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die schlechten Leidenschaften, au die Herrschsucht, die Eitelkeit, die Machtvollkommenheitsliebe der Großen, wie ihr, die ihr alles verdächtigt, behaupten werdet, Hr. Vilmar hat euch überwunden durch den Glauben. Das Schwert, das ihr gegen die Massen ge­kehrt habt, wird auch er gegen die Massen kehren, nach unten wird er eure Tactik vorerst beibehalten, nach oben siegt er durch die Re­ligion. An die Stelle eurer Ideen, die ihr seit 30 Jahren ge. predigt und die Niemand verstanden hatte, setzt Hr. Vilmar die ewige Idee, die über allen Wechsel der Ideen erhaben ist, deren Wurzeln in den Geheimnissen des Jenseits liegen, deren Interpretation die Of­fenbarung ist, und die Niemand versteht als die Auserlesenen, die gottbegnadeten Sonntagskinder dieser Welt. Der Macht eurer Ideen begegnet Hr. Vilmar mit der Macht der Idee, und Hr. Vilmar hat gesiegt.

Die Idee des Hrn. Vilmar ist also mächtiger gewesen, als eure Ideen. Ja! Und das ist kein Wunder. Hört! Die konstitu­tionelle Partei hat keine eigenen Ideen, ihre JdeensindLügenoderPhrasen. Was Wahres und Wahr­haftiges im System des KonstitutionalismuS verborgen liegt, ist die offenkundige Lehre der Demokratie, ist die Lehre der Machtvollkom­menheit des Volkes, der unaufhaltsamen Entwickelung deâ Menschen­geschlechts , der Solidarität der Gesellschaft. Das Lebendige und Ueberzeugende des konstitutionellen Systems ist die Religion der Demokratie. Aber diese Religion hat der Konstitutionalismus verfälscht, hat er für 30 Silberlinge verschachert, hat er tausend­mal schon an den Galgen schlagen lassen. Angst und Feigheit, Eigen­nutz und Herrschsucht haben dem Konstitutionalismus geheißen, daö andere Kind, das abermals in Lumpen und in der Krippe gelegen, zu verstümmeln, seine Ehre preiszngcben, den allerhöchsten Herrschaften als Maitresse zuzuführen. Schurken, die ihr seid, Bösewichter, die ihr euer eigen Fleisch schänden laßt, vor euren Augen, unter eurem Beistand.

Hr. Vilmar hatte leichte Mühe. Wahrlich, wenn irgend eine Par- tei sich nicht auf die Macht der Ideen, sondern auf die Gewalt, die Raison der Fäuste stützen müßte, so ist es die konstitutionelle. Wenn England ein konstitutioneller Staat ist, so ist er eS eben geworden durch Drohungen und Vergewaltigungen in der Zeit der Barone und der allmächtigen Ortschaften, so ist er es geworden durch das Faust­recht Der konstitutionelle Staat verleugnet nie seinen Ursprung. Er ist nichts anderes, als der bewaffnete Friede, der latente Belage­rungszustand , der cachirte Mord und Todtschlag. Aber die Neubildung des konstitutionellen Staates ist in unserer Zeit für die Dauer eine Unmöglichkeit, weil wir statt der Barone und der bewaffneten Ort­schaften stehende Heere haben, weil die Tage deS Faustrechts vor­über, die Drohungen der konstitutionellen Partei pure Renommagen sind.

Hr. Vilmar hat leichte Mühe gehabt. AuS dem Schooße deâ Volkes sind die reinen Ideen der Demokratie erstanden, die Macht der konstitutionellen Ideen hat Millionen ihrer früheren Anhänger von sich abgestoßen, statt neue anzuziehen, von unten nach oben fressen die demokratischen Ideen eine Schicht der Gesellschaft nach der andern an, fallen sie der konstitutionellen Partei in den Rücken, werfen sie die­selbe immermehr in das Bollwerk, auf die Gnade deS Fürsten, dessel­ben Fürsten, dessenBearbeitung durch die Macht der Joeen" die einzige Arbeit der Konstitutionellen war. Wenn die Bearbeitung nicht gelang, so war der KonstitutionalismuS verloren.Die Fürsten ge­wonnen, Alles gewonnen!" riefen die Thoren. Hr. Vilmar brauchte nur diese Bearbeitung zu unterbrechen, und er hatte gesiegt. Er hat sie unterbrochen, indem er sein Kreuz aufrichtete, indem er seinen geängstigten, verfolgten Fürsten in das Asyl der Kirche rettete. Eine zweijährige Mühe ist vergebens gewesen. Nicht die Hölle hat gesiegt, sondern die Halbheit und die Lüge sind geschlagen worden, sie sind geschlagen worden von einem ganzen Worte, einer vollen Idee. Hr. Vilmar hat bewiesen, daß noch mehr Kraft ist in einer gestürzten Wahrheit, als in einer prahlerischen Lüge, mehr Leben in einer gro. ßen Leiche, alâ einem armseligen Lebendigen. Ihr habt dem Fürsten Liebe und Treue gelogen, Liebe und Treue zum Fürsten haben euch vernichtet. Jyr habt zu Christus, dem Herrn, geschworen, der Prie­ster deS Herrn hat euch erschlagen.

Hr. Vilmar und Genossen haben gesiegt. Hr. Vilmar so wenig alö die Demokraten haben mit der Macht ihrer Ideen renommirt, sie haben nämlich Ideen. Wohlan denn, so mögen diese Ideen auf einander platzen, so möge sich daâ Mittelalter schlagen mit dem 19ten Jahrhundert, so möge Begeisterung gegen Begeisterung stürzen,-- wird sich zeigen, wo die Jngend ist und wo der Sieg.

Deutschland.

/X Kassel, 20. März. - DieHess. Ztg." schreibt: Die rechte Seite des HauseS habe bewiesen, daß sie ihre Stellung dem Mini­

sterium und der Linken gegenüber durch ihren Ausschußantrag richtig erfaßt habe, man solle doch an seiner Rechtmäßigkeit nicht zweifeln. Diese Bitte kann man ihr erfüllen; Niemand hat behauptet, daß die­ser Antrag unrechtmäßig sei. Betrachten wir die Sache sine ira. Wenn die rechte Seite nicht blos auf das Nächste blickte, sondern auch an die dauernde Wirkung auf das Volk dächte, würde sie auS den verschiedenen rechtmäßig möglichen Schritten den richtigen leichter ge­sunden haben. Die Proklamation vom 11. März muß als ein Theil, muß als Erhaltung der Verfassung gelten, dies kann nicht scharf, nicht klar genug erklärt und durch entsprechende Handlungen dem Volke in die Seele geprägt werden. Einem Ministerium gegenüber, daS durch Bruch dieser Proklamation ins Leben getreten ist, hat man logischer und vernünftiger Weise auch die Recht - und Verfassungsmäßigkeit zu verneinen, es also nur zum Rücktritt aufzufordern. Kommt nun eine bestimmte Vorlage, so kann man sich sogar auf dieselbe entlassen; aber der erste Satz der Verwerfung muß immer sein, wir haben mit die­sem Ministerium Nichts zu schaffen, nach der Proklamation vom 11. März, deshalb verweigern wir Das und Das, waS auch schon an und für sich verfassungswidrig ist; oder: obgleich eS von einem andern Ministerium vorgelegt, angenommen werden würde. DaS war logisch und verfassungsmäßig, und auf diese Weise hätte die Rechte sich mit der Linken sehr wohl vereinigen können. Statt dessen stellte sie den eigentlichen Hauptgrund inS zweite Glied, und die speziellen Gründe der Verweigerung des speziellen Gesetzes voran; und damit ver­wischte sie dem Volk die prinzipielle Bedeutung der Proklamation vom 11. März. Wir glauben, daß dieser Fehler wieder gut zu machen ist; wir wünschen es, damit wird die Rechte der blos en passant gewürdigten Volkösouveränetät ihre volle Würdigung geben; die Spal­tung dem gemeinsamen Gegner gegenüber würde aufhörcn. Da aber die Rechten mit einem solchen Schritt eine Demokratisirung auS- sprechen würden, so werden sie sich davor zu hüten wissen, namentlich ihre Führer.

L Homberg. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Unser Bür- germeisterlein war uns durch die Hassenpflug'sche Affaire beinah in Vergessenheit gerathen. Hier will ich ihm nachträglich 24 Zeugen anführen, die durch den Stadldiener Dickhaudt vorgefordert wur­den, bei Strafe von 10 sgr. bis zu 10 thlr. 1) Valentin Eckstein, Bäckermeister (.bei 10 thlr.) 2) Leimsieder Landau. 3) M. Fromm. 4) Wilhelm Köhler. 3)Hermann Koch. 6) SattlermeisterAnton Giegling. 7) Schneider Rudolph. 8) C. Rudolph. 9)M.Pfromm. 10) Tuchbleicher Pfromm. 11) Schuhm. Georg Triichmann. 12) Metzgerm. Heinrich Waldeck. 13) Schneiderin. Kaspar Bab. 14) Tuchmachermeister Ju­stus Bartmann. 15) Kaufmann Döll's Ehefrau. 16) Sattler Schick.

17) Mauccm. August Paulstich. 18) Tuchmacherm. David Schöne­wald. 19) Oekonom Wilhelm Reede. 20) Schuhmachern,. Fr. Gleim. 21) Schuhm. Georg Rüger. 22) Weisbinderm. Adam Nordheim (bei 2 thlr. oder 14 Tage Gefängniß.) 23) Weisbinderm. Just. Haase. 24) Schuhmachern,. John Hans. Und so könnte ich noch eine Menge anführen. Daß eine 2te Nachwahl stattgefunden, bezeugen sämmtliche Mindestbesteuerte. Dies blos als meine Rechtfertigung und zur Charakteristik bürgermeisterlicher Wahrheitsliebe und Gesetz­lichkeit. Außerdem muß ich Ihnen noch mittheilen, daß kürzlich das Urtheil gesprochen wurde, über die Männer von Holzhausen, welche am 5. Febr. v. J. die Homberger Demokraten im dortigen Dorf überfallen und mißhandelt hatten. Die Angeklagten waren: 2 Ge­meinderäthe , Barthalini uns ginne fohl, der Bürgermeister Gombert und der vorige Bürgermeister Gißler, außerdem Mül­ler Geischl er, Oekonom Nöll, Jakob Eisenhuth und Bergin­spektor Becker. Advokat Fabrizlus, der sonst für einen Demo­kraten gilt, vertheidigte sie. Die Angeklagten, außer Becker, sind schul­dig erkannt der im Komplot verübten Gewa Thätigkeit und zu | der Kosten verurtheilt. Becker ist freigesvrochen.

G Karishafen, 19. März. Die beiden hiesigen Pfaffen: einer davon ist ein fanatischer Mucker, aber sonst ein ehrenwetther Mann , der andere jedoch, ein heuchlerischer, unwissender und feiger Mensch, haben vor einigen Tagen eine Adresse an den Allcrgnädig- sten zu Stande gebracht, in welcher Höchstveniselben für die Ernen­nung Hassenpflugs zum Minister, in den salbungsvollsten Worten, der allerunterthänigste Dank abgestattet wird. Unterzeichnet ist dieselbe wahrscheinlich von einigen invaliden (in jeder Beziehung invalid) Offizieren, der General Bär an der Spitze, einem liebenswürdigen und eine Pfarrstelle suchenden Kandidaten der Theologie, der schöne Anlagen zu einem Jesuiten hat, einem Kirchenältesten und stupiden Schulmeister, vielleicht aber auch von einem übergeschnappten Lithogra­phen. Würdige Kundgeber der öffentlichen Meinung der Stadt Karls- Hafen !

Uebrigens hat auch dieses Manöver gute Früchte getragen, denn die angesehensten hiesigen Bürger gehen jetzt ernstlich damit um, eine