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ptbittou (oberes Tntmztff« Nr. 13*2) zu 6 Hlr. Durch alle Postämter zu beziehe». Inserate di« dreispaltige Pelitzeile 8 Hlr.
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Kassel, Sonntag den 29. September
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Die Redaktion der Hornisse.
Preuße» und die konstitutionellen Wirren
Volk um so sicherer zu betrügen. Versteht ihr? Durch daS Aufbrausen Preußens sollt ihr euch sicher wähnen, den Bund für eine Unmöglichkeit halten, in einem deutschen Fürsten eine Rettung vor der Sünd- fluth erblicken. Versteht ihr? Ihr sollt Alles der hohen Fürsprache überlassen, ihr sollt fest überzeugt sein, daß der König von Preußen schon Alles abwchreu werde.
Seid ruhig, seid ja hübsch ruhig, der König von Preußen wird sich der Kurheffen schon annehmen. Er wird thun, waS er immer gethan hat. Er wird ein Fuder Noten nach Wien und Frankfurt senden, wird der kurhessischen Bewegung Hall gebieten, für beide Parteien „auf der Stelle ruht" kommandiren, man wird unterhandeln und wieder unterhandeln, bis — nun bis die kurhessische Sache ihre Frische verloren, bis sich das deutsche Volk an den Bund gewöhnt hat, bis Preußen mit Achselzucken erklärt: „eS bedauere sehr, indessen lasse sich
Die Konstitutionellen sind wieder guter Laune. Warum? Einfältige Frage I Als ob eS nicht klar und gewiß wäre, daß jetzt der Moment gekommen ist, wo der König von Preußen seine ganze^drei. fähige Glorie enthüllen und sich zum tausendsten Mal au die Spitze der Bewegung stellen wird.
So schlecht als Oesterreich kann Preußen nicht handeln. Die Wiederherstellung deS Bundestags, die Beschlüsse dieses Bundestags gegen Kurhesseu — daS sind Dinge, wozu ein Nadowitz, ein König Friedlich W lhelm seine Hand nun und nimmermehr bietet. Preußen hat freilich in Sachen der Kontrerevolution ein ziemliches Stück geleistet, eS hat freilich Schleswig verrathen, für das eS enthusiaSmirt war, eS hat daS deutsche Reich ve rathen, dessen Farben eS über die Gassen trug, eö hat die eigene Verfassung verrathen, die eigene Union nichts Besseres thun, als sich selbst in den Bund zu setzen, damit verrathen, aber der Bundestag, die Eschenheimer Gasse,---- u — ------ schon der Gedanke, als könne Preußen nicht ganz rein von solchen Affairen bleiben, ist Maj.stätübeleidigung, Felonie, Missethat.
Die Konstitutionellen werden nicht eher klug, biö ihnen die Klugheit nichts mehr helfen kann. Zum tausendsten Mal rufen wir es ihnen zu, daß Preußen und Oesterreich ein Herz und eine Seele sind , daß die ganze preußische Opposition lediglich Ziererei, daS Sträuben einer Dirne ist, daß alle dynastischen Zerwürfnisse Spiegelfechtereien sind, daß Preussen und Oesterreich sich nur in der Methode der Volks-
doch wenigstens ein liberaler Staat darin vertreten und dem Satan
nicht Alles überlassen sei!"
Versteht ihr? Nein, ihr versteht nicht. Ihr versteht auch nicht, daß Hr. v Nadowitz niemals in größerer Gunst bei Seiner Majestät gestanden hat, als eben jetzt, und daß in der preußischen Forderung eines Schiedsgerichts für die kurhesstsche Angelegenheit die Anerken- nung des Bundes liegt, wie er leibt und lebt, mit Haut und Haaren.
Kurhessen geht nicht am deutschen Bunde, sondern an Preußen zu Grunde. Gebt Acht!
fchinderei unterscheiden.
Man sollte denken, die PoUtck deâ Hrv. v. Radowtz könne ein Schulknabe begreifen. . .
Seit zwei Jahren balancut Hr. v. Nadowitz die beiden deutschen Großmächte durch ihre Schurkenstreiche. Je größer die Missethat Oesterreichs war, desto höher stieg daS Nenowce Preußens, je un- vermutheter Preußen seine Hiebe mittheilte, desto geneigter war daS Volk der österreichischen Kontrerevolution. „So schlecht wie Qstcr- reich ist Preußen auf keinen Fall, so schlecht wie Preußen ist Orster- reich nimmermehr." DaS ist so ziemlich der Jnbalt der zweijährigen politischen Reflexionen Seilenâ deö deutschen Volks.
Preußen und Oesterreich haben sich nur in dem gegenseitigen Verhalten bei jedem ihrer dem Volke aufgespielten Donnerwetter unterschieden. Sobald Oesterreich seine Keile in die Welt schleuderte, entsetzte sich der preußische Hof, als hätte er eine solche Krafiscene nicht erwartet. Hr. v. Nadowitz schrie: „daö ist zu arg", sandte Couriere ab, schrieb Noten, waS das Papier halten wollte, daS ganze konsti- tutionelle Völkchen k.och unter seine Fittige, um — nun um später sehr kleinlaut und genaSführt wieder heim zu ziehen. Wenn dagegcn 'Preußen donnerte, so nahm Oesterreich die gleichgültigste Miene von der Welt an, alâ wären Blitze und Donnerschläge gewöhnliche Feuer- werköpartien, wobei man sehr gemüthlich fein Abendbrvd verzehren kann. Daâ ist der Unterschied.
Woher also daö Entzücken, daß Preußen sich über die vollendete Thatsache deS Bundestags echauffirt? Woher? Preußen thut, waâ eS immer gethan hat, eS stampft mit den Füßen und angelt hinter Um Rücken mit den Händen ES stellt sich beleidigt, um das deutsche
6 Hamburg, 26. Sept. — Aus dem Holsteinischen wenig Neues zu melden. 'Wie eS heißt, soll der König von Dänemark am 26sten, also heute, bei der Armee eintreffen, und soll letztere sofort nach Ankunft desselben die Schleswig. Holsteiner angreifen; den Soldaten ist auch bereits das Abendmahl ertheilt worden. Ob eS aber dazu kommt, ist wohl sehr zweifelhaft, da sie dann ihre vortheilhafte Stellung verlassen müssen, die so sehr verschanzt ist, daß sie kaum daraus hervorkommen können. Der einzige annehmbare Grund dafür wäre der, daß sie einsehen, bei einem Winterfeldzuge würden dem Feinte zu viele Vortheile zu Gebote stehen und deshalb dem Krieg um jeden Preis vor dem Winter ein Ende machen wollen. — Daß man von Seiten Schleswig-Holsteins ernstlich an einen Winterfeld, zug denkt, gewinnt immer mehr Glauben; eö soll eine Bestellung auf 600 eiserne Oefen für daS Lager gemacht sein. — Die schleSw. holst. Armee vermehrt sich zusehends; nachdem erst vor Kurzem daS 6te JägerkorpS errichtet worden, wird wiederum in den nächsten Ta-
gen ein 7teS feine Nummer erhalten. — Die offizielle Verlustliste daö Gefecht zwischen Missunde und
der schleSw. holst. Armee über Eckernförde ergibt Folgendes:
Gefallen:
Vermißt: Gefangen: Verwundet
Total . .
- Offiziere, 1
//
3
7
1
13
Unteroffiziere,
r/
9 Gemeine.
99
30
119
9 Offiziere, 24 Unteroffiziere , 257 Gemeine.
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