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lischt» Pairiokcn ( sind nm zwei darin. Die Red.), die, wie Hr. v. Beckerath versichert,mit Entsetzen sehen, wie in Deutschland die Monarchie mit Hülfe der Konstitutionelle» sich mehr und mehr selbst zerstört." Allerdings, daS Entsetzen ist das Entsetzen ihreâ Amts und ihre verdammte Schuldigkeit insofern. Sonst gestattet man wohl auch ihnen Gedankenfreiheit! Von Bayrhoffer weiß der Zuschauer ferner zu melden, daß er sich auf dem Berliner Demokraten- Kongreß 1848 als Sozial-Demokrat bekannt habe. Alles sehr schön und wahr, aber ohne Zusammenhang mit unserer formellen Verfas­sungswirthschaft.

** Raffel, 24. Sept. Sie ist da, die längst ersehnte, die Kasselsche Zeitung", sie ist da. Das heißt bie WilhelmSbader- Zei­tung von Obermüller, Oberredakteur Hr. Hassenpflug, Protektor der Kurfürst Mit gebührender Ehrfurcht nehmen wir daher den neuen StaatSmoniteur zur Hand und ersehn daraus, daß Se. König!. Hoheit Lloö, um nicht mit Petitionen umlagert zu werden, in dunkler Nacht abkutschirt sind, und daß die Bevölkerung K sselS bereits weder an eine Flucht, noch an ein Recht der Stände glaube und überzeugt sei, daß weder ein Henkel, noch ein Kellner die Aufrechthaltung der Ver­fassung wolle. Diese Aufklärungen über uns selbst erfüllen und mit hoher Bewunderung über die Weisheit Sr. König! Hoheit nicht sondern Ihrer Schriftsteller. Wir nehmen diese allerhöchste Belehrung ehrfurchtsvoll entgegen, obgleich uns der arme Henkel febr dauert. Aus Marburg und Fulda läßt sich Hr. Obermüller ebenfalls Neuigkeiten zukommen, d. h. er dckretirt sie mit bekanntem Fälschertalent dorthin. Interessant ist jedenfalls die aus Fulda datirte Nachricht, daß daâ Ministerium den Beamten der Haupt-StaatS.Kasse die Weisung er­theilt habe, daß, sobald sie Gehalt auszahlen würden, sie inâkünftige aus ihren eignen Mitteln zur Wiedererstattung angehalten werden würden. Ganz richtig! Wer besiegt wird, zahlt!

Kassel, 23. Sept. Der Stadtrath von Eschwege hat ge­gen die Verordnungen HassenpflugS proteftirt. Schön! Der Stadt- rath von Eschwege hat aber auch in demselben Protest auf die Union hiugewieskn, welches Hinweisen als durchaus taktlos zu bezeichnen ist, da der Stadtrath wohl wissen wird, daß nur ein kleiner Theil Kurhessenâ von dieser Union etwas wissen wollte und daß die letzte Majorität der Ständekammer sie zurückgewiesen hätte wenn sie aus Rücksicht auf den gemeinschaftlichrn Feind diesen Punkt nicht ganz unberührt gelassen, um nicht die Ständeversammlung von vorn herein zu spalten. Der Stadtrath von Eschwege hätte wohl ebenso taktvoll sein können. Er glaubt wohl Wunders, waS er für einen gescheidten Streich gemacht hat, als er schrieb, daß das Heil Deutsch­lands auf jener lächerlichen Union beruhe. Wie nun, wenn nun de­mokratische Stadträlhe sich veranlaßt sahen, in ihren Protesten den löbl. Stadtrath anzugrcifen. Befördert das die Einigkeit im Latide? Also ... der Stadtrath von Eschwege hat einen sehr dummen Streich gemacht und hätte er klug gehandelt, in dieser Frage seines Herzenâ Meinung Schweigen aufzulegen.

* Kassel, 26. Sept. Gestern hat Hr. Hassenpflug eine Ein­ladung an den bleibenden landständischen Ausschuß eingeschickt, wonach er ihn zu einer Sitzung des Gesammt- StaatSministeriumö auf den 27sten 11 Uhr nach Wilhelms bad cinladet. Lächerlich, wenn eS nicht widerlich wäre! Der Ausschuß hat gestern eine Erklärung auf die Verordnung vom 23sten beschlossen, betreffend die Beschlüsse deS sogenannten Bundestags, worin er die Existenz deâ Bundestags läugnet. Wir werden diese Erklärung wörtlich mittheilen. Nach telegraphischen Nachrichten ist Hassenpflug am 24fhn von dem Appel- Hof von der Anklage auf Fälschung fr e i g e sp r o ch e n. Also gewe« jener Fälscher! Arme Konstitutionelle!

O Berlin, 23. Sept. Es wird für Sie immer noch daâ größte Interesse haben, zu hören, waâ im hoben Rathe von Berlin über das Schicksal Ihres Ländchens ohne Frusten und Ministerium beschlossen wird. Trauen Sie nur um Himmelewillen nicht den un­zähligen Berichten in den Blättern der verschiedensten Farben; sie stam­men gewöhnlich auS derselben Ouclle, und daS wissen Sie ohnehin, daß hier kein Blatt existirt, daâ die Verhältnisse in Kurhessen in ihrer ganzen Schärfe auszufassen und die verschiedenen Gerüchte auf die ge­hörige Art zu deuten im Stande wäre. Namentlich trägt man sich hier mit der Erzählung von einem Schiedsgerichte, daS auâ drei Mi­nistern und aus drei Mitgliedern des ständischen Ausschusses gebildet werden und über den Gang, den man jetzt zu befolgen habe, ent- scheiden solle. Ich glaube Ihnen versichern zu können, daß kein Mensch, der wirklich mit Ihren Verhältnissen Bescheid weiß und darin ein Wort mitzusprechen hat, an einen solchen AuSgang der Katastrophe denkt. Man weiß hier zu gut, daß der Kurfürst entschlossen ist, nicht einen Schritt zurückzugehen, daß er nicht im Entferntesten daran denkt, Hassevpflug zu entlassen, ebensowenig daran, ein anderes kon- servativeS Ministerium zu bilden, daß er im Gegentheil der Ansicht

ist, dem rebellischen Hessenvolke müsse der Daumen noch besser aufs Auge gedrückt werden. scheint, alS erwarte man von Ihnen immer noch einen Krawall, oder gar Militär- erzesse, die den Interventionâlustigen am erwünschtesten wären. Da­für will ich freilich nicht stehen, daß man gewisse Unterhandlungen an­knüpft, um die jetzige Lage der Dinge, falls die Provokationen zu Erzessen mißglücken, noch eine Zeit lang hinzuziehen. Die Sache selbst wird aber zwischen Preußen und Oesterreich, die beide mit einander sehr eifrig untwhandeln, entschieden werden. Oesterreich hat schon daS Zugeständniß gemacht, Preußen allein interveniren zu lassen, falls ihm daS im Süden freien Spielraum lasse, namentlich aufböre, Baden zn borussisiziren. Es ist kein Zweifel, daß Preußen auf diese Vor­schläge eingehen wird; sollte aber nicht der Fall sein, so ist die gemeinschaftliche Intervention unzweifelhaft, deren Resultate Sie Ihren Lesern bereits! angeführt haben. Seien Sie versichert: in dem Augenblick, wo Preußen und Oesterreich über die Art und Weise der Intervention und über die an Oesterreich zu leistende Abschlagszah­lung in Baar oder in naturalibus einig sind, wird auch die In­tervention stattsinden!

Hr. v. Beckerath, der gemüthliche Liberale, der die bekannten ellenlangen Reden webte und den Dom der deutschen Einheit alle Tage wieder aufbauen wollte, veröffentlicht in derKonst. Ztg." ein langes Geschreibsel, worin er sich gegen die Petition deâ dicken Dyhrn und Genossen wegen baldiger Einberufung der Kammern erklärt und auf wahrhaft martialische Weise mit den früher von ihm vergötterten Mi­nistern umspringt. Er will daâ Ministeriumwie für seine unmittel­baren Regierungâbandlungen , so nicht weniger für den Gang der BandeSstaatsangelegenheiten" vollständig verantwortlich machen und erklärt sich hauptsächlich deßhalb gegen den Antrag,damit auch nicht der kleinste Theil der auf dem Ministerium ruhender Verantwortlich­keit auf die Kammern übertragen werde". Beckerath wird von der Neuen Preußischen" und offiziell auch von derDeutschen Reform" gebührend abgefcrtigt. Letztere meint, könne dem Ministerium nur lieb sein, wenn die Kammcisituationcn von vornherein entschieden und klar hervorträteu. Also, wie ich Ihnen fdon bei Ge'ege Heit der Dyhrn'schen Petition schrieb: daâ Ministerium könnte sich leicht den Spaß machen, wegen voraussichtlicher systematischer Opposition die Kammern gar nicht einzuberufen. Ich höre so eben, daß Man­teuffel auf seiner Rheinreise den verehrlichen Hrn. Beckerath mit sei­nem Besuche beehrt bat. Nun scheint eS, als habe Beckerath seinen Artikel nach diesem Besuche geschrieben. , Himmel! wäre es möglich, daß ein Konstitutioneller nach einer Ministcrvisite noch Opposition machen könnte? Assessor Wache, der, weil er einen Erekutor auâ der Thür geworfen, zu zwei Monate Gefängniß verurtheilt war, ist auf Antrag des StaatSanwaltS nachträglich zu sechs Monat Festung veru. theilt worden! Schleinitz und M a n t e u ffe l werden noch im Laufe dieser Woche zurückerwartet.

? Wiesbaden, 22 Sept. Die Brüder Redemptoristen haben sich auch in unser Ländchen als fromme Lämmer eingeschlichen, um wie Wölfe einige Tage zu herrschen und dann schnell wie Hunde vertrieben zu werden. Cs steht nun noch dahin , ob sie sich a's 'Adler bei uns verjüngen werden. Sie hatten in Limberg m't Bestimmung des Bischoffs Blum, und ebenso im Wallfahrtsorte Born Hefen sich eingenistet. Sie sind jedoch auf wiederholte Aufforderung der Regie­rung vor der drohenden Gewalt gewichen. Bischeff Blum hatte aber noch zuvor den Befehl ergehen lassen, bei etwaiger Ausweisung der edlen Brüter sofort in den betreffenden Orten die Kirchen zu schließen; jeder Geistliche, der dennoch Messe lesen oder Kirch? halten werde, sollte erkommunizirt werden. Wenn die Nassauer klug waren, so bedankten sie sich für diese netten Beschlüsse, durch welche das Pfaf­fenthum sich selbst bei Seite schiebt.

* Karlsruke , 24. Sept. Daâ fehlte noch, um die Kur- Hessen ganz zu blamnen. Der elende Toastansbringer Soiron hat Kurhessen zu einem Gegenstand einer Interpellation in der gestrigen Sitzung unserer Standrechtâkammer gewählt; natürlich nur , um daran eine Verherrlichung der rettenden preußischen Pick.lhauben - Union an­zuknüpfen. Er erklä t: Kurhessen habe sich von der Union nicht loâ- gesagt und könne eS auch nicht. Und braucht es auch nicht bei be- wandicm Abhandengekommensein besagter Union, Hr. Soiron. Schließ­lich versicherte Hr. Soiron, daß an die Rückkehr deâ Absolutismus in Deutschland kein Vernünftiger, soll heißen kein Soiron und Konsorten, glaube. Gewiß nicht! Sonst müßte dieser Soiron ja an seine eigne Schurkerei glauben. Der ehrenwerthe Errepublikaner stellt darnach die Anfrage: ob und welche Verhandlungen bei dem provisorischen Fürsten- kollegium über die Schlichtung der Wirren in Kurhessen eingclcitet sind; und besonders, welche Instruktionen der badische BevollmächUgte in diesem Punkte erhalten hat. - Da der Bevollmächtigte natürlich keine erhalten hat, weil keine Gelegenheit da .st sie anzubrmgcn, P