnnvrn des Lenz-Monats mit Sdjtnup be« dnno allein noch, zum Schrecken Die# m ^-^ und Schlim der conservaliv- monarchifchen Grundsätze, unberührt von den Stürmen der Revolution, fest und uncrschüllert, Der Russische OT1' ^^' ^'^ fühlten, dies wußten Die Rc- Männer recht wohl. Die Presse war freige- befanden sich aber in den Händen der Revo- lons-Partei; daher ertönte auch in den Tageoblättern

einstimmig das Geschrei des Hasses gegen den Feind der Rc"oluiion, gegen den mächtigen Czaren. »Die Russen kommen, sie wollen Oesterreich, sie wollen Deutschland, sie wollen Europa erobern und unterjochen!" Dies war das einstimmige Geschrei der schlechten Presse des Jah­res 1848. Eben so erklärten dieselben Zeitungsblätter daß die öffentliche Meinung in Oesterreich, in Deutschland, in ganz Europa gegen denRussischen Tyrannen" sei.

Die Revolution schritt weiter vor; es floß Blut, die Todesstrafe wurde abgeschafft für den Verbrecher; Ehren­männer (ein Auerswalv, ein Lamberg, ein Latour) wurden unter dem Beifall der Tages-Presse ermordet. Konvente tagten zu Frankfurt, Berlin und Wien und fort und fort ward im Interesse der RevolutionS-Partei in den Zeitungen der Haß gegen den Russischen Kaiser gepredigt.

Der Kaiser sah ruhig dem Revolutions- Treiben in Europa zu, ruhig, aber nicht unthätig; er wollte nicht erobern, nicht unterjochen, doch wollte er helfen seinen Freunden wenn sie seine Hülfe verlangten, aber auch nicht früher. Hätte er erobern wollen, so wäre ihm im Jahre 1848 eine bedeutende Eroberung Kinderspiel ge­wesen. Allein er wollte Dies nicht, er wollte nur seinen Freunden helfen, und nur zu Dieser Hülfe bereitete er seine Streltträfle vor. Der jugendliche Oesterreichische Herrscher verlangte nun im Jahre 1849 behufs der schnellern Besiegung des Aufstandes in Ungarn Den Bei­stand seines treuen russischen Bundesgenossen, und dieser willfahrte gleich dem ausgesprochenen Wunsche.

Sowie durch vereinte Kräfte der Zweck des Beistan­des erreicht war, zog der mächtige Ezar seine Kriegs­kräfte aus dem Lande des Freundes in sein weites Reich zurück, belohnt durch den Gedanken, uneigennützig dem Freunde in den Zeiten der Roth beigestanden zu haben.

Die wilde Revolution wurd^in Den Jahren 1848 und 1849 in Den Gassen und Schlachtfeldern besiegt; nicht so die weit gefährlichere zahme Revolution.

Diese hat leider seit dem Jahre 1848 stärkere Wur­zeln gefaßt in Der Journalistik und in den Institutionen der Länder. Wie dies im Jahre 1848 Der Fall war |o ist auch jetzt noch die Presse größtentheils in den Händen der Revolutionspartei, mit einzelnen wenigen Ausnahmen. Es ist dies wohl eine Schmach für die konservative Partei, es ist dies ein großes Unglück für