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Erscheint täglich, Montags ausgeno»- t f f o Petition (obere Entengasse Nr. tZ2) zu

men. Vierteljährlicher Lbonnemenrepreis y I U II ß , 6 Hlr. Durch alle Postämter zu beziehen.

24 Sgr. Einzelne Nnmmern in der Cr- ----------- Inserate die dreispaltige Pelitzeile 8 Hlr.

Die H o r N isse.

Mr. 222. Kassel, Sonntag den 22. September XS5(K

3ähnefletscher" Vilmar nebst seinen Kollegen, den protestantischen Jesuiten.

Derzähnefletschende" Konsistorialrath Vilmar fletscht jetzt bald in Wilhelmobad, bald in Hannover seineknirschenden" Hauer. Man kann nicht recht dahinter kommen, wo er eigentlich fletscht Ucderall aber plagt ihn der Leibhaftige und läßt ihm keine Ruhe weder Tag noch Nacht. Bald beugt sich über ihn der Satan alö lächelnder Halb- dcmokrat, um ihm hinterrücks einen vergifteten Dolch in seinenchrist- lich-germanischen" Sündenrücken zu bohren, bald packt er ihn an der Kehle als wüthender Demokrat, mit rothem ellenlangen Bart und mit der rothen Hahnenfeder hinter den Ohren, um ihn zu erwürgen und mit ihm hinabzufahren zur Hölle.

Armer Sünder! Der Teufel macht ihm Viel zu schaffen. gehört ein schauerlich böses Gewissen dazu, bevor daS Herz von |0 gräßlichen Träumen heimgesucht wird. Luther erlöste sich doch von dem Bösen durch ein einziges Tintenfaß, das er ihm an den behörntcu Kopf warf; diese armen Wichte aber haben nun schon ganze Or- Hofe Tinte vergebens gegen ihn aus gegossen und ganze Ladungen Druckerschwärze. Nichts will helfen! Nach wie vor fletscht der Teufel um sie herum mit allerlei furchtbaren Gestalten, so daß ihr Leben ihnen eine bittere Last duuket, und ihr eigen Fletschen zur ohnmächtigen Fratze geworden ist.

Solche Gewalt hat der Teufel über sie, daß er sie schon leben­digen Leibes mitten in der Hölle braten und sieden läßt. Alles um sie herum »st Hölle, AlleS ist Teufel, und nach dem Himmel, den sie in ihrem Busen verwahrt glauben, suchen sie vergebens. Arme evan- gclischc Jesuiten, waS hilft euch der Namen Christ, den ihr euch mit solcher Affektation und mit solchem Eigendünkel beilegt. Spielt nicht der Satan mit euch sein höÜljchcs Spiel täglich ja stündlich? Der Satan, den ihr selber geschaffen, das Erzcugniß eurer schwarzen Seele, ist euer Gebieter und Herr geworden, vor dem ihr anbetd in ölender Angst, unter Verwünschungen, Fluchen und Lästerung. Sehet die Armen, die verrückten Schöpfer Belials, wie sie ihres Abgouö zitternder Sclave sind wie sie ihm dienen unter Zähneklappern, Heulen und gräßlichen Zuckungen, - wie sie ihm dienen, wenn ihr Mund überstiömt von frommen, salbungsvollen Lugen, von Gott und Entsagung, während auS ihren Augen der Teufel der Sinnlichkeit stiert und in ihrem Herzen der des Betrugs sem heiseres Gelachter erschallen läßt.

Jammervolle Verworfene! Was werdet ihr beginnen, wenn dereinst der Tag der gewaltigen EnlscheiduugSjchlacht heianvou- ncrl? In wessen Namen werdet ihr kämpfen? In wessen -Namen wollt ihr siegen? Gegen euch stürmt die Demvlratie im Namen deS lebendigen Gottes, im Namen des Himmels. Welchen Gott wollt ihr zu eurem Feldgcfchrei machen? Den Gott eures finstern Busens, den Bruder deS Teufels, der euch jeden Augenblick der Ge- walt seines wüthenden Nebenbuhlers auolicferl, um euch zu strafen für eure Verbrechen. Dieser Golt wird euch verlassen im Augenblick der Entscheidung, er, daS prosanirle Bild eurer sinnlichen Wünsche, wird euch dem Teufel eurer Thaten überliefern. Over wollt ihr Belial und Jehovah zugleich auf eure Fahnen schreiben? So seid ihr ganz verloren! Man kann nicht zwei Göttern zugleich dienen, Gott und dem Satan. Over wollt ihr siegen im Namen der Hölle? Dazu seid ihr zu feig, zu lügnerisch, zu gebrochen an Kraft. Over wollt ihr im Namen curcö Gottes siegen für euren Teufel? Arme Schächer! In wessen Busen Tag und Nacht um die Herrschaft streiten, der ist dem Tode verfallen. Ihr seid verloren.

Vergebens haben die katholischen Jesuiten für daS Reich der Finsterniß gestritten, vergebens werdet ihr dafür streiten, Jesuiten

der evangelischen Kirche. Die katholischen Jesuiten gaben die Hoheit deS Volkes in weltlichen Dingen zu und daS Recht der politischen Revolution, um die Hoheit der alten Kirche zur Alleinherrschaft zu bringen, um die Negierung der Welt in die eigene Faust zu nehmen. Die protestantischen Jesuiten, welche die Kraft ihrer Kirche zerbrochen wissen, predigen dagegen die Heiligkeit der Fürstengewalt, damit das weltliche Schwert sie schütze in der Verdummung und in der Jrrelei- tung deS Volkes. Beide sind Genossen eines und desselben Bundes, des Bundes zur Unterjochung der Geister und Leiber, beide sind eng befreundet und verbunden in dem Satz, jedeâ Bubenstück, aller Lug und Trug wird durch den Zweck geheiligt, den wir verfolgen, beide sind Tvdtfeinde der Demokratie, die die Wabrheit will durch die Wahrheit.

Wie den evangelischen Jesuiten jedes Mittel recht ist, daâ ihnen zur Erreichung ihrer niederträchtigen Pläne förderlich scheint, beweist jede Nummer des Vilmar'schcnVolkâfreundS", der sich freilich in feiner tollen Wuth häufig die lächerlichsten Blößen gibt, und der zuweilen mit seiner Galle so furchtbar zu kämpfen hat, daß seine An­griffe zu epileptischen Selbstvcrzcrrungcn, zu wahnsinnigen Grimassen und verrückten Narrensprüngen werden. Namentlich aber hat der Hochverrather Hassenpflug in seinen Verordnungen der letzten Zeit solche Dokumente evangelischen Jesuitiömuö in die Welt gesetzt.

Diese Verordnungen haben daS Eigenthümliche, daß ihre Einlei­tungen und Motivirungeii die Hauptsache sind, die Bestimmungen selbst die Nebensache; sie fördern in diesen Einleitungen ebensoviel Unwahrheiten, wie Abgeschmacktheiten zu Tage, und man weiß nicht, ob man sich mehr vor ihnen ekeln soll, oder mehr darüber lachen. So hat der Minister der Fälschung und Lüge in seiner letzten Ver­ordnung vom 17. Scpttemper 1850, worin er den Regierungssitz nach Wilhelmübad verlegt,meinen Friedrich Wilhelm", wie der Wortdrechsler Vilmar sich auâzudrücken pflegt, folgende heuchlerische, jesuitische, alberne Phrase unterschreiben lassen:Da es sich mit der Würde unserer Regierung nicht vereinbaren läßt, daß dieselbe mit widerstrebenden, untergeordneten Behörden an einem und demselben Ort verweilt" so sei die Fälscher-Regierung fortgelaufen nach dem Spielort Wilhelmâbad. In diesen Worten liegt einmal die Lüge, daß sich nur in Kassel widerspenstige Behörden befänden, liegt die zweite Lüge, daß in Kassel nur Behörden widerspenstig wären. ist diejeni Fälscher Alles darum zu thun, die Behörden vom Volke zu trennen. Dann hofft der Schurke immer noch ankern zu können. Zu diesen Worten liegt aber eine noch viel größere Albernheit und Dummheit. Also die Regierung darf nicht an einem Ort mit widerstrebenden Behörden sein! In welchem Ort in Kurhessen gibt eo denn blos gehorsame Behörden? Wo will diese Lügen- regierung denn zuletzt hinlaufen? Und weil eS unter der Würde der Regierung sein soll, mit solchen Behörden innerhalb denselben Mauern zu sein deßhalb lauft sie fort? In der That, höchst würdevoll, tapfer und maj.stätisch. Man sollte denken, die eigentliche Würde hätte verlangt, zu bleiben und die wiker sonstigen Behörden fortzulrcibcn, oder aufzulösen, oder zu beugen, oder lie- der zu fallen. So beschönigen diese Heuchler ihre Schurken­streiche und ihre Feigheiten mit den plattesten Lügen, welche die Hohl- köpfigkeit jemals ersonnen hat.

Darin unterscheiden sich diese evangelischen Jesuiten von den ka- tholischcn wesentlich, daß die katholischen äußerst 'schlaue Burschen sind, während die elfteren von Tag zu Tag durch ihre gefährliche Lage und die Schwierigkeit ihrer Stellung innerhalb der revolutionären pro- testanlischcn Entwickelung von Stufe zu Stufe tiefer in offene Der- worfenheit und gränzenlose Dummheit hinabstürzen. Hassenpflug, Vil­mar und Konsorten sind Schufte, aber fürchterlich bum m c.