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Dritter Jahrgang.

Petition tobere Entengasse Nr. 132) yt 6 Hlr. Durch alle Postämter zu beziehen. Inserate die dreispaltige Petitzeile 8 Hlr.

Erscheint täglich , Montags ausgenom­men. Vierteljährlicher Abonnementspreis 34 Sgr. Einzelne Nummern in der Ex-

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Kassel, Donnerstag den 12. September

1850

©^ Neues Abonnement

Die Hornisse " erscheint auch im nächsten Quartal täglich, mit Ausnahme des Montags, in unveränderter Tendenz. Der Abonnementspreis beträgt 24 Sgr. pro Quartal; für Auswärtige kommt der Postaufschlag hinzu, welcher für die Thurn- und Taxisschen Postanstalten, neueren Bestimmungen zufolge, 3 Sgr. beträgt. Einzelne Nummern werden in der Expedition zu 6 Hlr. abgegeben. Abonnirt wird bei allen Postanstalten des In- und Auslandes, für Kassel in der Expedition, obere Entengasse Nr. 132, sowie bei den Herren I. C. I. Raabe u. Comp. und W. Appel.

Der Preis des wöchentlich einmal erscheinenden Unterhaltungsblattes beträgt für die Abonnenten des Hauptblattes 6 Sgr., außerdem 10 Sgr. Das Abonnement der Hornisse ist von dem des Beiblattes unabhängig, so daß auf die erstere ohne das letztere und umgekehrt abonnirt werden kann.

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Der Kriegszustand

11.

Wer ist eigentlich der Schrecken, der sich über tiefe Lande ge­lagert. Ist eS scueö kleine Heer von 11,000 Mann , ein Heer aus unsern Söhnen, unsern Brüdern und nächste« Nachbar«? ..Sind es jene militärischen Befehlshaber, die durch ein Staatödienstgesetz an die Erhaltung der Freiheiten unserer Verfassung festgekettet sind, und die sie bereits einmal vor einem Gewaltakt gerettet haben? Sind jene erbärmlichen augendienerischen Seelen, die ihre Ehre und ihr Da­sein zur Verfügung der Brutalität und Unvernunft stellen, jene schaam- losen Kreaturen, die sich freiwillig herbeidrängen, um durch Schurkenstreiche goldnen Lohn und nachträglich Hohn und Fußtritte einzuärndten? Sind eS jene armen, der Willkür ihrer Vorgesetzten ohne Gnade preiSgegebenen Unterbedienten, deren Brod, deren Eri- stenz von einem Wink ihrer unverantwortlichen Gebieter abhängt und deren geistige Bildung selten dahin reicht, die Gesetzwidrigkeit der Handlungen zu ermessen, zu denen sie gedrängt werden. In Allen diesen liegt kein Schrecken. In einem einzigen verfluchten Namen, in einem einzigen gehaßten und verachtete« Mann drängt sich der ganze Inbegriff dieses Schreckens zusammen. Hr. Hassenpflug allein ist der Belagerungszustand, bas Kriegs- und Standrecht KurhessenS. Dieser Kriegszustand ist zwar erst am 7. September formell erklärt worden, aber er besteht thatsächlich bereits seit dem Monat Februar, wo der herzlose Abenteurer der höhern Politik als Gesandter deS eu­ropäischen StaatSsesuitiSmus von Berlin in Kassel ankam. Sein Namen und der Bruch der Verfassung sind Ein- und Dasselbe, sein Regiment und die Gewalt ist gleichbedeutend. Und selbst nach dem erklärten Kriegszustand bleibt sich dieser heimtückische schleichende Jesuit getreu. Im Krieg wie im Frieden derselbe widerliche Heuch­ler. Sein Mund fließt nach wie vor über von heuchlerischen Versiche­rungen, von Schmeicheleien gegen Alle, die er für schwach, für be­stechlich hält, nach wie vor lügt er in seinen Edikten, indem er jedes Recht über den Haufen wirft, von seiner Verfassungstreue, preißt er sich als Schutz und Schirm des Rechts und der Gesetze. In dem- selben Augenblick, wo er endlich offen seine Gesinnung enthüllt, wo er deâ Landes Grundgesetz suspendirt, wo er ihm durch freche Will- kürmaßrcgcln den grausamsten Hohn spricht in demselben Augen- blicf versichert er demdummen Volke", daß alle diese Handlun­gen daS Gegentheil bedeuten und bezwecken sollen. Kurhessen isi zu kläglichen, aber zu großen Geschicken bestimmt. Hier hat der Abso­lutismus in feiner gränzenlosesten Verworfenheit sein Lager aufge- Ichlagen, ein Absolutismus, gegen den die blutlechzende Brutalität

eines Hapnaa als Ehrlichkeit und Tugend erscheint. Es ist der sesui- tische Absolutismus. Hier in Kurhessen soll die Probe geliefert wer­den, wie lange Zeit man nöthig hat, um unter dieser gleisnerischen Maske das Volk in der Folterkammer der schleichenden Demoralisation abzuschlachten. Jedes ehrliche Herz wendet sich mit Abscheu von diesem ehrlosen und verworfenen Gaukelspiel. Vor diesem Schauspiel schweigt feder Parteiunterschied. So lasterhaft und gräßlich diese physologische Erscheinung sein mag, sie würde in ihrem vergebneo Ab- mühen, gläubige Seelen und dienstfertige Hände zu finden, nur lächerlich sein, wenn nicht die drohende Riesengestalt der euro­päischen Gesammttyrannei mit dem Richtschwert ihr zur Seite ständ.

Könnten wir Kurhessen mit der chinesischen Mauer umgebe», zu welcher jener Vilmar vergebens einzelne Backsteine zusammen­schleppt, in einem Augenblick wäre dies Schattenspiel zu Ende. Das Reich Hassenpflug wäre gewesen. Alle diese Männer, die ihm gezwungen die Hand reichen, bindet nur Eins an ihn die Person des Fürsten. Und die Person deS Fürsten wiederum fesselt an ihn nur das Ausland. Der Schwerpunkt unseres Schicksals liegt über- all, nur nicht innerhalb der kurhessischen Gränzen. - Hassenpflug weiss und muß wissen, daß keiner seiner Diener und Untergebenen, daß weder die Eivil *, noch die Militärgewalten des Landes seine Verbündeten sind oder bleiben. Er weiß, daß die wenigen ehrlosen, gemietheten Abenteurer, die sich ihm mit ihrem Gut und Blut verschrieben, nicht ihn und nicht sich selbst zu retten im Stande sind, wenn nicht mit dem VerfassungSbruch und mit dem Hochverrath der LandeSverrath verbunden wird. Er muß es wissen, daß er damit seinen Fürsten und daS Land, daS er retten z» wollen vorgibt, an fremde Gewalten ausliefern muß. So wird daS, waS an und für sich ein klägliches Possenspiel ist, zu einem ernsten Trauerspiel, so wird dieses leichte Gewölk über unsern Häuptern zu finstern Wetter- "^ ^®^ zusammenziehe». Aber eS wird der Blitz der Freiheit sein, der daraus hervorschlägt. Wohlan, tragen wir mit Freuden das Geschick unserer schmerzlichen Entwicklung.

S ch l e ö w i g - H o l st e i n.

c Hamburg, 9. Sept. Mit dem heute Vormittag in Al­tona angekommenen Bahnzug traf die Nachricht von zwei bedeutenden Gefechten zwischen den Schleswig-Holsteinern und den Dänen hier ein.

DaS eine fand bei Süderstabel Statt, wo daS He, 9te und Ute schltSwig-holsttinschc Bataillon und daS Ite JägerkorpS mit 6 Ba- taillonen Dänen zusammenstießen: die Letzteren sind aber rasch zurück­gewichen und haben ihre Todten und auch theilweise ihre Verwundete« zurückgelassen. Außerdem haben die SchleSwig-Holsteiner 58 Dänt«