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gangen, daß die vereinigien Flotten die Flagge und das Gebiet der Türkei schützen würden, und daß die Russen jeden Zusammenstoß vermeiden möchten, der das gute Einvernehmen gefährden könnte, welches die westlichen Mächte mit Rußland aufrecht zu erhalten wünschen. Fünf Türkische Kriegsdampfer, mit Truppen und Munition an Bord, sind mit dem Nachtrab der vereinigten Flotten ausgelaufen.

Die jüngste Kaetostelern-te und das Maschinenwesen.

(Fortsetzung.)

So wenig die Dringlichkeit reichlicherer Erzeug­ung noch anderer Nahrungsmittel (als der Kartoffeln) verkannt werden wird, so kann ihr doch, nicht ohne Grund, die Frage entgegcngestcUt werden, ob eine solche Mehr-Produclion, der quntilativen unv qualitativen Bo- dcnbeschaffenhcit nach, überhaupt auch möglich und aus­führbar sein wird? Wir antworten darauf lediglich mit der von anerkannt praetischen Staats-Ockononnsten ausgestellten und als richtig behaupteten Berechnung: daß der tragbare Boden durchschnittlich groß genug sei, um so viel darauf zu ziehen oder zu bauen, daß noch einmal so viel Menschen davon ernährt werden könnten, wie deren darauf leben"; ja wir wollen sogar das Facil dieser Berechnung durchweg um die volle Hälfte kürzen, und es wird sich dennoch'jene Möglichkeit außer Zwei­fel stellen. Es kömmt aber eben nur Alles auf die rich­tige Benutzung des Bodens und auf die gehörige Haus­und Hof-Bewirthschaftung im weitesten Umfange an.

Unsere größeren Gutsbesitzer und Oekonomen ziehen verhältnißmäßig wohlverstanden verhältnißmäßig! überall mehr, ihre Fruchtfelder jeder Art stehen fast allerwegenS viel besser, als die der geringeren Bauern; wenn nicht etwa die Landstücke der Letzteren durch beson­ders gute Boven-Beschaffenheit und Lage begünstigt sind. Wie ist denn dieses, da doch der liebe Gott den größe­ren Feldbebauern sicher nicht die besten Feldstücke schon von HauS zugetheilt hat? Ja! sagt man, diese Her­ren haben mehr Mittel dazu! Dergleichen Ausreden ober, wenn man sie nicht als förmlich gesuchte Entschuldigungen lässiger Wirthschaft ansehen will, sind eben so unhaltbar wie beklagenswert!). Die größeren Oekonomen rc. haben mehr Mittel, als die Heineren Bau­ern, das steht duichgängig fest. Es sind das aber doch immer nur ganz dieselben Mittel, die die letzteren auch besitzen. Der große Unterschied liegt blos darin, daß sie Jene anders und besser benutzen, als Diese. Außerdem liegt es ja auch auf flacher Hand, daß Der, welcher 100 Acker Land besitzt, mehr Mittel zu deren Instandhaltung haben muß, wie lauter, dem nur 10 oder 20 Acker eigen sind.

Es giebt ein gewisses Sprüchwort, welches lautet:

die ganze Weisheit der Oekonomie liegt im M i st e". *) Nehmen wir dieses nun auch nicht gerade auf die Spitze denn zur Durchführung einer wohlbestellten Ockono- mie, sie sei groß oder klein, gehört doch noch etwas mehr als Mist, so bleibt doch so viel sicher, daß der Dün­ger das allerunentbchrlichste Bedürfniß, der Lebensgeist, des ganzen Feldbaues ist. Und nach diesem Grundsatz handelt der größere Oekonom; nach ihm hat er seine gesammten Einrichtungen dergestalt getroffen, daß mög­lichst keine Handvoll Mist, kein Eimer voll Mistjauche oder sogenannte Suite dieser eigentlichen und wahren Goldtinetur unbenutzt verloren geht; und daneben noch hält er auch sehr auf strenge Disciplin, zu deutsch: auf rcgelrichtig durchgeführte Ordnung in seiner ganzen Haus-, Hof- und Felowirthschaft. Ueber das Alles kann nun auch im mehr oder weniger verjüngten Maaßstabe der kleinere Oekonom, der Bauer, verfügen. Begeben wir uns aber einmal in die Dörfer und überzeugen uns, wie bezüglich dessen da gewirthschaftet wird. Wir sehen hier, mit leider noch viel zu wenigen Ausnahmen (welche mitunter alle Anerkennung verdienen), kleine, flache Dungerftätten, der Art erbärmlich angelegt, daß sie nur äußerst wenig Jauche zu fassen vermögen, so daß sie schon bei geringem Zufluß mit derselben überfüllt werden und diese köstliche Goldtinetur ausläuft. Der erste beste Gewitter- oder Platzregen nimmt noch weit mehr davon mit und läßt nur, in dem Maaße als die Düngerstatte zu fassen vermag, eine verdünnte Brühe zurück, die nicht viel besser denn bloßes Wasser ist. Wo aber fließt oder wird sie hingeführt? Allermeist dahin, wo sie durchaus nichts nützt! Durch die Mehrzahl der Dörfer lautrein kleines Wasser, oder es befinden sich doch kleinere oder größere (häufig als Wege dienende) Flußbetten darin, welche das Waffer bei Gewitter- oder sonstigen Regen aufzunehmen und fortzuführen (gewöhn­lich schon von Natur aus) bestimmt sind. In eins und die andern fließt nun auch die überlaufende Jauche und wird darin dem nächsten Flusse zugeführt. Oft genug geht der Suiten-Ausfluß auch in die Seilen -Kandeln der die Orte durchschneidenden Straße und Wege, ver­liert sich hier in dem Slraßcnkoih und vertrocknet mit diesem gelegentlich. Hier und da, aber gar selten, nimmt man sich die Mühe, die Jauche zu schöpfen und den Mist selbst wieder damit zu übergießen, oder man leitet den Abfluß in nahe Grasgärten oder auf Wiesen; doch geschieht, wie gesagt, das Erstere nur selten, und bei dem Zweiten muß gewöhnlich die Gelegenheit vor der Nase liegen. So nützlich unv zweckmäßig übrigens das Erstere, so wenig profitabel ist in der Regel das Zweite; denn jedenfalls besitzt der betreffende Eigner Landstücke, auf denen die Jauche-Düngung endlos besser angemenbet wäre. Wir finden aber im Durchschnitt un­ter zehn Bauern noch keine zwei, welche das kleine Opfer

*) Wir verwahren uns hier natürlich "gegen jede etwaige Zweideutigkeit.