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ber Sieg, ohne welche die Niederlage gewiß ist. Die Waffe ist der Name des Herrn, welcher Keinen verläßt, der Ihn aus treuem, gläubigem Herzen anruft. Erkämpf fen wir die Siege des Herrn! Es giebt keine andern Siege! (N. Pr. Ztg.)

Eagesvegevenh eilen.

Berlin. Die Hauptbestimmung des Schwedisch- Dänischen Neutralitäts-Vertrages ist folgende: Im Falle eines Krieges verpflichten sich Dänemark und Schweden, ihre Kriegshäfen den Schiffen der kriegführenden Mächte zu verschließen, in ren übrigen Häfen aber das Einlau­fen dieser Schiffe zwar zuzulassen, jedoch zu verhindern, daß dieselben Kriegs-Material einnehmen. Wie man hört ist dieser Vertrag auch der Preußischen Regierung zugesandt worden mit der Einladung demselben beizutre- ten. Man zweifelt sehr daran, daß die Preußische Re­gierung beitreten wird.

Stettin, 4. Jan. Seit dem ersten Weihnachts­Feiertage hat unsere freigesprochene Freigemeinde ihre sonntäglichen Versammlungen unter vermehrtem Zulauf, eine Folge des wohlfeilen Martyriums ihrer 1| jährigen Suspension, wieder begonnen. Der Inhalt der übrigens sehr zahmen Weihnachls - Predigt, welche unter untern schönen Sachen auch vomKnecht Ruprecht" handelte, läßt keineswegs darauf schließen, daß der Prediger Wag­ner seine lange Muße zu tiefern Studien benutzt hat, und es ist in der That zu verwundern (??) mit wie schmaler Kost sich die abgefallene Christenheit zu einer Zeit speisen läßt, wo die "herrlichste Verkündigung über den ganzen Erokreis schallt.

Thorn, 4. Jan. In den Kreisen Strasburg und Löbau sind mehrere Polnische Gutsbesitzer und Emigran- . ten verhaftet worden. Die Zahl der Verhafteten belauft sich auf 20. Mit diesen Verhaftungen stehen mehrere im Königreich Polen ausgeführte in engster Vebintung. Unter den diesseits Verhafteten befindet sich auch der durch die vfficicllen Blätter neulich steckbrieflich verfolgte Gutsbesitzer von Kleszczynski, er wurde am zweiten Weihnachtsfeierlage bei Strasburg verhaftet, mit ihm ein anderer Gutsbesitzer, Namens Balinski. Die Ver- Hafiungeu sollen in Folge einer Anzeige des Russisch- Polnischen Gouvernements Seitens unserer Regierung verfügt worden sein und denselben ein politisches Motiv zu Grunde liegen.

München, 3 Jan. Die zweite Kammer votirte heute | Million Grüben zu momentanen Unterstützungen für die gering besoldeten Beamten, da zur Zeit die Preise der LebenSmiitel eine ungewöhnliche Höhe erreicht haben.

Frankenthal, 3. Januar. Naphtali Weil von Lambsheim wurde heute wegen GewohnheitSwuchers vom hiesigen Zuchlpolizeigerichl in eine Geldbuße von 6000 Fl. vcrurtheilt.

In Stuttgart hat die Chronique scandaleuse

Nahrung erhalten durch die überraschende Flucht eines israelitischen Rechts-Consulenten, der einer der reichsten jüdischen Familien des Landes an­gehört. Er war der erste mw bis jetzt einzige Gemeinde- rath der Residenz jüdischen Glaubens. Veranlassung zu der Flucht dieses für sehr reich gehaltenen Mannes, der denLöwen" undDon Juan« zu spielen versuchte und dabei viel Geld vergeudete, waren berangirte Vermögens- Verhältnisse und besonders große Nachlässigkeiten und höchst bedeutende Orbnungswldrigkeilen und'Unregelmä- ßigkeitcn als Advokat, welche ihm eine Ordnungs-Strafe von 3 Wochen Festungs-Arrest zuzogen.

Mannheim. In den letzten Tagen des December wurde der hiesige Polizei-Commissar von seiner Vorge­setzten Staats-Behörbe angewiesen, sich sofort nach Hei­delberg zu verfügen, um dort das Polizei-Commissariat provisorisch zu übernehmen. Bei näherer Erkundigung hörte man, daß der Polizei-Comnussar Bensinger in Hei­delberg, so wie auch ein dortiger Polizeioiener" in Unter­suchung und von ihrem Dienste suspenbirt seien, weil man theils Waffen, theils verbotene Flugschrif­ten bei ihnen gefunden habe. Bensinger war früher ein Jude und der fragliche Polizeibiener "Proiestani; Beide sind vor nicht langer Zeit zum Katholicismus überge- treten.

Pfor z h e i m. Ein bedeutungsvoller Schritt ist in Betreff des neuesten Erlasses des Herrn Erzbischofs von Seiten des hiesigen katholischen Kirchen-Vorstandes er­folgt. In einer von sämmtlichen Mitgliedern desselben unterzeichneten Eingabe an ihren Geistlichen, der beiläu­fig gesagt, nicht blos bei feiner eigener Gemeinde in hoher Achtung steht, erklären dieselben, nachdem sie ihr tiefes Bedauern über den eingetretenen kirchlichen Conflict, ins­besondere aber über die den katholischen Geistlichen zuge- gangene Weisung, jenen Conflict zum Gegenstand ihrer Kanzelvorträge zu machen, ausgedrückt, daß sie, wenn jene, auf die Kanzel durchaus nicht gehörenden und den Gemeinbeglievern in keinem Falle zur Erbauung dienen­den, sondern im Gegentheil das kirchliche Leben der Ge­meinde in hohem Grabe gefährdenden Verträge gehalten würden, nicht nur die Kirche nicht besuchen, sonern auch ihre Stellen als Kirchen-Vorstänbe sammt und sonders, nieberlegen würden.

Die Sperlinge, oder;

Der Herr redet mit den Müden zur rechten Zeit.

Eine ehrbare Familie war ganz unerwartet durch Treulosigkeit der Menschen aus ihrem Broderwerb gesetzt worden, unv harrcle schon seit Monaten auf eine gnäbige Führung Gottes zu einem andern Nahrungszweige. Da­rüber war denn der Winter gekommen, und noch wußte man keinen Ausweg. Der Mann sank in Schwermut^ und die Frau, die anfangs ihn noch wohl mit tröstlichem Zuspruch aufzurichtkN suchte, begann auch matt zu wer«