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ein kleines hannöversches Sonderbündlein, ein niedliches Arrangement für einen nordalbingischen oder sächsischen Staatenbund, resp. Bun- desstaat unter der Krone Hannover — auf diese Einladung, doch sich baldigst und gütigst mediatisiren zu lassen, hat Oldenburg ebenso freundlich wie ausführlich geantwortet — waS? — Nichts! — ES setzt den UnionSunsinn nochmals auseinander und erklärt schließlich, man möge ihm nur weitere Mittheilungen zukommen lassen — Bescheidenheit ziert die Kleinen!
— Aus Thüringen. Rudolstadt im Juni. — Welcher plumpen Mittel die rothe Reaktion, welcher verächtlichen Subjekte sie sich bedient, ist Jedermann bekannt. Dieses Schauspiel wiederholt sich alle Tage aller Orten. Entlarven wir sie, züchtigen wir sie mit der Geißel deâ Abscheuâ und der Verachtung, wo und wie wir sie finden. Hier in Rudolstadt lebt ein Mann, der RegierungSrath Hönniger, ehemals Mitglied der deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt und Stuttgart, ein Charakter, dessen reines Leben von Jugend an vor den Augen aller seiner Landsleute offen liegt, wie es in einem so kleinen Ländchen so leicht möglich ist. Desto verächtlicher die Kreaturen, die mit schmutziger frecher Verläumdung, mit Ohmschen Enthüllungen und Gödschescher Kombinationögemeinheit keine Intriguen, keine Pamphlete sparen, um ihn zu vernichten. Diese Elenden. Ohne Hönniger hätte eâ freilich auch eine Revolution gegeben, aber ohne ihn wäre diese Revolution nicht so großmüthig mit diesen Schurken verfahren. Hönniger war ihr Retter. So danken ihm die Verworfenen. Hönniger war damals Mimsterialsekretär; — doppelt hoch stellte eâ ihn darum in den Augen deâ Volkeâ, daß ein solcher Mann, abhängig von der fürstlichen Willkür, muthig daâ Amt seineâ Führers und Dolmetschers ergriff, und alle Verleumdungen der Feinde dieses tapferen Charakters haben daâ Volk zu keinem Zweifel an der edlen Seele seines Freundes bestimmen können. Unter diesen Feinden sucht an Bosheit und Heimtücke der aus Apolda gebürtige Dr. Müller seines Gleichen (f. Nr. 12 vom 13. Jan. der N. D. Ztg.). Dieser Mensch, der Schüler der Schweizer Jesuiten, wurde von dem 1848 fortgejagten Ministerpräsidenten und wirklichen Oberstallmeister v. Witzleben von Bern berufen; — er ist Vorstand drâ 40 Mann starken konstitutionellen Vereins , — eine geborne Lakairnnatur, ein geborner Feigling. Zu seiner vollkommenen Charakteristik folgende Stellen eineâ Vogt' scheu Briefes:
Bern, 12. Februar 1850.
„Müller wurde fast an meiner Seite bei dem bekannten Okloberkrawall in Bern verhaftet und auf mein gerichtliches Zeugniß wieder freigelaffeN. Besagte» Krawall, der Xnfangè nur wegen Marktpreisen entstanden war, nahm bald einen politischen Charakter an und man hatte Müller in Verdacht, öffentlich das Volk gegen bis nur seit Kurzem eingesetzte radikale Regierung zum Ausruhr aufgefordert zu haben.
Die» war indeß nicht der Fall und die Untersuchungsbehörde erklärte: qu’il n’y avait pas lien. Er hatte es auch richt gethan , denn Müller thut nichts öffentlich; — so sehr er heimlich und anonym in Privatgespräch.n und Zeitungen gewühlt und geschimpft hatte, beim Krawall slbst war er unbetyeiligter Zuschauer. Da Ihnen einstweilen über Müllers Charakter Folgendes interessant sein durfte, so theile ich es mit. Er kam hierher mach Bern) von Zürich auf Empfehlung der Snelle, da er damals den Radikalen spielte. Er verleumdete sie unmittelbar nachher zum Danke. Ein niederträchtiger, boshafter, machiavellistischer Charakter, ist er nur dazu geschaffen, heimlich und im Dunkeln Mine zu graben und gleichgültig Wen? - aber irgend Einen zu unterwühlen. Er ist feige bis zum Exzeß, laßt sich öffentlich beschimpfen, ja mißhandeln — zahlt aber dann in der Stille heim und hat seine Freude an jedem Drecke, sogar an dem, womit seine Freunde beworfen werden. Seine Grobheit ist der Deckmantel seiner Feighiit, fein Renommiren das Pflaster seiner Niederträchtigkeit. Er ist hier weggogangen, ohne einen Freund zu hinterlassen — beladen mit dem Haß und der Verachtung aaer Parteien, aller Individuen. So schlau er im Spinnen seiner Intriguen ist, so leicht ist er wieder durch seine Eitelkeit zu packen. Er renommirt gern mit feinen Teufeleien, und wenn Sie einen Bekannten haben, der sich etwas dumm stellen kann und sich den Anschein gibt, als ließ er sich imponiren durch die Schlechtigkeiten und als bewundere er das tiefe mephistophelische Genie, was darin steckt, so können Sie ihn durch diesen über alle seine Pläne aushoUn. Dabei komprommittirl er gern seine schlechten Kerls von Genossen, indem er gern öffentlich ein Gespräch zum Besten gibt, wie er sie zu Diesem oder Jenem verleitet, ihnen diese oder jene Bosheit eingeblasen habe. Seine Pläne kommen meist dadurch nicht zum Ausbruch, daß er vorher, ehe es zum Platzen kommt, ihr Endziel verräth, um die Freude zu haben, die langen Gesichter seiner getäuschten Genossen zu sehen. So verbringt dieser elende Mensch in Mine unb Contremine feine Zeit, ohne es weiter zu bringen, als zur Verachtung von Allen. Bauen Sie Ihre Vertheidigung gegen ihn besonders auf seine Feigheit und seine Sucht, sich aus der Schunge zu ziehen und seine Helfershelfer hinein zu knüpfen.
Details über Müller auszutreiben ist schwer, da er stets nur die Flinte läd'l unb Andere sie losschießen läßt."
Wir enthalten und jeglichen Kommentars über dieses scharfe, aber gediegene Urtheil Bogt'â. O!!! glückliches Schwarzburg!!! daâ einen solchen Mann wie Müller an der Spitze seiner einzigen höchsten Lehranstalt hat, der den Beruf hat, die künftigen Staatâdiener zu bilden. —
Eckelshausen (bei Biedenkopf). — Am 18 d. M. ist abermals ein Bubenstück von Seiten einiger hessischer Soldaten ver. übt worden. Fünf Soldaten haben sich nämlich nicht gescheut, auf offener Straße und am Hellen Tag ein Mädchen zu überfallen, um
eS zu schänden. Als daS Mädchen nach Hülfe schrie, zog einer seinen Säbel und verwundete sie durch wiederholte Hiebe. Bald kamen Leute, die den Hülferuf der Unglücklichen hörten, aus dem Felde hcr- beigeeilt, keiner aber hatte den Muth, der Büberei energisch entgegen- zutreten. . (Hess. Zusch.)
Aus Baiern. Der baierische von der Pfordten macht seine Sachen gar nicht übel, daâ Fatale ist nur, eS will kein Resultat folgen. Inzwischen amüsirt er sich mit den größten inländischen Angelegenheiten, worunter die Verfolgung der schwarz-roth - goldnen Farben eine der wichtigsten ist. Die Westv. Zt^. berichtet darüber: Besonders scheinen die vielen Militär-Kommandantschaften speziellen Befehl vom Ministerium zu haben, gegen solche revolutionäre (?) Demonstrationen selbst mit Waffengewalt einzuschrcitcn. Hören Sie auch hier ein Beispiel: Die Bürger von Neustadt a. Aisch halten zu ihrer Jahreömefse eine schwarz-roth-goldne Fahne auâgesteckl; kaum hatte dies der Major der dort garnisonirenden CheveaurlegerS bemerkt, als er sogleich gegen daâ feindliche Zeichen (daâ er, beiläufig gesagt, selbst am Helme trug), Sturm kommandirte, in höchsteigener Person zuerst die Sturmleiter erkletterte und die Fahne selbst unter wüthenden Gebehrden Herunterriß; dann begab sich der Held selbst unter die erzürnten Bürger und drohte, wenn sie nochmals diese aufrührerische Fahne aufpflanzen würden, lasse er sogleich eine Sektion Soldaten gegen sie vorgehen und rücksichtslos auf sie einhauen. — DaS HauS WittelSbach, an dessen rühmlosem Throne schon daS Blut deâ braven Fugger klebt, ist im Begriff durch eine neue Blutschuld den nahe verwandten österreichischen Slandrechlötigern würdig an die Seite zu treten. Daâ pfälzische Kriegsgericht soll den zu der Volksfahne überge- tretenen Junker v. Fach (unter den Aufständischen Major) endlich auch zum Tode verurtheilt haben und das Urtheil dem Könige zur Unterschrift vorliegen. Die Mutter deâ Märtyrers ist nach München geeilt, um vielleicht durch eine „ milde HerzenSregung" deS Königs Gnade zu gewinnen.
München, 22. Juni. — Durch folgende Verfügung der königl. Regierung von Mittelfranken werden sämmtliche in dieser Provinz bestehende Arbeitervereine en bloc geschlossen: „Im Namen Seiner Majestät deâ Königs. Die Arbeitervereine in Mittelfranken haben nach den hierüber gepflogenen ausführlichen Erhebungen nicht bloS die in ihre Satzungen aufgenommencn BildungS» und Wohlthätigkeitszwecke im Auge, sondern richten ihr Streben überhaupt auf eine allgemeine Umgestaltung der sozialen Verhältnisse deS Arbeiterstandeâ , die heut zu Tage eine der wichtigsten Stellen unter allen öffentlichen Angcle- genheiten einnehmen. Sie unterliegen daher allen gesetzlichen Anordnungen über politische Vereine und insbesondere nach Artikel 17 deS Gesetzes vom 26. Febr. d. J. dem Verbote der Affiliation. Nachdem nun durch die oben bemerkten Erhebungen nachgewiesen ist, daß die Arbeitervereine in Mittelfranken nicht nur unter sich, sondern auch mit andern Vereinen deâ In- und Auslandes in organischer Verbindung stehen, nachdem ferner eine solche Verbindung, wie sie deutlich und unzweifelhaft auch auâ dem Korrespondenzblatte aller deutschen Arbeiter, dem in Leipzig erscheinenden Blatte: „die Verbrüderung", hervorgeht, sich als eine nothwendige Bedingung zur Erreichung der vorgesetzten Zwecke darstellt, während sie dagegen nach den gesetzlichen Bestimmungen über Vereine in Baiern nicht zulässig ist, so sieht sich die unterfertigte Stelle veranlaßt, sämmtliche Arbeitervereine auf den Grund deâ Gesetzes vom 26. Febr. d. J. Art. 19 Ziffer 4 zu schließen und die Distriktâpolizeibehörden zum Vollzüge dieser Verfügung hiervon in Kenntniß zu setzen. Anâbach, am 21. Juni 1850. Königl. Regierung von Mittelfranken, Kammer des Innern, v. Boltz." (N. K->
Dänemark
* Kopenhagen, 25 Juni. — Das Ministerium hat in einer langen und stürmischen Sitzung deâ Reichstags den Stand der Unterhandlungen offen dargrlegt. Dänemark hat an Preußen daâ Ultimatum gestellt, entweder einen Separatfrieden mit Preußen abzuschließen, oder den ersten geheimen Artikel der FriedenSprälime- narien eintreten zu lassen. Dieser famose Artikel ist folgenden I»' haltâ : „Wenn wider alles Erwarten" die Herzogthümer zu den Waffen greifen gegen die Stipulationen deâ Waffenstillstands, so so Preußen alle Truppen auâdenHerzogthümern ziehn und alte preußischen Offiziere auS dem s^l<S- wig- holsteinfchen Heere abberufen. Zugleich verspricht Preußen AlleS aufzubieten, um in dem zum deutschen Bunde gehörigen Holstein die Legitimität deS Souveräns herstellen zu helfen dafür will der Jnselkönig nicht über die Grenze Holsteins rucken. — Da ist die deutsche Politik der Burggrafen von Nürnberg und Hohenz ollern; der Ursprung ihrer Größe war der Schacher mit Land und Leuten - er wird auch ihr Untergang fein. - Die Mt- niper fügten Hinz» : man habe dänischer SeitS vorgeschlggen, daß der