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leinet tem passiven Widerstand noch die Krone deS unnützen konstitutionellen Phrascndreherei aufgesetzt, die Steuerverweigerung. ES ist schade, daß auch dieser letzte Versuch nicht gemacht wurde. Selbst Hr. Hildebrand hätte vielleicht begriffen, daß mit der konstitutionellen Windbeutelei nichts zu machen ist, wenn selbst ihr ultimum refugium, ihr letztes Mittel der Verzweiflung ein Nichts ist. — Man sollte denken, daS Schicksal der preußischen Steuerver- weigerung hätte ihn belehrt. — Nein, das schickt nicht, es muß auch tu Kurheffen versucht werden. — Ich bin überzeugt, daß alle Welt Steuern fortzahlt, Hr. Hildebrand mag verweigern, so viel er will, und daß alle Rentmeister und Steuerinspektoren sie erheben nach wie vor, oder zum Teufel gesagt werden, — daß alle Gensd'armcn sie crequireu und daß die Wenigen, die den Spaß versuchen wollten, zu outerletzt nach etwas Prozeß und Beistcckerei, und mit ihnen auch Hr. Hildebrand, ihre Seluern zahlen würden nach wie vor. — Unsere Konstitution ist alle! — Die Schmach aber, die man auf daS Volk und seine Vertreter gehäuft, als man ihr den Todesstoß beibrachte, wird von der Demokratie dereinst mitgerächt werden. Wann.....?
Deutschland.
l^ Kapel , 16. März. — Die Stände sind also fort. Die Rechte ist also ihrer haarsträubenden Opposition los und ledig. Hr. Hassenpflug hat ihr, — um gut deutsch zu sprechen, — das Maul verboten. — „Geht nach Erfurt", — so hat er gesagt, „in meiner Nähe kann ich so ein unnützes Geschwätz nicht dulden. Oder wär daS Geschwätz der konstitutionellen Hämmlinge nicht wirklich ein unnützes? Waâ bedeutete ihre Opposition? Sie wollten auf alle Gesetze eingehen, die zum Wohle des Landes gereichten, die von Hrn. Eberhard herstawmten, die passabel wären, die sich nicht gut abweisen ließen. Aber die Gelder wollten sie im Sack behalten. Schön! WaS that nun Hr. Hassenpflug? Hr. Hassenpflug legte der Rechten lauter Gesetze des Herrn Eberhard vor. Wer wollte da hartherzig sein? WaS thut aber Hr. Hassenpflug weiter? Er sagt: „ Eberhard'sche Gesetze wollet ihr haben? Hier! Aber mit eurer Erlaubniß werdet ihr dann auch hoffentlich die Schulden der Wippermannschen Finanzwirth- Ichafl bezahlen! Nicht wahr? Seht einmal hier: 1,000,000 Thlr. Schulden, Schulden, Schulden. Kein Geld in der Staatskasse. Fürchterliche Wirthschaft!" Nun? — In Geldfragen hört die Gemüthlichkeit aus. Wippermann'sche Gesetze sind gar nicht übel, aber Wippermann'sche Schulden, — — — daß uns der Himmel behüte! Ist das Konsequenz, meine Herren, ist das Liebe, brüderliche Liebe zu Hrn. Eberhard? Schämen Sie sich! Hr. Haffenpflug hat die Rechte mit der Vorlage des Wippermann'schen Sündenregisters bis an den Grenzstein deS Burlesken gebracht. Eberhard'sche Gesetze? Wip- . eimannsche Schulden! Eine größere Verhöhnung der oppositionelle« Logik unserer Rechten ist nicht denkbar. Die Rechte hat die Wipper- manu'sche Erbschaft nicht angetreten. Bon! So schwatzen Sie auch nicht weiter! Hr. Hassenpflug schlägt seine Bücher wieder zu und — jagt die Stände nach Hau,e. Schämen Sie Sich im Stillen, meine Herren!
Staffel, 16. März. — Die Haffenpflug'sche Eröffnung über den Wippermannschen Voranschlag geht dahm, daß zuviel in Einnahme gestellt sind: bei den Zöllen 100,000 Thlr. bei der Brauntweinssteuer 65,000 „ an Wege - und Brückengeldern 42,000 „ an Forstnutzungeu 90,000 „ an Elsenbahneinträgen 150,000 „ an Einnahmerückständen 36,000 „ = 483,000 Thlr. wozu dann vermuthlich noch 139,750 Thlr. kommen.
Ballet, 16. März. _ Die Ersatzwahlen in die französischen Kammern sind roth ausgefallen. DaS Volk hat so gegen die lächerliche ^liegierung Napoleons abermals protestirt, es hat protestirt gegen die Schurkenstreiche der „honetten" Gesellschaft der Schwindler und Bankerotteurs Der Protest ist großartig. Die Partei der Ordnung hat alle Mittel aufgewandt, ihn zu hintertreiben, sie hat gefälscht und gedroht, — der Protest ist um so großartiger geworden. In Paris allein haben nahe an 250,000 Menschen ihre Stimme erhoben und die Majorität hat zur rothen Fahne geschworen. Die Spießbürger zittern. An den Wahltagen haben sie in warmen und kalten Fiebern relegen, ängstlich jede Stunde nach dem Zeiger gesehen und jeden ihrer Spione gefragt: „Wie steht s?" „ES steht gut", war die Antwort, „wir sind in der Majorität." Bravo! „ES steht weniger gut, aber wir sind in der Majorität", war die zweite Antwort. Gott sei Dank!
„ES steht gleich", lautete die dritte. Satan hilf! „Wir sind verloren, die rothe Fahne triumphirt." Die vornehme Seite fiel, wie vom Blitz getroffen, auf die Erde! Verzweifelt, Elende! Ihr seid gerichtet. Rettet euer Geld, rettet die Papiere! Und siehe, die erschlagenen Leiber stehen wieder auf, rennen auf die Börse, die Börse und — — — die Papiere fielen ein Prozent, noch ein Prozent und abermals ein Prozent. Sie werden noch tiefer fallen. Sie werden so tief fallen, wie ihr selbst gefallen seid, sie werden unter Null herabfallen. Heute nicht, aber morgen, über's Jahr, wenn die Zeit erfüllt ist. Rettet euch! Aber wie? Laßt euren Napoleon die Kanonen auffahren, stürzt die Verfassung um, schafft euch ein „stärkeres Regiment", als daS deS gestiefelten Affen, stützt die Börse mit Bajonetten, es hilft nichts, eS hilft nichts. Eine Armee von 130,000 Mann hat in der Hauptstadt Paris erklärt: „Es hilft nichts." So rettet euch auf eine andere Weise.
O Berlin, 14. März. — So eben wird hier das Resultat der französischen Wahlen bekannt und ruft eine allgemeine freudige Stimming hervor. Dieselbe „ Deutsche Reform " , die gestern Abend noch mit dem „Journal des Debüts“ um die Wette über die Sündfluth des Sozialismus geheult hatte, sieht sich heute genöthigt, mit fetter Schrift daS Hereinbrechen dieser Sündfluth ihren Lesern mitzutheilen. Ja, die Sozialisten von Paris sind gewählt trotz der Wühlereien der Orleanisten, Legitimisten und Napoleonisten; daS möge den Herren des Standrechts und der Knute zur Nachricht dienen! Paris hat auf's Neue seine Stimme abgegeben. Nieder mit der alten Barbarei! — ist daS Wort, das auS der Wahlurne mit Feuerschrift emporflammt. — Mag eS LouiS Napoleon wagen, Angesichts dieser Kriegserklärung seinen verrückten Staatsstreich zu vollführen, dieselben Hände, die jetzt ihren Zettel zu Gunsten der rothen Republik in die Urne geworfen, werden seine Tollheit zu strafen wissen. Wir wissen freilich, daß der Absolutismus dort wie in Deutschland blind ist, nun gut, so mag der fühlen, der nicht hören und sehen will! Befremden erregt es übrigens, daß die „Deutsche Reform" aller« diese Nachricht bringt, und nicht auch die übrigen Zeitungen, die telegraphische Depeschen erhalten. Sollte die „D. R." begünstigt werden? Nicht unmöglich. Wahrscheinlicher noch, daß man die Depeschen der andern Zeitungen absichtlich verzögert und damit sort- fährt, bis bei eklatanten Nachrichten jede Depesche auSbleibt. Die „konstitutionelle Zeitung" heißt es, werde eingehen. Großes Jammer herrscht überall, wo der Geist BeckeratHS und Hanse-^ Manns weht, daß die Edlen den Schmerz haben sollten, ihre Phrasen nicht mehr gedruckt zu sehen. Da entschloß man sich denn, sie fortzuführen und in der ganzen Stadt liefen die Agenten der „ Konstitutionellen" umher, den Leuten zu verkündigen, die Nachricht der Tante sei eine Unwahrheit. Kapital ist allerdings noch genug da; wenn man aber so „konstitutionell" mit dem Gelde zu wirthschaften fortfährt, wie früher, so möchte der Witz doch nicht mehr lange dauern. AuS Schleswig sind keine neuen Nachrichten eingelaufen. Vollpracht, der Abgeordnete des Verwaltungsrathes, hat mit dem General Rauch eine Konferenz gehabt. Sie werden waS Schöneâ ausgeheckt haben, bie Schleswig - Holsteiner werden daran kauen müssen. Die Nachricht vom Losschlagen war übereilt. Ja, wenn die Statthalterschaft nicht wäre! — Der 18. März wird hier ganz still gefeiert werden. Wozu auch öffentliche Demonstrationen, die nur mit Konstablerhieben enden würden? Der 18. März muß für uns ein Buß- und Bettag sein, daß wir damals nicht klüger waren. — Die Nichtwahl zur ersten Kammer steht jetzt entschieoen fest. Dagegen herrscht noch Uneinigkeit in der Volkspartei über die Wahl zu Gewerberäthen. Es wird Vielen elend, für die Wahl gestimmt zu haben, da man erstens dadurch daS Prinzip verletzt hat, und zweitens zur Einsicht gekommen ist, die Wahl würde doch wenig nützen Namentlich sind die Gesellen Feinde der Wahl, und der Akt wird deßhalb ziemlich unbedeutend ausfallen.
NLCytündlenjy März. — In nicht ganz fünfstündiger Siz- zung haben die HH. Neiebsräthe gestern die Berathug des nur 53 Paragraphen umfassenden Paßgesetzes vollendet. „Gut Ding braucht lange Weile." — Das Ergebniß der reichsräthlichen Gesetzgebungskunst, welches in vollkommener Zustimmung zu den Beschlüssen der Abgeordneten bestand, hat das alte Sprüchlein neu und glänzend be« wahrt Dies Schicksal des Paßgesetzes hatten wir vorheigesagt und haben darum den deßfallsigen Gesammtbeschluß der beiden Kammern, der zweifelsohne schon in den nächsten Tagen durch die königliche Sanktion zum Gesetz wird erhoben werden, in der heutigen Sitzung der Abgeordneten ohne alles Staunen verlesen hören. Die hierauf folgenden Eröffnungen vom Ministertische aus waren dagegen um so interessanter. Den Reigen eröffnete der Ministerpräsident v. d. Pford- ten durch Beantwortung einer vom Freihein v. Lerchenkeld eingereich- t.n und von 53 Gesinnungsgenossen unterzeichneten Interpellation,