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finstere Schatten, Boten der schwarzen absolutistische» Nacht für Deutsch» land, die so finster sein wird, daß man vielleicht, um sie leicht zu machen, zu alten Throngestalten wird greifen müssen!

** Kassel, 5. Okt. — Man erfährt so eben, daß Hr. Hay­na» für seine verfassungswidrige Thätigkeit einen Liedlohn von 20,000 Thaler erhalten habe.

Q Berlin, 2. Okt. — Die Ereignisse gehen den Gang, der sich voraussehen ließ. Bei Ihnen herrscht in diesem Augenblick viel­leicht schon vollkommene Barbarei und Preußen — seien Sie versichert! — wird keinen Schritt thun, ihr entgegenzutreten. Eö wird seine Truppen einrücken lassen, um diese Barbarei aufrecht zu erhalten, und wenn ein Weilchen Zeit vergangen ist, wird man daS Ruhe und Ord­nung nennen. Gestern fragte die „Neue Preußische": „Werden wir mit dem patriotischen -Hrn. Bayrhoffer gegen den verfassungsmäßigen Kurfürsten oder mit Sr. Königl. Hoheit dem Kurfürsten gegen den Rebellen Bayrhoffer streiten?" Die „Deutsche Reform" antwortet heute darauf, daß eö der Regierung gar nicht einfiele, weder für die Steuer- verweigerung noch für den Rebellen Bayrhoffer zu streiten. DaS Eine wüßten wir also, und waS dann? Nun, der'Kurfürst, fährt sie fort, habe auch bedeutende Fehler gemacht, die rcparirt werden müßten, in­dessen bezweifle sie, „daß die Verweisung aus die kompromissarische Entscheidung daö einzige vorgeschlagene Mittel sei." Zweierlei steht also fest: einmal, daß die preußische Negierung nicht für den „Rebel­len" Bayrhoffer interveniren wird (woran übrigens jeder vernünftige Mensch keinen Augenblick geglaubt ^atj, und zweitens, daß ein Schieds­gericht nicht gebildet werden wird. Ich habe Ihnen Bcideâ voraus- gesagt und Beides ist eingetroffen. Ich sagte Ihnen voraus, daß die preußische Regierung nur für Se. Königl. Hoheit den Kurfürsten inter­veniren wird — und ich glaube nicht, daß ich falsch prophezeiht haben werde. Daß beträchtliche Truppenmaffen sich nach der kurhessischen Grenze begeben, werden Sie auS den umliegenden Landen erfahren haben; überhaupt ist eine starke militärische Bewegung bemerkbar. Wer aber glaubt, dieselbe sei gegen Oesterreich gerichtet, und hänge mit der Ernennung deS Generals Radvwitz zusammen — für den daö einfache Faktum, daß der österreichische Gesandte, Hr. v. Prvkesch-Osten, seine geheime Zufriedenheit mit dieser Ernen­nung nicht hat verbergen können! — Die „Neue Preußische" versichert heute der „Vossischen" gegenüber, daß die Thatsachen ihrer Behaup­tung von einer gewaltsamen Intervention Rußlands und Englands in Schleswig bald Recht geben würden. Wir glauben eS. — Da eS sich erwiesen hat, daß durch das Tragen einzelner Zwickelbärte ein wühlerischer Geist im herrlichen Kriegsherr verbreitet wird, so ist höheren Orteö dekretirt worden: daß von jetzt nur ein einfacher Schnurr­bart, oder der Zwickelbart nur im Zusammenhänge mit dem Backen­bart getragen werden solle!! — durch welches Dekret denn auch dieser Heerd der Revolution geschlossen ist.

Frankreich.

! B. g. Paris, 1. Okt. — Die gestrige Erklärung deS „Con- stitotivnel", welche, wie wir schon bemerkt haben, als ein halbamt­liches Manifest des ElyseeS angesehen und darnach beurtheilt wird, hat großes Aussehen erregt und wird von allen Zournalen besprochen. Die positive Versicherung deS „Cvnstitutivnel", daß der Präsident der Republik keinen 18. Brumaire versuchen werde, ist allerdings geeig­net, den Klopffechtereien gegen daS Kaiserthum und den bissigen Ar­tikeln über die Epochen der Cäsaren ein Ende zu machen; dagegen liegt in dem, waS das Manifest verschweigt, ein desto reicherer Stoff zu Besorgnisse» aller Art, welche von allen Gegenparteien auSgebeu- tet werden, um die Zukunft um so drohender erscheinen zu lassen, je ungewisser sie hingestellt ist. Der „Constitutionel" sagt, er hoffe, die Nationalversammlung werde die Initiative für daS, waS er wünscht, d. h. für eine Verlängerung der Präsidentenschaft ergreifen, obwohl er eben so gut, wie das Elysëe weiß, daß die Nationalversammlung in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung solchen Erwartungen nicht entsprechen wird. Daß die Elysèesche Partei bereit sei, im Mai 1852 die Gewalt einfach niederzulegen, würde man selbst dem Bürgen Vero» nicht glauben, wenn er eö auch versichert hätte, wofür er sich aber gehütet hat. DaS Elysee muß also nothwendiger Weise seine Maß­regeln für den mehr alö wahrscheinlichen Fall der Unsügsamkeit von Seiten der Nationalversammlung in Bereitschvft halten. Daß das Elysëe verschweigt, waS eö will, während es sich beeilt, zu erklären, waS eö nicht will, dadurch gibt es seinen Gegnern eine Waffe in die Hand, die sie dazu verwenden, um die Unruhe zu verwehren, indem sie auf dem weiten Felde der Vermuthungen etwas mysteriös Gewalt- sameS ahnen lassen, woran daS Elisee gewiß nicht gedacht hat. ES ist auf eine gewaltsame Auflösung der Kammer abgesehen, schreien die Einen! ein Säbelregimeut soll eingesührt werden, rufen die Anderen, daher daö Liebäugeln mit der Armee, ein Aufruf an die Nation

wird die Konstitution und die Nationalversammlung über den Haufen werfen und daS Land in eine furchtbare Gährung versetzen, argumen- tirt der Rest; kurz eö werden Kombinationen aller Art, nur keine friedlichen. durchgenommen, und man frägt sich nur noch: wann soll eö loSgehen? — So ist daö Veron'sche Manifest, das nach deS Ver­fassers eigener Versicherung die Gemüther beruhigen sollte, ein Phan­tom geworden, daö mit seiner Nebelgestalt die Furchtsamen schreckt und die Parteiführer in eine fieberhafte Agitation versetzt. Glück­licherweise dringt diese Aufregung kaum noch in die Volkömsffen! DaS Volk ist für alle Lösungen und Manifeste, die eS wie Irrlichter auf- tauchen und wieder verschwinden sah, blasirt. Der industrielle Theil des Volkes will nichts, als Ruhe für feine Geschäfte, und Jeder, der den Spektakel anfängt, ist sein geschworener Feind. Die Demo­kraten interessiern sich für keine Lösung mehr, da sie jede Neugestalt nur als ein Provisorium anschen, daö zerfallen muß, sobald ihre Ideen ein Gemeingut des Volkes geworden sind. So tobt der Kampf nur unter den Fahnenträgern und wird auch wohl diesmal noch unter ihnen allein ausgesuchten werden, ohne daß sich die Volköbataillone dabei betheiligen.

DaS „Evenement" behauptet, im Elysèe werde gegenwärtig eine Botschaft deö Präsidenten an die Nationalversammlung vorbereitet, welche gestützt auf die Wünsche der Generalräthe den Antrag auf so­fortige Revision der Konstitution enthalten soll.

Der Verschwörungoprozeß von Dran schreitet langsam vorwärts. Einer der Angeklagten wurde in der Audienz vom 24sten wegen gröb­licher Beleidigung des Beamten der Staatsbehörde zu zwei Jahren Ge­fängniß verurtheilt, er unterbrach ihn nemlich in feinem Vortrage mit den Worten: Torguemeda, der Inquisitor von Spanien war so kein schlechter Kerl wie Sie.

Der unermüdliche Emil Girardin fährt mit der Veröffentlichung seiner „Consequenzen eines Prinzips" fort. Nachdem er in der ersten Abtheilung die Nutzlosigkeit der Constitutionen nachzuweisen suchte, plädrrt er heute in der zweiten Abtheilung für Abschaffung der ge­setzgebenden Versammlungen, und verspricht in der dritten Abtheilung nachzuweisen, daß nach Erlangung einer vollständigen Freiheit, wo­durch der Kulturfortschritt gesichert wird, die ganze Gesetzgebung un- nöthig werden wird.

England.

L London, 29. Sept. — Auch das Organ Palmerston'S, der „Globe", bricht sein langverhaltenes Schweigen über die kurhessische Ministerwirthschaft und die unfreiwillige Reise deö Kurfürsten auS sei­ner Residenz. Der Rechtsbruch, meint das Blatt unseres Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, fei himmelschreiend. In Berlin und Wien findet der „Globe" zwar auch keine allzustrenge Beobach­tung desjenigen heraus, was man im gewöhnlichen Leben Ehrlichkeit und Rechtlichkeit nennt; er meint aber, daß eS dort nöthig gewesen (?), daß man nicht allzu genau mit geschworenen Eiden und gegebenen Versprechen umgesprungen. Wie gefällt Ihnen dieses offene Gestäud- niß des engl. Ministers? — Wie viel doch so ein konstitutionelles Fell vertragen kann, ehe eS den Mund aufsperrt und über himmel­schreiende Ungerechtigkeiten jammert?! Und hinterdrein daö Geständ- niß, daß man in Berlin und Wien zwar auch Schurkenstreiche began­gen, daß diese aber gerechtft.tigt seien! — Eine herrliche Logik, die ich nur für ein paar Monaie in der englischen KaufmannSwelt ange­wendet sehen möchte! Wie sollten die konstitutionellen Beeffteakkehlen und Puddinggurgeln dann jammern! — WaS wird aber Hr. Haffeu- pflug und der deutsche Bundeâklub zu Frankfurt dazu sagen? — Die Ansichten über daö, waS man Nothwendigkeit nennt, sind im Leben sehr verschieden; denn während der reiche Faullenzer Champagner und Pqsteten für nöthig findet, kennt der Proletarier keine Nothwendigkeit, die sich über Brod und Kartoffeln erstreckt. Eben so auch in der Poli­tik. — Waö wird aber der hannöversche Bulldogge unter so bewand- ten Umständen thun ? Wird er d a â Haffenpflug wirklich wieder ein- sttzen, resp, unterstützen helfen? — Natürlich ist die Palmerstonsche Logik ganz für die „Union" berechnet, welche die Königin selbst unter­stützen soll. Die mütterliche Sorgfalt der kleinen Victoria für ihre Jungen ist erklärlich, denn durch die „Union" resp, das Nichtmediati- sireu (?), lassen sich eher Stellungen, Heirathen und dergleichen 3“ Staude bringen für daö fürstliche Geschmeiß überhaupt und ganz besonders für den Samen der Coburger, der allenthalben so gut'fortkömmt. Trotz­dem ist jedoch die Königin klug genug, nichts von „eigenste« Ge­danken" â 1» Spreekönig fallen zu lassen, denn sie kennt ihre C>icl- lnng als konstitutionelle Königin genau und macht nicht gew- gentlich einen absolutistischen Purzelbaum. Freilich hat sie kerne Ver­gangenheit hinter sich, nie ist die e»gl. Konstitution ein »Stück sapier gewesen, und nie hat sie Gelegenheit gehabt zu sagen: »daß leme Macht der Erde sie je bewegen solle ic. rc. —" Sie glauben kau ,