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Opfer brr Ehren -Druey'schen Hetzjagd mit. Die armen Flüchtlinge, denen öcn den schweizerischen Kantonsregierungen gewöhnlich Lie gleiß« nerischst-n Borspiegelungen gemacht werden, müssen meist dasjenige, waS sie auf ihrer Reise duech die Schweiz und Frankreich zu ihrem Lebensunterhalte gebrauchen, auö eigenen Mitteln bestreiten. Vieie dieser Unglücklichen, welche im Vertrauen auf die ihnen gemachten Versprechungen ohne einen Pfennig die Schweiz verlassen, haben deshalb unterwegs mit allen nur erdenklichen Entbehrungen zu kämpfen. Will nun gar Einer oder der Andere sich in Frankreich eine Stunde länger, als ihm tn seiner Marschroute bewilligt ist, aufhalten, um vielleicht einen guten Freund oder Bekannten um eine Unterstützung anzugrhen, so sind die Carlier'schen Hetzhunde in Gemeinschaft mit der „legation suisse“ gle ch bei der Hand, ihn zum Lande hinaus zu maßregeln. Jeder neue Flüchtling, der hier ankommt, weiß nicht genug von der Erbärmlichkeit zu erzählen, mit der die Kommis des „Imbecille“ die auö der „freien" Schweiz AuSgewiesrnen behandeln. Gestatten Sie mir, daß ich Ihnen in meinem nächsten Schreiben nur einige Pröbchen dieser Schandthaten einer republikanischen Regierung mittheile.
Die große Masse der armen Flüchtlinge hat eS endlich versucht, ihre Angelegenheiten selbst in die Hände zu nehmen und schrieb demgemäß vor wenigen Tagen eine Generalversammlung sämmtlicher hiesiger Flüchtlinge auS. Die Versammlung beschloß mit großer Majorität: 1) einen Flüchtlingöverein zu gründen; 2) einen Ausschuß, bestehend auS 7 Mitgliedern auf 4 Wochen zu wählen; 3) den Auâ- schuß zu beauftragen, für Geldmittel und sonstige Unterstützungen zu sorgen, unbeschäftigten Flüchtlingen Arbeit zu verschaffen, die eingehenden Unterstützungen gleichmäßig zu verthcilen, dem Verein wöchentlich spez-ielle und monatlich öffentliche Rechnung abzulegen u. s. w. Die erste Wahl siel auf die Bürger: Gustav Struve, Mar Cvhnheim, Eduard Rosenblum, Oöwald, Bobzin, Grünich und Habich. Der neue Ausschuß hat ungesäumt seine Thätigkeit begonnen und sich in "Rundschreiben an sämmtliche Demokraten und Freunde der deutschen Flüchtlinge gewendet. Sicher wird auch Ihnen ein solches Rund- schreiben zrgeheu und darf ich wohl hoffen, daß Sie sich in ihrem Blatte der unglücklichen, von allen Mitteln entblößten Flüchtlinge nach Kräften annehmeu werden.
P. S. So eben erhalte ich die erfreuliche Mittheilung, daß daâ liberale Parlamentsmitglied Lord Dudley Stuart, welcher bereits den Polen und Ungarn so Hülfreich zur Hand gegangen ist, auch das Protektorat des deutschen Flüchtlingsvereins angenommen und denselben schon mit einer ansehnlichen Summe unterstützt hat.
Donaufür stenlhümer.
Die russische Politik hat wieder einen neuen Grund aufgefunden um die russische Besatzung in den Donaufürstenthümern nicht zu vermindern. Hr. v. Titoff erwiederte nämlich auf die Interpellationen von Seite der Pforte, warum nicht russischer Selts Anstalt getroffen werde, die Okkupationsarmee vertragsmäßig auf 10,000 Mann zu reduciren, sondern dieselbe anscheinend 19,000 Mann stark, belassen wurde, daß unter der Anzahl von 10,000 Mann eigentlich nur eine Division verstanden worden sei, daß aber seitdem durch allerhöchstes kaiserliches Gesetz der Stand der Bataillone für die ganze Armee in dem Maaße erhöht worden ist, daß die zur Okkupation der Furstenthümer bestimmte Division allerdings auf die Stärke von circa 19,000 Mann gebracht werde; daß aber dieser Umstand demnach ein Abweichen von den Bertragsstipulationen, durch welche eine ganze Di« begast ^^11^ ro^' ""b eine sofortige Zcrthcilung der Division nicht
Türkei.
Wien, 30. April. — (Telegr. Dep.) — Berichten von Sa - moâ zufolge wa>d der Ausstand von den dahin geschickten türkischen Truppen, nach einem 48stündigen Kampfe, niedergeschlagen.
Ncuht^l'cher Klatsch.
Kassel, 4. Mai. — Dem Edeln ist Alles edel! Als der edle Simson das Erfurter Käsekasino der Edeln schloß, brauchte er die Worte: diese edeln Raume werden sich hoffentlich bald wieder füllen. — Der „Reuhefflschen" ist dieser edle Styl der Eseln ebenfalls in die edeln Glieder gefahren und in die edle Fever. „O edle Tage und Stunden, an welchem wir und beschmaußten, wo die Edeln unsre Gasthauoräuuw und untere Wirth.Stafeln veredelten", edelt der fapen- jämmerliche Schmguß • Leitartikel der „Reuhessschen" in Nr. 207. — As am II. fühlt noch in allen Gliedern den edeln Champagnersaft und die LiebeuSwurdigkeit des Kollegen Acgidi; — diese edeln Reminis
zenzen müssen einen Leitartikel liefern. — Edle Journalistik! — WaS die mitgetheilten edlen Redebruchstücke betrifft, so ist cs daâ alte edle leere Stroh. — Nur einige edle Stylwendungen des liebenswürdigen Kasseler Journalisten. Dr. Bernhardi heißt der „treue Genosse auS Frankfurt!" Schön! spricht Schiller. Dyhrn, der dicke Falstaff, d. h. waâ den Scktbauch betrifft, nicht aber den Witz, — heißt eine „liebenswürdige Persönlichkeit, dessen bloße Erscheinung die Gemüther — (gemüthlicher Katzenjammer) mit urkräftigem Behagen erfüllt, er trug die herzliche, mit historischen Erinnerungen reich durchwürzte Rede mitten in die Herzen der Zuhörer hinein." — Edler Schwulst! — Ludwig Häusser ferner heißt der große Redner. — So soll Adam II. der „kleine Maßstab" heißen. (Fortsetzung folgt.)
Nachruf.
Melsungen, 3. Mai. — (Eingesandt.) Ihr HH. „Oberdon- nerwetter" in H., Reviermenschen v. B zu M., C. G. zu B. und aél’ lhr wohldressiiten Kaitoffelgrafen, seid ihr glücklich wieder mit dicken Köpfen daheim angekommen? — dann soll's uns freuen. Diesmal wendet ihr vergebens, als willenlose Werkzeuge der „Schwarzen" zur gänzlichen Untergrabung des Bürgerthums und der geselligen Eintracht in der hiesigen KastengeleUschaft von den „Gebildeten" hierher kommandirt, denn auf unser Kommando mußtet ihr wieder heimtrvl- len. Ihr HH.! schämt ihr euch nicht vor euch selbst! daß euch die Intrigue als kopflose Figuranten benutzt?! — Doch dürft ihr euch nicht schämen, ihr seid unschuldig, ihr müßt gehorchen Nächstens wird man euch wieder kommandiren, wir wollen dann sehen, ob ihr Männer von Ehre, oder wirklich servile Krummbuckel seid.
Mehrere bürgerliche Mitglieder der Ä a st e n g esel ls ch a ft.
Ernennungen rc.
Der Revisor Sohl bei der Generaldircknon für den Bau der Staatseiseubahnen ist zum Steuerreoisor bei dem Obersteuerkollegium provisorisch ernannt. - Den nachgenannten Unteroffizieren des 3. Infanterie Regiments, als: Feldwebel Herman Sprengel, Sergeanten Adam Kieselbach, Johannes Held, Clemens Wiegand, Heinrich Fink, Heinrich Brand, Corporalen August Rack und George Klinge, ist gestattet, die denselben vom Großherzog von Baden verliehene silberne Militarverdienst- mebaille anzunehmen und zu tragen.
Trauungen, Geburts- und Todesfälle in Kassel.
(Vom 26. April bis zum 2. Mai 1830.)
Verehtlichte: Johannes Scheer, Corporal, mit Hanna Catharine Sophie Kuhn. — Georg Wilhelm Ernst, Controleur, mit Emilie Friederike Caroline Zimmermann. — Johannes Meyer, Todtengräber, mit Wilhelmine Auguste Friederike Anspach — Johann Friedrich Gauland, Tagelöhner, mit Wilhelmine Marie Henriette Andreas. — Carl Heinrich Ber, Güterbesorgec, mir Marie Wetzell.
Geborue: Johann Heinrich, des Hoftheater: Kassirers, Heinrich Friedrich Flotho, S. — Joh. Christian Julius, des Kepositars, Johann Christian Jüngling, G. _ Joh. Heinrich, unedel. — Carl Wilhelm, des Loynbedienten, Heinrich Peter Hitzeroth, S. — Amalie Sophie Sonife Henriette Ernestine, des Ingenieurs, Job. Christian Briebach, T — Conrad Gustav, des Blechschmiedemeistere, Paulus Claus, S. — Wilhelm Heinrich Friedrich, des Metzgermeisterè, Johanne« Carl SchmuU, S. — Christian, beè Dachoeckergesellen, Johann Pfleging, S. — Conrad Christian, des Bäckermeisters, Asmus Doll, ö. — Carl Heinrich, des Gärtners, Johann Ludwig Müller, S. — Bernhard Friedrich, des Kaufmanns, Carl Ludwig Nikolaus Zahn, S. — Catharine, unehel. — Conrad, des Zeugwebers, Johann Heinrich Windeknechl, S. — Louise, des Schneidermeisters, Johann Georg Rohde, T. — Friedrich Louis, des Handschuh-Fabrikanten, Jean Conrad le Roir, S. — Otto Adolph, des Glaserme.stcrs, Georg Chr-stian Kumpe, S. - Eleonore Charlotte, des Gärtners, Carl Friedrich Grohn-y L. — Wilhelmine Marie, des Tagelöhners, Jo -. Friedrich Gauland, 2 — Elise Christiane, des Küfermeisterè, Conrad Rottrott, T. __ Marie Elisabeth, des verstarb. Schuymachermetst.es, Martin Koch, nachgèb. & — ®eorq Wilhelm Ludwig, Catharine, unedel. — inne Catharine Elhe, des Waaner- meisterè Carl Mengel, T. — Marie Theres. Mathilde, des Asststenzaiztes, Pu Justus Schmidt, T. — Joseph Wilhelm, Catharine Anne Mane, Johannes Jeremias, August Friedrich Conrad, unehel.
Gestorbene: Jeanette Christiane Elisabeth, des Hauptmanns, Georg August Gisset, Ehefrau, geb. Co-in, all 36 I 3 M. -0 T- — Elisabeth, des Unteroffiziers, Martin Kühn, T„ alt I M. 25 2 — George Vaupel, Postillon, all 32 I. 4 M. 27 T. — Friedrich Wilhelm, des Schneiders, Ignatz Melhe, S., alt I I. 3 M. 21 T- — Christian Fröhlich, Rlemcrmeister, alt 75 J. 6 M iv T. — Johann Christian Julius, des Repositars, Joh Christian Jüngling, S., alt 5 T. — Conrad, des Tagelöhners, Philipp Kunze, S, alt I I. 3 M. 26 T. — Heinr. Ludw. Franz av.eodor, des Sekretärs, Heinrich Stephan, S., alt 13 3. 10 M. 4 2. — August Franke, Eisenbahnardeiter, aus Lambach, alt 46 J. — Conrad Krämer, Tagelöhner, auö Richelsdorf, alt 34 J. — Georg Louis Martin, unehel., alt I I. — Susanne, des kurf. Maulrhierkutscherè, Louis Grandjot, Ehefrau, geb. Donn, alt angebl. titi I. 5 L. — Philipp Wilhelm Schreiber, Doctor der Philosophie, alt 6*1 I. io M. 10 T. — Marie Elisabeth, des verstarb. Schuhmachermeisters, Jean Mateß, hinterl. Wiltive, geb. Heidt, alt 56 I 9 M. 3 T. — Marie Hennette, des Schuhmachermeisters, Joh Martin Jingrund, Ehefrau, geb. Bauer, alt 57 I 9 M. 28 T — Sophie, des Lohnbedienten, Heinrich Heimel, @befrau, geb. Bahr, alt 55 J — Naphtali, des Tapezirecè, Simon Sennet, S., alt 6 M. — Herz Mofenthal, Partikulier, alt ut> I.