Einzelbild herunterladen
 

- 42

marschall-Amte Fey zum Secrctare und Rechnungsführer der Hausschatz-Direction zu ernennen, auch

dem Oberbefehlshaber, General-Lieutenant und Commandeur der Infanterie-Division ». Kalte nb o r n, die erbetene Erlaub­niß zur Annahme und zum Tragen des, von Sr. Königlichen Hoheit, dem Prinz-Regenten von Baden demselben verliehenen Commandeurkreuzes erster Klaffe mit dem Stern des Zähringer Löwen-OrdenS, zu ertheilen.

Eagesvegev ertheilen.

Oesterreich. Das Kriegsgericht in Herrmann­stadt hat 5 Personen, einen Advocaten, einen Senator, einen Procurator, einen reformirten Pfarrer und einen Silberhütten- Verwalter, wegen Theilnahme an den Er­eignissen des Jahres 1848 des Hochverraths schuldig ge­funden und nebst Einziehung ihres Vermögens zum Tode durch den Strang verurtheilt. Im Wege der Gnade ist dieses Urtheil auf 15- resp. 4- und 2jährigen Festungs­Arrest mit Einrechnung der Untersuchungshaft gemildert worden.

London, 2. Februar. »Morning-Post" (3. Ausgabe) meldet: Die diplomatischen Beziehungen zwi­schen Rußland und Großbritannien sind abgebrochen, und Baron Brunnow wird morgen in der Frühe abreisen.

Die Englische Landarmee und Flotte soll sofort vermehrt werden, und zwar erstere um 10,000, letztere um 20,000 Mann.

Schweden. Zu Bergen ist das Irrenhaus ein Raub der Flammen geworden. In demselben befan­den sich 268 Geisteskranke, von denen 22 bei dem Brandt umkamen.

Schweden. Eine der nächsten Folgen der im Frühjahre als unausbleiblich bezeichneten Mobilisirung dürfte neuesten Angaben nach die Besetzung GottlandS mit einem Corps' vou 15- bis 20,000 Mann sein. Das vom Reichstage nievergefttzte große Branniweins- Comitee hat die Annahme des Antrages des Dr. Sander beschlossen, der darauf ausgeht, alles Branntwein- Brennen zu verbieten.

Amerika. (Fortschritte in Amerika!] »Im vergangenen Monate so lesen wir in einem New- Iorker Blatt wurde zu Rochester (Vereinigte Staaten) eine Trauung durch die hochwürdige Anwinetle L. Brown, den weiblichen Prediger, vollzogen." Im Staat Ge­orgien ist ein Preis von 50 Pfo. St. für den fettesten, degaussehenden Säugling auf der nächsten Messe aus­geschrieben worden!!!

' ?8om russisch-türkischen «Kriegsschauplatz.

Alt-Orsova, 16. Januar. DerOstdeutschen Post" wird geschrieben: Wie man hier wissen will, wird seit dem 13. um Kalafat herum wieder gekämpft; Ent- scheidendes ist indeß bis jetzt nicht berichtet. Die Türken stehen 30,000 Mann stark in und um Kalafat, die Rus­sen werden auf 28,000 Mann geschätzt. Die Türken sind den Russen mit Artillerie weit überlegen; dafür ha­ben diese mehr Cavallerie als jene. Bei Nikopoli haben

die Türken am 12. d. mehrere Uebergangsversuche ge­macht; 2000 Mann Infanterie setzten nach Turna über, wurden jedoch von den daselbst ausgestellten Russen zu­rückgedrängt; den andern Tag wurde der Uebergangs- verfuch Türkilcher Seils erneuert, und es gelang'ihnen, in Jplas, wo sie sich verschanzen und neue Verstärkun­gen an sich ziehen, Fuß zu fassen.

Trieft. Daö Dampfschiff aus Konstantino­pel ist eingetroffen und bringt Nachrichten bis zum 23. Januar. Nach Berichten der Triester Zeitung kehrt die tombinirte Flotte der Weltmächte nach Bcykos wieder zu­rück, und es war bereits am 22. der Nückeinlauf des größten Theiles derselben geschehen.

Paris, 3. Februar. Das Luileriecn-Cabinet hat die Russische Anfrage betreffend das Einlaufen der Flot­ten in's Schwarze Meer beantwortet. Der Russische Gesandte von Kisseleff verläßt Paris. Einem Pri- valschreibcn aus Malta zufolge haben die Englischen Of­fiziere an Bord derRetribulion" (welches Schiff be­kanntlich die Anzeige von der Einfahrt der Flotte in's Schwarze Meer überbrachte) die Ueberzeugung aus dem Hafen von öebaftopol mitgcbrachi, daß dieser Platz uneinnehmbar fei._ Außer fünf Linienschiffen uno vielen Heineren Kriegsschiffen, welche zur Vertheidigung des Hafens bestimmt sind, haben die Englischen Offiziere 720 bis 760 Kanonen gezählt, welche in den vortheil- haflesten Positionen den Eingang des Hafens beherrschen.

Wien, 4. Februar. Die hiesige Gesandten-Eonfe- renz hat die Rückantwort des Petersburger Cabinets auf die Wiener Protokoll-Note durch welche die letzten Tür­kischen Ausgleichungs-Vor schlage dorthin mitgetheilt waren, empfangen und für nicht genügend erachtet.

Rußland und Europa.

(AuS der Neuen Preußischen Zeitung.)

Betrachten wir nun die Aussichten Europa's beim Angriffskrieg gegen Rußland, eine Erörterung, woraus vielleicht inoirect hervorgeht, daß dieses Reich vermalen ziemlich unangreifbar sei. Der Leser braucht dabei kei­nen »strategischen" Erguß zu fürchten: die Geschichte lie­fert meist überall und hier gewiß den besten Leitfaden.

Im Jahre 1812 fand ein Kriegszug statt, wie die neuere Geschichte bis dahin nicht aufzuweisen hatte. Sechsmalhunverttausend Streitbare drangen unter dem ersten Feldherrn der Zeit in Rußland ein, und nur trau­rige Trümmer kehrten zurück. Dieser unerhörte Schiff­bruch beruhete hauptsächlich darauf, daß Buonaparte, den Charakter seines Gegners falsch beurtheilend, in Mos­kau den Frieden zu finden gehofft. Alexanders Ent­schluß: jede Unterhandlung abzulehnen, verbunden mit den räumlichen Verhältnissen Rußlands, begründete da­mals dessen Unüberwindlichkeit und wird sie noch lange erhalten. Ueberdics haben sich seitdem die Umstände noch ungünstiger für den Angreifenden gestaltet, wie fol­gende Vergleichung des Sonst und Jetzt zeigen wird.