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Hersfeldcr Anzeiger.

Stp. 8. Hersfeld, den 28. Januar. 1854.

Der »Hers selber Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expe­dition l.Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postausschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Ernennungen und Beförderungen.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem vom Erblandpostmeister dem Herrn Fürsten von Thum und Taxis zum Postverwalter in Lichtenau in Lorschlag gebrach­ten Apotheker Carl Wagner daselbst die allerhöchstlandeshcrr- liche Bestätigung zu ertheilen,

den Portepee-Fähnrich Schroeder vom Jäger-Bataillon zum Secondlieutenant in demselben zu ernennen,

dem Hauptmann Oden im Artillerie-Negiment, die erbetene Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des, von Seiner Königlichen Hoheit, dem Prinz - Regenten von Baden demselben verliehenen Ritterkreuzes des Zäpringer Löwen-Ordens $u ertheilen, dem Medizinalrath Dr. Wiegand zu Fulda, die erbetene Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des, von Seiner Ma­jestät, dem Kaiser von Oesterreich Demselben verliehenen Ritter­kreuzes des Franz-Josephs-Ordens, zu ertheilen.

Eagesbegsbenheiten»

Karlsruhe, 23. Jan. Beide Kammern haben heute die Adressen aus die Thronrede überreicht. In Betreff des kirchlichen Conflicts bezeugen beide Kam­mern die unerschütterte Loyalität der Bevölkerung und das Vertrauen einer friedlichen Verständigung' unter Wahrung der Würde und Rechte der Krone.

Frankreich. Ein Schreiben aus Havre, wo die Matrosen-Aushebung schon begonnen hat, schildert die Bestürzung, welche diese plötzliche Maaßregel unter den Bootsleuten, die vom Fortschaffen der Frachten von St. Valery ins Innere leben, hervorgerufen hat. Es sind meistens Familienväter, die sich mit ihren Erspar­nissen ein Schiff gekauft haben, worin sie mit Frau und Kind wohnen, uiiD ihre Abwesenheit zum Behuf des Dienstes auf der Flotte, wird diese Familien, die von dem Ertrage der Fracht-Schiffsahrt ihr tägliches Brod hatten, tn s Elend stürzen. Man schreibt aus Toulon daß dort m Folge der vom Marine - Minister zeitig ge­troffenen Maaßregeln Alles bereit ist. DaS Material ist besichtigt und in totant) gesetzt. Die Waffenkammer hat die durch die Absendung von 40,000 Gewehren für die Türken entstandene Lücke wieder ausgefüllt. Es sind für mehr als 50,000 Mann Lebensmutes in den Magazinen. Alle Marine-Backöfen zu Castignean sind in Thätigkeit.

Man hat im Laufe eines halben Jahres für 50,000

Mann Zwieback in Kisten gepackt.

Bom russisch-türkischen Kriegsschauplatz.

Die neuesten Nachrichten, die wir aus Konstanti­nopel erhalten, lassen vermuthen, daß sich die vereinigte Britisch-Französische Flotte in einem Türkischen Hafen des Schwarzen MeereS vor Anker gelegt hat da es der Witlerungs-Verhältnisse wegen nicht länger mehr möglich war, See zu halten.

Aus Bukarest haben wir Nachrichten vom 15. b. M. denen zufolge Fürst Gortschakoff mit seinem Ge- neralstabe am folgenden Tage, den 16., nach der kleinen Walachei abzugehen beabsichtigte, wo die Türken sich fortwährend in ihren Stellungen bei Kalafat behaupteten. Am 12. machten 2000 Türken von Rahowa aus einen Verluch, beiKalarasch über die Donau zu gehen, wurden aber von dem dort stehenden Russischen General Bogu- scheffski nach kurzem Gefechte zurückgeschlagen. An dem- 1° Tage des Morgens um 2 Uhr gingen 1200 M. Russischer Jnfantcrei uno 200 Kotoken nebst 700 Mol­dauischen Arbeitern mittelst Barken, die von dem Kriegs'- dampserPruth" remorquirt wurden, von Galacz aus auf das jenlcuige Donau User über, steckten den dort be­findlichen Türkischen Khan (Wirthshaus) in Brand und begannen, die vor Galacz liegende Donau-Insel von Bäumen und Schilf zu säubern. Bis 12 Uhr Mittags (öfö wohin die in Bukarest eingetroffenen Nachrichten reichten) war von den Türken kein Angriff auf die Rus­sischen Landungstruppen unternommen worden,

Nach Berichten aus Orsova vom 12. standen die beiden feindlichen Heere in ihren Positionen, die Süllen waren in Kalafat uno Umgebung postin; die Rüsten verstärkten sich fortwährend; der Kamps ruhte Kalafat ist jetzt etwa von 30,000 Mann Russen cernirt' die strenge Kalte hatte in den ersten Tagen dieses Mo­nats ein rascheres Heranrücken der Russischen Streitkräfte ermöglicht, und aus den festen Wegen eilten die letzten Verstärkungen von Krajova uno Slatina in forcirten München herbei. Wir werden wohl bald von einem An­griff der Russen auf Kalafat hören.

Wien, Sonnabend, 14. Januar. Wir haben Berichte auö Konstäntinvpel bis zum 5. Die gesammten glatten segelten am 3. ins Schwarze Meer. Die Netri- bution war vorher nach Sebastopol mit der Anzeige ge-