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seinen Degen zu gebieten. Es scheint nicht unmöglich, daß die Regierung dieses Versprechen benutzen wird, um den Verbannten die Thore Frankreichs wieder zu öffnen.

Paris, 25. Febr. Der Befehl zur Einschiffung der Truppen nach dem Orient ist von hier nach Toulon abgegangen. DerMoniteur" enthält ein Decret, welches bie Ausfuhr von Gegenständen zum Kriegsberars verbietet. Ein Bericht des Marine-Ministers kündigt an, daß die 3. Escavre gebildet sei und aus 10 Linien­schiffen, 14 Fregatten und 15 Korvetten besteht. Der Moniteur" enthält ferner ein Schreiben des Prinzen Napoleon, in welchem derselbe um einen Dienst^ im Orient n a ch sucht!!!

Paris, 24. Febr. Der heutige Moniteur enthält ein Dekret, durch welches die Reserve aus den Jahren 1849 und ls50, in Summa 80,000 Mann betragend, einberufen wird.

London, 25. Febr. In der heutigen Nachtsitzung des Unterhauses wurden für die Flotte 58,000 Mann votirt. Die Land-Armee wird um 11,000 M. vermehrt.

Wom russisch türkischen «Kriegsschaupla^.

Wien, 26. Februar. Ueber den Aufftand der Griechen in Epirus gehen uns ausfühiliche Nach­richten zu, die denselben als immer weiter um sich grei­fend schildern. Ganz besonders lebhaft und thätig äußert sich aber die Theilnahme dafür in Griechenland. 300 Studenten der Universität und eine Menge Freiwilliger zogen ab; die ganze Garnison von ChalkiS sammt den Gefangenen der Festung ist entwichen, und die Bewegung scheint' nabe daran, der Regierung über den Kopf zu wachsen, obschon sie die Grenztruppen bedeutend verstärkt. Das christliche Heer in EpiruS |oll sich bereits auf 8000 Mann belaufen.

Trieft, 23. Febr. Der Dampfer auS Konstanti- nopel ist angekommen und bringt Nachrichten bis zum 13. Februar. Nach denselben ist Rußlands verneinende Antwort auf die Ausgleichungsverschlägc eingetroffen. Die Englisch-Französische Flotte befand sich beim Abgänge des Dampfers wieder im Bosporus. (Es scheint also doch, als ob die Admirale zunächst gegen die Gesandten Recht behalten. Die Gesandten verlangten bekanntlich, daß die Flotte wieder ins Schwarze Meer gehen sollte, aber die Admirale lehnten dies, als zur Zeit unihunlich, ab.)

DerOesterreichische Soldatenfreund» titeltet: Seit einigen Tagen bemerkt man einige Bestürzung im Türki­schen Hauptquartier zu Widdin. Truppen, deren Ankunft bereits angciagl war, erhielten Gegenbefehl und müssen, statt von Sophia nach Widdin zu rüsten, ihre Marich- richtung nach den im Westen der Türkei gelegenen Ejaleis nehmen. Die Nachricht von dem ausgebrochenen Aus­stande der christlichen Bevölkerung in den Türkischen Provinzen Schkodra, Monastir und Janina wirkte auf die an der Donau lagernden Arnauten und Albanescc so allarmirend, daß sie laut ihre Entlassung in die Hei- math fordern imv die Livas Hussein Bey und Soliman Pascha auf bic[e Hülfstruppen keinen Einfluß mehr haben.

Zwei preußische Seehel-en im Bahre 1813,

(Schluß.)

Der Abend dämmerte bereits heran. Die ungeschick­ten Piraten wußten nicht, wohin sie steuern sollten. Steuermann Brandt wurde auf das Verdeck gerufen, um den rechten Cours nach den Küsten von Frankreich oder Norwegen zu zeigen. Dabei wurde ihm aber die Drohung, wenn er gedenke, die ihm anvertraute Lenkung des Schiffes dazu anzuwencen, sie in die Hände ihrer Feinde zu liefern, so sei. ihm und seinem Bruder der Tov geschworen. Der Steuermann riech nach Nordost bei Ost zu steuern, dies sei die Richtung nach Bergen. Er wußic indeß fehr wohl, daß dies der Cours nach Gothenburg. Der Anführer der Räuber b.fahl dem einen Kimoen, in der Kajüte ein Licht anzuzünden und es dem Steuermann für den Compaß zu bringen. Der eine Junge blieb bei Capitain B rand l in der Kajüte. In dem Augenblick, als der Steuermann auö der Kajüte aus Deck gerufen wurde, flüstert ihm der Capftain rasch zu, eine Gelegenheit zu er'päyen, durch welche er sämmt­liche Feinde auf einen Fleck znsammenbringcn könne, damit in den dichten Haufen um so weniger fehlgeschos- sen werde. Eingedenk dessen, befiehlt der Steuermann der fremden Mannschaft, die Segel sollten auf der rech­ten Seite gebraßt weiden, damit der Cours leichter nördlicher zu halten sei. Die Mannschaft gehorcht und muß deswegen dicht an der Thüre ver^Kajüte vorübcr- eilen. In diesem Augenblick tritt der Steuermann rück­wärts auf die Kajütemreppe, sein Bruder steckt ihm eine geladene Büchse in die aus den Rücken gelegte Hand( der Knabe der beim Kapitain unten geblieben war, er­hält ebenfalls ein Gewehr, um loszudrücken, wenn er dies von den beiden Männern gesehen.

Nun geben die Gebrüder Brandt Feuer, der Junge vermag es aus Angst nicht. Vier Mann stürzen zu Boden, aber drei stehen wieder auf, und der Kampf be­ginnt, den die Dunkelheit des Abends noch grausiger macht. Die beiden Brandt werfen schnell die abgefeuer- ten Gewehre fort und nehmen zwei geladene zur Hand. Sie springen von der ätazülenlreppe auf Deck und stel­len sich rechts und links aus. Die noch übrigen sechs Feinde stürzen auf sie loö, ihre Pistolen abfeuernd, ohne zu Irenen- Die Brüder geben zum zweitemnal Feuer. Links fällt einer der Räuber, auf der rechten Seite auch einer, der aber noch die Kraft hat, obgleich schwer ver­letzt, nach dem Roof zu kriechen. Die tapfern Brüder springen nun in die Kajüte hinab, der Capitain nimmt das letzte geladene Gewehr dem Knaben ab, eilt wieder aus das Deck, wo er aus den angeblichen Steuermann der Feinde, der eigentlich der Anführer ist, schießt. Der Kerl stürzt nieder, rafft sich aber wieder aus, und als Capitain Brandt ihn mit der Kolbe niederschmeltern will, gleitet er selbst aus dem von Blut schlüpfrigen Bo­den aus und fällt. In demselben Augenblick fühlt er sich von einem Dolchstoß getroffen, der vom Schlüsselbein