beim man versichert, daß die Bankiers dabei 100,000 Fr. in die Tasche geschoben haben. Die Regierung muß doch für ihre Getreuen sorgen, umsonst ist keine Treue. — Die angeklagten Marmorarbeiter sind vom Apprllhof noch extra zu 16 Fr. und einer zu 25 Fr. Geldstrafe ver- urtheilt. Wer heißt eS ihnen ein Statut für sich ausarbeiten. Durfte ihnen die feige Bourgeois-Justiz dies gestatten? — Ein Schuhmacher ist wegen aufrührerischen RufenS verhaftet worden. In dem freien Belgien? — Hier ist Haynau in voller Uniform herumspazirt, keine Hand that ihm waS zu Leide. Der „Nation" ist eö noch zu viel, daß die englischen Brauer den österreichischen Bluthund tüchtig mißhandelten. Wir werden weit kommen, wenn wir unsere Feinde schone« wollen, dazu sind die Deutschen wohl nicht belgisch dumm und konstitutionell genug. Dagegen hat die löbliche Justiz, die nur daö honette Stehlen
5 aubt, einen Bettler zu sechs Monate Gefängniß und fünf Jahren polizeilicher Aufsicht verurtheilt, und kein radikales Blatt sagt darüber ein Wort. Man hat nicht einmal die Freiheit zu betteln in Belgien, der Wohlstand könnte darunter leiden, wenn man die Zeugen dieses Wohlstandes öffentlich Handthieren sähe.
Italien.
— NN Aus Sardinien, 11. Sept. — Wenn wir den uns gegebenenen Nachrichten der „Gazetta del Popolo" Glauben schenken dürfen, so wird Pinelli nach Turin zurückkehren, ohne etwaâ ausgerichtet zu haben. (Die Rückkehr soll erfolgt sein. Die Red.) Spezielle Details derselben beschreiben die einzelnen Em- pfangSscenen, worauâ ersichtlich ist, daß sich die Herren Kardinäle auS allerhöchstem Auftrage ein Komödienspiel mit Pinelli erlaubten, so daß derselbe Ehren halber ab reisen muß. Ob daâ Ministerium die Rückkunft billigt, ist noch ungewiß, allein ebenso ungewiß ist eS auch, ob das Ministerium bleibt. Jedenfalls ist die Nichtverständigung zwischen Rom und Sardinien nicht unwichtig und die einzige Stütze bleibt jetzt England, daS auch an den Vatikan eine ;weite drohende Note sandte, nichts Gewaltsames gegen Sar- dinien zu unternehmen. Englische Schiffe stehen gewärtig, um dieser Drohung mehr Gewicht zu geben, so daß vielleicht dennoch an ein Nachgeben RomS zu denken ist.
Bekanntmachungen.
Nach San Francisco in Kalif ornien, sowie nach Rio »Janeiro und Val- paraiso in Chili wird im Laufe dieses Monats daS ganz neue, dreimastige, 200 Last große Schiff San Francisco " expedirt und sind auf demselben noch einige Plätze frei. — Sodann wird Ende September bestimmt expedirt: das alâ ausgezeichneter Schuellsegler bekannte, 350 Fuß große Schiff „Reforme“, Capitän Hattendorf, ebenfalls nach San Francisco und nach Rio Janeiro und Valparaiso in Chili. Herr Hattendorf ist ein tüchtiger und erfahrener Seemann und hat be- reitâ viermal die Reise dahin gemacht. Auch auf diesem Schiffe ist schon ein Theil der Plätze belegt, und bitte daher, gefällige Anmeldungen so ftüh als möglich geschehen zu lassen.
Kassel, 1. September 1850.
C. G. Habich, Haupt-Agent, untere Königâstraße Nr. 962.
Einladung zum Abonnement.
Wer Wächter a. d.
Schwalm
erscheint auch im 4. Quartal wöchentlich zweimal und wird fortfahren die Sache der Volks- Partei zu vertreten und sein Augenmerk besonders auf die inländischen Verhältnisse richten. Auch machen wir unsere Leser aufmerksam, daß denselben, bei fortbestehenden Landtag die Verhandlungen schnell in leichtfaßlichen Artikeln mitgetheilt werden sollen.
DerAbonnementSpreiS ist vierteljährlich 31 fr. mit Postaufschlag; man pränumerirt bei allen Postämtern und werden die geehrten Abonnenten gebeten ihre Anmeldungen frühzeitig genug zu machen, damit sie in den Besitz der vollständigen Nummern kommen.
Anzeigen, zu dem sich der „Wächter" wegen seiner großen Verbreitung besonders eignet, wird die dreispaltige Zeile mit 1 fr. berechnet und gestatten wir bei größeren Artikeln einen ver- hältnißmäßigen Rabatt.
Alöftld, im September 1850.
Die Expedition des „Wächters
[1741] a. d. Schwalm."
[Hai] Ein noch in gutem Zustande befindlicher Schreib:
sekretär, sowie ein Windofen, sind wegen Mangel an Raum billig zu verkaufen in der oberen Petristraße (Entengasse^ Sèr. 146 in der ersten Etage.
Gesucht:
[1763] Ein junger Mann, israelitischer Konfession, welcher Lust hat, daS KaufmannSgeschaft zu erlernen, findet unter annehmbaren Bedingungen in einem Esien- und Spezereiwaarengeschaft hierzu Gelegenheit; in demselben Geschäft kann auch alèbald ein Kommis eintreten. Näheres in der Exp. d. Bl.
Zu vermietheu:
[1760] Marktgasie Nr. V37, zwei Treppen hoch, eine freundliche Wohnung, bestehend aus zwei heizbaren Slu- N», Küche und Kammer, auf Michaelis. Das Nähere ist in der Wohnung daselbst zu erfahren.
[1746] In Nr. 12 am Wege nach der Kaffeemühle eine Laube mit Möbeln, auf Verlangen auch Kost.
11767] Der Steuerrath Hirsch feld zu Karlèha- ten empfiehlt sich für den Kurstaat als Spediteur von Effekten derjenigen mißliebigen Personen, welche alè Gehüifen des Hassenpflug'schen Ministeriums berufen werden, und verspricht gewissenhafte Verschwiegenheit.
J C; J. Haabé Hf Comp-,
Buch - und Kunsthändler, in Kassel (Steinweg Nr. 190).
Pariser Herren-Modeu Journal für Hcrrcn-Klei-crmachcr.
und
Pariser Damen Moden
Toilettenzeitung für die Damenwelt.
Moden-Journal für Damen - Kleidermacher uno Putzmacherinnen.
Die Abbildungen zu be den Journalen werden in Paris in feinstem Stahlstich auègeführt , und vereinigen deshalb mit der äußersten Eleganz die größte Schnelligkeit in Veröffentlichung der Pariser Modeneuigkeiten. — Die Herren-Moden erscheinen monatlich zweimal, l Bogen Text, Abbildung, und Patronen in natürlicher Große und in verjüngtem Maßstabe. — Von den Damen-Moden dagegen werden monatlich vier Lieferungen, ou '/, Bogen Text mit Abbildung und zwanglosen Beilagen mit Patronen, Stickmustern K. ausgegeben.
Preis einer jeden Modenzeitung vierteljährlich [176(1 1 Thlr. pränumerando.
Der Boyveaufche Nob, von einer großen Anzahl Aerzte jetzt dem Syrup Cuisinierè, Larrey's und dem von Sarsaparilla vorgezogen , heilt gründlich und ohne Quecksilber die Hautausschläge, Fleckten, Skrofeln, die Folgen der Krätze, Geschwüre, der von Entbindnngln in den kritischen Jahren herrührenden Leiden, und die erbliche Schärfe der Säfte. Als mächtiges Blutreinigungèmittel ist er für Flüsse der Harnblase und Schwäche der Organe sehr di nlich. Als syphilitisches Gegenmittel heilt dieser Saft
in kurzer Zeit die frischen und hartnäckigen eitrigen Harngangflüsse, welche immer wiederkehren und Folge der Anwendung von Copaiva, Kubeben oder der Einspritzungen sind, die das Gift nur zurücktreiben, ohne es unwirksam zu machen. — Der Boyv.-Rob ist hauptsächlich anempfohlen gegen frische und eingewurzelte, oder dem Quecksilber und der Verbindung des Kali widerstehende, syphilitische Krankheiten. Dieses Heilmittel, von angenehmem Geschmack, leicht und im größten Geheimniß zu nehmen, wird seit mehr als 60 Jahren bei der kön. Marine angewandt, und heilt in kurzer Seit von Grund aus, wenig Kosten verursachend und ohne Furcht des Rückfalls.
Eine nähere Analyse desselben findet man in dem großen Wörterbuche der Arzneiwiffenschaften, Art.: Antisyphilnischer Reb. B. XI.IX p. 60.
Der Nob Boyvean-Laffcctenr ist in allen Apotheken Frankreichs, Enaiands, Rußlands u>d Deutschlands , Belgiens und Hollands zu haben. — Für den En gi os - Verkauf belieben sich die Herren Mediziner und Apotheker Deutschlands an die Haupt-Agenien zu wenden: in Leipzig an Herrn Dr. Laurentius, 26, Hobestraße; in Mainz an Herrn Dr. Galette; auch können sich dieselben direkt an Herrn Dr Girandeau, de St. Gervais , Paris, nie Richer , 12, wenden, welcher alleiniger Fabrikant, Bescher und Verkäufer dieseè allgemein anerkannten Heilmittels ist. [1686]
[1559] Kräuter - Pomade, für deren Wirkung garantier wird, welche von nnS neu erfunden und vielfach geprüft wurde.
Dieselbe dient als Hauptstärkung bei Personen, deren Haare stark auöfallen, so daß binnen einigen Wochen das Haar ganz festsitzt und nicht mehr auöfällt; sie verbessert und vermehrt den zum Wachsthum der Haare nöthigen Nahrungüsaft, verhütet daS Austrockncn deS HaarbodenS und bewirkt daS Wachsthum dermaßen, daß auf kahlen Stellen des KopfeS binnen 5 bis 6 Monaten daö schönste, kräftigste Haar zu sehen ist. Für die Wirkung wird garantirt, widrigenfalls daö Geld zurückerstattet wird.
Der Fabrikpreis ist nebst Gebrauchsanweisung pro großen Topf 3 3 Thaler; kleinere Töpfe a 2 Thlr., und nur allein ächt mit unserem Fabrikstempel versehen, bei und un bei Herrn Carl Adolph Wunder 'N Erfurt zu haben.
Briefe und Gelder werden franco erbeten. Köln am Rhein.
J'ühinfj 4* Conin.
[1756] Die K oSmoramen auf dem Stan« deplatz sind wegen zahlreichem Besuch noch kurze Zeit täglich von Morgens 10 bis Abends 9 Uhr zu sehen.
Eintrittspreis 2' Sgr.
F/ JUeyer.
Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise und Dr Kellner. — Druck der Estie nu r'schen Vuchdruckerei.