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sagen, um einem seiner ÄgnaieN Nach dem Beispiel seines VaterS »och bei Lebzeiten Platz zu machen, so werden wir auch diesen Herrn Agnaten nicht lange oder nur mit Hülfe Fremder in unserer Mitte sehen. — Der Staat ist in grenzenloser Verwirrung. Drei Monate sind vergangen ohne Steuererhebung. Hr. Hassenpflug wird dafür sorgen, daß noch mehrere auf gleiche Weise hingehen. Die Folgen dieseâ Zu- staUdö sind nicht zu verwischen ohne die verfassungsmäßig vorzunehmende Begründung einer neuen volkSthümlichen Staatseinrichtung. Da aber jede neue volköthümliche Staatseinrichtung unmöglich ist — vor der drohenden Gewalt von Außen — so „ erübrigt " Nichts als der Umsturz der Verfassung und der Absolutismus vermöge fremder Eio- mischung. Die Gründe dafür sind leicht zu finden oder zu mache». Die Finanzverwirrung wird eâ nicht daran fehlen lasse». —
Deutschland.
* Kassel, 17. Sept. — Wir theilen anbei den ersten Beschluß des Ober-A.-GerichlS mit in Sachen contra Hassenpflug. Wir fürch- teu daß der 2te zu erwartende nicht besser ausfällt: Die Kriminalkammer deâ Kurfstl. Hessischen Ober-AppellationSgerichtS zu Kassel er- theilt in der Anzeigesache gegen den StaatSminister Hassenpflug, den Major v. Haynau und den LegationSrath v. Baumbach daselbst, we- gen Mißbrauchs der Amtsgewalt ic. auf die von dem GeneralstaatS- Prokurator erhobene Beschwerde gegen eine Verfügung der RathSkammer des hiesigen Obergerichts vom 9ten September d- I., wodurch die Einleitung deS Jnstruktionsverfahrenâ in obiger Sache abgelehnt worden ist, daS nachstehende Dekret: Auf erstatteten Vortrag deS bestellten Referenten, nach Anhörung deS GeneralstaatSprokurotorS, nach erfolgter Berathung in Abwesenheit deS Letzter», und in Betracht , daß die Einleitung des JnstruktionSverahrenS gegen die obengenannten Personen mit Recht abgelehnt worden ist, da die Anklage, wenn auch nicht formell, doch den darin angeführten Thatsachen nach auf VerfassungSverletzung gerichtet ist und davon der Umstand nichts zu ändern vermag, daß der anklagende Theil den Vergehen, denen er die Ministerialvorstände beschuldigt, eine andere Bezeichnung giebt, indem nach §. 10 deâ StrafprozeßgesetzeS vom 31. Okt. 1848 daü Gericht an die Anträge deS Anklägers, soweit dieselben die rechtliche Beurtheilung derjenigen Thatsachen, auf welche eine Anklage gerichtet ist, betreffen, nicht ge- bunden ist, wegen VerfassungSverletzung aber die Ministerialvorstände »ach $. 100 der Verfassungâurkunde nur bei dem Oberâppellationâ- geeichte angeklagt werden können; daß auch die mit solchen etwa iveal <k^»r^»»<—».»^—»„^.r.^ -V,.1»»«H,«,—Veri „ Lhuiplfluuv rvrsenittch von der Vorfrage, ob eine VerfassungSverletzung vorliege oder nicht, ab- hängt, nicht von einem anderen Gerichte, alâ dem LberappellationS- gerichte, als StaatSgerichtShof, untersucht und abgeurtheilt werden können, wird die erhobene Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen.
Kassel, am IG. September 1850.
Schotten. Günste. Eichenberg. Erter. Kn atz. Frölich. Zuschlag.
Vt. Heuser.
Kassel, 18. Sept. — DaS bairische Armeekorps , welches sich in Franken konzentrirt, wird die Stärke von mindestens 12000 Mann erhalten.
«INarburch, 16. Sept. — Da wären Sie ja Ihren Hassenpflug , Vilmar u. f. w. einstweilen los geworden! So tief waren diese auserlesenen, kostbaren Gefäße deâ Herrn gesunken, daß sie ihre Hoffnung statt auf die untheilbare Dreieinigkeit, vielmehr auf Hrn. Stüve richteten, der ein gar gebrechlich irdisch Werkzeug ißt Aber sollten sie auch auf immer von unâ scheiden, diese Herren, sie hinterlassen unâ dauernde Denkmale in wenigen Edlen. Wo anders, als an unserer, vor Allem mit muckerischem Geiste übe wachten Staatsanstalt, der Universität. Lasse» Sie sich daS Stückchen er« zählen, eS ist für unsere ernste Zeiten fast zu schnurrig. Neben einem guten Theil älterer und einigen jünger», jedoch erprobten Muckern fand sich hier von alten Zeiten her noch eine Art von Hofnarr und daneben ein vor noch nicht langer Zeit für Physik von Bonn berufener, mit den eitelsten Phrasen prangender Marktschreier. ES fehlte nur gerade noch der Bänkelsänger, und diesen besitzen wir jetzt auch. Ein gewisser Ilse, früher Komödiant, Konzertgeiger rc., ist nach einem vielbewegten Leben — dem Vernehmen nach — zum. Professor der StaatSwissenschaften avancirt. Eâ gehört eine Grönländerlogik dazu, diesen kühnen Griff von Hrn. Hassenxflug'S langen Finanzfinge.n zu begreifen; da heißt'« seinen Verstand unterdrückt! Wüßte man nicht, in welchem Geiste jene Anstalt seit Langem geleitet wird, man käme um alle Fassung. DaS Ministerium scheint eâ darauf abgesehen zu haben, vorzugsweise Leute, die iu der Welt herumgekommen sind und den Rummel verstehen, zu diesen Würden zu berufen. Da wir noch nicht wissen können, ob nicht Hrn. Hassenpflug's Geist noch etwas länger
um u»S spuken wird, und damit wir um jeden Preis in dessen Absichten eingeheu, schlagen wir folgende Talente zur Beförderung vor: LouiS Riedt, Sprachlehrer und Interpret, der nach mannichfaltigen Schicksalen, und nachdem er bald im Zuchthause, bald zu Rom für etliche Kreuzer Fußsoldat gewesen, endlich Sprachlehrer geworden und gewiß die Theologie ebensogut lehren würde alâ Scheffer oder Thiersch, ferner Karl Knies, den Geprellten, in seine eigene Grube Gefallenen, der sich sehr nach einer solchen Kette sehnt und daher nothwendig auch die dazu erforderliche Befähigung besitzen muß. Die Beförderung dieser Leute wäre ein Lichtpunkt unter dem Prorektorat Nasse'S, eines mystischen Herrn.
Hanau, 16. Sept. — Die baierische Streitmacht concentrirt sich trotz allen entgegeustehenden Gerüchten in Franken, bis Aschaffenburg hinab. Hart an unserer Grenze stehen nur unbedeutende Abthei- lungen. — Von Bockenheim erwarten wir jeden Augenblick bestimmte Nachrichten. Gerüchten zufolge sind schon einzelne Ministerialbeamte und Glieder des Generalstabs eingetroffen. Hr. Hassenpflug soll sich ein Hauö auf der Grenze gemiethet haben. Thericht, da für Herrn Hassenpflug in der ganzen Welt keine Grenze mehr eristirt, über welche er sich in Nummer „Sicher" bringen könnte. Von Belagerungszustand merkt man hier nichts. — Außer Hrn. Rauh soll auch Hr. Landrichter Ziller eS für ehrenvoll gehalten haben, den StandrechtSproklamationeu ein willfähriges Ohr zu leihen.
O Berlin, 16. Sept. — Sie werden die Liste der Ergüsse deS königlichen Schönredners von Sanâsouci noch nicht geschlossen haben; dieselbe ist durch ein neucö Prachtstück bereichert worden. Ich habe Ihnen von der Deputation geschrieben, die sich am vergangenen Freitag nach Sanssouci begeben hatte, um Sr. Maj zu versichern, daß in Berlin nun auch der letzte Funke aufrührerischer Gedanken erloschen sei, und daß Se. Maj. in Folge der letzten GemrinderathS- Wahlen nach Berlin zurückkehren möge. Woher die Herren Hensel, Firmenich, Samctzky und Vollgold sich daâ Recht genommen haben, im Namen von ganz Berlin zu sprechen, weiß ich nicht recht und auch Niemand anders. Genug, Se. Maj. war höchst erfreut über die Untcrthänigkeit der Berliner und geruhten, der Deputation in einer längern Rede zu antworten. Sie ist ein Seitenstück zur EideSlei- stungârede vom 6. Februar. Er sagte: Es sei Außerordentliches von den Bürgern (?) Berlin« bei den Gemeinderathswahle» geleistet worden; er sei Allen zum besonderen Danke verpflichtet, namentlich den Slitern, die mit seltener Aufopferung sich der Sache Hivgeaeben und ein solches wirklich überraschendes Resultat erzielt hätten. (Gar nicht fo^tttwrrafchilsd! Man kennt ja die Mittel.) Sobald eS der Gesundheitszustand der Königin erlaube, werde der Hof noch Berlin zurückkehren. — Nun hatte die Deputation auch auf die Haltung Preußens in sehr ancrkcnu.nder Weise angrspielt. Was der König darauf antwortete, ist wirklich klassisch. Sie habe ihm auâ denr Herzen ßC» sprachen, sagte er Alle Erklärungen Preußens in der letzten Zeit seien seine eigensten Gedankt» gewesen. „Ich bin der beste Preuße, das werden Sie mir wohl glauben, meine Herren. So lange ich aber denken und reden kann, bin ich auch der beste Deutsche. (WaS daS Reden anbetrifft, glaube ich eS selbst!)---— Ich bin meinen ehrlichen und geraden Weg fortgcwandclt! Nach meiner Meinung muß jede Politik ehrlich und gerade sein. ES ist zu bedauern, daß noch vielfach nicht begriffen wird, daß man ehrlich in der Politik sein kann. (Ist allerdings sehr zu bedauern. O ja, man kann sckon ehrlich sein, aber Preußen??) Mein Weg ist gerade; er ist nicht deshalb der rechte, weil er gerade ist, sondern eben darum gerade, weil er der rechte ist. (Mir ist daâ zu hoch. Verstehen Sie daS?) WaS ich für Deutschland vollenden will, ist mein eigener Hcrzenâdrang. (Wohl möglich! Aber wir wollen sehen, waS eigentlich vollendet werden wird.)" Dann folgten noch einige Erpeklorationcn über Preußen« Ehre rc. rc., wie man cd in der „Deutschen Reform" genugsam gelesen hat. Die Deputation ging höchlichst erbaut von dannen; die W»lt ist reicher um eine königliche Rede! — Die „Deutsche Reform" ergeht sich heut Abend über die Zustände in Kurhesscn. Sie gesteht e« ein, daß die Flucht deS kurhessischen LandcSvaters dem Prinzip der Autorität und der Monarchie eine sehr tiefe Wunde geschlagen habe. Man hätte uichtS aufangen festen, wenn man nicht die Kraft hatte, eS durchzu- führen. Der langen Rede kurzer Sinn ist, daß man mit dem Verfahren HaffenpflugS und Konsorten ganz einverstanden war, nur hätte man sich nicht blamiren sollen. Wer ein Politiker der „National- Zeitung" ist, wi>d auS dem Artikel herauSlese», daß Preußen nicht interveniren wolle, ja sogar, daß auch keine Pkacht Lust zur Intervention bezeige. Die „D. R." sagt nämlich, eS sei keine Anarchie da. DaS ist daS Wort! Merken Sie daS. Man meint also die Anarchie hervorzurufen, um interveniren zu können. Sie sagen in Ihrem Extrablatt vom 13un ganz richtig, der Kurfürst sei vielleicht deshalb geflohen, um badische Zustände zu provoziren. Ich hoffe, wie