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Stroh gedroschen wurde. 1) Die Ständeversammlung soll Alles thun, waâ den Schleswig. Holsteinern Nutzen bringt. Wer weiß, wo Holstein ist, bevor die Stände zusammen­kommen? Und wie können die Stände bei einem Ministerium Hassen- pflug für Holstein betteln, bei demselben Ministerium, an welches die Berufer der Volksversammlung keinen Erlaß vorzuschlagen wagten. 2) Die Verwundeten sollen iuö Innere Deutschlands tranSportirt werden. Jedermann wird einsehen, daß Verwun­dete, die so weit tranSportirt werden können, nur so wenig verwundet sein werden, daß sie in derselben Zeit schon geheilt sind. Dann be­schloß man eine Erhebung von HauS zu HanS. Dazu bedurfte man ebenfalls keiner Volksversammlung. 3) Die Bekanntmachung der Statthalterschaft, betreffend die Soldaten, soll in allen Wochenblättern verbreitet werden. DaS ist der einzige Beschluß, der waS wesentlich Neues und Zweckmäßiges enthält, und wie winzig ist er! Außerdem soll ein Aufruf an daS deutsche Volk erlassen werden, daß eS seinen Regierungen erkläre, waS eS von ihnen erwarte. Daâ kann daS deutsche Volk in einem Worte auSdrücken und daS lautet: Nichts! Die Herren Berufer erwarten von ihrer Regierung Nichts, sie konnten wissen, daß eS in anderen Ländern gerade so geht. Also4000" Menschen zusammengetrom­melt für Nichts! Oder glauben die Herren, sie hätten etwa die Masse für unsere unglücklichen Brüder zum Mindesten begeistert? thut unâ leid, ihnen versichern zu müssen, daß sie Nichts gethan, als daß sie eine trockene Schulstunde abgehalten haben Warum sich aber eine so große Menge an der Versammlung beseitigt haben, wissen die Herren vielleicht selbst nicht? Wir können ihnen in Etwas daS Ge­heimniß enthüllen. In der Abendâ zuvor abgehaltenen Sitzung deS demokratisch sozialen Vereins wurde beschlossen, der Volksversammlung beizuwohnen und zwar in größtmöglichster Masse, weil man befürchtete, eS möchte darin irgend ein Vorschlag gemacht werden Seitens der Mitglieder deâ VolkSvereinS, gegen den daS Volk hätte protestiren müssen, etwa eine Petition an den Kurfürsten um Truppensendungen â la Hannover. Man konnte sich nicht denken, daß die Herren blos wegen Beschlüssen über Eh arpiez upfen die ganze Stadt ver­sammeln wollten. Aber die Herren wollten weiter Nichts, und so stimmte man denn für daS, waâ schon längst allgemein und überall beschlossen ist, zum Ueberfluß nochmals mit, weilman gerade da war.

Kassel, 8. August. WaS sollte auS unâ blinden Kur- hessen werden, wenn wir daS grundgescheidte Frankfurter Journal nicht hätten und seine tiefsinnigen Korrespondenten auâ Kassel. Diese Menschen sehen daâ Kurfürstliche Graâ wachsen und hören die Haffen» pflugschen Flöhe meßen. Hat wahrhaftig einer dieser volitischen Jlluminaten und Hellseher herausgebracht, daß und nächstens eine Oktroyirung bevorstehen kann, wenn unsere Stände keine Steuern be* willigen. Herr Gott! Wo diese Menschen diese erstaunliche Weis­heit und Wissenheit her haben. Wahrlich, Frankfurter Base, Sie wer­den gut bedient, sehr gut und noch dazu Alleâ umsonst von Freiwilligen, von Männern, die glücklich sind, wenn sie ihr Gedrucktes lesen. DaS nenn' ich ein reelles Zeitung» - Geschäftchen! - Aber schadet Nichts! Dieâ gute Mauschelchen ist schon längst wegen seines Defizits im Oberstübchen so berüchtigt, daß eS Nichts mehr zu riâkiren hat. Die Gottlob bei Waschlappen, Aristokraten und Gothaern berüchtigte Hornisse rechnet eS sich zum größten Vergnügen, dreier Dummheit par excellence den Boden mit unterwüblt zu haben, und nicht blos dem Absolutismus, sondern auch einer faulen, wasch­lumpigen Halbdemokratie nach Kräften geschadet, d. h. der Wahrheit nach Kräften genützt zu haben.

Kassel, 8. Aug. Vorigen Sonntag, am 4. August, fand dahier ein großes Preiâturnen Statt, waâ der Vorort deâ deutschen demokratischen Turnerbundâ hierher ausgeschrieben. ES hatten sich einige Hundert auswärtige Turner auâ Kurhessen und auch auâ Sachsen, Thüringen rc. eingefunden. DeS Nachmittags zogen die jugendlichen Schaaren mit Musik und flatternden Fahnen nach dem Schützenplatz, wo biâ gegen Abend daâ Preisturnen eine zahlreiche fröhliche Menge ver­sammelt hielt. Die Festrede hielt der Vorstand der hiesigen demokra­tischen Turngemeinde, Hoffmann. Die ersten Preise errangen Ha­nauer Turner. Montagâ machte die Turnermannschaft nach dem Lustschloß Sr. königl. Hoheit nach Wilhelmâhöhe einen Morgenbesuch. Abends schloß die ganze Turnfahrt mit einem Festball.

1/ Rauschenberg, 6. August. Trotz allem Muck' Muck! Muck! hat die demokratische Partei im Bezirk Marburg ohne alle Mühe bei den Landtagswahlen mit großer Majorität gesiegt. Wie die Pfaffen, d. h. die Muck! Mucker, darüber Feuer und Flammen speien ist kaum zu schildern. Wehe! Wehe! In ganz Kurhessen Keiner auâ dem schwarzen Bunde gewählt. Wehe! Wehe! Daâ jüngste Ge­richt ist nahe. Am lustigsten ist, wie diese Augenverdreher, Mam- monSdicner und Schmeerbäuche nicht fähig sind zur Erkenntniß , daß daâ Prinzip der Demokratie ihre unwiderstehliche Besiegerin ist,

sondern daß sie in ihrer sinnlichen, thierisch- plumpen Auffassung nur die einzelnen Persönlichkeiten sehen und angreifen. Sie sehen vor Bäumen den Wald nicht, und rennen blind in ihr Verderben.

0 Berlin, 7. August. Man konnte sich gleich denken, daß Oesterreich, Baiern und Konsorten, außer daß sie mit der Ratifi­kationsfrage zugleich die sogenannte deutsche beschleunigen wollten, auch noch einen anderen noch elenderen Kniff bei der Verweigerung der Ratifikation im Auge hakten. Willisen zaudert, wie daâ so seine Art ist, ob auS Dunincheit, oder and Verrätherei, mag der wissen, zaudert, bis er wieder wird geschlagen sein. Er zaudert und läßt den Feinden Ruhe, weil er sich sicher denkt, und weßhalb sicher? weil hinter ihm die Eider ist, und die Eider, so glaubt alle Welt und auch Willisen, von den Dänen nicht überschritten werden darf!! Im Augenblick, wo die Entscheidung nahe ist, kommt die Albernheit dieses Glaubens an daS Universalpalladium der Eidergränze zu Tage. ES eristirt weder ein Waffenstillstand mit Dänemark noch ein Frieden, der im geringsten verbietet, daß die Eider über­schritten werden dürfe. Durch den auf dem Papier stehenden Frie­den ist der Waffenstillstand vernichtet worden, und der Friede hat keine Gültigkeit, da der deutsche Bund ihn nicht ratifizirt hat. Däne­mark kann also nach Belieben über die Eiver gehen oder nicht, und gehört die Bornirtheit WillisenS dazu, der seinen linken Flügel in der Schlacht bei Idstedt ruhig umgehen ließ, ein so einfaches Sach- verhältniß nicht zu begreifen und auf die Eiderlinie alâ einen Festungâ- wall zu vertrauen. Ehe der große Theoretiker Willisen sich's wird versehen haben, werden die Dänen ihm südlich von der Eider im Rücken stehen und die russischen Kanonen ihn von der Seite fassen. Dann Adieu Rendsburg und Kiel ! Freilich bleibt eS immer die Kapital- frage: Ist Willisen wirklich so dumm, oder ist er ein Berräther? Auf jeden Fall aber ist es entsetzlich, daß sich die braven Schleswig- Holsteiner von einem solchen Menschen inâ Feuer führen lassen! Die Sammlungen für die Herzogthümer gehen hier ihren regelmäßigen Fortgang, sind aber für eine Stadt wie Berlin immer noch viel zu unbedeutend. Man richtet indessen jetzt Konzerte ein, die unter der Hand für SchleSwig-Holstein bestimmt sind. Junge Leute begeben sich täglich nach Hamburg, um einzutreten. Der Graf v. Cham- bord (Herzog von Bordeaux) ist vorgestern hier augekommen. Kon- spirirt natürlich gegen LouiS Bonaparte und soll gute Aufnahme ge­funden haben. Der Stifter deS Preußen-VereinS, Hr. v. Katte, hat. sich erschossen.

W Leipzig, 6. August. DaS Ministerium hat daâ Verbot derDresdener Zeitung" bestätigt, obgleich der Staatsanwalt kei­nen Grund zur Anklage in den konsiszirten Nummern fand. Nun wird auch der Ungläubigste im Klaren sein über die Auslegung unserer Juniordonnanzen. DieDresdener Zeitung" wird wahrscheinlich sich mit derLeipziger Zeitung" vereinen. DemNeuen Dresdener Journal" ist erklärt worden, nachdem die Kammern sich selbst für kompetent erklärt hätten, könne eS nicht weiter erlaubt sein, an ihrer Kompetenz zu zweifeln; wenn der Redaktion dieâ nicht einleuche, so werde man ihr Blatt mit Beschlag belegen und nach Befinden verbieten. Diesem Sibi- rismuS gegenüber hört alle Kritik auf. Hr. Siegel hält derDreS- dener Zeitung" eine rührenve Lcichenprcdigt, wobei er eS als Strafgericht deâ Himmels erklärt, daß sie, die einst geschrieben habe: endlich verläßt man den abgeschmackten Boden deâ Gesetzes" nun durch eine Gewalt falle, die ebenfalls den Bove» deS Gesetzes ver­lassen habe. So geht'S diesem armen Gotha. Ueber die Zurück­weisung deS Oberlieutenants Müller in SchleSwig-Holstein erzählt man sich jetzt, hätten sich einige hochadeliche hannöversche Offiziere geweigert, mit ihm zu dienen, da er Demokrat sei und deßhalb habe ihn Willisen nicht anstellen können. scheint fast so, als ob diese patriotischen Offiziere ihre kostbaren Dienste dem verrathenen Lande widmeten, damit Dänemark keinen allzugroßen Schaden leide. ES scheint, so sage ich, aber ich fürchte, eS wird bald zur traurigen Thatsache werden.

Frankreich.

* Paris, 5. August. Ueber die Marseiller Affaire erfährt man Folgendes: Alâ die Gesundheitâkommission abgesetzt und ein außerordentlicher Regierungkommissar ernannt war, ward die Präfektur AbcndS von großen Massen umlagert, während eine Deputation bei der Präfektur die Absetzung deS Kommissars und die Wiedereinictzun., der städtischen Behörde verlangte. Der Stellvertreter deâ abweien -n Präfekten versprach, an die Regierung zu berichten. Ein , äußerte: Die Pariser haben unS auch nicht gefragt, als sie f! ,«M mach«» - n>ir» un- i» W^Ä #.»«* £ 6« P-ns°r regieren. UeSeigenS »«»> * ^. @« ®Mm räumt und die Stadt beruhigte sich allmählich 1

Bedeutung.