@ri*eint täglich, Montags auLgenow- mtn Biertel!ährlicher AbonnemenlSpreiS
24 S§r. Einzelne Siummern in der 6p
Dritter Jahrgang.
prditron (obere Entengaffe Nr. 132) zu 6 Hlr. Durch alle Postämter zu beziehen. Inserat« die dreispaltig« Petitzeil« 8 Hlr.
BP' 136. Kassel. Donnerstag den 13. Juni 1850.
©^" Neues Abonnement.
Die „ Hornisse" erscheint auch im nächsten Quartal täglich, mit Ausnahme des Montags, in unveränderter Tendenz zum Abonnementspreis von 24 Sgr. vierteljährlich. Einzelne Nummern werden in der Expedition zu 6 Hlr. abgegeben. Abonnirt wird bei allen Postanstalten des In- und Auslandes, für Kassel in der Expedition, obere Entengasse Nr. 132, sowie bei den Herren I. C. I. Raabe u. Comp., W. Appel und D. Gottschalk.
Der Preis des wöchentlich einmal erscheinenden Unterhaltungsblattes beträgt für die Abonnenten des Hauptblattes 0 Sgr., außerdem 10 Sgr. Das Abonnement der Hornisse ist von dem des Beiblattes unabhängig, so daß auf die erstere ohne das letztere und umgekehrt abonnirt werden kann.
Lb' Neu zugehende Abonnenten erhalten das Blatt vom Tage der Bestellung an für den Monat März gratis.
Anzeigen aller Art, die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum mit -8 Hlr. berechnet, finden durch unsere Zeitung die größte Verbreitung. Die Redaktion der Hornisse.
Der C'rfrirter Manteuffel vernichtet die freie Preffe.
3.
Die Neuhessische redet! Nachdem sie begriffen hat, daß ein längeres Schweigen über den preußischen PreßukaS den Bankbruch erklären und die eigene Partei mißachten hieße, hält eö die Neuhessische für gut, „ihre Anschauung von der Repression der Presse nicht unbedingt zum Maßstabe für die gähnenden Verhältnisse eines großen Staatswesens zu machen."
Neuhessische Opposition! In den Märztagen 1848 gab es nnr ein Feldgeschrei, daS durch ganz Deutschland klang, auf welches alle Parteien hörten, unter dem man nirgends Widerstand fand: Unbe- dingte Preßfreiheit, unbedingte Freiheit der Rede. Daß man in einem Büttelstaate, wie die unsrigen, ewig geschunden und maltraitirt werden müsse, verstand sich von selbst, reden, denken wrllte man aber wenigstens, man wollte der Polizei doch wenigstens daS Recht nehmen, die Unterhaltung der mißhandelten Unterthanen zu wehren, man wollte nicht geradezu auS dem Staate ein Zellcngefängniß machen lassen. Die Neuhessische, deren Redaktion in den Märztagen mitgeschrieen und lameutirt hat, erklärt jetzt puncto Preßfreiheit: „Wir wollen zugeben, daß eS in Preußen noch weiterer Repressionen bedurft habe."
Kann es eine elendere Klopffechtern für die Kontrerevolution ßfbsn ( Haben wir diese in Gelichter gegenüber nicht Recht, die offene Despotie herbeizuwünschen? Waâ ist verächtlicher, dieser neuhessische JesuiticmuS, diese neuhessische Lohndienerci, oder die brutale Tyran- ne. eines Hasscupflug? „Wir wollen zugeben, daß eS in Preußen noch werterer R,Pressionen bedurft habe." Repressionen der Presse' Todtschlag des heiligen Geistes! Die Neuhessische vertheidigt unter Umsiäudcn AlleS. Freilich, als Sachsen seine Ordonnanzen erließ, erhob sich die St mme dieser kasseler Scribenten, um über Sachsen d'N Bannfluch zu spiechen, denn Sachsen ist großdeutsch, jetzt, wo Preußen daS Königreich Sachsen weit überbietet an Brutalität, gibt die Neuhessische zu, „daß eS weiterer Repressionen bedurft habe", denn Pitußen ist kleindcutsch, ist gothaisch, erfurtisch.
„Jämmerliche Phrasendrescher!" Nachdem die Herlin - warschauer Kontrerevolution sich demaskirt und aller Entwickelung, allem Fortschritt den Tod geschworen hat, hält eS die Neuhessische für ihre hei« liyc Pflicht, immer fester und fester zu Preußen zu halten. Hört ihr? Weil Preußen von einem Parlament gesprochen hat, welchem die definitive Vernietung der Preßfreiheit überlassen
werden solle, ist die Neuhessische sofort mit der Despotie auSgesöhnt und jubelt: „Wohlan, thuen wir auf diesem Parlamente unsere Pflicht! "
Aufdiesem Parlament! Ja, ihr werdet vielleicht noch ein Parlament haben. Der König von Preußen wird euch vielleicht noch ein Mal gen Erfurt entbieten, aber die einzige Pflicht, die ihr auf diesem Parlament zu erfüllen habt, wird die unbedingte Sanktion des Berliner Absolutismus sein. Ihr werdet pariren müssen oder vor die Thür geworfen, — — daS wird die politische Freiheit fein, die ihr durch den Anschluß an Preußen gewinnen könnt.
Genug! Unsere Leser brauchen wir nicht mehr über die Perfidie der neuhessischen Partei zu unterrichten, wir brauchen ihnen hoffentlich nicht zu sagen, auS welchen ordinären Beweggründen ihre dermalige oppositionelle Färbung angenommen ist. Opposition nicht gegen Preußen, gegen t;n Mord und Todtschlag deS Geistes, Opposition nur gegen Hrn. Hassenpflug, den Inhaber des Eberhard'schen Portefeuilles!
Die Preßfreiheit ist vernichtet! Wir wissen, daß man noch weiter gehen wird. Unter Zustimmung der Gothaer Vagabunden wird man in der Kürze nicht bloö den alten Bund, sondern auch gewisse alte Bundeöbeschlüsse wicderhcrstcllen. En avant! Die konstitutionellen Hohlköpfe kann man mit Gesetzen todtschlagen, die Demokra tie nicht.
Deutschland.
"Kassel, 12. Juni. — In der heutigen Ständesitzung wurde der 86 88 lange Bandwurm deS Gruudsteuergesetzes zu Ende gebracht, und darauf von dem LandtagSkommiffar auf die Eilcdizung der Re- gicrungsproposition, betreffend die Vereinigung der Steuern bis zum 1. Januar 185 t, gedrungen. So wenig wie Hr. Haffenpflug bisher Eile hatte zu entscheidenden Schritten, so sehr brennt er jetzt vor Verlangen, die glorreichen Muster Sachsen und Preußen zu erreichen^ und hoffentlich zu überbieten. — Von Seiten deS Finanzausschusses wurde darauf erwidert, daß nur durch den Kommissar selbst die Sache verzögert sei, denn alö man ihm den Entschluß deö Ausschusses mit- theilte, mit dem sich die ganze Kammer (Hr. Lieberknecht natürlich ausgenommen) einverstanden erklären wird, und der dahin geht, auch keine Sekunde weiter die Steuern zu verwilligen, habe er erklärt, auf diesen Fall nicht instruirt zu sein. — Morgen wird bas Ende kommen. Hr. Hassenpflug hat jetzt freie Hand. Er wird die S t ä nd c kamm er der VerfassungSverletzung (8 143. „die «lande haben für Aufbringung des ordentlichen und außerordentlichen StaatâbedarfS durch Berwilligung von Abgaben zu sorgen.) vor dem ganzen Landt bezüchligen; beim ersten Steuer»««-