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gebracht hätten, sich ein Suttenfaß anzuschaffen und die Jauche darin auf ihre Felder zu fahren. Und wenn sieht man einmal aus den Dörfern ein sog. Fäßchen (mit Urin angefülli) auf die näheren Gemüse-Beeten, kleine­ren Lan'd-Parcellen rc. tragen, während doch die, hierin wirklich viel fleißigeren, städtischen Besitzer oder Miether solcher kleineren Liegendesten in dem Anwenden dieser, gerade für Landstücke von geringerem Umfange höchst trefflichen, Düngung mit einem so lobenöwerthen Bei­spiele vorleuchten?

Wir brauchen wohl diesen Faden nicht weiter fort# zuspinnen, um außer Zweifel zu stellen, daß in qualitati­ver Hinsicht, d. h. in der Verbesserung, für den gesamm- len Landbau noch außerordentlich viel geschehen kann; aber auch geschehen muß.

Zugleich wird aber auch die quantitative Seite der hier zur Erörterung stehenden Frage nicht aus dem Auge zu verlieren, vielmehr sehr wohl zu berücksichtigen fein; mit andern Worten: man wird nicht nur die Mehrzahl der zur Bestellung schon vorhandenen und urbaren Lan­der möglichst mehr zu verbessern, sondern auch noch darauf Bedacht zu nehmen haben, daß thunlichst jedes größere oder kleinere Fleckchen culturfähigen Bodens, welches jetzt wüst und gänzlich unbenutzt liegt, in trag­bares Land umgeschaffen werde. Daß es aber dieser zu bearbeitenden Fleckchen und Flecke von bedeutendem Um­fange in fast jeder Feldmark noch gar viele giebt, davon kann sich Jeder überzeugen, der die Dinge mit eigenen Augen sehen will. (Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

In Petersburg erzählt man sich Folgendes: Der Officier, den Fürst Menlschikoff von Odessa mit den De­peschen über den Sieg bei Sinope nach St. Petersburg sandte, bestrebte sich mit allen Kräften, seine Reise mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit zurückzulegen; er wurde unmittelbar nach seiner Ankunft Sr. Majestät dem Kai­ser Nikolaus vorgestcllt und überreichte demselben seine Depeschen. Der Kaiser nahm ihn mit sich in sein Ka- binet, wo er sich niederließ, um die freudige Botschaft mit Muße durchzulesen. Als er damit fertig war, fand er, daß der Officier, durch ungeheuere Ermüdung über- wältigt, eingeschlafen, und durch die gewöhnlichen Mittel nicht wieder aufzuwecken war. Da rief der Kaiser mit dem ihm eigenthümlichen raschen Verständniß der mensch­lichen Natur plötzlich in barschem Tone aus: »Heda! Ihre Pferde stehen bereit!" und der eifrige Courir, der sich noch unterwegs glaubte, sprang rasch auf, um dem Gebote der Pflicht zu gehorchen. Der Kaiser fragte ihn nun, welchen Rang er habe. „Kapitän", war die Ant­wort. „Nun denn", sagte der Kaiser zu einem Adjutan­ten, „bringen Sie ein Paar Epauletten", und setzte, an den Courir sich wendend, hinzu: „Ich befördere Sie auf der Stelle zum Povpolkownik (Oberstlieutenant), umar­

men Sie mich;" und als der erstaunte Officier dieser seltenen Auszeichnung sich erfreut hatte, küßte der Kaiser ihn auf die Wange. Seitdem hat kein Scheermesser das durch die Lippen des Kaisers geheiligte Antlitz des Offi- cicrs berührt.

— Die sehr umfangreichen Untersuchungs-Acten des berüchtigten Bremer „T o v t c n b u n d e s" sind jetzt gedruckt und von der Bremer Behörde in einer Anzahl vom Erem- plaien versandt worden. Es haben bekanntlich mehrere Verurtheilungen stattgefunden. Wie Hamburger Blätter bekunden, erfolgten die Entdeckungen, resp, die ersten Ver­haftungen und Beschlagnahmen am 23. Mai 1852, und die eingeleitete Unlerfuchung richtete sich auf zwei Ge­genstände: auf die Constatirung des sogenannten Todten- bunres und auf den Anschlag gegen das Leben der Se­natoren. Als Oberhaupt des geheimen Bundes war der Polizei der Cigarren-Arbeiter Nicolaus Heinrich Kolby bezeichnet und festgenommen, und die bei ihm erfolgte Haussuchung ergab denn auch so bedeutende Resultate und Beweise, daß auf Grund derselben die weiteren Ver­haftungen vorgenommen werden mußten. Man nahm außer den „Statuten des Tvdtcnbvntes" auch die einer damit in Verbindung stehenden Krankenkasse, die «Treue Brüderschaft" genannt, deren Mitgliedsverzeichniß, die Fragen bei der Bundes-Aufnahme und Waffen der ver­schiedensten Art in Beschlag. — Ueber das Entstehen des Bundes in Bremen hat Kolby ziemlich umfassende Ge- ständniffe gemacht. Er ist ein Bremer, gegenwärtig 25 Jahre alt und war schon von Jugend auf in dürftigsten Umständen als Cigarren-Arbeiter beschäftigt. Mit den politischen Fragen hatte er sich nie beschäftigt, bis das Jahr 1848 auch ihn zum extremen Phantasten machte und namentlich die DuloiLschen unter der Maske religiö­ser Zwecke verbreiteten Schriften und Grundsätze ihn erallirten. Nachdem im April 1851 auch in Bremen durch die Behörden die politischen Vereine suspendirt worden waren, faßte Kolby, der bereits sei zwei Jahren zu dem Cigarrenmacher- Verein und der demokratischen Schützengilde gehörte, den Entschluß, auch in Bremen eine geheime Verbindung zu gründen in Art eines gehei­men Berliner Tovtcnbunves, desscn.Statuten, nach seinem Geständniß, er bereits früher von einem jungen Berliner Sattler bekommen hatte.

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Amtliche - Bekanntmachungen.

Die H. H. Bürgermeister des Kreises haben binnen 8 Tagen zu berichten, ob und welche taubstumme, bil­dungsfähige, (besonders sprachtildungSfähige) Kinder, in dem Alter von 7 bis 12 Jahren, für welche dermalen