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morgende Proklamationsfest der Republik (4. Mai 1848) wird wobl ohne Skandal abgehen, eâ kostet ein halbes kleine- Milliönchen, und das, während die Hungerpest im Lande wüthet. Der Präsident Bonaparte hat sich wieder erkundigt, ob er sich auf die Soldaten in und um Paris stützen könne? und vorgestern meldeten ihm die Generale, sie stünden nicht ein für den gemeinen Mann, wohl aber für alle Obersten und Majors. — Sonst nichts Neueâ.
* t * Paris , 4. Mai. — Das Fest der Proklamation unserer Republik verläuft ohne alle Störung. Das Volk weiß, daß daS Fest nicht zum vierten Mal gefeiert wird, wenn bis dahin nicht einige sehr gründliche Aenderungen getroffen sind. Ein Paar unverwüstliche Bummler sind die einzigen, die sich um die Verwendungsweise der
votirten 200,000 Francs bekümmern. Die Demokratie schaut nach den Wolken und rüstet sich gegen de« Blitzstrahl, der in der Schandkommission zur Aufbebung der Verfassung präparirt wird. Die Gewitterluft ist entsetzlich. Operirt doch diesmal die ganze europäische Gensd'armerie gegen unö, deren gemeinste Büttel in der Sechözehner- kommission sitzen. Arme Sechszehner! — Man spricht von einem Rücktritt deS Ministers Baroche. Selbst diesem Burschen wird ein bischen zu warm. Heraus also mit dem Ministerium der rothen Reaktion, heraus mit dem letzten Schlamm der napoleonischen Niederträchtigkeit. — Hr. Odilon Barrot ist nahe am Verrücktwerden. Er verzweifelt allmählig an seiner Zukunft und sieht ein, daß er ebenso geprellt ist, wie tausend unserer europäischen „besten Männer."
K e K a n n t in a ch u n g e n.
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Goldminen von Califormen
Sitz der Gesellschaft, 18. Rue Mazagrau, in Paris.
COMPAGNIE DE LA SEINE ET DU SACPlAMENTO.
Abfahrt von 1 00 Arbeitern, am 1 5. M a i.
Aktien zu
10 Franken, au porteur.
Diese Gciellscbaft, kvnstitui'rt zu einem Kapital von 2,000,000 Franken, in 200,000 Aktien zu 10 Frs. (au porteur) getheilt, wird unter den Auspicien eines Sicherheits-Ausschusses geriet, der aus folgenden Personen zusammengesetzt ist: Marquis D’ARGENT, Präsident; der (Salier MAC-SHEEY, Vice-Präsident; Graf von DIENKE; Graf D’AGARD und Herr MALCOR
Vermittelst eines Einsatzes von 900 Frs. in die Kasse der Compagnie wird der Arbeiter Aktionär für eine gleiche Summe, und bestreitet die Geselllchaft die Kosten der Ueberfahrt, der Lebensmittel und Wohnung. — Die Benesizien des Unternehmens werden folgendermaßen «ertheilt: 40 pCt. für die Arbeiter; 40 pCt. für die Aktionäre und 20 pCi für die Gestion. — Wegen der Subscriptionen von Aktien und der Arbeiter - Contrakte wende man sich an die Direktion der Compagnie de la Seine et du Sacramento. Paris, 18, rue Mazagran. Alle der Gesellschaft zustießende Gelder werden sofort bei der Banque de France deponirt. — Nota. Die Compagnie wünscht in den verschiedenen Städten Deutschlands repräsentirt zu fein. (Briefe frei.)
0-62) Das Anlehen des Vereins deutscher Fürsten und Edelleute, garantirt vom Herzog von Nassau, Friedrich, Prinz von Preußen, «erzog von Meiningen rc., bietet Gewinne von fl. 25,000, 20,000, 18,000, 10,000, 14,000, 13,000, 12,000, i 1,000, 10,000, 10 â 5000, rc. Nächste Ziehung am 15. Mai 1850. Zu diesem soliden und in jeder Hinsicht vorteilhaften Spiel empfiehlt Loose einzeln â I Rthlr , 2 Stück 2 Rthlr., 4 Stück 3 Rthlr , 9 Stück 6 Rthlr., 20 Stück 12 Rthlr., 55 Stück 30 Rthlr. unterzeichnetes mit dem Verkauf beauftragtes Großhandlungshaus.
Julius Stiebel junior. Banquier.
Bureau: Wollgraben in Frankfurt a. M.
[782] Zum An - und Verkauf von Staatspapieren, Anleiheloosen, Auszahlung von Zinè-Couponè und Wech- selgeschästen aller Art, sowie Einsicht der betreffenden Listen, empfiehlt sich
H. M. Dellevie in Kassel, Hedwigstraße Nr. 995, der Realschule gegenüber.
[708] Bekanntmachung.
Da Briefe an die Adresse des Centralvereins der LebenègeseUfchaft noch immer unfrankirt eingesandt werden, so wird desvalb bekannt gemacht, daß fernerhin keine unfrankirten Briefe angenommen werden.
Das Bureau der Lebeusgesellschaft für Deutschland.
Jakobsstraße Nr. 161. — Ka ssrl.
(818) Das in meinem vor dem Wallburgerthore dahier belegenen Garten stehende Gartenhaus, bestehend aus 2 Stuben, I Saal mit Altane und Vorzimmer, Boden und einer Kammer, einer Küche und einem kleinen Keller, sowie angränzendem kleinen Stallgebäude, empfehle ich als herrliche Sommerwohnung und kann solches auch im Winter bewohnt werden.
Witzenhausen, am 5. Mai 1850.
Wilhelm Rüppell.
Ferdinand Fröhlich, obere Petristr. Nr. 146 in Kassel, bevollmächtigter Agent für Ed. Ichou in Bremen, empfiehlt Auswanderern nach New-Yoik, Baltimore und New - Orleans am I. und 15. eines jeden Monats schöne Reisegelegenheiten mit kupferfesten und schnellsegelnden Dreimastern, unter dec Versicherung , jederzeit die all.billigsten Preise zu stellen, wie sie nur in Bremen zu bedingen sind, und ertheilt gerne weitere Auskunft. [825]
(829) Englische Fabrikate von Gutta-Percha, als: Fruchtkörbchen, Fruchtschalen, Muscheln, Waschbecken, Schreibzeuge, Federbehälter , Trinkbecher, Boxer etc., elastische Gesichter, Figuren, Thiere und Composi- tions-Lichtbilder empfing
Frieda Carl Motx.
Die Putzhandlunft von J. M Götte empfiehlt eine Auswahl Hute, besonders Garten-Hüte, zu 10 Sgr. das Stück, außerdem eine größere Auswahl zu herabgesetzten Preisen. [831]
(795) Von mir erfundenen Glieder- oder Gichtbranntewein, dessen Genuß von der Gicht befreit, wenn solche noch im Entstehen ist; spanischen Gewürz- oder Kräuterwein, zu Bischof vorzüglich geeignet, â Flasche l« Sgr., sowie sehr guten Aepfelwein, vas Maas zu 5'/- Sgr. und zu 3 Sgr. die Bouteille, empfehle ich zur ge- neigten Abnahme. ^^ ^^
Liqueursabrikant.
(S30) Täglich frischer Maitrank mit frischen Orangen pr. platte Bouteille 8 Sgr. bei
M. 3. Feldstein,
Marställerplatz Air. 334.
[83 .3] Gesuch.
Sollte ein solides hiesiges Haus geneigt sein, die Agentur für ein Auswanderunqègeschäft nach Nordamerika unter vortheilhaften Bedingungen von einem Hamburger Hause zu übernehmen, so bittet man Adressen unter Aufschrift „Auswanderung" unverzüglich bei der Erped. d. Bl. abgeben zu wollen.
Gesucht:
(821) Ein Billard-Marqueur beim Restaurateur Grasicggcr, Hohenthorstr. Nr. 897, der St. Martinèkirche gegenüber.
(822) In einer hiesigen Handlung ein junger Mensch als Lehrling. Näheres in der Erped. d. Bl.
(827) Ein junger Mensch, welcher das Schneider- handwerk erlernen will. Wo? sagt die Erped. d. Bl.
(826) Ich habe zwei Fässer Wein in Anbruch genommen, einen schönen 1846er Laubenheimer, für 8 Sgr., und einen 1848er Dodcnheimer, für 7 Sgr. die Flasche (ohne Glas), welche ich zu den bevorstehenden Pfingst- feiertagen bestens empfehle.
G. Adolph,
Weinhandlung am Königeplatz Nr. 226.
(823) Harmonie-Musik findet am Himmelfahrtsmorgen auf dem Lissengarthen- schen FelsenkeUer statt, wozu ergebenst einladet ___H. Zahn.
[828] Am Himmelfahrtsmorqen sowie im Monat Mai und Juni jeden Sonntag früh 5 Uhr und Nachmittags 3 Uhr
Harmonicmusik auf dem Vftheim'schen Felsenkeller (Kaffeemühle).
W. Stracke.
Sommertheater aufderKaffeemühle.
Sonntag den 12. Mai wird die Bühne eröffnet. Bis zu dieser Zeit werden noch AbonnementsbilUts:
I. Rang:
40 Billets zum beliebigen Gebrauch zu 5 Thlr, II. Rang:
40 Billets zum beliebigen Gebrauche zu 3'/3 Thlr.,. von Herrn Eduard Lhiistiany t„Deulscher Hof" bei Herrn Ahlborn) auègegeben.
Der Anfang der Vorstellungen ist 4 Uhr Nachmittags festgesetzt. — Vorstellungen finden an jedem ^ae stâ A. Obstfelder,
(803) koncessionirter Theaterdirektor.
Für die in Nr. 101 der „ Kasselschen Allgemeinen Zeitung" erwähnte Frau ist bei uns eingegangen:
Lhl. Sg. Hl-
Ungenannt..... — 5 — diro .......... — 10 — W. D. . . ........— 5 — W. ...........3 — Fräulein H—r. ....... — 7 6 F H...........- '" - Ungenannt ......... — 15 —
Ein jüdischer Demokrat aus christlicher
Liebe, l Gulden Kassenschein . . — 17 77
Summa 5 9 6
Dieser Betrag ist gestern der Redaktion der „Kaffel- schen Allgemeinen Zeitung" mit der Bitte, den Namen des betr. Arztes zu nennen, zugesclgckt worden.
Die Erpedition der ,, Hornisse".
Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. — Druck der E st ieuu e 'schen Buchdrucker«.
A7^- Wegen des Himmelfahrtsfestes erscheint morgen keine Nummer.