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Hers seid er Anzeiger.

Nr. 3* Hersfeld/ den 11. Januar. 1854«

Der »HerSfclder Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expe­dition (Nenmarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postausschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Lehrer am Schullchrcrseminar zu Homberg Carl Schorre zum ordentlichen Lehrer an dem Gymnasium zu Cassel,

die Hülfslehrer Dr. Weber am Gymnasium zu Marburg und Schmitt am Gymnasium zu Fulda zu ordentlichen Lehrern an den genannten Gymnasien,

den Gymnasialpracticanten Hugo Ferdinand Suchier zum Hülfslehrer an dem Gymnasium zu Hersfeld, und

den Gymnasialpracticanten Reinhard toupier zum Hülfs­lehrer an dem Gymnasium zu Hanau, die beiden letzlern provi­sorisch, zu bestelle»,

den Ober-Zoll-Controleur Sauerwein zu Cassel zum Ober-Controleur für die innere Besteuerung daselbst und

den Probator Kullmann bei der Direktion der Haupt­staatskasse zum Rentmeister in Friedewald zu ernennen auch

den Haupt- und Provinzial-Steueramts-Nendanten Dehn- Hard zu Marburg in den Ruhestand zu versehen.

Den Bauconducteur Schmidt zu Fulda zum Land« Stra­ßen- und Wasserbaumeister für den Kreis WoNhagcn,

den Baucommiffar Ar end, dermalen zu Cassel, zum Land-, Straßen- und Wafferbaumeister für den Kreis Homberg,

den Bauconducteur Ro d emann dermalen zu Cassel, zum Land-, Straßen- und Wafferbaumeister für den Kreis Geluhauseu, den Baucommissar Schulz zu Hanau zum Vand-, Straßen- und Wafferbaumeister für den Kreis Hanau, zn ernennen, auch dem Premierlieutenant Folie nius vom Artillerie-Regiment btn nachgesuchten Abschied zu bewilligen.

Ein halbes Bahrzehent

ist verflossen seit jenem verhängn,ßvollen Jahre des Sturmes, welches nach einer kaum achtzehnjährigen Frist von Neuem die Greuel und die Schrecken ver Re­volution mitten in das überraschte Europa hineinschlcu- derte. Ein beträchtlicher Theil der neuen Frist, welche die Gnade des Herrn uns vergönnt hat, des Herrn, aus dem die Weisen sich einen todten Götzen machen wollten, den aber in dieser Zeit auch wohl die Blinden als einen lebendigen Gott erkennen konnten, ein be­trächtlicher Theil dieser Frist ist verstrichen, unv gebiete­risch drängt sich uns die Frage auf: wie shaben wir diese Frist uns zu Nutze gemacht? Denn das wird Nie­mand sich verbergen wollen, daß uns kein dauernder Friede, daß uns nur eine Frist geschenkt ist, von der wir zwar wissen, wie lange sie gewährt hat, aber nicht, wie lange sie noch währen wird? ob sie nicht in wenigen

Jahren, in wenigen Tagen, ja ob sie nicht morgen ihr Ende erreichen wird? Haben wir die Frist, die uns durch die sichiliche Gnade Gottes verliehen ist, dazu be­nutzt, um unter Haus so in Ordnung zu bringen, daß wir mit fröhlichem Muthe der Stunde entgegensehen können, wo, uns neue Prüfungen bevorstehen? dem Tage, wo der böse Feind von Neuem über uns hereinbrechen wird? der Feind, von dem wir mit Gewißheit wissen, daß er, sobald ihm die Macht gegeben ist, unser nicht schonen, sondern uns unv unsere Kinder und Kindeskinder ver­derben wird? Niemand, der Augen hat zu sehen, wird diese Frage bejahen. Es ist Manches in den fünf Jah­ren geschehen, die jetzt verflossen sind; aber mehr, bei Weitem mehr ist versäumt worden. Wir haben mit der Revolution gebrochen; aber wir haben diesen Bruch kcinesweges so vollständig vollzogen, daß nicht ein gutes Theil der Revolution bei uns zurückgeblieben wäre. Wir haben den Feind im äußerlichen Kampfe überwunden; das war aber wahrlich ein sehr geringes Verdienst, weil dazu nur eine sehr geringe Kraftanstrengung erforderlich war. Denn der Feind, den wir im äußerlichen Kampfe überwunden haben, besitzt in der äußern Welt der Dinge keine wirkliche,^ihm eigenthümlich zustehende Macht. Er ist eine hohle Spukgestalt, die flieht, sobald wir ihr herz­haft entgegentreten und ihr die Faust zeigen. Wenn der Spuk auch noch so riesenhaft anschwillt und sich noch so toll gebehrvet, so ist die Macht, durch die ihm dies gelingt, doch immer nur eine scheinbare, erborgte. Sie ist erborgt von unserer eigenen schwäche und "Feigheit, von unseren eigenen bösen Gelüsten unv schlechten Lei­denschaften. Mit dem Erfolge im äußeren Kampfe ist daher nichts geholfen. Nur dann, wenn wir unsere ei­gene Schwäche und Feigheit, wenn wir unsere eigenen bösen Gelüste und schlechten Leidenschaften bezwungen und überwunden haben, können wir wahrhaft sagen, daß wir den Feinv bezwungen und überwunden haben. Nur der Sieg, den wir in diesem inneren Kampfe errungen, ist ein wahrhafter sieg; jeoer andere Sieg ist ein Schein- sieg, der um so mehr zu unserem Verderben gereichen muß, je mehr er uns in eine falsche Sicherheit einwiegt. Es ist ein Kampf der Geister, den wir zu kämpfen h'a- ben- und der mit geistigen Waffen gekämpft w'erven muß. Das sollen wir nicht vergessen. Und wenn wir es nicht vergessen, so werben wir auch daS nicht vergessen, daß es in diesem Kampfe nur eine Waffe giebt, mit welcher