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iheilhaft auszeichnen. Freilich verfährt man da auch anders und zweckmäßiger als hier, ohne daß man gerade immer einen besseren Boden dazu hätte. Man legt diese netten Bohnen nicht einzeln um die Kartoffelfelder oder Gemüsebeeten herum, wo sie gar oft verkümmern oder verdumpfen, sondern man bepflanzt ganze Satteln damit die durch schmale Querfurchen in 'längliche Quartiere getheilt sind. Wenn nun die^ Pflanzen 'so weil gediehen sind, daß die Bohnen in den Schoten deutlich hcrvorstehcn, letztere aber anfangen, ein gelbliches Ansehen zu bekom- men, dann gehen Erwachsene oder Kinder (lo geschieht wenigstens bei Erfurt, Bamderg, Schweinfuri) in die Bohnenfelver und Hatten in der Weise, daß sie die üppigsten Blätter etwa in der Mitte des Blattstieles ab# treten oder abschneiten wodurch die Schoten selbst mehr Luft und Sonne erhalten und nun besser reifen' können. Dieses Verfahren sichert den Pflanzern durchschnittlich, ja fast unter allen Witterungsverhältnissen einen etwa achtzigfältigen Ertrag; und auch hier bei uns hat man bei nur einigermaßen richtiger Behandlung dasselbe Resultat erzielt. Noch viel ergiebiger gestaltet sich aber das Verhältniß bet den kleinen Zuckerbohnen, dieser delicatesten aller Sorten. Es sind dieses zwar Stangen, Bohnen, allein sie erreichen nur die Höhe von etwa 5 Fuß, und verlangen nicht die sorgfältige Behandlung wie die sog. Schwerst-Bohnen. In Franken (dem bai# rischen sog. Frankenland) hat man bezüglich dieser Ergiebigkeit ein Sprüchwort: „eine Mütze voll Zuckerboh- nen gegen eine Handvoll Korn", und es beruht dies nicht nur auf voller Wahrheit, sondern wir können das nämlich aus eigener Erfahrung wiederum von hieraus bestätigen. — Im vorigen Frühjahr wurden auf einem mäßig gedüngten, frei gelegenen Landstück in zwei Plätze, die durch eine ganz kleine Furche getrennt waren, nach bekanntem Verfahren (in Rundkreise) in jeden 8 Stück der kleinen Zuckerbohnen gelegt. Jeder Platz enthielt beiläufig einen guten Quadratfuß Flächenraum. Sämmtliche Bohnen gingen auf, die Pflanzen wuchsen, nachdem sie gehackt worden, an der in die Mitte eines jeden Platzes gesteckten kleinen Stange lustig in die Höhe, trieben eine außerordentliche Menge Schoten, die je nach erfolgten Reife nach einander abgenommen und zum Trocknen hingelegt wurden. Aus 'sämmtlichen Schoten gewann man ca. 2400 vollkommen gesunde Bohnen die etwa 1 Pfund und 5 Loth wogen. Eine weitere, nicht geringe Anzahl aus solchen Schoten, die zu lange auf der bloßen Erde gelegen hatten, waren flecftgt, zum Kochen aber noch gut, und sind hier nicht mitgezählt. Es ergab sich demnach ein 150fältiger Ertrag, und auf dem Raum, auf welchem 1 Pfund und 5 Loth Bohnen gezogen wurden, hätten höchstens ein paar Stauden Grün- oder Blau-Kohl Platz gehabt! *)
*) Für Solche, welche ähnliche Versuche machen wollen, liegt noch ein kleiner Vorrath dieser Zuckcrbohneo zur unent- geidlichen Abgabe ä 16 bis 20 Stück in der Expedition des Anzeigers bereit.
Wir verlassen übrigens nun die bisherigen Gegenstände unserer .Mittheilung mit dem Wunsche, daß' sie diejenige Berücksichtigung finden möchten, die sie, Angesichts der immer häufiger und trüber werdenden Berichte über Verarmung, Nothstand, Mangel und Theuerung aller Lebensrnittel sicher verdienen, und gehen zur letzten Seite dieser Mittheilung über. (Schluß folgt.)
Amtliche-Bekanntmachungen.
Die nachgenannten Militairpflichtigen als:
1) Johannes Rudolph,
2) Johann Conrao Rückert,
3) Wilhelm Eugen Adolph Nullmann,
4) Eonrad Schwarz,
5) Heinrich Ferdinand Schley und
6) Johannes Schwarz aus Hers seid,
7) Heinrich Walther von Kohlhausen,
8) Härtung Both von Sieglos,
9) Johann Georg Goßmann von Friedlos,
10) Georg Hahn,
11) Johannes Heusner und
12) Johann Peter Riebold von Kalkobes,
13) Georg Christoph Krauß von Meckbach,
14) Johannes Gerlach von Mecklar,
15) Heinrich Seiler und
16) Johannes Möller von Obergcis,
17) Eonrad Grass von Rotensee^
18) Johannes Hahn von Tann,
19) Johann Jacob Will von Untcrgeis,
20) Jacob Schuch von Nicderaula,
2t) Heinrich Kropk von Asbach,
22) August Weyershausen von Beiershausen,
23) Georg Glebe und
24) David Schäfer von Holzbeim,
25) Justus Baumhard von Kirchheim,
26) Philipp Noppe! von Kleba,
27) Valentin Schäfer von Nieverjossa,
28) Johannes Heier vulgo Hagemann von Reckerode,
29) Johann Adam Hufs und
30) Johannes Niebel von Stärklos,
31) Johann Heinrich Wentzel von Untcrsioppel,
32) Georg Frankenstein,
33) Wilhelm Frankenstein,
34) Johann Heinrich Hossmann und
35) Johaan Georg Heinrich Ullrich von Friedewald,
36) Johannes Wiegand von Heimboldshavsen,
37) Eonrad Thornagel von Heringen,
38) Georg Hilccbranv von Kleinensee,
39) Martin Wendel von Lautenhausen,
40) Heinrich Müller von Wölsershausen,
41) Heinrich Mordt und
42) Joseph Weinberg von Schenklengsfeld,
43) George Hossmann von Ausbach,
44) Heinrich Rüger von Oberlengsseld,
45) Wilhelm Bernhard George Spiegel von PhIlppsthal