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Prinzips nicht im Einklang oder selbst im Widerspruche stehen, die Wirksamkeit der landständischen Elemente lähmte, deren Stellung und dem Urtheile der Volksvertreter mit Geringschätzung begeg- nete, lange Landtage ohne Erfolg vorübergehen ließe, und nicht bereit­willige Wünsche, sondern unbedingte Fügung in den ministeriellen Willen, als die einzige Bedingung, unter welcher etwas Positives ge- schchen könne, gleichviel wie, erscheinen ließe."

Hier das geschichtliche Urtheil über den Liebling und den Ver- räther des ehrlichen Pietismus. Glaubt ihr, irgend eine Gewalt deS Himmels und der Erde könne diese Verdammungssprüche von seinem Haupte nehmen? Er ist und bleibt Hassenpflug, der metho­dische Vernichter der Freiheit, der Täuscher, der Sophist, der Verächter, der Ge ring sch ätzer des Volks, seiner Vertreter und seiner Verfassung, er bleibt, waS er ist, der Jesuit. Die scheinbare Beförderung der Volkswohlfahrt, der sich der aufgeklärte Despotismus stets befleißigt, um die Vollziehung seines Todesurtheils zu verzögern, wird nur neue Waffen gegen ihn selbst schmieden. Al­les, waS er thut, ist verurtheilt, nicht als ob eS an und für sich ver­werflich sein müßte, sondern weil er eS gethan , der Sophist und Jesuit, nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der zu Grunde liegenden geheimen Motive.

Im nächsten Artikel einige spezielle Thaten des Herrn Premier­ministers aus seiner vormärzlichen Laufbahn, um dieses Urtheil noch weiter zu begründen.

Deutschland.

W Leipzig, 7. Mai. Mit dem Mai scheint der heilige Ordnungsciser unserer Justiz aufs Neue angestachelt zu sein, denn von allen Setter Hört man von neuen Verhaftungen Maiangcklagter, die bisher auf freiem Fuße standen. In Reichenbach traf daS Schicksal den Kantor Hößler und den Lehrer Thieme, in Treuen den Organist Bohner, in Plauen den Konrektor Lindemann und noch einen andern Hochverrälhcr, NamenS Klost; vielleicht will ihnen die Regierung nur Gelegenheit zu einer stillen Feier der Maitage geben. Dagegen sind auch mehrere andere Maizugvögel flügge geworden und haben ihrem alten Reste den Rücken gekehrt; sind dies der Grenzaufseher Bermann auS Schandau, der Schriftsetzer Dietz aus Stuttgart und der Schuhmachergesell Puhlig aus Wilschdorf. Hier ist der Schrift­steller K a u sm a n n , Mitarbeiter deâ liberal-konservativen Grenzboten, der sich schon seit Jahren hier aushält, da er geborner Oesterreicher ist, auf Reklamation der österreichischen Regierung, ausgewiesen wor­den, und hat unsere gute Stadt, ohne sich mit einer nutzlosen Appel­lation Mühe zu machen, schleunigst verlassen, um in Hamburg seine Studien über deutsche Einheit fortzusetzen. Hauptmann v. Teut - Ich er ist nun wirklich zum schmerzlichen Erstaunen aller Gutgesinnten zu 10 Monaten Festung, 15 Thaler Schmerzensgeld und Tragung der Kosten verurtheilt worden, hat also doch wenigstens ein Zehntheil der Strafe erhalten, die einem Bürger zu Theil geworden wäre.

P Bremen, 8. Mai. Gestern früh kam ein Regiment preußi­scher Husaren hier durch, welches von Münster nach Schleswig-Holstein marschirt; es hatte man argwöhnt aus Berechnung am Abend vorher nur eine Stunde von der Stadt entfernt, Nachtquartier genom­men und mehrere einzelne Soldaten und Offiziere waren nach Bremen gekommen, dessen Straßen mit Sporengeklirr und Säbelgerassel ziem­lich herausfordernd durchstreichend. Unserem alten Demokratenvater Johannes Rösing war aber ein Wink von Auswärts zugekommen und so hatte derselbe die strengste Enthaltsamkeit dem Volke anempfohlen; dieHerrlichen" fanden keine Veranlassung zu irgend einem Kravall! Alö das Regiment gestern Morgen die Stadt betrat, begannen dessen Trompeter ihre allarmirende Musik, indessen, so gut hat Rösing, dem sich Montag Abend im demokratischen Verein auch Pastor Dulon abmahnend augeschlossen, die Bremer in der Disziplin, daß die Leute nicht einmal die Fenster öffneten, noch viel weni­ger sich auf den Straßen sammelten. In Berlin soll man auch sehr geneigt sein zu einerrettenden That" in Bremen, wo eS Leute genug gibt, die eine solche Maßregelung gern sähen. Unser p>äsitirende Bürgermeister ist zum Füistenkongreß nach Berlin eingeladen, wird aber wohl seinen Kollegen, den Bürgermeister Schmidt, diesen Mann ter Möglichkeiten , an seiner Stelle hingchen lassen, um die neue Auflage dcâ alten HundStages, ad modum Johannib Ball­horn ii verschlimmbessert anbahnen " zu helfen.

SenatuS und Bürgerschaft liegen sich fortwährend in den Haaren, so z. B. auch in Betreff der Schulfrage. Wie nöthig da eine Reform wäre, ergiebt sich auâ einem öffentlich ausgesprochenen Urtheil in der Dulon'schen Tages-Chronik, wo offenbar ein Sachverständiger gesteht: als er die Bremer Volksschule kennen lernte, habe er sich w e. nigstenö um ein Jahrhundert zurück, oder in die ödesten, ärmsten

und vernachlässiqsten Gegenden hienein versetzt geglaubt." Ein neuer Entwurf zur Schulreform liegt von einer Deputation der Bürgerschaft und deS Senats auögearbeitet dem hochmögenden Senate vor; er ist von den bei der Deputation befindlich gewesenen fünf Scnatsmitgliedern einstimmig gebilligt worden ; man brauchte bloß zur Ausübung zu schreiten, aber Senatus gebähret sich wie Se. preußische gottbegnadete Majestät und hält Alles vom Uebel, was von einer naseweisen Bürger- respektive Unterthanenschaft in Vorschlag kömmt. Es handelt sich überall nur um Aufrechterhaltung des AutoritätöprinzipS.

6 Hamburg, 8. April. Es ist hier sehr still an politi­schen Neuigkeiten, inneren sowohl als äußeren. Die Herzogthümer unter­handeln mit Dänemark, ohne daß man einen sichtbaren Fortschritt ihrer Bemühungen erblickt. Man kann gar nicht verkennen, daß Dänemark bei Dieser Affaire sich in einer eigenthümlichen Situation befindet und doch die Gunst des Augenblicks vortrefflich ausznbeuten versteht. Nach der einen Seite hin läßt eS die Unterhändler der Herzogthümer nicht loS, eS hat wohl Ursache, sein früheres Benehmen bei einem andern Versuch zur Unterhandlung zu bereuen, nach der andern Seite will eS Preußen nicht fahren lassen, das jetzt den Augen­blick gekommen zu sein vermeint, um sich ganz auS der Sache heraus­zuziehen. Die verwundbare Seite Dänemarks sind seine Finanzen; die verwundbare Seite der Herzogthümer die ganz abscheulichen Zustände in Schleswig. Es leidet wohl keinen Zweifel, daß die Statthalter­schaft, um dem heillosen Zustand daselbst ein Ende zu machen, sich zu selbst bedeutenden Zugeständnissen verstehen wird. Es hieß vor einigen Tagen, daß die Landesverwaltung in Flensburg sämmtliche Schullehrer in Nordschleswig absetzen wolle, doch hat sich dieâ Gerücht noch nicht bestätigt. In Hamburg geht seit der czuusi - Selbst­auslösung der konstituirenden Versammlung die Verfaffungsangelegen- heit ihren Schneckenschritt vorwärts. Der Senat hat eine neue Ver- fassung der Oberaltcn Ueberalte nennt sie der Volkswitz zur Mitgenehmigung vorgelegt, die Herren haben sich lange bitten lassen, wesentliche Modifikationen von ihnen verlangt und am Ende doch Nein gesagt. Nichtsdestoweniger ist der Senat weiter gegangen und hat das Projekt den HH. SechSzigern vorgelegt, diese ralhschlagen heute und werden wahrscheinlich die Sache in die Länge zu ziehen suchen. In der merkantilischen Welt ist eS gleichfalls still. Das Kaffee- geschäft hat, wie vorauszusehen war, bedeutende Verluste herbeigefuhrt.

Kiel , 9 Mai. Die Verhandlungen unserer Friedens- kommission in Kopenhagen sollen bereits zu einem Resultate geführt haben, nämlich zur Verständigung über eine neue provisorische Regierung in Schleswig. Man bezeichnet sogar schon die Herren Pechlin, Ahlefeldt und Blome-Falkenberg als die vereinbarten Mitglieder derselben und hofft, dieselben würden in aller Kürze die saubere Tillisch- Eulenburgische Hinterlassenschaft antreten. Die Art und Weise, wie letztere ihre Regierungömission aufgefaßt und ausge­führt haben, steht allerdings so einzig im ganzen Gebiete der deut­schen Regierungöanarchie da, daß jeder beliebige Ersatz von der Be­völkerung als eine Konzession angefthen werden wird, denn ärger kann eben nicht kommen. ES ist immerhin sehr beruhigend, so an der äußersten Grenze des Möglichen angelangt zu sein, man kann unter solchen Umständen mit Muth und Resignation der ferneren Entwicke­lung entgegen sehen. Als Nachtrag zu der landeSverwalterigen Re- gierungowirthschaft können wir noch folgende Data anführen. Der vktroyirte Postmeister Lepper erklärte vor einigen Tagen einer an ihn abgeschickten Deputation (Husum), daß er für die nicht an den Ort ihrer Bestimmung gelangten Briefe unverantwortlich sei, da er diesel­ben vor der Ausgabe dem Polizeimeister Davids vorlegen müsse, und dieser dann diejenigen zurückbehalte, welche ihm beliebten. Der preußische Obristlieutenant v. Knobloch begab sich hierauf zu Da­vids und überzeugte sich auö dessen Instruktionen, daßalles in Ordnung" sei. Nördlich von der Demarkationslinie werden gegen­wärtig die Kriegssteuern mit unerbittlicher Strenge beigetrieben. Wozu Kriegösteuer? Damit die Schleswiger ihre Unterjochung durch Dänemark hübsch selbst bezahlen. Kaum sind unsere Dcputir- ten nach Kopenhagen gereist, um sich Sr. Majestät als getreue Unter­thanen zu präsentiern, so wird auf Regierungsbefehl in allen Kirchen wieder für denLandesherrn" gebetet. Dieses Faktum kann Ihnen den besten Beweis geben, zu welcher kläglichen Begriffsver­wirrung und widerlichen Unnatur unsere Verhältnisse unter den Hän­den einer muth und kopflosen, d. h. einer echt Gothaer Statthalter­schaft gediehen sind. Die Hoffnung, daß sich dieselbe durch die vielen diplomatischen Ohrfeigen und allerhöchsten Fußtritte zur demokrausch- revolutionären Partei herüber drängen lassen werde, ist auch vollstän­dig verschwunden. Dergleichen Leute lassen sich durch Tritte nicht innren, sondern werden nur um so kriechender, zudringlicher und spei- chelleckerischer, je mehr sie getreten werden. Beweis: Erfurt. Daher sucht sich die demokratische Partei Schleswig-Holsteins' jetzt volfttäiw