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Hf- 'J'O. Kassel, Sonnabend den 3. März 1850,
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Der neue Betrug
Wir haben die neue Dreikönigsverfassung mitgetheilt. Es ver- lohnt sich nicht der Mühe, ihren Inhalt einer Kritik zu unterwerfen, zu beweisen, daß eö keine größere Verhöhnung des deutschen Volkes geben kann, als diese Offerte. Hr. von der Pfordten sieht sich gleichwohl mit triumphirender Miene in seinem Deutschland um, überzeugt, daß eS frevelhafter Uebermuth wäre, mehr zu verlangen, als hier in baierschen Gnaden geboten worden ist. Der König von Würtemberg theilt diese Ueberzeugung. Nach seiner Ansicht ist daö deutsche Volk einer solchen Gnade gar nicht mehr würdig. Der König von Sachsen sagt: Amen! Es wäre Blödsinn, auch nur von der Möglichkeit zu sprechen, ale werde die Verfassung jemals ins Leben treten. Und dennoch hat ihr Oesterreich seine Zustimmung gegeben? Ja wohl! Gerade weil Oesterreich conscntirt hat, bleibt die Verfassung, was sie ist: ein Armuthszeugniß für die drei Königreiche.
Oesterreich hat die Verfassung nicht angenommen, eS hat nur erklärt, daß sich der Vorschlag hören lasse. Daö alte Kaiserthum sieht in der Münchener Proposition wie in der Erfurter Komödie nur die Versuche unreifer Knaben, sich mit dem Zeitgeiste, dem frevelhaften, heidnischen, anarchischen Zeitgeiste, auf eine gute Manier abzufin- den. Findet euch ab! Die Erfurter Komödie wird den König von Preußen diskreditiren, die neue Dreikönigsverfassung hat die Könige von Baiern, Sachsen und Würtemberg diskreditirt.
Oesterreich wartet seine Zeit ab. Wenn daö deutsche Volk in Erfurt seiner letzten Illusionen beraubt ist, wenn von dem Dreikönigs- bündnisse die größeren Staaten sich wieder abgewandt haben, wenn das deutsche Volk sich mit dem Münchener Vorschlag, mit diesem Hohn und Spvlt deS BaicrnkönigS vertraut gemacht hat, wenn eö nichts mehr erwartet, als den Gnadenstoß, dann wird Oesterreich, das weise, erbweise, altkluge Oesterreich seine Vorschläge machen: Herstellung des alten Bundes unter Vorsitz der beiden deutschen Großmächte, Preußens und Oesterreichs. Möglich, daß auch Baiern für würdig gehalten wird, in daS Direktorium einzutreten;--hat doch Baiern ein Glied zu der Kette der Contrerevolution geliefert, die neue Verfassung nämlich.
Oesterreich hat die neue Verfassung approbirt. Es wird sie in seine Mappe schließen und damit einen Gesandten nach Berlin senden, der mit Seiner Majestät von Preußen den Weg der Verständigung einschlagen soll. Oesterreich wird den Unparteiischen spielen. Der König von Preußen wird seine eigene, die Erfurter Verfassung, mit der Münchener vergleichen, man wird finden, daß der Unterschied
gerade kein so großer ist, man wird schließlich zu der Ansicht kommen, daß der Inhalt der Erfurter Verfassung kein anderer ist, als der Inhalt der Münchener: Herstellung des Absolutismus. Der Unterschied besteht nur in der Methode. Wenn Preußen bis zu dieser Höhe der Einsicht gelangt ist, wird Oesterreich seine Methode in Vorschlag bringen, die alte Methode, die Metternich gelehrt und die der Kaiser NikolaS für gut gefunden hat. Preußen wird sich zu bescheiden wissen. Seine Erfurter Methode ist ja die schlechteste von allen.
Die Methode, die Methode! Es ist politischer Unverstand, die Erfurter und Münchener Proposition aus einem andern Gesichtspunkte aufzufassen. In der Sache sind alle Fürsten längst einig. Wer wollte zweifeln, daß sie auch in der Manier sich einigen werden.
Das Volk erhält nichts durch seine Fürsten. Was es haben will, muß es sich nehmen.
Deutschland.
ßaffe!, 21. März. — Hr. Vilmar will nicht blos in der Theorie Heil spenden durch die Begünstigung der Symbole und der Hierarchie, er will auch direkt als Hirt der ungläubigen Heerde ihr inS Gewissen donnern. Es ist gerade die Stelle eines ersten Predigers bei der Freiheiter Gemeinde vakannt, und Hr. Vilmar hat sich um dieselbe beworben, nicht ohne Aussicht auf einen günstigen Erfolg, wenn man bedenkt, daß er das Herz des Hrn. Hassenpflug ist und die Seele einer Partei, die durch ihn daS Ruder Kurhessens in Händen hat, während Hr. Hassenpflug den Namen und die Manteuffel'schen Schliche hergiebt. Die Nachricht davon hat die Gemeinde, die nichts weniger als eine pietistische Richtung hat, mit Unwillen erfüllt und die Kirchenältesten haben bereits beim Konsistorium gegen eine solche Besetzung protestirt, die Gemeindemitglicder werden Nachfolgen Wenn Hr. Vilmar sich nicht daran kehrt und wenn daS Konsistorium nicht den Muth hat, einen Mann zurückzuweisen, der gerade nicht sein Freund ist, so wird Ehren-Vilmar am Ende ganz allein die Gemeinde bilden, der er sich denn aufgedrungen, wie Hassenpflug dem Staat, — da man von Vielen vernimmt, daß sie lieber eine freie Gemeinde gründe» wollen, als dem zukünftigen Papst der kurhessischen Landeskirche zur Grundlage seiner Herrschbegier zu dienen.
* Kassel, 21. März. — Folgender spaßige Vorfall geht von Mund zu Mund. Einige Herren Gothaer steigen in die Waggons auf dem Bahnhof, um nach dem Ziel ihrer Gothaer Heldenthaten zu fliegen, nach Erfurt. Ein HandwcrkSbursche steigt mit ihnen ein und bekommt ein Vivat von seinen Kameraden, die ihm das Ge- leit geben. Die HH. Gothaer erfaßt ein Freudenschreck; das Kasseler