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Italien.

* Turin , 5. Okt. — Die piemontesische Anleihe ist mit Hrn, Rothschild zu 85 pCt. abgeschloffen worden.

* Florenz , 2. Okr. — Mehrere Häupter der Restaurations- partei von 1849 sollen verbannt werden. Die „Croce di Savoia" von Turin ist in Toskana verboten worden. Die neuesten Nachrich­ten aus Neapel zeigen die Ernennung des Fortunato zum Marquis.

Amerika.

San Francisco, 15. Aug. — Schon gestern spät in der Nacht wurde die Stadt durch die verschiedensten Gerüchte in die fieber­hafteste Spannung versetzt, weil es hieß, in Sacramento City sei ein bedeutender Aufstand ausgebrochen. — Um die Verhaftung einiger Squatters, welche als „Unzufriedene" eingesteckt worden waren, zu rächen, bewaffneten sich am 14. Aug. an 60 Andere derselben und wollten die Loslaffung der Ersteren erzwingen. Der Stadtmayor Bigelow widersetzte ftcb dem bewaffneten Haufen, und veranlaßte hierdurch daß der Kampf in volle Flammen ausbrach. Die Stadt wurde unter Waffen gerufen; der Stadtmayor wurde durch drei Ku­geln getödtet; mehrere Bürger und Beamte waren ebenfalls gemordet; der Anführer der Squatters, Dr. Robinson, verlor sein Pferd, und ward nebst mehreren seiner Rotte in die andere Welt entsendet; diese Umstände steigerten die allgemeine Wuth auf den höchsten Gipfel; die Masse der Squatters schwoll schnell von 60 auf 7 bis 800 Mann an; Angst und Schrecken herrscht unter den bedrängten Einwohnern, denn Mord und Raub ist an der Tagesordnung. — Couriere wurden nach allen Richtungen abgescbickt, um Hülfe von den benachbarten

Städten zu erbitten; der „Gold Hunter", welcher am 14. Abends in Benicia einlief, hatte den Gouverneur-Lieutenant McDougal an Bord, und sollte unverzüglich mit Truppen an den Kriegsschauplatz zurückkehren.

Bei Abgang des Dampfers für Panama erreicht uns so eben auf außerordentlichem Wege die betrübende Kunde, daß Sacra­mento City in Asche gelegt wurde, und daß der Kampf furcht» bar wüthet; die Aufregung in San Francisco ist ungeheuer; eine Massenversammlung der Bürger berathet voller Angst und Verwirrung das zu ergreifende Verfahren, um das Eigenthum zu schützen. — Zur Verständigung der Ursachen der Revolution mögen noch folgende Notizen aus dem von einem Sqatter-Comitë an das Volk erlassenen Manifeste dienen: Die Emigranren, welche seit der Auffindung der Goldminen sich in verschiedenen Punkten ansiedelten, wurden von den erwähnten Eigenthümern, welche sich sehr ausge­dehnte Landstrecken schon früher aneigneten, durch Drohungen, selbst durch Waffengewalt lheilweise vertrieben; wehrte sich ein solcher An­siedler, so war es nichts Seltenes, daß seine Behausung zerstört und er selbst getödtet wurde; die Eigenthümer setzten sodann die Creirung einer „sogenannten" Legislatur durch, welche aber nur aus ihres Glei­chen bestand, und jagten durch „sogenannte" Gesetze die Ansiedler von ihren Wohnplätzen; der oberste Richter erklärte bei alledem noch, daß es nach seiner Entscheidung keine Appellationsstelle gebe. — Auf diese Punkte gestützt, fordert das Comitë der Ansiedler zum Widerstand auf. Alle Jene, welche sich seinen Beschlüssen widersetzten, hätten sich die Folgen selbst zuzuschrcibcn , wenn sie im Laufe des Krieges Eigen­thum und Leben verlören. (Wesrr-Ztg.)

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V y Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise und Dr. Kellner. — Druck der Estienne'sche» Buchdruckern.