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führte Schulzwang wird hilf aller Strettgè gehandhabt, ohne daß die reaktionäre Partei ttiit Erfolg dagegen ankämpfen könnte; ein ebenso wichtiges Gesetz für dieses von Pfaffen auSgesaugte Land ist, daß kein Bürger der Kirche etwas vermachen darf, ohne daß die obrigkeitliche Erlaubniß eingeholt ist, welche natürlich dadurch jeder seelsorgenden Uebcrrumpelnng Vorbeugen kann. Kleinen Scenen fanatisirter Pfäff- lcinö schreitet die Polizei entgegen. So verursachte auch ein Bezirkâ- gclstlicher einen Skandal, indem er die Kirche schloß, keine Messe lesen wollte und das Volk gegen die Regierung aufzuwiegeln suchte. Die „heilige" Person wurde mit berittenen GenSd'armen zum Gefängniß trauöportirt und das Bolk — versagte dem angesehenen Mann GotteS jedes Mitleid. Ich zitire Jbncn Einzelnes, allein solche Szenen stehen nicht vereinzelt. Was soll aber aus Sardinien werden? Seit dem Hinscheiden Monte Rosa's dieses ewige Schwanken, dieses Liebäugeln mit Rom, mit Oesterreich , mit Frankreich! Nomanschreiber d'Azeglio ist zu ängstlich, um zu einem Entschlusse zu kommen, möchte nachgeben, möchte ruhig auf seinen Lorbeeren ruhen, möchte, umgeben von geknechteten Ländern, senza turbulento leben. DaS sieht wohl auch der Vatikan ein, das leuchtet schon auS Pinelli's Empfang in Rom hervor, wo man den Piemontesen ermüden möchte, Alles an-
wendet, um ihm zu zeigen, daß daS Volk nicht für Siccardi- sche Reformen gestimmt sei, daß man zwar dem sardinischen Hofe wohlwolle, aber auS diesem Grunde auch eine Modificiru r der Reformen für nöthig halte. Die „Gaz. del Pop.“ hat einen längeren Artikel über den Empfang deö Letzteren, in dessen Einzelnheiten einzugehen unS zu weit führen würde. Alle mögliche Theatereffekte wurden von Antonelli angewandt, um Pinelli der Huld des päpstlichen HvfcS zu versichern, aber auch ihn zur Ueberzeugung zu bringen, daß man daS piemontesische Volk hasse und daß ihm der Tod drohe. Pinelli hat dieses Verschwörungsgerücht dnrch eigene Anschauung auf die Probe gestellt, eS war natürlich nur ein Theatercoup, berechnet auf die Aengst- lichkeit Pinelli'S. Im Uebrigen weiß man noch nichts von einem Uebereinkommen; aber höchst lächerlich ist jedenfalls die Mittheilung der „A. A. Z." aus Rom (Nr. 247), daß man am pästlichen Hofe noch nicht recht entschlossen sei, ob mit Strenge oder Milde gegen Piemont verfahren werden solle. Freilich, Angesichts dem feigen Auftreten der piem. Regierung in diesem Augenblicke, könnte wohl auch ein derbeS Wort deS Vatikans Schrecken in daâ Ministerium bringen, allein wir hoffen auf daS Volk Piemonts, Italiens, auf daS energische Einschreiten Englands. (?)
Bekanntmachungen.
Neue Deutsche Zeitung.
Mit dem 1. Oktober beginnt ein neues vierteljährliches Abonnement auf die „Neue Deutsche Zeitung." Die Tendenz derselben ist bekannt und bleibt unverbrüchlich dieselbe, die sozial-demokratische. — Sie wird täglich Nachmittags ausgegeben, Sonntags erscheint jedoch nur eine Beilage und zwar Morgens. Ein Feuilleton bespricht die Erscheinungen in Kunst und Literatur.
Die Postämter sämmtlicher d e u t s ch e n Staaten nehmen Bestellungen an. — Im ganzen Fürstl. Thurn- nnd Taxis'scheu Postverwaltungsbezirk - einschließlich Württemberg und Hohenzollern — kostet das Blatt vierteljährlich 2 fl. 30 kr. Rh.; in den übrigen deutschen Staaten — einschließ - lich der österreichischen Kronländer — vierteljährlich 2 fl. 49 kr. Einige Staaten erheben noch außerdem einen geringen Stempel.
Für Frankreich, Spanien rc. nehmen Bestellungen auf: G. A. Alexandre, 28 Brandgasse iu Straßburg; derselbe in Paris, 23 rue Not re Dame de Nazareth für England, Amerika zc. P. A. Delizy n Comp. 13, Regent Street, Pall Al all in London.
Frankfurt a. M., im September 1850.
Expedition der Neuen Deutschen Zeitung.
Zu vermiethen:
[1’27] In der Wilhelmshöher (Fünffenster-) Straße eine SMbe und Kabinrt mit Möbeln, vorn heraus nach der Mittagsseite; auf Verlangen auch die Kost dabei, auf den 15. Oktober.
[1723] Ich erlaube mir hierdurch die ergebene Anzeige zu machen, daß ich von jetzt an auch eine reichhaltige Auswahl von Musikalien, und namentlich aus den neueren Opern , stets vorräthig halte.
Cassel, 5. September 1850.
G. E. Vollmann.
Bierbrauerei - Verpachtung.
Die Wittwe des verstarb. Bierbrauers Philipp Hahn zu Fritzlar beabsichtigt ihre komplett eingerichtete Bierbrauerei und Wirthschaftsbetrieb mit den dazu nöthigen Lokalitäten auf mehrere Jahre zu verpachten
Die Pachtung kann sofort angetreten, und wird auf portofreie Briefe die gewünschte weitere Auskunft ertheilt werden. s 17341
Zu verkaufen:
[1742] Vier Wände Lerchenqarn, noch neu, bestehend aus 50 Garn, auch die nöthigen Windlinien und 12 Haspel voll Federlappen dabei. Das Nähere in der Frarkfurterstraße Nr. 53 beim Hauseigenthümer.
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eine Stelle als Sing - und Klavierlehrer. Näheres in der Erp. d. Bl.
(1707) Wenn es dem Hrn. Aktuar <£. in M. immer noch nicht beliebt, seinen Verpflichtungen nachzukommen, dann werde ich weitere Veröffentlichung eintreten lassen.
Fulda, im September 1850. II E.
(1708) Für Elter«.
Gründlichen Unterricht in allen Unterrichtsgegenstän' den, auch in der lateinischen und französischen Sprache- Näheres in der Erp. d. Bl.
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[1718] Ein Kandidat, wünscht vorzüglich in Mathematik, Schönschreiben rc. entweder hier oder auch auswärts Unterricht zu geben. Adressen sub N. 1718. sind in die Erp. d Bl. einzusenden.
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[1744] Unterzeichnete, welche durch den Lod ihres einzigen Sohnes und Unterstützers, über die — während dessen Leiden, — demselben gewidmete Zeit, nunmehr wieder verfügen kann, empfiehlt sich zum Schröpfen- Blutegelsetzen und Klystirgeben, und bittet vorkommen, den Falls um geneigte Berücksichtigung.
M. Lieber, Witwe, Martinistraße Nr. 50.
[1720] In unterzeichneter Buchhandlung sind wieder Exemplare eingetroffen von:
Die Heli^ion in ihrer ganzen Wahrheit,
oder praktische Anwendung der heiligen Schrift auf das alltägliche Leben. Von der Verfasserin der »Perle der Tage.« 3r Sgr.
CT^ Anstalten oder Vereine, welche 25 Cremplare auf einmal beziehen, erhalten das Exemplar für 2 Sgr.!
J. C. J. Ilaubé S» Comp , Buch - und Kunsthändler, ________in Kassel (Steinweg Nr. 190).
Gesucht:
[1730] In einem gelegenen Stadttheil wird eine geräumige Feuerwerkstätte gesucht. Näheres in der Expedition der Hornisse.
[1716] Auf eine Oekonomie in der Nähe von Kassel eine Haushälterin. Näheres zu erfragen in Nr. 26 der Frankfurterstraße.
[1710] In ein lebhaftes Spezereigeschäft ein Lehrling, sowie ein Kommis, von auswärts. Reflektirende wollen ihre Briefe mit D. 1719 bezeichnet, hier abgeben
[1722] In eine Bierbrauerei einer der frequentesten Landstädte Kurhessens ein tüchtiger Brauer, welcher nö thigenfalls derselben allein vorstehen kann und sich durch Zeugnisse als solcher auszuweisen vermag.
Hierauf Reflektirende können das Nähere bei Heinr. Malkomesi jun. in Homberg erfahren.
[1784] Die Kosmorameu
vom Harzqebirqe, von Norwegen nnd der Schweiz,
auf d c in S t ä ndcpl a h r, sind auf vielseitigen Wunsch noch bis zum 15. September täglich von Morgens 10 bis Abends ' 10 Uhr zu sehen.
EiuhrittSpreiS 2'/, ^flr.
»F Meyer.
Kassel. - Verantwortliche Herausgeber: H Heise und Dr. Kellner. — Druck der Estienne'scheu Buchdruckerei.