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auf baarer Unkenutniß beruhen. Die Statthalterschaft hat der Demokratie als solcher nie eine Konzession gemacht (das können wir der Statthalterschaft mit gutem Gewissen bezeugen), und wir meinen, daß dies zum Unterschiede ücm preuß. Ministerium gerade vom General Rauch hier anerkannt wurde. Die Demokratie, welcher die Berliner Verträge vom 10. Juli v. I. hier erst einige Bedeutung gegeben hatten, ist mit dem Aufhören dieser Verträge in Bedeutungslosigkeit znrückgesunkcn." Man sieht also, daß die löbl. Statthalterschaft trotz alledem den Muth noch nicht verliert. Der Halsstarrigkeit des DänenkönigS setzt sie ihre Armee, der Preußenpartei aber ihr echt konstitutionelles Bewußtsein entgegen. Und sollten die Demokraten wirklich einmal den Versuch machen, sie zu stürzen, so wird sie der liebevolle JakobuS Venedey, welcher gegenwärtig in den Herzogthümern weilt, mit seinem Leibe decken und denWühlern" uoch ein Mal die denkwürdigen Worte entgegendonnern: Nur über meine Leiche geht der Weg zur Republik!

^ ^llf otta , 25. Juli. Der K ainpf hat begonnen. Gestern Morgen nach 7 Uhr sind unsere Vorposten fast auf der ganzen Linie, besonders aber im Centrum bei Jdstädt mit den dänischen zu­sammengerathen, wobei unsererseits Jäger und Dragoner thätig ge­wesen sind. Nach einem ziemlich heißen Gefechte, das mit dem Rück- zug unserer Vorposten auf daS Gros endete, führten die Dänen aufS Neue 1 bis 2 Brigaden in den Kampf. Sie rückten von LuSbusch und Holligbruck vor, um die Unsrigen auS ihrer Position bei» beck zu rerdrängen, waS ihnen aber nicht gelang. Während den Dänen daS Gehölz einen großen Vortheil für ihre Tirailleure bot, begün- stigte das Terrain unsere Artillerie. Der Kampf endete mit einem Siege der Unsrigen, indem sie ihre Position be­haupteten. Unser Verlust besteht in 150 Mann, von denen die Meisten jedoch nur leicht verwundet sind. Außer unserm 1. und 15. Bataillon, welche beide daS stärkste Kontingent von Verwundeten lie- ferten, waren auch noch das 3. Jägerkorps und eine 12pfündige Bat­terie im Feuer.

Fast allgemein vermuthet man, daß die Dänen eine formte Re- kognoSzirung vornehmen und zu diesem Zwecke unseren linken Flügel hei Jübeck und Silberstedt umgehen wollten.

AuS Schleswig wird geschrieben, daß bereits einzelne dänische Gefangene eingebracht worden seien. Nach deren Aussage soll die da- vische Armee 34 Bataillone, jedes zu 1200 Mann zählen. Jedoch schätzt man die Starke der in der Nähe des Kampfplatzes befindlichen Dänen nicht über 15,000 Mann.

Der heutige Tag dürfte ein sehr heißer werden. Man erwartet allgemein, daß es zu einer entscheiden­den Schlacht kommen werde, da die Dänen ihre gestrige Nie­derlage werden rächen wollen.

Der so eben hier angekommene Bahnzug bringt die Nachricht, daß man schon heute Morgen um 3 Uhr in der Richtung von Eckernförde und Schleswig her Kano- nendonner vernommen habe.

Bei Düttebüll, nördlich von der Mündung der Schlei, soll seit dem 22ften Abends eine englische Eskadre, 11 Linienschiffe und Fregatten stark, postirt sein. Man vermuthet wohl mit Recht, daß ihre Bestimmung die sein wird, die Operationen der russischen Flotte zu beobachten. (Ein anderer unserer Korrespondenten zweifelt an der Nachricht und meint, jene Eskadre sei vielleicht die russische Flotte.)

Die letzte Feldbatterie soll gestern Abend 9 Uhr Rendsburg ver­lassen haben.

Die Statthalterschaft hat ein Manifest erlassen. DieNordd. fr. Presse " zeigt in ihrer heutigen Nummer an, daß sie dasselbe noch heute in einem Ertrablatt bringen würde. Die Sprache darin soll Ziemlich entschieden sein, waS man freilich von der Statt­halterschaft nicht erwartet hätte. Wenn übrigens nur jede Zeile einer Proklamation im Stande wäre, einen Dänen umzubringen, so hätten toir sicher schon die ganze dänische Armee sammt ihremKönig" und unsermHerzog" vernichtet, mit so vielen Manifesten und Proklama- Honen werden wir jetzt überschwemmt.

Deutschland.

Kassel, 26. Juni. Gestern wurde der ObergerichtSan- Wait ~ elfer (der Beleidigung der Regierung angeklagt) von den Ge­schwornen freigesprochen. Die Haupt- und Staatö-Akl.on, die der Angeklagte mit der Vorladung Hassenpssugö re. beabsichtigte, wurde vereitelt. Die Vorgeladenrn erfrieren nicht.

* Kassel, 26. mOi Die konstitutionelle Partei macht heute bekannt, daß sie für k e nächste Standewahl die Hen en Schwarzen­berg und v. Schenk Vorschläge, ersteren für den ersten, letzteren für den zweiten Wahltag.

Marburg, 24. In!;. (Nachträglich.) Die LandrsschuUynode,

welche für dieses Jahr hier zusammengetreten war (s. Nr. 168 der Hornisse"), beschäftigte sich unter Anderm zwei Sitzungen hindurch mit dem hochwichtigen Gegenstände derLehrerbildung". Höchst interessant waren die Debatten, die von den verschiedenen Stand­punkten, von dem deS Praktisch-Möglichen und der Idee ausgingen. Die große Mehrheit der Versammlung sprach sich entschieden gegen die jetzige Seminarbildung aus.Geistige Selbstständigkeit, praktische Tüchtigkeit deS Volksbildners könne sie nicht gewähren. Die Höhe der Zeitbildung fordere eine tüchtige, wissenschaftliche Bildung der Lehrer, ohne sie werde weder der Stand noch die Schule gehoben." Ein Theil war unbedingt für die Universität als letztes Institut. Nach Verwerfung mehrerer Anträge wurde mit 12 gegen 8 Stimmen der Beschluß gefaßt:Die Volksschullehrer erlangen ihre Bildung in einer Anstalt, welche mit der Universität verbunden ist, in einer akademischen Lehrerbilduugs- Austalt." Alö VorbildungS-Jnstilut entschied man sich für eine vollständig organisirte" Realschule und nach Vollendung deS Studiums bis zur definitiven Anstalt die nicht gleich erfolgen soll für die Stelle eines Hauslehrers, Gehülfen an einem Privat-Jnstitut oder einer Volksschule unter der Leitung eines tüchtigen Lehrers. Wenn der Staat die 16,000 Thlr., welche die Seminarien jährlich kosten, nebst dem Erlös der zu veräußernden Gebäulichkeiten u. s. w. einer akademischen LehrerbildungS-Anstalt zuwenden wollte, so dürfte der Ausführung der Sache eben Nichts im Wege stehen, als etwa das alte Prinzip.

O Berlin, 25. Juli. Vielleicht wissen Sie eS in Kassel noch gar nicht, daß Kurhessen in einer Note vom 22. Juli sich definitiv von der Union loSgesagt hat. Schleinitz hatte nämlich bei Kurhessen angefragt, ob cS in die dreimonatliche Verlängerung des Provisoriums einwillige. Es war zwar schon auf dem Fürstenkongreß von Seiten Hassenpssugö oder des Kurfürsten die Erklärung abgegeben worden, daß Kurhessen nicht dazu beitragen werde, auch nur dem kleinsten Stückchen Union zur Existenz zu verhelfen, und diese Erklä­rung hätte füglich Hrn. Schleinitz genügen können. Spätere einlenkende Aeußerungen hätten ihn jedoch wieder unsicher gemacht, und so erfolgte denn die obige Anfrage, auf die Kurhessen am 22. d. M. sehr schnöde geantwortet hat. Die Note nimmt Bezug auf jene Erklärung beim Fürstenkongreß und spricht große Verwunderung auS, daß man jene Anfrage überhaupt noch an Kurhessen gerichtet habe. Man wolle weder mit der Union noch mit ihren Institutionen daS Geringste zu schaffen haben, danach möge man sich richten. Offen ist das jedenfalls gesprochen, selbst die Gothaer werden nun nicht mehr zweifeln. Kurhessen soll auch gegen die Verlegung badischer Truppen nach preußischen Garnisonen protestirt haben. Man glaubt eS aber nicht. Der Kurfürst möchte seine Truppen wahrscheinlich am liebsten ebenfalls von preußischen Un- terosfizieren ein wenig instruiren lassen. Die Parade unter den Linden beim Fürstenkongreß hat ihm ja so wohl gethan! Während der Abwesenheit deS BaronS Mcyendorf wird der Baron v. Budberg die Ehre haben, dem hiesigen Kabinet die Befehle des Beherrschers aller Reußen mitzutheilen. Meyendorff kommt übrigens im September zurück. Man spricht schon wieder von der Aufstellung eineâ großen Armeekorps bei Torgau, bei Erfurt, in Schlesien und am Neckar. Und die 80,000 Mann in Böhmen? Wozu der Schwindel?

OW Dresden, 24. Juli. Die Kammern haben gestern ihre Ausschüsse gewählt, was eigentlich sehr unnötig ist, da sie selbst nur der Ausschuß deS Landes sind. Die Abg. R in k el und H aber- korn brachten in den zwei Kammern sodann die Kompetenzfrage in Anregung und stellten einen deofallsigen Antrag vom oppositionellen Standpunkte auS, derselbe ward dem betreffenden Ausschüsse überwie­sen und wird wahrscheinlich spurlos entschwinden, ob die Herren An­tragsteller mit ihm zugleich auS der unverfassungsmäßigen Kammer verschwinden werden, daS ist noch die Frage. Heute wurde überj1 fehlenden Abgeordneten verhandelt und von den Kammern beschloß"' wo eS nöthig sei, die Stellvertreter einzuberufen. ES ist kein Zwei­fel, daß der Landtag noch ziemlich vollzählig wird. Der ehemalige Oberlieutenant und Abgeordnete Müller «st als Hauptmann in der schlcâwig holstcinschen Armee eingestellt worden. Er ist Demokrat und seine militärische Befähigung ist selbst von seinen Gegnern noch nicht angefochten worden.

VV Leipzig, 24. Juli. Hier sieht eS traurig auS. Selbst die Spaar- und Unterstützungövereinc der Arbeiter sind nicht verschon worden, man hat ihnen nicht einmal gestattet, sich noch eiimal zu versammeln, um das Nothwendigste in Betreff der Kaßenverwaltung u. dgl. zu besprechen. DaS Lokal deS Arbeitervereins, eine öffentliche Wirthschaft, ist versiegelt, die Läden verschlossen, daS ganze HauS sicht leer DaS sind die Fortschritte unserer Kultur, die Sicherheit des Eigenthums, daS Zunehmen deS Wohlstandes. Der Burger schul- telt mit dem Kopfe und spricht, so kann eS nicht bleiben, der Arbeiter