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ziehen ihn tnö Gehöfte, der eine Soldat flüchtet, der andere durch, sucht zuvor noch seine Kleider. Alâ das Gericht den Ermordeten aufnahm, wurde seine silberne Taschenuhr vermißt. Wie in der Zeit deS dreißigjährigen Krieges, siehe Schillers Räuber:

Rauben, plündern, stehlen, morden, Damit retten wir den Staat;

Morgen (hängen wir am Galgen bewahre!) haben wirnen Orden!

Für die neue rettende That.

Die Freimüthige Sachfenlungfrau aber, dies sentimentale Kind, weint bittere Thränen über daS LooS der armen Soldaten, die schutzlos und verlassen dem Blutdurst der Demokraten überliefert sind.

München, 27. Mai. Unerwartet, wie ein Blitz aus hei­terer ^ufi , erfolgte diesen Morgen um 6 Uhr die Verhaftung deü Professors Schoell auü Hanau, Predigers der hiesigen deutsch-katho- Illgen Gemeinde, durch daS Stadtgericht, und er wurde sofort in die Flvhnfcste gebracht. Grund seiner allgemeines Staunen erregenden Verhaftung soll eine bereits im Anfänge des Januars d. I. gehaltene Predigt sein. (N. D. Ztg.)

Frankreich.

* Paris, 29. Mai. Auch die zwei letzten Paragraphen vom Artikel 3 des WahlreformgefetzeS (s. gestr. Nummer) sind heute an­genommen gestern war nur der erste Paragraph Vurchgegangeu und und zwar mit einer Majorität von 410 gegen 178. Die Majori­tät beabsichtigt in der Reaktionöbewegung fortzustürzeu und Repressiv- maßregel auf Maßregel zu häufen. Sie ist nun doch einmal im Zug. Die Sozialisten sind oder scheinen erschrocken. Also drauf! Sie hat die Absicht, alsdann das Budget Hals über Kopf zu bewilligen, und man soll sogar das Projekt ausgestellt haben, die Kammer nach der Annahme der beabsichtigten Unterdrückungsgesetze für aufgelöst zu erklären und eine neue Versammlung zur Revision der Verfassung wählen zu lassen, oder woran eher zu glauben ist, sich selbst dieses Recht anzumaßen. Der Berg feinerjeits beräth darüber, ob er nach Annahme des Wahlgesetzes auStreten soll, um daS Laud in eine un« geheure Agitation zu stürzen Lurch die Neuwahlen. Allein der für parlamentarische Menschen unerträgliche Gedanken, vielleicht nicht wiedergewahlt zu werden, steht der Ausführung dieses Planes diame­tral entgegen DieInd. Beige" theilt auS einem Pariser Brief von Florenz mit, daß man dort an eine Thronentsagung des Groß- Herzogs von ToSkana glaubt, und daß er nicht wieder von Wien znrückkchren werde, da er in letzter Zeit oftmals von dem Glück ge* zprochen habe, in Böhmen, wo die Menschheit so gut und ruhig sei, Mit seinem lieben Vetter dem Kaiser Franzerl alü Privatmann Knö- bJn speisen zu dürfen. Die gute Seele muß von der slavischen De- molraiie keine hohe Meinung haben. Daß er aus Toskana fortlauft, wo 14,000 Mann österreichriche Truppen nach der Militärkonventiva biS auf unbestimmte Zeiten stehen, und wo deren General nach Be­kleben Belagerungszustand machen, kann ihm kein Mensch verdenken. Wenn sie nur Alle |o verständig wären namentlich der Bürger Leopold Zähringer, dem Hohenzollern vergebens die deutlichsten Winke gibt. Frau Herwegh ist von Paris ausgewiesen worden, ebenso Louise Aston. Die Polizei macht Jagd auf eine Proklamation der Rothen an die Soldaten. Soldaten, bei denen sie gefunden wird, müssen nach Algier. Eine Stelle bann heißt:DaS Zeichen ist ge­geben. Die infame Gewalt, die unS beherrscht, eröffnet ihr ruchlo;eS Spiel damit, daß sie dem Volke die Republik, dre Konstitution und das allgemeine Stimmrecht zu stehlen sucht; sie will alle Rechte stehlen, welche durch das Blut des ganzen Volkes uud seiner Märtyrer seit 60 Jahren geheiligt sind. Auf Euch, Soldaten, stutzen sie ihre ganze Hoffnung. Sie zählen auf Eure Unwissenheit, weil sie glauben, baß Euch ihre verbrecherischen Absichten nicht bekannt sind. Indem sie hoffen, Euch durch Verleumdung zu täuschen, gedenken sie Eure reinen Haube mit Brnderblut zu bejubeln. Ist einmal aber der Bürgerkrieg ent­zündet , dann werden diese Elende» unsere Grenzen den Preußen, Kosacken, Oesterreichern und Kroaten ausschließen. Dann, Soldaten, wurdet Ihr Euren Irrthum zu spat erkennen, dann wäre Frankreich die Beute der Fremden und der Barbaren, welche sich um feine Heyen wie wilde Thiere zerfleischen wurden. Wer möchte den Schmerz Der« jeuigen von uns voraus wollen, welche alsdann zu ihrem Unglück der Tov noch nicht ereilt hätte."

Italien.

Nvm, im Mai. Eine der Hauptbeschäftigungen der römi­schen Polizei ist gegenwärtig das Nachspuren verbotener Bibelüber- fthungen. Unlängst brach eine Abtheilung Sbirren und päpstlicher Ca- »übhiurb spät am Abend in die Wohnung des englischen Liceconsuls Eicole ein, der in der Abwesenheit des Konsuls Frcebvrnc dessen Gk'

schäfte zu versehen pflegt, und bei dem man eine starke Niederlage von neuen Testamenten der englischen Bibelgesellschaft zu finden hoffte. Die Haussuchung dauerte die ganze Nacht hindurch und ward mit der größten Rohheit auègefübrl, man fand indeß nichts. Da Ercole das engl. Wappen über seiner Thür hatte und es der römischen Re­gierung amtlich angezeigt war, daß er FreeborncS Geschäfte internst- stisch versehe, so werden energische Reklamationen des englischen Ca- bincts nicht ausbleiben. Auch bei anderen Personen, die man mit Engländern in Beziehung glaubt, wurden derartige Haussuchungen vorgenommen. Das Spionirwesen in Rom ist ärger denn je. Sieben Aerzte, die sich zufällig in einer Apotheke zusammengefunden hatten, wo einer von ihnen seinen Collegen einen Brief vorlas, wurden neu­lich von einem Spion denuncirt und in Haft gehalten, bis sich der Verdacht einer Konspiration für völlig grundlos erwis. Bei den Hut­machern auf dem Korso führte die Polizei unlängst wieder eine Raz­zia gegen die rothen Mützchen aus.

Norwegen und Schweden.

Stockholm, 23. Mai. DerKöln. Ztg." entnehmen wir folgende interessante Mittheilung :Jo einer neulich gehaltenen Zu­sammenkunft des Arbeitervereins wurde unter kommunistischen und so­zialistischen Ansprachen von dem Einen und Andern, auch von einem schlechtgestellten ehemaligen Lundenser Studenten, Namenâ Borg, des­sen wir als eines der beiden Herausgeber der sozialistischen Zeitung Reform" schon früher erwähnt haben, gegen Christenthum und über­haupt gegen jeden GotteSglauben solch ein blaSphemireuder Sermon gewagt, daß nie etwas in einem höheren Grade einen so allgemeinen Unwillen unter allen Mitbürgerklaffen der Residenz erregt haben dürfte. Die Regierung hat sich daher auch veranlaßt gefunden, mit ernsten Maßregeln einzuschreiten. Dergleichen Rädelsführer, wie Borg, haben die meisten Liberalen so eingeschüchtert, daß sich z. B. bei der ersten allgemeinen Versammlung der Reformfreunde der Residenz, welche nach einer langen Unterbrechung wieder gehalten wurde, nur ungefähr drei- ßig Theilnehmer einfanden."Edle" Madame Brüggemann! Die Sache wird sich schon noch machen!

Rußland.

Von der polnischen Grenze, 21. ^lai. Die Ver­haftungen dauern ununterbrochen fort und es füllen bereits Hun­derte die Kerker. Ueber die Veranlassung derselben sind hier die verschie­densten Gerüchte im Umlauf. Die meisten sind Beamten aller Bra chen, die ihre Studien auf den Universitäten in St. Petersburg, Moskau, Dorpat und Karkow vollendet, eine Menge Officiere aller Waffengattungen und bis zu den höchsten Chargen hinauf stnd theils verhaftet, theils in das Innere versetzt. Unter den Gerüchten von et= ner durch die Verhafteten beabsichtigten Verschwörung geht daS eine bis auf die Studienjahre derselben, das andere bis zum Jahre 1846 zurück und bezeichnet das letztere als den Ort des Ausbruchs der Konspiration Ungarn, wo dieselbe durch die Katastrophe von Vilagos vereitelt worden sei. (N-O.-Z.)

Kalisch, 21. Mai. Diesonst. Blätter" auS Böhmen er* zählen von den großen Evolutionen, in welchen die in und bei Lowicz stehenden russischen Truppen geübt werden, unter der Inspektion der Generallicutenänts Freitag, Read und Panirutini; der Chef der ge- sammtcn Artillerie, Suchosanet, inspizirt die Artillerie. Die be* trächtlichen Einkäufe und Lieferungen an Hafer, Korn und Heu lassen erwarten, daß diese Truuppen nicht sobald ihre Grenzstationen verlassen sollen, wenn sie nicht durch etwas Revolution in Paris nach dem Westen geführt werden.

Amerika.

Immer mehr verstärkt sich daS Gerücht ven einer Expedition nach Kuba, wozu 12,000 Mann sich vereinigt haben sollen. Sie beab­sichtigen , die Schiffe vor einem außerhalb der Union liegenden Hafen - platz zu besteigen, und in Kuba blos den Unabhängigkeitskampf gegen die spanische Herrschaft zu erheben. Daß die Aunexation nach dem Siege folgt, versteht sich von selbst. Die Insel ist von 16,000 Mann spanischen Truppen besetzt, eine Verstärkung von 6000 Mann wird erwartet. Der Kampf könnte demnach ein ziemlich heißer werden. Aber waâ ist dem Yankee unmöglich. Sitzen nur einmal einige Tau- tend Abenteurer auf der Insel, so werden aber Tausende ihnen zu Hülfe eilen. Glück auf!

Ständesitzung

(Vom 31. Mai.)

Verlesung deS Protokolls und Eingaben.

Gundlach, Pi aus und Bax berichten NamenS deS E. «gaben-