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worfeuste Provinz" im Lastermauke der Kaiserthümler *). — Die demokratische Zeitung »Siècle« ist wieder konstszirt worden. Die »Re'- forme« erscheint in 14 Tagen aufS Neue. Der »Proscrit« auS London, Blatt Ledrü RollinS, ist zu 8000 Fr. Hierfelbst verurteilt worden.
Dänemark
* Mamsell RaSmussen, dermalen Gräfin von Donner geheißen, ist so übel nicht. Die verbuhlte Dirne behandelt den dänischen Adel, bad hochmüthige Vollblut, ganz cavalièrement, en canaille. Sie verlangt tagtäglich die ihr gebührende Aufwartung, d. h. fie verlangt, daß die hohe Aristokratie ihr tagtäalich zu Füüen liege und versichere, wie sie höchlichst entzückt sei, eine solche Dirne in ihren erhabenen Kreiâ ausgenommen zu sehen. Natürlich geht dem hohen Adel eine derartige Versicherung übel vom Herzen. Indessen Mamsell Rasmussen weiß gegen daâ NaSrümpfen und Maulverzieben Rath. Sie verfügt sich zu dem Gemahl, wirkt Paritorien oder Entlassungödekrete auS, und — die hohe Aristokratie fügt sich. Warum nicht? Jngleichen demüthigt sie auch die Königinnen. Mit der ihr eigenen Unverschämtheit ist sie neulich in die Gemächer der Königin Karoline Amalie gedrungen und hat sich als Gemahlin deâ Königs präsentirt. Natürlich erfolgte eine Ohnmacht. Nur bei der Witwe Friedrich VI. ist sie biâ jetzt abgefahren. Diese verhüllt bei ihrem Anblick ihr Haupt und weint über den gänzlichen Verfall deâ fürstlichen „TakteS".
Wir gönnen dem Adel Dänemarks diese Demüthigung vor einer schaamlosen Metze, eine Demüthigung, die der Adel ernrâ gewissem deutschen Staateâ schon zu verschiedenen Malen zu schmecken bekommen hat.
Italien.
* Neapel. 14. Aug. — Neapel hat nun ebenfalls sein Preß, gesetz. Wie zu erwarten, bindet sich dasselbe nicht an die kleinlichen Rücksichten auf Volkswillen rc., sonder» geht offen mit der Sprache heraus und dekretirt die altherkömmliche, erprobte Censur. „Alle Arten von Druckerzeugnissen ohne Unterschied, wie sie hervorgebracht werden, unterliegen der präventiven Autorisation, die bei Werken unter 10 Bogen von der Polizeibehörde und sonst von den für den öffentlichen Unterricht bestehenden Kommissionen ertheilt wird. Diese Behörden haben Revisoren in bestimmter Zahl zu ernennen und die Manuskripte einem oder mehreren derselben zur Durchsicht zu übergeben. Sind die Präsidenten der betreffenden Kollegien mit der Ansicht der Revisoren nicht einverstanden, so hat eine Entscheidung durch Stimmenmehrheit darüber im Schocße bed Kollegiums zu erfolgen. Der weitere Nekurszug geht an die Ministerien dcâ Innern, des Kultuâ und des öffentlichen Unterrichts, somit ist derselbe rein politischer und polizeilicher Natur, und auch bezüglich der Fristen ist in dcm betreffenden Erlasse Nichts angedeutet. Nach Art. II. darf Nichts gedruckt werden, wodurch die Religion und ihre Diener, die öffentliche Moral, die Person deâ Königs und die Mitglieder deS königl. HauseS, die Regierung und ihr Verhalten, sowohl in inneren, als auswärtigen Angelegenheiten, die öffentlichen Beamten, die auswärtigen regieren- den Fürsten, ihre Familien und ihre Vertreter, endlich die Ehre und die Achtung von Privatpersonen beleidigt werden könnte.
Summa Summarum: ES darf Nichts gedruckt werden außer den submissen Huldigungen, die ein Unterthan seinem Fürsten schuldig ist. Ohne Zweifel wird dieser „kühne Griff" deö KartätschenkönigS Nach- ahmung finden.
*} Die steinalte badische Prinzessin Stephanie, die schon mehrmals todt gemeldet worden, ist die Murter des unglücklichen Kaspar Hauser!!!
England.
London, 26. Aug. — Heute starb in Claremont Louiâ Philipp, der verbannte König der Franzosen.
Amerika.
Retv-Aork, 16. Aug. — (Kalifornien ist endlich als Staat in die Union zugelassen. Ebenso ist gestattet worden, in Neumexiko eine Territorialregierung zu errichten.
Ständesitzung. (Vom 29. August.)
Verlesung bed Protokolls.
Der Landtagskommissar zeigt an, daß für die Dauer bed Landtags der Referendar Wagner zum Sekretär der Landtagskommission ernannt sei.
Hr. S ch w a rz e n b e n b e r g berichtet Namenâ deâ Legitimationâ- prüfungöauâschusseS über die Wahl des Abgeordneten PeterS. Derselbe wird auf den Antrag deâ Ausschusses für legitimirt erklärt und alsbald beeidigt.
Tagesordnung.
Berathung bed ÄdreßentwurfeS.
Hr. Schwarzenberg beantragt, den vorgelegten Entwurf ohne Diskussion anzunehmen, eine längere Debatte könne den gewünschte« Effekt nur schwächen. Diesem Anträge zufolge wird auch sofort über die Adresse im Ganzen abgestimmt und dieselbe einstimmig angenommen. Die Mitglieder bed AdreßauSschusseâ werden mit der Ueberreichung an den Kurfürsten beauftragt, obwohl Hr. Wolf meinte, dies sei doch zu hart, ed fei schon für die betreffenden Mitglieder hart genug gewesen, daß sie die Adresse hätten machen müssen.
Die HH. Cöfter und Wippermann berichten über den Bericht bed permanenten Ausschusses der letzten Ständeversammlung, Kompe über die dem permanenten Ausschüsse zu ertheilende Instruktion. Die frühere Instruktion wird vorbehaltlich eines weiteren Zusatzes in Beziehung auf bei §. 95 der Vers-Ulk. beibehalten.
Die nächste Sitzung wird zur Berathung bed von Cöster und Wippermann verlesenen Berichts, sowie zur Berichterstattung über die vom Finanzministerium gemachte Vorlage, betreffend die einstweilige Forterhebung der Steuern, rc. auf morgen Nachmittag 4 Uhr anberaumt.
Jur Geographie.
Verschiedene Zeitungen bringen mit sichtbarem Erstaunen bad Resultat der amtlichen Volkszählung in Siebenbürgen. Nach derselbe» leben dort: 1,100,000 Walachen, 800,000 Ungarn und 200,000 Sachsen. Wir begreifen bad Erstaunen der Zeitungen nicht. Soviel wir wisse«, hat schon seit Jahren dasselbe Verhältniß bestanden. Na- türlich sind unter den 800,000 Ungarn circa 300,000 Szekler enthalten, die bekanntlich ein ungarischer Stamm sind.
Nächsten Sonntag, 1. Sept., findet die letzte Vorstellung im Tivolitheater Statt, und zwar zum Benefice deS Hrn. Jhse». Um dem verdienten Künstler die Möglichkeit eined Lohncâ für sein unverdrossenes und erfolgreiches Streben zu gewähren, hat sich der Direktor Obstfelder entschlossen, in der Beneficevorstellung selbst mitzuwirken, bedgL Frl. Brand, Frau Zitt u. s. w. Dem Publikum ist hiermit Gelegenheit geboten, Hrn. Ibsen für seine allgemein ane» kannten Verdienste um unser Sommertheater durch recht zahlreichen Besuch den schuldigen Dank abzustatten.
K e k a n n t m a ch u n g e n.
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