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Dritter Jahrgang.
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Die Träger des monarchischen Prinzips.
Keine Partei versteht cd, sich so gründlich selbst zu ruiniren, alâ die Fürstenpartei , d. h. die fürstlichen Träger deS monarchischen Prinzips — und das zwar gerade in den Staaten, wo man glaubte, daß sie bereits ihr Haupt unter den Ideen der Neuzeit gebeugt hätte», wo man ihnen Beinamen gegeben, wie Louis Philipp der Napoleon M Friedens, Leopold der Bürgerfreund, König Wilhelm der Gerechte, Wilhelm der Gründer der Verfassung und Friedrich Wilhelm — der Wiederhersteller der Verfassung. — In Rußland freilich mag der Czaar bestimmen , was er will — der undurchdringliche NymbuS der absoluten Gewalt, der sein Haupt umgibt, durchbricht die Kritik, durchstrahlt die Verachtung seiner nächsten Umgebung und scheint als die heilige Sonne der Allgerechtigkeit und Allweisheit in die entfernten Hütten seiner Samojeden, Baschkiren und Tartaren — In allen übrigen europäischen Staaten aber ist dieser NymbuS von den wiederholten Stürmen der Neuzeit zerrissen — und die erwachten Völker blicken mit Grauen und Schaam auf die enthüllten, jammervollen Gestalten, vor denen sie so lange im Staube gelegen. — Und die Enthüllten selbst treibt eS fort wie mit unbesiegbarer Höllengewalt. Sie wissen, daß sie erkannt sind in ihrer ganzen Niedrigkeit, in ihrer schmutzigen Habgier, in ihrem menschenverachtenden Blutdurst, in ihrem gränzenlosen Blödsinn und ihrer Dummheit. Sie fühlen mit Schrecken, daß kein Blutotropf n in ihren Herzen ist, den nicht die Kritik ihrer Völker untersucht und in seinem innersten Wesen verdammt hat. — ISie Wahnsinn kommt eS über sie; — sie fassen zurück im Taumel deâ Entsetzens nach dem blutigen Purpur des Absolutismus, den sie freiwillig dereinst mit der Friedens Toga deö Bürgerfürsten vertauscht zurück zu dem Raubschwert ihrer Ahnen, daâ ihnen kaum die Revolution entwunden. — Unerbitterlich treibt sie daS Verhängniß, treibt sie der innere Widerspruch zwischen ihrem Wesen und ihrem Widerspruch zwischen ihrem Wesen und ihrem Dasein hinab in daS Verderben. Sie können nicht ruhen noch rasten, bis sie verloren. Und lieber stürzen sie ihren eignen Thron in Trümmer, lieber schleudern sie ihr besudeltes Diadem hinweg, lieber opfern sie Land und Leute den Bajonetten fremder Gewalthaber, ehe sie abiaffen von den alten Gc- lüsten, von dem letzten Versuch, mit Gewalt zu herrschen, wie ihre Ahnen einst durch d'c Dummheit ihrer Völker ohne Zwang regierten, _ als souveräne Teufe l ihrer Unterthanen, unter dem Titel von Gottes Gnaden.
Bei der innigen Verbindung der Völker, bei dem tiefen Gefühl ihrer Solidarität ist eine jede Lehre, die ein Fürst in dieser Beziehung
seinem Lande gibt, eine Lehre für alle Länder, ist der kleinste Fürst in seiner tölpelhaften, halb komischen Brutalität dem Prinzip deS Monarchismus ebenso gefährlich, wie der größte in seiner standrechtlichen Raserei. — So groß auch die Genugthuung sein mag, welche die Herzen der Schwarzgelben und Schwarzweißen durchzuckt, wenn ein kleines Kurfürstenthum nach dem andern in sich zusammenbricht, wenn die Jnkorporirung deS gejammten Deutschlands in die beiden zWWGroßmâchtr vom WuusH zar Erfüllung, »ew V-.r^aa-» ^ c«. pflichtung heranreift : sie können sich dennoch eines geheimen Bangens nicht erwehren, wenn sie erwägen, mit welchen Gefahren iene Volksstämme den Körper jener beiden großen Monarchien erfüllen werden, mit welchem revolutionären Zündstoff und mit welchen Todesgefahren, — und wie so der Wurm der Vernichtung sich unaufhaltsam von Thron zu Thron weiter fortfrißt. Vor ihren Blicken mag wvhb das Bild der Zukunft auftauchcn, wenn dereinst das Haus Hohenzollern vergebens seine flehenden Arme nach Petersburg strecken wird vor dem Racheruf dieser vereinten Volkâstämme, die jetzt vereinzelt mit ohnmächtigem Zorn ihre Schmach dayinnehmen müssen. — Darum schrecken sie zusammen, wenn diese kleinen Tölpel ihre Sache allzu schlecht machen, darum trifft eS sie selbst wie Messerstiche, wenn die Ohnmacht dieser LiliputS klar zu Tage kommt, oder ihre Schande, ihre Thorheit, ihre Feigheit.
D.r kurhessische Volksstamm ist von schwerfälliger Art, — er ist ein deutscher, aber er ist von einer zäheren Ausdauer und von einer größeren Energie in Behauptung seiner Rechte, alS mancher andere. Er hat Etwaâ von einem nnfügsamcn Trotz, der nicht so leicht der Gewalt und dem Zwang nachgibt. Die Bauernaufstände der west- phälifchcn Zeit, die Abnöthigung der Verfassung im Jahr 1830 und 1848 geben davon Kunde. In neuerer Zeit hat sich seine Ausdauer am meisten bei dem unausgesetzten Widerstand gegen die angemessenste fürstliche Willkür gezeigt, — so bereits in den Jahren 1815 und 1816- — und später in den langen VerfassungSkämpfen der dreißiger Jahre, und zuletzt in diesem Jahre. — Aber der kurhessische Fürstcnstamm ist. nicht ohne dieselben vorwaltendcn Eigenthümlichkeiten, nur daß hier bei den einzelnen Personen die Ausdauer und der Trotz zu einer blinden Hartnäckigkeit und die Energie zum Eigensinn wird. So kam eS, daß der letzte Fürst Jahrzehnte lang ohne Ermüden den hartnäckigsten Kampf mit dem Volke führen konnte, ebendaher kam eS auch, daß plötzlich aller Boden des Furstcnthumâ abhanden gekommen war —- unb damit der Furst selbst. Wenn wir ihn nochmals imederschen ja en, werden wir ihn nur wicdersehn umgeben mit einer fremden ’ eg ei ung, oder nur auf kurze Momente. Und wenn er mit dem Pan m g h sollte, wie man diplomatischer SeitS verbreitet, dem Y'on z