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dürfte. Allem dann sehe ich nicht, wie die Barrikaden zu verhüten wären! Ueber den Inhalt deS Gesetzes ist nicht viel zu sagen: Dr ei Jahre Domizil und Abgaben und Zeugniß vom Arbeitsgeber, und Ausschluß der einst wegen Ausruhr verurtheilt Gewesenen sind, nebst 25 Jahren, die Haupt - Reorganisationspunkte. Also völlige Verpreußung.

"Paris, 11. Mai. Napoleon Bonaparte, der Sohn Je­romes, protestirt in den Journalen öffentlich gegen die beabsichtigte Wahlbeschränkung, nachdem er den Protest auch aus den Tisch des Präsidenten in der Nationalversammlung niedergelegt. Er räth darin zur allgemeinen Steuerverweigerung, wenn die Nationalversammlung die Konstitution verletzen und dentraurigen Rathschlägen" folgen würde. Ueber das Verhalten, welches die Montagne bei der betreffenden Frage einhalten wird, erfährt man noch nichts bestimmtes. - In den Vor­städten ist eine tiefe Aufregung auf die frühere Ruhe gefolgt, die Ar­beiter von St. Antoine, von St. Marceau und von Faubourg du temple, scheinen fest entschlossen, lieber den Straßenkampf zu wagen, als die Konstitution verletzen zu lassen. In der Nationalversamm­lung wurde eine Komm ssion für daS Wahlgesetz gewählt; da sich der Berg und ein Theil der Linken der Abstimmung enthielt, so gehören die 14 Mitglieder derselben der Majorität an.

Marburg (Eingesandt.) Bei dem Betriebe der Mai'n-Wc« ser- Eisenbahn muß man wahrnehmen, daß die Wagen 3r und 4r Klasse, nachdem die Passagiers eingestiegen sind, durch den Schaffner von Außen verschlossen und die Reisenden auf diese Weise so lange gefangen gehalten werden, bis es dem Hrn. Schaffner beliebt, sie aus ihrem Käfig zu befreien, während die Wagen Ir und 2r Klaffe zum beliebigen Ein- und Aussteigen der Passagiere stets unverschlossen blei­ben. Worin diese, auf die Passagiere der 3. und 4. Klasse natürlich einen höchst unheimlichen Eindruck machende Gefangenhaltung bezie­hungsweise Bevorzugung ihren Grunv hat, läßt sich abgesehen von dem Umstande, baß die beiden letzten Klaffen hauptsächlich nur vom Proletariate benutzt werden,das in einem guten Polizeistaate stets unter der strengsten Aufsicht gehalten werden muß" wohl nur durch das Ein- und Ausschließungssystem erklären, das man überhaupt bei der Main-Weser-Bahn einzuführen angefangen hat. So werden z B. auf dem Bahnhöfe Marburgs Personen, die bei der Ankunft des Bahnzuges sich dorthin begeben, um einen Freund, der mit dem Bahnzuge erwartet wird, in Empfang zu nehmen, von ei­nem gewissen Bediensteten, dessen Funktionen außerdem im Schellen- zieben bestehen, unter Seiten- und Rippenstößen vom Bahnhöfe weg­getrieben. Wäre es wohl nicht zweckmäßiger, diesem Herrn eine seinen Maximen entsprechende Beschäftigung anzuweisen, statt ihn an einer Stelle zu postiren, wo das reisende Publikum Humanität zu verlangen berechtigt ist? S.....r.

Ncuhcsslschcr Klatsch.

Bon meinem Erfurt muß ich scheiden."

Kassel, 13. Mai. Glauben Sie denn, dieNeuhessische" sei bereits in derKasselschen Allgemeinen" untergegangen, daß Sie gar keine Notiz mehr von ihr nehmen? Es ist wahr, Hr. PinhaS wird nächstens dieNeuhessische" in'S HauS schlachten und ihre Schulden bezahlen (?), aber einstweilen rumort deredle liebens­würdige" Hr. Pfaffmit dem Anstand, den er hatte" in selbständigen, wirklichen, eigentlichen Phrasen, als Redacteur. Wenn Sie noch so gern lachen, als früher, so beschwör' ich Sie, lassen Sie sich die Ge- legenheit nicht entgehen, die Ihnen soliebenswürdig" dargeboten wird. Teredle" Adam ist außer sich, daß einigeBuben" Herrn Vinke vom Rechtsboden angeklappert und angepsiffen haben, weil einige andere ihn angespielt, er ist aber völlig starrkrampfartia vor moralischer Entrüstung über die Frivolität derHornisse", welche diesen kleinen Unfug eine wohlorganisirte Katzenmusik nennt und sich damit zum Organ der Buben stempelt. Bodenlose Unverschämtheit' Wo nur Herr Pfaff alle die namenlose, die ihren Gipfel übergipfelnde moralische Entrüstung auftreibt, die kolossale Dummheit nicht zu ver- gessen! Direkt auâ Haina muß er sich's verschrieben haben, oder auâ Erfurt; daS edle Gewinsel von einem Gastrecht, daS eine ganze Stadt, die Stadt Kassel, gegen die Gothaer Hanöwürste auâübe ( nachdem circa 300 Menschen etwa, wenn ich nicht irre, hier überhaupt gewählt haben) und von der Schmach, die auf die ganze Stadt falle, wenn daS Gastrecht, waS von Adam II. im Namen Kas­sels auSgeübt wird, von einigen Menschen verletzt werde. Diese Be­hauptung ist noch kolossaler, als die Verrücktheit, daß die ganze Fa­milie Tschech und jeder NamenS Tschech entehrt sei, weil ein Mann NamenS Tschech auf den juten König von Preußen geschossen,

oder daß eine ganze Stadt entehrt sei, oder gar ein ganzes Land wenn irgend Einer darin irgend einen unangenehmen Streich gemacht hat? Gerad' weil ein Adam II. bei Spiel und Gelag sich wie ganz Kassel gebärdet, muß man ganz Kassel gegen diese Arroganz in Schutz nehmen. Daß aber dieser selbige Adam 11. die Demonstrationen der Demokraten noch nie gestört hat, daran hat er im eigenen Interesse sehr wohl gethan können wir ihm versichern! Uebrigens bitten wir Hrn. Adam, unS ja nicht Hrn. HassenpflugS halber zu schonen, da derselbe von unserer gegenseitigen Liebe, Freundschaft und Hochachtung doch innigst durchdrungen ist. WaS sodann den horribeln Anstand betrifft, mit dem Adam II. sich brüstet, so muß dieser erst in neuerer Zeit so mächtig geworden sein, seitcem er nicht mehr mit den buben­haften Demokraten der Hornisse umgeht, sondern mit hohen Personen Champagner zu trinken die Ehre hat, ebenso muß auch durch diesen hohen Umgang sein Entsetzen vor dem Atheismus als solchem (d. h. dem eigentlichen, wirklichen), plötzlich in den Atheismusnicht alâ solchem", d. h. in den uneigentlichen oder sogenannten, umgeschlagen sein. Sollten übrigens die Demokraten der Hornisseabenteuerlicher Weise" zur Herrschaft im Staate gelangt sein, so versprechen sie, sich um Adam und Konsorten nicht im Geringsten mehr zu kümmern, weil diese dann hoffentlich ihre Gothamauie übergipfelt haben und im Nar- renhauS sitzen werden.

Trauungen, Seburts- und Todesfälle in Kaffel.

(Vom 3. bis zum 9. Mai 1850.)

Verehelichte r Hermann Breßler, Premierlieutenant, mit Friederike Louise Sophie Hartwig. Heinrich Schaub, proo. Hof-Silberwärter, mit Sophie Auguste Riebeling. Friedrich Wilhelm Dubuiffon, Handschuh-Fabrikant, mit Anne Elisa­beth Gruneberg. Johann Martin Kooze, Tagelöhner, mit Christiane Magdalene Ullrich. Johann Conrad Berndt, Schaffner, mit Marthe Elisabeth Jenke. Heinrich Ernst, Buchdruckergehüife, mit Catharine Elisabeth Urff. Friedrich Wackernagel, Gaftwircy, mit Emilie Frieoerike Stahl. Dr. Carl Adolph Gustav Knies, Privatdocent zu Marburg, jey: Lehrer an der höheren Geiverbschule Hieselbst, mit Ida Elise Sophie Wilhelmine Louise Braun. Carl August Fickelscheer, Gelbgießer und Plattirer, mit Charlotte Wilhelmine Kroll. Carl Ludwig Dotzauer, Hosmusikus, mit Elisabeth Hammerschlag. Dr. Johann Heinrich Emil Bramer, prüft. Arzt und Geburtshelfer, mit Friederike Julie Henriette Barnbeck. Heinr. Christoph Wilhelm Balck, Schuhmachermeister, mit Elise Wiegand.

Geborne: Adam Theodor Carl, des Stabèhoboisten, Ludwig Griesel, S. Elisabeth Louise Friederike, des Feldwebels, Marlin Strube, T. Carl Julius Adolph, des Hauptmanns, Friedrich Adolph Bode, S. Anne Elisabeth, des Kut­schers im Marstalle, Joh. Iulius Adolph Fliegel, T. Christoph, uneyel. Jo­hanne Susanne Marie Caroline, des Hof.Theaterarbeiters, Johannes Iulius Zindel, T. Heinrich August, des Privatskribenten, Johann Wilhelm Reinhardt aus Hole­brunn, S. Anne Marie, des Formstechers, Carl Heinrich Theodor Frohn, T. Catharine Elisabeth, des Ackermanns, Friedrich Feldner zu Philippinenhof, T. Heinrich Albert Iustus, uneyel Charlotte Wilhelmine Albertine Marthe, des Lehrers, Ludwig Eisfeld, T. Elise, des Billetdruckers, Adam Andre, T. Mar­garethe Elise, uneyel. Louise Wilhelmine, des Riemermeisters und Lederhändlers, Johannes George Thele, T. Friedrich, unehel. Eva Elisabeth, unehel Anne Barbare , des Schreiners, Conrad Kleinert von Quentel, T. Franz, des Dachdeckers, Johannes Wilke, S. Anne Marthe Elise Ernestine, des verstorbe­nen Kaufmanns, Ernst Moriz Fülling, T. Louis, des Hofmustkus, Carl Ludwig Dotzauer, S. Marie Amalie Georgine Gertrude Caroline Elise Catharine, des Gelvgießerè und Plattirerè, Carl August Fickelscheer, T. Conrad, des Schneider­meisters, Andreas Dörger, S. Christian August, des Schmiedemeisters, Jakob Jlaak Grosch, S. Ivy. Theodor Friedrich Heinrich, des Stabsdoboisten, Wilhelm Theodor Friedrich Krankenyagen, S. Marie Cacoline Anne und Carl Ferdinand August, des Reallehrers, Eduard Römer, Zwillingskindec. August Marie, des Slaböhoboisten, Friedrich August Reff, S. Ida, des Banquiers, Albrecht Feidel, T. Friedrich Carl, Eli» Lisette, Martin, uneyel. Robert Adolf, des Fabri­kanten, Philipp Trautmann, S.)

Gestorbene : Johannes Georges aus Gelnhausen, Leibgardist, alt 22 J. 1 M. 21 T. Anne Elisabeth, des verst. Postillons, George Vaupel, T., alt 2 J. 4 M 2 T. Johann Carl Jakob, Bierschenker, alt 39 I. 4 M. 18 J. Jo­hann Friedrich, unehel., alt 2 M. '20 T. Joh. George Friedrich Tbeodor, unehel., alt 9 M. 15 T. - Joganne, des Kaufmanns, Johann Conrad Kniest, T., alt I I. 1 M. 9 T. Anne Catharine, geb. Zülch, des verst. pens Soldaten, Martin Rimbach, Wittwe, alt 70 I. 11 M. Ui T Henriette, des Hvf-Giirtlermeisters, Christoph Heeger, Ehefrau, alt 56 I. 4 M. 19 T. Johanne Marie, unehel, all 1 M. 2 T. Christine Elise, des Mühlenbauers, Carl Friedrich Kalbe au» Lohne, Ehefrau, geb. Semmelroth, alt 26 I 1 M. 3 T. Heinrich Dippel aus Wahlershausen, Zimmermann, alt 47 J. Anne Marthe, des Schreiners, Berg­mann, Ehefrau, alt 60 3- Marthe Bachmann aus Lohne, Magd, all 21 J. Anne Elisabeth, des Schuhmachermeistcrs, Johann Franz Hammel, Ehefrau, alt 50 I 4 M. 20 T. Johann Otto Brenner, Gärtner, alt 73 I. 4 M 8 S Louis Hotel, Malermeister, all 38 I. Des Weißbindermeister», August Ahrendts, [tobt^et.] T. Catharina, des Münz-Pedellen, Heinrich Wachenfeld, T., alt 16 I -t M. II T. Carl Hagen, Schreiner, alt 65 3- - M. 21 T. ^Nachtrag!.) Louise Maria Catharine Valentine, des Tapezirers, Heinrich Carl Pflock, T , alt 3 M. wen. 7 T. Barbare Elisabeth, des verst. Büchsenmachers, Friedrich Weiland, nachgel. Witwe, geb. Langlotz, alt 63 J. 6 M. 12 2. Friedrich Meyer, Bedienter, all 33 I 8 M. - Elisabeth, des verstvrb. Schreiners, Christ Theile, nachgel. Wittwe, geb. Schneller, alt 65 I. wen 8 T. Johanne Henriette, des Schuh­machermeisters, Johannes Wenzel, T., alt 9 M. 9. T. Moriz Mombert, stud. pbiL, des Hof.Zahnarztes, J. Mombert, S , alt 18 I. 8. M. Karoline, des verstarb. Kaufmanns, Levi Samuel Wallach, Wittwe, geb. Mosenthal, alt 62 I. Ein jnbtgeb.] un hel. Mädchen. Andreas Humburg, Metzgermeister, alt 80 I 24 T.

*) Ungetanst.