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nachträglich mit und bitten unsere Leser, denselben mit der definitiven Adresse (siebe gestrige Nummer) zu vergleichen. Der ursprüngliche Entwurf lautet:

Königliche Hoheit!

Durch den mit der Eröffnung deâ Landtags beauftragten Kom­missar haben Ew. königl. Hoheit unter Versicherung der landesherr­lichen Huld und Gnade die zuversichtliche Hoffnung auSsprechen lassen, daß unsere Thätigkeit eine segenbringende sein werde. Auch wir hegen die Hoffnung und wünschen nichts sehnlicher, alâ der StaatSregierung die Unterstützung gewähren zu können, welche die Möglichkeit eineâ gemeinschaftlichen gedeihlichen Wirkens auf der Bahn der Verfassung , und der regelmäßigen Ordnung bedingt. Leider können und dürfen wir Ew. königl. Hoheit nicht verhehlen, daß ein gemeinschaftliches ge­deihliches Wirken unmöglich ist, so lange nicht Ew. königl. Hoheit daâ dermalige Ministerium entlassen

Die seit 1832 bis 1848 zwischen Regierung und Ständever- sammlung vorgekommenen Verwickelungen haben ans daS Unzweideu­tigste bewiesen, daß die Möglichkeit eineâ gemeinschaftlichen gedeihli­chen Wirkens auf der Bahn der Verfassung und der regelmäßigen Ord­nung durch das Dasein eineâ volksthümlichen Ministeriums be­dingt ist. Als Ew. königl. Hoheit durch die Verkündigung vom Ilten März 1848 die Zusage ertheilten , sich mit Männern zu umgeben, die daâ Vertrauen deâ Volkes genössen, da glaubte dieses die Bedingung erfüllt, von deren Existenz die Möglichkeit eines gemeinschaftlicken ge- deihlieben Wirkens abhängt. Es ist unsere heiligste Pflicht, Ew. kö­nigl. Hoheit im Namen deS VolftS, daS wir vertreten, offen zu er­klären, daß dasselbe in der Berufung des gegenwärtigen Ministeriums eine Erfüllung der Zusage vom 11. März 1848 nicht erblickt und nicht erblicken kann; daß wir das von der vorigen Ständeversammlung gegen daâ jetzige Ministerium wiederholt ausgesprochene Mißtrauen im vollen Maße theilen und auch daS von dem bleibenden Ausschuß dem Ministerium gegenüber eiugehaltene Verfahren billigen.

Wäre über daâ Urtheil deâ Volks nach den Aussprüchen der vorigen aufgelösten Ständeversammlung irgend ein Zweifel geblieben, so wird und muß derselbe im Hinblick auf die dermalige Ständever- sammlung, in welcher sich nicht eine Stimme für daS jetzige Ministe, rium erhebt, geschwunden sein. DaS Volk sieht in der Berufung und Beibehaltung deS dermaligen Ministeriums die Rückkehr zu einer Re- gierungâweise, die weit hinter seinem Wünschen und seinem Wollen liegt, und wird in dieser Ansicht nur noch bestärkt werden, wenn wahr ist, waS die öffentlichen Blätter melden, daß daâ Ministe- rium Ew. königl. Hoheit eine Wiederherstellung des Bundestags an- strebt, statt den, nach dem Beschluß der Bundesversammlung vom 30. März 1848 betretenen Weg weiter zu verfolgen. Wir protestiren feierlich gegen die Herstellung deâ vom deutschen Volke verworfenen und rechtsgültig aufgehobenen Bundestags, sowie gegen alle darauf gerichteten Bestrebungen.

Wir beklagen rc. (Von djeser Stelle an ist keine Veränderung mehr vorgenommen.)

OW Dresden, 27. August. WaS soll jetzt ein Korrespon- dent noch berichten? Es geschieht nichts Außerordentliches mehr, denn heutzutage muß ja ein vernünftiger Mensch Alles in der Ordnung finden, was auch geschieht. Wer noch nicht dahin gekommen ist, daS nil admirari des Horaz sich zum Wahlspruch zu nehmen, der wird überhaupt nie zur Vernunft kommen. Hr. Gützlaff, der Chi- nesenapostel, beglückt jetzt auch unser Sachsen mit seiner Gegenwart und hat vorgestern zu den Heiden in Leipzig gepredigt. Die Neu­gierde, einen Chinesen zu sehen, führte natürlich Tausende in die Peterèkirche, doch hört man nicht, welchen Erfolg der Hirtenapostel gehabt hat. DaS rothe volle Gesicht deâ Propheten scheint manche zarte schwärmerische Seele, die sich eine romantischere Vorstellung von dem großen Missionär gemacht hat, elwaS prosaisch weltlich enttäuscht zu haben. Endlich ist auch dieDeutsche allgemeine Zeitung" dem unerbitterlichen Schicksale verfallen; ihre vorgestrige Morgenauâ. gäbe ist k o u fi g'z i r t worden, und zwar, weil die Regierung in der Mißbilligung der von der Kammer beschlossenen Deibehaltuna deS Ka- lcnderstcmpkls einen Angriff auf die Kompetenz derselben sieht. Da haben wir also daâ zweite Gebot, welches also lautet:Du sollst einen Beschluß der Kammern nicht mißbilligen, auf daß dir'S wohl gehe und du nicht konfiszier werdest auf Erden !" Vorgestern fand die dritte Luftschiffahrt deS Hrn. Coxwcll Statt; der Ballon, welcher drei Personen trug, erhob sich bis JU dreitausend Fuß, da jedoch Windstille eintrat, ließ sich der Luftschiffe! eine Viertelstunde von d.r Stadt in die Dresdener Haide wieder nieder. In dem nahen Dorfe Blasewitz hat vorgestern Nacht ein arger Exzeß stattgefunden, der ven Schiffsknechten unter Anführung eines Soldaten verübt ward. Meh­rer« Menschen sind durch Beilhiebe von ihnen verwundet worden ; finm Zimmermann ist die Hand abgeh,inen worden und dem Nach'-

Wächter ein Hieb in den Rücken beigebracht. Eine dahien abgesendete Patrouille hat die Thäter verhaftet, der Soldat und ein Schiffsknecht sind jedoch auf einer Schaluppe entkommen.

* Erfurt, 26. Aug. Godwin Krackrügge ist von den Ge. schworenen zu 3 Monat Gefängniß verurtheilt worden wegen Be- leidigung deS herrlichen KriegSheereS. Der Staatâanwalt hatte auf daâ Doppelte angetragen, vermuthlich wegen der 2 pCt-, mit denen unS Hr. v. Radowitz beschenkt hat.

* Detmold, 25. Aug. Gestern ist hier die hochfürstliche Resolution hinsichtlich deâ von den Landständen beantragten Berfas. sungSentwurfâ erschienen. Sie lautet ganz einfach dabin, daß man sich nicht bewogen finde, auf denselben einzugehen, daß also vor­läufig bei der Verfassung vom 6. Juli 1836 sein Bewenden habe.

* Darmstadt, 27. Aug. Stauff, bekanntlich als Mörder der Gräfin Görlitz verurtheilt, soll neuerbingd im Gefängniß Geständ- nisse abgelegt haben, durch welche er sich zwar alâ Thäter bekennt, indessen in einem viel milderen Lichte hinstellt. Auffallender Weise werden an diese angeblichen Geständnisse sofort Gerüchte über Begnadi­gung geknüpft. Wir erinnern daran, daß der Prozeß Stauff-Görlitz von Anfang an eine sehr mysteriöse Haltung batte, und daß man nicht erst jetzt, sondern schon früherhin der Meinung war, Stauff werde eine etwaige Strafe nicht gerade bis zu Ende verbüßen.

Frankreich.

i Paris, 26. August. Die fatale Enttäuschung deâ Herr» Bonaparte auf der Reise erreichte ihren Gipfel im Elsaß. Da schrie fast keine Stimme »vive Napoleon« , höchstens riefen Beamte wrVe Je President.« Allgemein hieß es »vive la Rëpublique.« Und der Empfang in Belfort, Kolmar, Straßburg entsprach diesem Rufe; die Nationalgarde erschien überall mit Gleichgültigkeit vor dem s. g. Prinzen, und der Bürgermeister Straßburgâ hielt ihm eine kurze de­mokratische Strafpredigt. Ein anderer Bürgermeister hat vom Mim'- ster selbst abgcsetzt werden müssen, so heftig sprach sich die öffentliche Meinung gegen die miserabele Persönlichkeit auâ, die den Namen Louiâ Bonaparte trägt. UebrigenS hat der Elsaß Grund, wüthend zu sein. Seine besten Deputaten liegen seit 1849 (13. Juni) im Kerker alsHochverräther" gegen Bonapartes Herrlichkeit und alâ Aufruhrstifter und Verbrüderte Badens". Gleichwohl gab die Be­amtenschaft Straßburgs, wie immer und überall in trauriger Abhän­gigkeit von dem Ministerium, dem Elenden einen Ball, den er mit Madame Kratz eröffnete. Er war aber so erschrocken über daâ Ge­schrei vive la Rëpublique , daß er viermal sich im Contre- tanz irrte. Denken Sie! Auch wird noch immer hie und da arretirt, wenn der konstitutionellste aller Rufe, vive la Rëpublique , zu laut an die bonapartftchen langen Ohren schlägt, tue bekanntlich sehr no-

konstitutionell beschaffen sind. Alle Nachrichten bezeugen, daß Trauer und Trübheit auf dem von Natur schon ausdruckslosen, durch wüsteS AuSschweisen und Alter (er ist im 40sten Jahre) noch gröblicher ver­zerrten Angesicht Bonaparte'S lagern, und die Schandfedern der kaiser­lichen Presse kritzeln jetzt die spitzbübischste» Schmähartikel gegen unser liebes Elsaß, z. B.der Hr. Präsident" oderder Prinz hat süßn sich in diese verworfenste aller französischen Provinzen hinein gewagt" auch müssen wir gestehen, die Rohheit und Undankbarkeit (!) deS Elsasses übertraf unsere Besorgnisse." In solchem Lotterbuben- tone geht fort imPouvvir", selbst in der halb legitimistischen Assemblee" und imConstitutionnel", so daß Einem das Herz im Leibe lacht, bedenkt man, welchen hübschen Eindruck dies Alleâ auf die Elsässer machen muß. Aber hält man'â für mög'ich, daß selbst die fleinalte badische Prinzessin Stephanie (eine Französin und Mitglied deS nur zu zahlreichen bonapartischen Familienkreises!) sich auf dem Balköne des Straßburger Rathhauseâ einfand und neben den Präsi­denten sich stellte! Welch trübeS Schauspiel für einen Philosophen. Da stand der Elende, der Eide und Gelöbnisse dem französischen Volke, daâ aus gutherziger Dummheit ihm sechs Millionen Voten gegeben, gebrochen hat; da lohnte er sich auf bad Balkongitter und starrte mit e »gesunkenen erloschenen Augen, und durch Wein, Leiber und Faul­heit erschlafften GesichtSzügen auf die Volkshausen und Nationalgarde^ die nicht vive Napoleon schriee». So hat sich die Sage bewährt, durch deutsche Opposition werde die welsche Reaktion zuers ge- nasenflübert werden. Der Elsaß, der deutsche Elsaß, er ist ie ein­zige Provinz Frankreichs, ja wohl die einzige von °emn, die der Präsident bis jetzt durchreiste, die dreist republikanisch dem Bo- nopartiömuö die Zähne muß. Ei, "°- sind d.e Franzosen so zahm g. worden. In Lyon selbst murrten sie nicht, und doch gilt Lyon als Glanzpunkt des französischen Social.snuâ, und .» Besauens nun da machten eben 5000 schweizer und -' ch t ftanzösischt Arbeiter dem Pro- Renten und seinem Gefolge Angst ,m Ballsaale Aber unser l.eber Elsaß hat sich brav gezeigt und tragt oasur den Lobnamendie ver«