pedition (obere Entenqakc Nr. 132) zu 6 Hlr Durch alle Postämter /e beMt» Inserstt die dreispaltige PetitzeSe 8 Hlr.
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Dritter Jahrgang-
D l e Hornisse.
M-LAO. Kassel, Sonnabend den 3. August LsZO.
An die Soldaten!
Soldaten! Warum tragt ihr die Waffen? — Ihr, die ihr freiwillig euer Leben dem Dienst dcö Kriegs gewidmet? Ihr, die ihr dem Ruf des Staates gefolgt, der euch auö euren Werkstätten und vom Ackerbau zum Heere rief?
Soldaten! Tragt ihr die Waffen etwa gegen eure Väter und Brüder, die euch mit ihrer Hände Arbeit ernähren, — tragt ihr die Waffen gegen euer eigen Fleisch und Blut — seid ihr beim Heer, um nur im Paraden- und Wachtdienst eure Zeit zu verbringen, oder seid ihr zum Schutz des Vaterlands gerüstet und geübt worden und den Werken deS Friedens entrissen? —
Soldaten! Während ihr in eurer Garnison die Hände in den Schooß legt, stürmt der Feind unseres Volkes, der übermüthige Däne in Verbindung mit den Russen in unser deutsches Vaterland, überzieht er unsere deutschen Brüder in Schleswig-Holstein mit einer Uebermacht, vor welcher diese nicht Stand halten konnten, — verheert er jenes Land, für daâ ihr selbst im vorigen Jahre so tapfer gestritten. — An den Grenzen stehen die preußischen Truppen, Gewehr bei Fuß, sie müssen auf Befehl, wenn auch mit heimlichem Ingrimm, ruhig zufchen, wie ihre Waffenbrüder von dem Schwerte der Feinde nieder- gcmctzelt werden.
Soldaten! Wenn ihr eure Pflicht kennt, wenn ihr wißt, daß euer Leben dem Kampfe gegen die Feinde dcö Vaterlands geweiht ist, — und wenn man euch nicht in den Streit führt zur Unterstützung unserer Brüder im Norden: — so gehorcht einzeln dem Ruf der Ehre, den die Schleswig-Holsteiner laut an euch ergehn lassen, und dem in Oldenburg, in Baiern, in Würtemberg schon,so mancher Brave gefolgt ist. — Und wenn eü auch im Rath der Fürsten und der Gewaltigen beschlossen ist, daß das tapfere SchleSwig-Holstein verloren sein soll, — so zeigt ihr, daß eö auch in den deutschen Armeen noch Männer gibt, die nicht die Aufgabe des Kriegers darin finden, Pölizeicienste gegen die Bürger des eignen StaatS zu thun, sondern darin, dem Ruf der Schlachten, dem Ruf der Freiheit und Urabhängigkeil mit kühnem Muthe zu folgen.
Soldaten! Handelt nach P f i ch t!
S ch l e s w i g - H v l st c i N.
«’s Hütvua, 31. Juli.— Nach einer Correspondenz der „Fly. vepost" auâ Flensburg sollen Generalmajor v. Schleppegrell unD Oberst Trepka nicht durch Soldaten, sondern durch Bauern im Obcr- Stolk erschossen worden sein. Sie halten sich während der Schlacht be- Waffnet und einen Theil der 2ten dänischen Division durch ein mürbe- risches Feuer auS den Häusern angegriffen. Derjenige, dessen Kugel den General Schleppegrell tödtete, ist ein Greis von 7 0 Jah- r e n und ward nebst 15 antern Baucin gebunden nach Flensburg gebracht.
Der Bericht schließt mit der sentimentalen Phrase: „Dies sind im Wesentlichen die Grundzüge eines Kampfes zwischen zwei Armeen, die von der Natur und nach der Entwickelung der Verhältnisse bestimmt sind, in Vereinigung zu wirken."
Aus sicherer Ouclle erfahre ich, daß General Willison nicht nur einen Rückzug hinter die Eider nicht beabsichtigt, (steht im Wie- derspruche zu einer telegraphischen Depesche des C. B.) sondern viel- l icht schon morgen oder übermorgen die Dänen angreifen wird. Nach bim ungeheueren Verluste, den dieselben an höheren Offizieren sowohl, alâ an Unteroffizieren und Gemeinen erlitten, wäre auch ein längeres Zaudern unsererseits unverantwortlich. Freilich hat die letzte Schlacht auch in den Reihen unsrer Offiziere be.ouderö sehr bedeutende Lücken.
gemacht. Dieselben werden aber, wenn die Meldungen von freiwilligen Offizieren noch einige Tage so fortdauern, sehr bald ausgefüllt sein.
Unsere Vorposten sollen nach den neuesten Nachrichten bei Geff- horn, zwischen Kiel und Eckernförde stehen, ihnen dicht gegenüber die Dänen. Einer Nachricht der „Nord. fr. Pr." von der Wicderbe« setzung Eckernförde'6 durch unsere Truppen wird durch die eben erschienene „lithographische Korrespondenz" widersprochen. Allerdings soll Oberst Gerhard (ein Preuße in schleswig-holsteinschen Diensten) mit einigen Bataillons eine RekognoSzirung nach Eckernförde vorge- nommen haben, worauf sich die Dänen zurückzogen. Da es aber nicht in der Intention unseres Oberkommandos lag, diese Position zu halten, so gingen auch die Unsrigen wieder zurück.
Ein heute aus Rendsburg hier eingetroffener Reisender versichert, daß die Unsrigen den kurzen Aufenthalt in Eckernförde dazu be- nutzt hält», von den auf dem Rückzüge von Idstedt vernagelten 14 Kanonen 9 mit nach Rendsburg zu nehmen. Bei dem Ausladen der übrigen 5 Stück sollen sie von den Dänen überrascht worden sein. Ferner versicherte mir der Reisende, er habe von einem Arzte der Armee die Mittheilung erhalten, daß 1 3 schwedische B-ntail- lone in den Reihen der Dänen kämpften. Der Arzt will dieS aus dem Munde eines , efangenen dänischen Offiziers gehört haben.
Fr ie v r ich s o rt, die Hafenfestung von Kiel, wird von den Unsrigen stark verschanzt. Der Batteriechef Christiansen kommandirt daselbst die Artillerie. — Die Dänen haben den Anker „Christian VHL", welcher in einer Kirche in Eckernförde eingemauert war, mit fortgenommen.
” Humburg, 1. Aug. — Eine telegraphische Depesche berichtet von einem Vorpoftengefecht bei Friedrichstadt zwischen den Dänen und dem ersten JägerkorpS.
Deutschland.
* * Saffel 7 3. August. — Wir beeilen uns, unsern Lesern die erfreuliche Mittheilung zu machen, daß Se. königl. Hoheit wieder in unserer Mitte angenommen sind, vermuthlich, um an der Seite dcâ Hrn. Hassenpflug Allcrhöchstdero Geburtstag dahier zu feiern.
* * jiaffel, 3. August. — In der gestrigen Sitzung erklärte sich der demokratisch-soziale Verein vollkommen einverstanden mit der von Seiten der Wahlkommission hinsichtlich der letzten Ständewahlem beobachteten Taktik.
* Maffei, 3. Aug. — Allem Vermuthen nach wird die demokratische Partei auf dem nächsten Landtage die Majorität erhalten, sicher wenigstens mit der konstitutionellen Partei ziemlich gleich stehen. Gewählt sind bereits von den demokratischen Kandidaten: Bayrhoffer (zweimal), Theobald, Coster (zweimal), Kellner, Förster (zweimal), Lollich, MalkmuS, Weinzierl, Hausmann (stimmt sicher mit der Linken), Knobel, Loth, Wend.roth, Hillenbrand, Möll r und Weisen.
r Marburg, 1. Aug. - In der hiesigen Stadt ist am 29. und LG Juli der Prof. Bayrhoffer zum LandtagSabgeordneten gewählt worden. Derselbe erhielt 318 von den abgegebenen 485 Stim- m n, Lederer gegen 100, Ulvth gegen 60, einige andere zersplit- tclt.n sich. Die Staatödicucr wählten nicht zahlreich, meist den Uloth, einige den Lederer, einige auch Bayrhoffer. Für letzteren stäunne in umfassender und entleibe über Weise der Kern der Bürgerschaft. Auch in den Städten Frankenberg und neun anderen ist Bayrhoffer mit 719 von den in^Wahltermine am 29. Juli abgegebenen 873 Stimmen ge- wählt worden, in den meisten Städten fast einstimmig. Besonders vom Interesse ist hier die Abstimmung der Stadt Gemünden, von welcher bei der vorigen Wahl Bayrhoffer nicht gewählt wurde und deren ^tadt- rath in diesem Frühjahr eine Vcrtraueuâadreffe an HasflnpG'ö Kickte. Acht stellt sich heraus, daß dies dmch die dortigen Pastore lswirkt worden war, welche auch diesmal durch ihre Gegenwart auf die Wahl.