Dritter Jahrgang.
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M'-17S. Kassel, Sonntag den 28. Juli 1830.
Demokratisch-sozialer Berein.
Kommissron für die Wahlagitation.
D e m o k r a t e n !
Die nächsten Lage werden entscheiden, ob die demokratische Partei Kassels der konstitutionellen Partei mit Bewußtsein gegenüber steht, oder nicht.
Die konstitutionelle Partei hat für den ersten Wahltag Hrn. Schwarzenberg, für den zweiten Hrn. v. Schenk vorgeschlagen.
Die konstitutionelle Partei hat ihre Schuldigkeit gethan, thun wir die unsrige.
Die konstitutionelle Partei hat keine Mühe gescheut, das Gerücht in Umlauf zu bringen, Dr Kellner sei bereits gewählt und brauche deshalb in Kassel nicht abermals gewählt zu werden. Es ist dasselbe Manöver, mit dem man die Wahl im Landwahlbezirke Kassel zu durchkreuzen suchte, wo man von konstitutioneller Seite Doctor Kellner als Kandidaten vorschlug, um unserem Kandidaten, dem Bürgermeister Loth, die Stimmen zu entziehen, die demokratischen Stimmen also zu zersplittern.
Demokraten! Unsere Partei wird zeigen, daß es ihr nicht um einen Scheinvortheil zu thun ist, daß sie Wahrheit haben will, Wahrheit vor Allem. — Unterliegen wir im Wahlkampfe, so unterliegen wir als die schwächere Partei. Wir werden suchen, unsere Partei zu stärken.
Die Kommission für die Wahlagitation bleibt bei ihrem Vorschläge:
Doctor Kellner für den ersten Wahltag.
Kaufmann M U h m für den zweiten Wahltag.
Damit ist zugleich das Gerücht widerlegt, als würde die demokratische Partei, falls Doctor Kellner am elften Tage unterliegen sollte, denselben am zweiten Wahltage abermals aufstellen.
Kassel, am 27. Juli 1850.
F. v. Dittfurth. A. L. Raabe. J. Schönfeld. Fr. Reinmold.
J. Rheins. W. Hahn. M. Hering. H. Heise. Bergmann. Dedolph. Beinersdorff.
Schleswig-Holstein.
6 Hamburg, 25. Juli. — Während rben die auö Schleswig heimkchrenden preußischen Truppen mit klingendem Spiel in unser Hamburg einzogen, wird wahrscheinlich in diesem ^Augenblick daS Schicksal des Nordens entschieden. (Die Red.). Gestern war ein allgemeines Vorpostentreffen, wie wir schon berichtet, und heute ist wahrscheinlich eine Hauptschlacht. Schon früh Morgens rückten gestern die Dänen auf die schleswig-holsteinische Vorpostenlinie zu, die sich auf ihr Corps zurückzog, woraus sich ein allgemeines Treffen entspann. UebereinstimmendkN Berichten nach muß eâ die Absicht der Dänen gewesen sein, den linken Flügel zu umgehen und so daS Centrum der Stellung der Schleswig - Holsteiner bei Jdstädt zu durchbrechen. Hier am linken Flügel war der Kampf auch am heißesten, und hier gelang es den Dänen auch zuerst, die Schleswig-Holsteiner zurückzudrängen, bis unter Willisenâ Leitung selbst Verstärkung ankam, so daß daS Heer am Abend die Dänen auf allen Punkten geworfen
hatte. DaS möchte wohl übersichtlich der Gang dcâ sehr hartnäcki- gen Gefechts gewesen sein, soweit man die zum Theil etwas flüchtigen Berichte, die von Schleswig her zugehen, zu entziffern vermag. Die Schlcöwig-Holsteiner haben den Vortheil einer sehr günstigen Stellung, aus der sie weder die Hin- und Hermärsche noch die Operationen der Dänen herausgelockt haben. Die Gegend um Jdstädt ist erne etwas hoch liegende Ebene, in der sich sowohl Artillerie als Kavallerie vortrefflich verwenden lassen.
Sd)leewifl , 25. Juli. — Die Schlacht hat stattgefunden. Die Schleswig-Holsteiner sind geschlagen. Schlagt an eure Brust deutsche Soldaten und Offiziere, eure Kameraden sind geschlagen, weil es au einigen Regimentern fehlte, welche das Centrum der fchleS- wlg ° holsteinischen Armee stark genug machen konnten, um einen Durchbruch dänischer SeitS zu verhindern. — An einigen Regimentern fehlte es, ihr Soldaten in Kassel, Hannover, Darmstadt, München; während ihr ruhig daheim saßet, — an einigen Regimentern ihr Gothaer fehlte es, und nicht an den Paar Batzen, die ihr b-S jetzt gesammelt habt»