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Mann, welches unter den Befehlen des Feldmarschall- Lieutenants Grafen Caronini, des Commandirenden im Banal, gestellt werden soll. Der furchtbare Sturm­wind, der Mitte December wüthete, hat in den Neu- Hauser Forsten in Böhmen an 40,000 Klafter Stamm­holz eingeritten; noch ärger soll dieser Orkan in den Lilschauer Wäldern gewüthet haben.

Daß die Kaiserlich Russischen Gesandten in Paris und London am 10. d. M. bereits Vorkehrungen zur Abreise getroffen haben wie man hie und da behaup­tete, dürfte sich zwar vorläufig nicht bestätigen. Ge­wiß ist es, daß in den Jnstructionen dieser Gesandten, der Herren v. Kisseleff und v. Brunnow, die Fälle be­zeichnet sind, in welchen sie ihre Pässe verlangen sollen. Daß aber das Einlaufen der Flotten in das Schwarze Meer einer dieser Fälle ist, steht außer allem Zweifel.

Koblenz.Die hiesige Regierung macht bekannt, daß nach dem Gesuche der Gemeinde Steeg bei Bacha­rach dem dort befindlichen, bei dem Ue'bergange der Preußischen Truppen über den Rhein in der Neujahrs- Nacht 1814 berühmten Leitenthale der Name ^Blücher- thal" beigelegt werde.

München, 15. Jan. Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich wird mit Seiner erlauchtesten Mutter der Frau Erzherzogin Sophie K. H. am 28. v. M. hier eintreffen. Gestern haben bei uns alle Gelreidesorten abgeschlagen.

Karlsruhe, 14. Jan. Bischof v. Ketteler von Mainz, welcher schon einige Tage hier weilt und mit Auszeichnung behandelt wirv, ist dem Vernehmen nach auf vorhandene Zustimmung von unserer Regierung von dem Herrn Erzbischos in Freiburg mit dem Geschäft betraut, eine gütliche Beilegung des Kirchenstreites her- beizuführen. Mehrere Plenar- Sitzungen des Ministeri­ums des Innern scheinen bereits in dieser Angelegen­heit gehalten worden zu sein.

In Nürnberg ist durch eine Verfügung des Stadt- Commissariats dergymnastische Verein" aufgelöst worden.

Schweiz. In der ganzen Schweiz hat plötzlich der Föhn, ein zum FavoniuS gemilderterSirocco, einer empfindlichen Kälte ein Ende gemacht, welcher gegen zehn Menschen zum Opfer gefallen waren, während Flüsse und Quellen so sehr versiegten, daß z. B. in den Neu- enburger Bergen Potizeisolvalen an die Brunnen gestellt werden mußten, damit ja jede Familie nur die Ration zum Trinken sich hole und nicht etwa Wasser zum Scheuern und Waschen.

Türkei. Einem Schreiben aus Creta zufolge sollen dort blutige Ercesse gegen die Christen ver­übt worden sein.

Bom russisch-türkischen Kriegsschauplatz.

Wien, 13. Januar. Die Antwort.der Pforte, enthaltend die Annahme der Vorschläge der vier Groß­mächte, ist hier eingetroffen, wurde von den vier Reprä- sentauien der Großmächte als genügend erachtet und wild demnächst nach Petersburg abgesendet werden.

Dem Vernehmen nach haben bei. Cetate, in der Nähe von Kalafat, neuerlich wieder Gefechte mit wechselndem Glücke, stattgefunden.

In Bezug auf die vorstehend aus Wien telegra­phisch gemeldeten Gefechte in der Gegend von Cetate (Cfitate), stromaufwärts von Kalafat,' geht uns von glaubwürdiger Seile folgende nähere Mittheilung zu: Am 6. Januar machten die Türken 18,000 Mann stark einen Ausfall aus ihren Verschanzungen vor Kalafat. Dies starke CorpS stieß zunächst auf nur 3 Bataillone Russen, die, wenn auch mit großem Verluste, den Türken doch Dtand hielten, bis die in der Nähe stehenden Rus­sischen Truppen sich -herangezogen hatten. Schließlich wurden die Türken in ihre Verschanzungen zurückge­schlagen, wobei ihnen auch 6 Kanonen abgenommen wurden. Die Russen sollen an 1000 Todte' und eben so viel Verwundete haben. Der Verlust der Türken ist ungleich bedeutender, doch ist derselbe noch nicht fcstgesteUl. Der Heldenmuth der erwähnten 3 russichen Bataillone wird als unübertrefflich bezeichnet.

Man hat in Berlin eine telegraphische Depesche aus Bukarest vom 10. Januar folgenden Inhalts erhal­ten: Am 6. früh machten die Türken, 18,000 M. stark, einen Ausfall aus Kalafat und griffen die Russen bei Cetate an; diese, nur mit 3 Bataillonen, 2 Escadronen und 6 Geschützen hielten den Angriff aus, bis General Simonitsch (2 Meilen entfernt) mit dem Regiment Odessa und 6 Geschützen hinzukam. Darauf wurden die Türken nach Kalafat zurückgedrängt und verloren 6 Geschütze. General Dimomisch ist blessirt, und die Russen haben zwar einen bedeutenden Verlust erlitten, aber ebenso auch die Türken, die den commandirenden Pascha unter den Todten zählen. Die 3 Bataillone müssen wenigstens 3 Stunden lang den Angriss der 18,000 Türken ausgehal­ten haben.

Eine neuste Wiener Depesche desDr. I." be­merkt noch Folgendes:Den ganzen 8. hindurch hart­näckiger Wieverangriff der Türken, welche am 9. Cetate besetzt hielten. Weitere sichere Nachrichten fehlen."

Unserer früheren hier und dort in Zweifel gezoge­nen Mittheilung in Betreff der allgemeinen Mobilmachung in Rußland können wir heute noch hinzufügen, daß Se. Majestät der Kaiser von Rußland schließlich auch noch die Mobilmachung der Reserve-Bataillone für die Infan­terie-Regimenter'des Grenadier und des Garde-Corps definitiv befohlen hat.

Ein Schreiben aus Odessa vom 24. v. M. im Lloyv" berichtet, daß alle Schiffe der Russischen Flotte in Sebastopol sich zu versammeln beauftragt sind. Die neuesten Berichte vom Asiatischen Kriegsschauplatze mel­den übereinstimmend, daß die Russen' bereits auf Tür­kischem Gebiete operiren. In der Krimm herrscht die tiefste Ruhe. Von Sympathien die sich zu Gunsten der Türken zeigen sollen, wie Englische Blätter berichten, kommt keine Spur vor.