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jagt Hr. Fazy gleich einen der Beschuldigten auâ dem Bereiche seines ,, souveränen KantonS ", während der Bundesrath biö jetzt nichts der Art gethan hat. — Dafür hat aber nun auch Hr- 8^9 die Genugthuung im „ Konstitutionnel" für den Eifer , womit jetzt sogar die renitenten Kantone die Ruhe mit Strenge und Energie handhabten, sehr schmeichelhaft belobt zu werden. — Dem Verdienst seine Krone!
Wer glaubt nun nach solch' energischer Durchführung der zur Erhaltung deS europäischen Friedens erforderlichen Maaßregeln noch an die Mährchcn, welche der „Napoleon" berichtet: daß z. B. Struve von London auf dem Wege nach Genf sei, um einem Flüchtlings-Kongresse beizuwohnen und dergl. mehr. —
Die Anstrengungen zum Fortschaffen der Flüchtlinge durch alle möglichen Unterstützungen tragen auch hier ihre Früchte; gestern sind wieder 6 Rheinbaiern nach Amerika abgereist. Die Seelenverkäuferei nach Algier zieht nicht recht. — Diese Spedition paßt gut zu dem Verbot der ruhig fortexistirenden Werbbüreaur für Neapel.
In den letzten Tagen ist daö Januarheft deS „Völkerbundes" (von Galeer) erschienen, nachdem sowohl privatim als offiziell 2 Monate lang alles zur Unterdrückung deffelben aufgeboten worden war. Das ist Preßfreiheit in der freien Schweiz! —
Frankreich.
* Paris, 30. März. — Die Legitimisten haben über Laroche- jaquelins Antrag berathen und in ihrer Mehrzahl denselben verwor-- fen; sie wollten das über allen Zweifel erhabene, aus Gott stammende Legitimitätsprinzip nicht dem einfachen Schicksal und der Entwürdigung einer Abstimmung unterwerfen.
Lamartine hat auf den Antrag eine Entgegnung erlassen, welche mit den Worten schließt: „Im Jahre 1790 würde ein Vorschlag wie von Larochcjaquelin seinen Urheber den anderen Tag ins Gefängniß geführt haben; im Jahre 1793 auf's Schaffst ; im Jahre 1810 jn die Ebene von Grenelle; im Jahre 1815 vor den Prevotal - Hof; im Jahre 1840 vor die Pairskammer und von da in ein Staatsgcfäng- niß. Im Jahre 1850 hört die freie, tolerante, großherzige Republik ohne Zorn an, diskutirt ohne Skandal und beschränkt sich darauf, nachdem sie den logischen Muth des Vorschlags geehrt hat, seinen Urheber ... vor wen? ... vor das Nachdenken zu verweisen. Ich kann nicht umhin, nur Gutes von einer Republik zu hoffen, die dem gesunden Sinne der Humanität und den Sitten meines Vaterlandes von vorn herein einen so großen Fortschritt verschafft hat." Gutmütiger Lamartine! —
Bekanntmachungen.
aVon Bremen nach Ssord-Amerika, namentlich nach den Häfen New- Kork, Baltimore, New -Orleans und Galveston expediren wir regelmäßig am Isteu und löten Tage eines jeden Monats schnellsegelnde Schiffe erster Klasse, mit hohem geräumigem Zwischenden versehen und für die Passagierfahrt besonders eingericytet. In den billig gestellten Passage preisen ist nicht allein freie und vollständigste Beköstigung mit besten Lebensmitteln, sonderauch das amerikanische Armengeld einbegriffen; für jedes Kind unter 10 Jahren alt gewähren wir einen Erlaß von 5 Thaler Gold oder 10 Gulden, und Kinder unter 1 Jahr alt nehmen wir ganz frei mit. Zur Sicherung von Plätzen ist eine zeitige Anmeldung bei unserem Agenten, Herrn R Scheurmann in Carlshafen,
oder bei uns erforderlich, und werden auf portofreie Anfrage die gedruckten Ueberfahrtsbedin- gungen, so wie jede weitere Auskunft gern und unentgeldlich ertheilt. — Waaren , Gelder, Briefe rc. werden nach und von Amerika prompt befördert.
Bremen, im März 1850.
Laut obiger Bekanntmachung bin ich von den Herren Lüdering u. Comp. in Bremen ermächtigt, in deren Namen billige Csntracte zur Ueberfahrt nach Nord-Amerika abzu- schließen, und kann ich allen Denjenigen, welche entschlossen sind, dahin auSzuwandern und sich obiger Vermittelung bedienen wollen, nur anrathen, recht zeitig mit mir zu contrahiren, resp. daS erforderliche Handgeld einzuzahlen, um sich dadurch zu einem bestimmten billigen Preise Plätze zu sichern.
UeberfahrtSbedingungen werden von mir unentgeldlich ertheilt.
Carlöhafeu, im März 1850.
(503)
[534] Eine dienstmäßige Büchse nebst Hirschfänger und Lederzeug ist in der mitlem Johannisstraße Nr. 73.3, dritte Etage, zu verkaufen.
(537) Schulbücher für sämmtliche hiesige Schulen sind bei mir antiquarisch vorräthig.
B. Oottschalk,
obere Königsstraße Nr. 12'.
(544; In der untern Carlsstraße Nr. 4, gleichet Erde, Stube und Kabinet mit Möbeln auf den I. Mai zu ver- miethen.
(540) Gesucht:
Am Markt Nr. 435, ein Mädchen, welches in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist, auf Ostern.
(547) Kaufliebhober zu der vor Wolfhagen gelegenen vor wenigen Jahren neu erbauten ehemaligen städtischen Kalk - und Ziegelbrennerei und Töpferei, mit Garten und Länderei, werden eingeladen, am 10. April l. I, Vormittags an Ort und Stelle sich einzusinden
(557) Verwandten und Freunden hiermit die Anzeige unserer am heutigen Tage vollzogenen ehelichen Berbindung.
Kassel, am 1. April 1850.
E. Schäfer,
C. Schäfer, geb. Engelhardt.
Lüdering # Comp.,
Schiffsrheder, Kaufleute und Consuln.
Rudolph Scheurmann.___
Einladung zum Abonnement.
Der Volksfreund.
Eine Wochenschrift für Westfalen, redigirt von G A Wolff in Lemgo, beginnt mit dem I. April fein zweites Quartal des dritten Jahrgangs. Er wird fortfahren zu sein, was er bisher war — des Volkes warmer, ehrlicher Freund, der Despoten, Aristokraten, Heuler, Pfaffen, kurz aller Volksbedrücker — sie mögen Namen haben, welchen sie wollen — offener, unversöhnlicher Feind. - Der „Volksfreund" wird mit Entschiedenheit und Unerschrockenheit den Kampf gegen b:e Gegner der Demokratie fortsetzen und bittet um die kräftigste Unterstützung seiner Parteigenossen.
Der „Volksfreund" erscheint jeden Freitag und kost t in der Expedition (F. L Wagener in Lemgo) vierteljährlich 0 Sgr., in dem Thurn- und Toxischen Post- gebiete 7 Sgr. 6 Hlr. Alle Postämter und Buchhandiungen des In- und Auslandes nehmen Bestellungen an. Anzeigen werden zu 8 Pf. die gespaltene Zeile oder deren Raum ausgenommen.
[563] Die Expedition.
(555) Passow'S Griechisches Wörterbuch ist billig zu verkaufen am Markt Nr. 399, dritte Etage.
(550) Bei meiner Abreise nach Amerika sage ich allen Freunden, Bekannten und Gönnern hiermit ein herzliches Lebewohl, und ersuche zugleich Diejenigen, die noch Zahlungen an mich zu leisten haben, selbige an meine Mutter, Wittwe B u n z e n t h a l, oberste Gasse Nr. 55, zu entrichten, welche befugt ist, darüber zu quittiren. Kassel, den 29. März 1850.
H Bunzenthal, Privatlehrerin.
(5.16) Em mit guten Zeugnissen versehener Kutscher, der lange Zeit als solcher konditionirt hat, sucht einen Platz. Näheres in der Expedition d. Bl.
(558) Altzeig e.
Bei Eröffnung des Betriebs der Main-Weser-Bahn von hier bis Kassel erlaube ich mir einem verehrten Publikum die Anzeige zu machen, daß ich mich vor wie nach damit befasse, Güter nach allen Gegenden, besonders aber in hiesige Umgegend bestens zu befördern; wozu mir namentlich der Umstand zu gute kommt, daß ich alle an mich überwiesenen Güter in hiesige Umgegend stets durch eigne Fuhre, folglich möglichst billig verlade.
Ich werde überhaupt alle aus hiesigem platze vor- kommenden Geschäfte in Kpeditionsangelcgenheilen prompt ausführen und bitte daher meine werthen Geschäftsfreunde, das mir seit einer langen Reihe von Jahren geschenkte Zutrauen auch fernerhin zu erhalten, welches zu rechtfertigen ich stets bemüht sein werde.
Marburg, den 1. April 1850.
D. Schneider.
Gesucht:
(504) In eine ausgedehntes Manufactur-, Colonial- unb Eisenwaaren-Handlung einer lebhaften Landstadt unter annehmbaren Bedingungen ein Lehrling. Näheres in der Expedition b. Bl.
[565] Ein Hausmädchen findet sogleich einen Platz. Wo? erfährt man in der Expedition d. Bl.
S^ Schönheitswasser.
Der Erfinder eines die allgemeine Schönheit außerordentlich befördernden, aber Kupfer, Finnen, Hitzbläschen, Sommersprossen, Sonnenbrand u. s. w. gründlich heilenden Mittels will das Rezept im In- u. Auslande verkaufen. Auf portofreie, mit 20 ThIr. Gold beschwerte Zuschriften wird das Nähere mitgetheilt durch Ad.: „Kühn" in Tiefenort bei Eisenach. (562)
[500] In der Hohenthorstraße Nr. 761, in der zweiten Etage 2 Stuben, 2 Kammern, Küche, Boden- und Kellerraum; daselbst Pferdestall, Wagenremise und Fou- rageboden; ersteres auf Johannis, letzteres sogleich.
Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise «• Dr Kellner. — Druck der Est ienne'scheu Buchdruckerei.