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ter den Karl Albert zu dem Unabhängigkeitskrieg gegen die Oestreicher angeregt hat: „Ich vermache" heißt es darin, „dem Hrn. Pieri 1500 Piaster, in Anerkennung der Dienste, die er mir als Sekretär geleistet hat während meiner offiziellen Sendung von Seite seiner Heiligkeit an den unglücklichen Karl Albert, um diesen für die italienische Unabhängigkeit zu interessiren." Diese Enthüllung wird dem guten Pius in diesem Augenblick sehr angenehm sein!
— nn Aus Savoyen, 15. August. — Früher, als ich anfangs dachte, kann ich Ihnen wieder einiges Neue melden, NeueS, dem ohne Zweifel in kürzester Frist noch mehr und Entscheidenderes folgen kann. So sehr auch das Volk bei unS noch an jenen altkatholischen Gebräuchen und ihren Hütern hängt, so ist doch seine Theilnahme für Santa Rosa allgemein, wo wir hinhöre», trauert man um ihn und flucht jenen Männern der Clerisei, welche sich soweit vergessen, um einen Sterbenden auf solche Weise zu quälen. In allen größeren Kirchen fanden Gottesdienste Statt und sie wurden zahlreich besucht. Der Eindruck dieser solennen Feierlichkeiten wirkte magisch auf das niedere Volk, und jetzt, jetzt ist der Funken gefallen. Schon sieht man eS in den Kommunalwahlen in Chamberi, welche unter diesem Einflüsse sehr gut ausfielen. — WaS den Signore Franzoni betrifft, so wird sein Schicksal immer bedenklicher und eS ist kein Wunder, daß daö Picmontesische Volk ihn und seine sauberen HH. Kollegen, die P P. Serviti haßt und verflucht. DaS Komplott tritt nun klar zu Tage. Durch Oesterreich sollte dem Papste Sardinien wieder gewonnen werden. Ein Brief in Chiffern an den Papst, welcher sich unter den Papieren Fr.'â nebst anderen Aktenstücken befand, gibt hierüber Aufschluß. ES sind ferner in Turin noch etliche Betheiligte bereits in Sicherheit gebracht, so die Geistlichen der Sprengel Ballone und Son Dalmazzo. Namentlich sind die Dominikanermönche und der Guardian deâ Klosterâ Madonna del Angeli dringend verdächtig und wird auf sie gefahndet. Die Klerisei hat sich selbst gerichtet! An der Spitze dcâ Komplotts steht ein gewisser Advokat Ganelli, ein höchst zweideutiges Individuum, dessen Bruder jüngst als päpstlicher Nuntius nach Belgien gesendet worden. Dieser Ganelli scheint schon früher von den Feinden des Vaterlandes erkauft gewesen zu sein, wie nachfolgende Fakta beweisen. Er war zur Zeit der Schlacht bei Novara Direktor des Telegraphen; bekanntlich behauptete damals General KzarnowSky, keine Depesche erhalten zu haben, und man hatte ihn daher im Verdacht, daß er mit Oesterreich unter einer Decke spiele,
waS ihm im allgemeinen Ansehen sehr schadete. Ganelli hat man nun nach Vorgefundenen Briefen u. dgl. in Verdacht, daß er schon damals den Verräther gespielt. — WaS die Verbannung Bianchi GioviniS aus Sardinien betrifft, so geschah diese auf Veranlassung Oesterreichs, daS sich durch die Artikel in der „Opinione" über die Generäle Oesterreichs sehr verletzt fühlte. ES ist jedoch fast sicher darauf zu rechnen, daß diese Verbannung widerrufen wird, sonst würde sich daS sardinische Ministerium, daâ doch sonst so liberal austritt, bla- miren. Wenigstens hat bereits eine Versammlung der Schriftsteller stattgefunden, um einen Protest eivzulegen. — Franzoni wird, nach den Angaben von Juristen, welche Einsicht von den Akten genommen, schwerlich unter 20 Jahren da- vovkommen.
Ernennungen rc.
Dem Herzog v. Nassau ist das Groskreuz des Kurfürstlichen Hausordens vom goldenen Löwen verliehen. — Dem Pfarrer Davidis in Ziegenhain ist die erledigie Pfarrei Ottrau in der Klasse Neukirchen und dem Pfarrer Happich in Springstille die erledigte erste Pfarrerstelle zu Kirchhain nebst dem Vikariate Niederwald überlra- gen. — Der Privatdozent Dr Paul Roth zu München ist zum außerordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Landesuniversität Marbuig bestellt — Der außerordentliche Assessor Harbort beim vorhinnigen Landgericht tn Marburg ist zum Justizbeamten in Homberg ernannt. — Dem Generalmajor Müldner v. Mülnheim, Kommandanten von Hanan ist der Charakter als Generallieutnant ertheilt, sowie der Platzmajor der Residenzstadt Kassel, Hauptmann v. ApeU, aggregirt dem Leib- garbcregimcnt' als Kompa n chef in dasselbe zurückversetzt und der Hauptmann Haè, agregirt dem dritten Infanterie-Regiment, zum Plaßmajor der Residenzstadt Kassel ernannt. — Dem Premürlicutenant Robert vom Schützenbataillon ist der nachgesuchte Abschied bewilligt. Dem Hofmedikus und Hofchirurgus Dr. Neuber ist die nachge- suchte Entlassung aus dem Hofdienst ertheilt. — Der Stadtgerichtsaktuar W. Schnakenberg in Kassel ist zum Justizbeamten in Raboldshausen, der Obergerichtssekrelar- gehülfe G. W Reimann in Kassel zum Aktuar beim Justizamte in Veckerhagen, letzterer provisorisch ernannt, sowie der Aktuar Keitz von Steinau in gleicher Eigenschaft zum Justlzamte Rauschenberg versetzt. — D,m Lehrer am Priester seminar zu Fulda Dr. Bernhard Schneider ist die landesherrliche Genehmigung zur Bestellung zum 4. Domprâbkndaten daselbst ertheilt , dem prov. Amtèthierarzt I. Kipper zu Frankenberg die erledigte Amtsthierarztstclle für das Verwallum samt Rinteln übertragen und der Unterxe'ell A. Rose bei der Landesuniveisitât Marburg zum drillen Pedell bei derselben bestellt. — Dem Ober-Zollinspektor Mühlhause zu Rin eln und dem Ober, Zollinspektor Merren zu Witzenhausen ist das Prädikat „Steuerrath", dem Gegenschreiber du Fais bei der Oberfinanzkammer das Prädikat „ Rechnungèrath ' verliehen, sowie der Kontroleur Kothe bei der General-Direktion für den Bau der Slaatseisenbahnen zum Rentmeister in Hofgeismar und der Hülfèrevisor, Steueraus- seher Koch zu Kassel zum Assistenten beim Haupt-Zollamt in Rinteln, letzterer provisorisch ernannt.
Kekannt machungen.
(>578- Weit entfernt, eine Entgegnung über die einzelnen Punkte der in Nr. 21 deâ Wochenblattes der Hornisse enthaltenen Schmähschrift geben zu wollen, sehe ich mich nur genöthigt, den Angriff Betreffs meiner Frau vor daS Forum der Ocffentlichkeit zu bringen.
Daß meine Frau in der Scene mit Fräulein Brand ertemporirt haben soll, ist eine Lüge *). Als Zeugen dafür rufe ich meine sämmtlichen Collegen und der Wahrheit treu sogar Fräulein Brand auf.
Wenn die Hornisse bei Vertheidigung ihrer Lieblinge zu Unwahrheiten ihre Zuflucht nimmt, dann bedaure ich daS Will die Hornisse die Ehre meiner Frau angreifen, die bisjetzt nur achtungSwerth dem Publikum gegenüberstcht, so hätte sie sich erst von Hrn. Obstfelder daâ Buch erbitten sollen und sie würde sich diese öffentliche Rüge und deren Folgen erspart haben **)
Cassel, 21. August 1850.
Schauspieler Lutze.
•) Nach der Rolle, die vor uns !i gt, nicht. Wir sprechen darüber. Die Ned.
"i Von Rüge und Folgen kann nicht die Rede sein, ebensowenig als von jeyer plumpen Insinuation der Parteilichkeit. Im nächsten Wochenblalte das Weitere.
pit Ned.
(1377) Großherzoglich Badische 55 Fl -Loose (l!)te Se- rienztetzung den 31. A unust) höchster Preis 50,000, nie: drigster 42 Fl, sind im Oriainal zu kaufen und zu mie: then bei H. M. Dellevie, Hedwigstraße Nr. 085, der Realschule gegenüber.
Zu verkaufen:
(1570) Eine Menge Karnaricnvögel (Männchen) stehen billig zu verkaufen in der Tränk.pforte Nr 307, gleicher Erde, bei A. Dietrich.
(1478) ]846r Wachenheim er, vier Flaschen zu 1 Thlr. empfiehlt
G. Adolph,
Weinhandluug am Königsplatz JV? 226.
(1301, Ein Kinderwägwelchen wird zu kaufen gesucht. Nachricht ertheilt die Erp. d. Bl.
<®> Das Lager der Herzoglichen Hof-Parfümerien - und ToiUttfcifcn-Fabrik
von
JE. M. JE. Gr axsau auS Braunschweig, befindet sich diese Messe wieder im Hause deâ Herrn G. N. Braun, obere Königsstraße Nr. 121, dem Krieqöministcrium gegenüber.
Zu vermicthe»:
(1495) In der oberen Johannisstraße 'Marktqaffe) Nr. •240 eine Stube und Kabinet mit Möbeln, auf den 1. Septemb r.
[HOB] Ich empfehle eine große Auswahl von Herren-, Damen- u. Kinder-L^huh- waaren, modern und solid, zu den billigsten Preisen, mit dem Bemerken, daß ich die Messe nicht mehr beziehe, sondern auch während derselben mein Laden unverändert in meiner Wohnung, Johannisstraße (Marktgasse) JY? 240 bleibt. jF. FF. ileinhoid.
(1563) Zum Stimmen von Piano-Forte"# werden Bestellungen angenommen bei
H. W. Victor Koch, obere Entevgassc.
Dienftgesnch.
(1500) Ein gewandter Billard - Marqueur und angehender Kellner sucht alsbald eine Stelle in einem hiesigen Gasthause. Nachricht ertheilt die Erp. d. Bl.
[ 1546] Neben meinem optischen Fache unterhalte ich von jetzt an ein
Dagiierreotype-Atelier Behufs Anfertigung von Lichtbildern.
G Rupprecht, Optikus, Marställerplatz Nr. 341.
(1557 In einer hiesigen Bierbrauerei soll die Schenke zu Michaelis verpachtet werden, jedoch muß der hierauf Reflektirende im Besitz der Bierschenk-Konzession sein. Das Nähere in der Erp. d. Bl.
Gesucht: /
(15'28) Ein braver junger Mensch findet in einer £ zirksstadt Kurbessens, in einer lebhaften Monuk ' und Kurze -Waaren -Handlung, wo er zum Kommis herangebildet wird, eine Stelle als t ; Wo? sagt die Erp. d. Bl.
Wiener Affi n-Thefiter.
Heute, Donnerâtag, den 22. August, sinken unter der Direktion des Hru. Cai I i »an Zwei große Vorstellungen des vierfüßigen
Kimstlerverems Ltcrtt.
Kassa-Eröffnung um 4 Uhr. Anfang der ersten Vorstellung um 5 Uhr, derzweiten um 7 Uhr.
Der Schauplatz ist auf dem Friedrich- WilhelmS- Platze.
Johanna Schreyer, r 15451 Eigenthümerin.
(Beilage)