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Aber Hr. Hassenpflug?""Ja, mit Hrn. Hassenpflug ist etwas Anderes. Dem gestatten wir blos ein schwaches Regiment." DaS sind die konstitutionellen Prinzipien!

O Berlin, 11. April. Erwarten Siè jetzt von mir keine Persiflagen der Gothaer mehr; die Leute sind abgethan. Zu einer Zeit, wo eS die Regierungspresse übernimmt, die Wippermänner we­gen ihrerbubenhaften" Polemik gebührend zu geißeln, sind wir mit ihnen fertig. Wir haben eS jetzt mit Größerem zu thun, mit den klar hervortretenden Plänen zur Restauration deS alten Bun­destags, und mit der Auflösung deS Erfurter Kartenhauses. WaS letztere betrifft, so wird sie endlich wohl selbst den Gothaern fühlbar geworden sein, obgleich siezuverlässigen" Berichten zufolge, neuen Muth gefaßt haben. Faßt nur Muth! Fabrizirt nur einen Sonder- bund auf dem Papier, wenn Ihr die Sache bei Licht beseht, ist selbst Erfurt schon deutscheinheitlicheS d. h. bundeStäglicheS Territorium ge­worden und Ihr werdet als Opponenten und Phantasten zum Teufel gejagt. Die beiden Hessen sind fort, und Nassau geht auch flöten, bald wird blos noch Reiz- Schleiz-Lobenstein übrig bleiben. Auch der Radowitz ist abberufen; (?) merkt Ihr nun den Braten? Der Mann, so scheint es, ist den Oesterreichern mißliebig geworden wegen seiner letzten Rede. Er muß fort, eS kleben unangenehme Erinnerun­gen an seinem Ramen. Doch bitten wir die Verehrer deS großen Mannes, sich zu beruhigen. Er ist nur für den Augenblick bei Seite gelegt worden, man wird ihn künftig schon noch brauchen, und im Geheimen wühlt er nach wie vor. Leute, die so gut zu gebrauchen sind, wirft man nicht in den Winkel, in München weiß man bereits, was auS ihm werden soll, mau macht ihn wenigstens zum Papst, daS ist doch etwas! Ueber die Frankfurter Päne herrscht noch ein gewisses Dunkel. Man munkelt dort von einer Zusammenberufung deS früheren Plenums; sollte man wahrhaftig so frech sein, dem deut­schen Volke jetzt schon so unverschämt inS Gesicht zu schlagen? Mög­lich wohl; doch wäre daS zu dumm. Damit darf man dem Spieß­

bürger noch nicht kommen. Aber man wird wahrscheinlich sieben Ver- treter der deutschen Großmächte zusammenberufen uud ihnen die herr­liche Hinterlassenschaft deS Interims anvertrauen. DaS macht weni­ger Aufsehen und hat dasselbe Resultat. Später wird auch ein Plätz­chen sein für Bundestag und Plenum. Qui vivra, verra!

Die Schleswig - Holsteinische Affaire ist noch nicht im Reinen. Die ministerielle Konst. Korresp." widerlegt die Nachricht von einem Separatfrieden. Sie sagt, er sei noch nicht abgeschlossen; daâ ist möglich. Aber er wird unterhandelt, der Rücktritt Boni»'s deutet darauf hin, daß die Stellung Schleswig - Holsteins eine mehr isolirte geworden, «od eines schönen Tages wird man den guten Leuten er­öffnen, Preußen sei nun mit Dänemark abgefunden, sie möchten nun sehen, wie sie mit den Däne» fertig würden. Will Schleswig-Hol­stein dann nicht partren nun gut, so gibt es Mittel! Mau pari* ficirt. Herr v. Bally, von seiner großdeutschen Geschäftsreise im Norden zurückgekehrt, wird jetzt den sächsischen Hof heimsuchen und dann vielleicht nach Thüringen gehn. Wir wünschen ihm eben so gu­tes Glück, wie in Hannover und Schwerin. Die Erfurter können sich gratuliren. Heute ist hier eine große Zahl französischer Arbei­ter, namentlich Hutmacher, ausgewiesen worden. Ist sie schon wieder da, die Zeit der Polen, Juden und Franzosen? Nein, wir sind nicht unglücklich darüber. Gegen den Advokat Volkmar, der im Steuer- verweigerungöprozesse seine Clienten meisterhaft vertheidigte, soll jetzt eingeschritten werden. Auch wird man künftig Aeußerungen, wie die frintgen, nicht bloS rügen, sonder» sogar mit einer Ordnungsstrafe belegen. Alles im Interesse der Vertheidigung.

Frankreich.

* Paris, 10. April. Nach einer telegraphischen Depesche der Nationalzeitung hat ESpineffen den Antrag auf Beschränkung deS allgemeinen Wahlrechts gestellt.

(Wo Mr Auswanderer

H A. W Wicflng zu Grebenstein , bevollmächtigter Agent für Fr. W. Bödecker jun. â. A. Heineken Nachfolger in Bremen, welcher nach Nord-, Eentro- und Süd-Amerika, Süd Australien und allen sonstigen Häfen der Welt, namentlich aber nach

Wew-Tork, Philadelphia, Baltimore, Charleston etc. große, schone, besonders für Passagierfahrt gebaute kup- serfeste und gekupferte, mit Lebensmitteln reichlich ver- s hene Schiffe abfertigt, empfiehlt Auswanderern hier­durch nicht nur besonders billige und gute Ueber- sahrrs-Gelegenheit, sondern ist auch zur Abschließung bündiger Ueberfahrtèverträge ermächtigt.

Lb Für Tripperkranke! ^z

Unterzeichneter erlaubt sich hiermit, allen Heilkünst­lern der Menschen (eine von ihm erfundenen und selbst bereiteten auflöslichen Bougies zur Anwendung bei alten Arten von Trippern , Gonorrhoen , zu empfehd len. Das Uebel wird binnen wenigen Taaen ohne irgen- eine nachtheilige Folge beseitigt. Die Bongies sind von Kurfürstlich Hessischem Ober-Medizinal-CoUegio zu Kassel geprüft und für gut gefunden worden, mit der Erlaubniß, diese Empfehlung zu veröffentlichen Nähere Mittheilung über die Gebrauchs-Anweisung werde ich, so­wie mein Kommissionär in Kassel, N. Bachmann, Schloßstr. Rr. 257, der lutherischen Kirche gegenüber, auf portofreie Anfrage und baare Zahlung für I Thlr. 5 Sgr. pr. Et. ob. 2 fl. 3 fr. pro Dutzend geben.

Der Kranke bedarf höchstens I bis 2 Dutzend A W. Neymüller, [115] Amts-Wundarzt zu Gudensberg in Kurhessen

Gesucht:

(Gl3) Ein junger Mensch ordentlicher Erziehung als Schlosserlehrling. Das Nähere in der Expedition d. Bl. f >07] Ein Hausbursch findet sofort einen Platz. Wo? sagt die Exped. d. Bl.

Kurhcss. MiUtair-Vcrtretungg -Anftal t

Vom 16. b. M. an befindet sich daS Bu­reau der Anstalt am Steinweg JV 191, eine Treppe hoch, nach dem Schloßplätze hin. Kassel, am 12. April 1850.

Der Vorstand.

[082] Bergmann

Bekanntmachungen.

KönigUchlLardinische Anleihe von fl. 3,600,000.

Gewinne: fl. 80000 , 60000, 3 a 50000, 11 â 40000, 8 k 30000 2C. Gewinn-Auozahlung und Zie­hung zu Frankfurt am Main am ersten Mai 1850.

Hierzu kostet ein Loos 2 Tblr. oder 3 fl. 30 kr., 6 Loose 10 Thlr. oder 17 fl. 30 kr., 28 Loose 40 Thlr. oder 70 fl. Plane gratis bei

I. Nachmann & Camp.,

(553) Banquiers in Mainz.

(604) ^aiimtoDUcweToilduXords, daS Kind a 1 Thaler in der billigen Modewaaren- und Leinen-Handlung von

J. Schönfeld'S Wittwe

(aS2) Frische Bückinge, das Dutzend

6 zu Sgr., empfehlen

Friedrich (Elfter & Comp.

(648) Bekanntmachung

der

Hagelschäden - Ver ficherungsbank für Deutschland zu Döllstädt im Herzogthum Gotha.

Die in der am 25. und 29. Oktober v. J. abgehaltenen Generalversammlung unserer Mitglieder angenommenen revidirten Statuten haben die höchste Bestätigung erlangt und wer­den so eben an unsere Agenten versendet. Nach denselben soll die JahreSrechnung in einer Ende März jeden Jahres zu haltenden Versammlung dem Curalorio vorgelegt und festgestellt, die sich ergebenden Ueberschüffe, nach 25 pEt. Abzug zur Bildung eines Reservefonds, an die fünfjährigen Mitglieder der Anstalt vertheilt, resp, ihnen an der zu zahlenden Prämie gut- gerechnet werden.

Wir bringen dieS mit dem Bemerken zur Kenntniß unserer Mitglieder, daß der Ueber- schuß deS vorigen Jahres circa 22 pEt. der eingezahlten Prämie beträgt und daß die Rech- nungen, sobald sie die Revision passirt, an unsere Agenten versendet werden sollen.

Diejenigen Geschäftsfreunde, welche noch Agenturen zu übernehmen wünschen, ersuchen wir, sich baldigst an unseren General-Agenten, Herrn Eduard Rausch in Kassel, oder an Unterzeichnete zu wenden.

Döllstädt im Herzogthum Gotha, den 21. März 1850.

Direktion her Hagelschüdcn-Ncrstchcrungsbunk für Deutschland.

F. L. v. Ru ttucr. Lotz G Rnttner W. ^ehme.

[395] Sowohl Geschäfts- als Privat­leute können durch Kommissions-Uebernahme eines rentirenden Artikels bedeutenden Nutzen erzielen. Näheres JB. Ä. poste Restante Mainz, franco.

Verlangte Abschlagszahlung.

Dor mehreren Jahren kam zu dem tranken Herrn N. N. in Sooden der Todtengräber und sagte zu ihm: Geben Sie mir doch einen halben Gulden auf Abschlag, sterben müssen Sie doch, denn die Schippen unb Hacken ha­ben sich gerührt.[652] [651] Die lieblichen Conzerte, die Herr Ben­jamin auf seinem neu erfundenen Schnarr- instrumente in den Abendunterhaltungen gibt, verdienen alle Anerkennung, sowie auch sein Talent, durch Scheeren, Messer und Jäger­hörner beliebige Musiken hervorzuzaubern.