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dit, die Cosacken vor den Thoren und — „die milden Gaden der königlichen Familie, vornehmlich der Kronprinzessin" ohne alle Wirkung gegen die „Verarmung deS Volkes". „Pulver und Blei" — ist unsere letzte Rettung, d. h. Pulver und Blei für uns, nicht für andere Leute, denn „dazu ist die Masse der Schlechten zu feig", sagt die Standrechtsmagd.
MLC München, 11. März. — Während in den den Regierungen ferner stehenden Tageblättern die verschiedensten Konjunklu- ren über die Stipulationen des „Münchener Vertrags" sich kreuzen, und jene Organe der Presse, welchen dann und wann ministerielle Inspirationen zukonimeu, nur mit leisen und unbestimmten Andeutungen hervortreten, hüllt sich die anerkannt offizielle Presse über diesen Punkt in eherneö Schweigen. Mit spannender Ungeduld sieht man daher den Eiöffnungen entgegen, welche die für bieje Woche durch den Ministerpräsidenten v. t>. Psordten zugesagte Beantwortung der Wallerstein'schen Interpellation im Gefolge haben wird. Prag aber, was man erfahren wird, lauten wie immer: zwischen dem Abschlusse deS papierenen Vertrags unter den Kabincttin und dessen Fleischwer- , dung liegt noch eine große Kluft *J.
Preußische Hecresmassen wälzen sich gegen die baierische Grenze; dem Hauptquartier, welches in Koburg soll anfgeschlageu werden, zoll wie man sagt, ein baicrischeö Hauptquartier in LichtenfelS gegenüber- gestellt werden, und während man die Zusammenziehung dieser Truppen in Oberfranken erwartet, spricht man von Verlegung einer bedeutenden österreichischen Soldatenmenge nach Mittelfranken. Dec König und die baierischen Prinzen vervielfältig, n durch rasche Ankäufe neuerlichst ihre Reitpferde: nur bereits vollkommen zugenttene Thiere werden gekauft, so daß cS scheint, daß man dieselben in allernächster Zeit nöthig zu haben glaubt. Was wird diese nächste Zukunft bringen? Wird sie abermals die Wahrheit deS Satzes beweisen: „Was die Könige sündigen, büßen die Völker", oder wird sie endlich einmal die Völker aus den Sünden der Könige lernen lehren? — — Hoffen wir!
Oesterreich.
"Prag, G. März. — So Gott will und unser „Kleiner", erhalten wir bald die nöthige Genod'armerie. Und wenn der Herr nicht ganz unzufrieden mit unserer Bekehrung ist, so beschenkt er unser Belvedere jedenfalls mit einer Strandbatterie und unsere Marieuschanze mit einem tüchtigen Blockhaus für genügendere Garnison. Oder sind wir der Gnade noch immer nicht würdig? O, und wie gern verzichten wir auf die Ausschüttung des Füllhorns, daS man unsere Verfassung nennt, wie demüthig und rcuherzig ertragen wir die Geisel des Belagerungszustandes. Die Böhmen sind gut, Czechen wie Deutsche, Deutsche wie Czechen. Wenigstens versichern alle Zeitungen, daß bei uns ein förmlicher Wettkampf auSgebrochen sei über die größere oder geringere Unterwürfigkeit unter die alleinseligmachenden Wünsche unseres Wiener Glacehandschuhs. Hören Sie! Die Czechen haben sogar gelobt, für einen großdeutschen VerfassungSentwurf, sobald er nur unter den Auspizien unseres Kleinen in die Welt träte, Leib und Leben einzusetzen, sie wollen sogar in ein großdeutsches Par l ament wählen. Die Czechen wissen, was sie versprechen. Wenn sie dem gegenwärtigen RcgierungSjystem die Kehle abschneiden können, so kömmt es ihnen auf daS Messer eben nicht an.
Der 4. März ist hier vorübergegangen, wie in ganz Oesterreich, inutatis mutandis, d. h. bald mit und bald ohne. Hier haben wir uns an jenem denkwürdigen Tage, an welchem endlich einmal nach langer Unterbrechung die Stimme unseres Landesvaters wieder unmittelbar zu unseren Herzen sprach, — waS schlechte Unterthanen „ok- tr o y ire n " nennen ! — sehr würdig und angemessen betragen. F-om- men HerzenS sind wir hingegangen und haben unsern Rettern aus der !)t0th, den herrlichen Kriegsschaaren, die zur Parade auârücklen , unsern Dank abgestattet. O der Wandlung! O unserer Verstocktheit, die einst einen WindischgräH nöthigte , sein bischen Kriegsruhm und Verstand an die Belagerung Prags zu hängen, einen Windischgrätz, der nächst seinen FähndrichS der größte Mann war, der je auf dem Hradschi'n ein Fernrohr in der Hand halte und während einer Belagerung Gabelfrühstücke arrangirte. Undjtzt! Den Staub sollten wir dem Verkannten von den Schuhen küssen. Daß wir zur Parade gingen, war eine wahrhaft erbärmliche Abschlagszahlung. Nun, wir sind auch tu den Kirchen gewesen, und haben zu Gott gebeten, daß er recht bald ein- mil wieder eine Zeit schicke, wo daâ Volk unmittelbar mit seinem Fürsten spricht.
Alâ Gegensatz zu dieser patriotis.» n Feier mache ich Sie auf unsere Kattundruckereien aufmerksam. Die Arbeitergeselltn haben nämlich
*) Die Redaktion hat es deshalb für ganz überflüssig gehalten, schon jetzt das neue lem^l-ch-kaiseeliche Berfanunasmachwerk auefüinM, muzutveiUn. Wie werden begauslg davon reden. 1 v
die eingestellte Arbeit noch immer nicht wieder ausgenommen, im Gegentheil, hinter den Gesellen sind auch die Lehrjungen hergelaufen. Die Fabrikanten behelfen sich mit Mädchen. Ohne Zweifel wird man schon Mittel finden, das halsstarrige „Gesindel" dem Sklavendienste für die honette Gesellschaft wieder zuzuführen. Dafür ist der Belagerungszustand !!!
Galizien. — Die „Gazetta polska" hat folgende Korrespondenz. „Sie wollen eine Beschreibung unseres Landes, unserer Verhältnisse? — Galizien ist daS Land der Negation. In Galizien gibt eâ nichts. ES gibt keinen Adel mehr — tempi passati. ES gibt keine Grundeigenthümer mehr, denn ^- aller Dörfer haben auf der Kippe stehende Besitzer, wenngleich mit wohlverbrieften Rechten. Es gibt kein Geld, denn das Elend sieht auS den Ellenbogen hervor. ES gibt keine Landwirthschaft, denn eS gibt keine Leute zum Säen, Erndten und Pflügen. Es gibt keinen Handel, denn es gibt weder etwas zu verkaufen, noch etwas wofür kaufen. ES gibt kein Leben, keine Rührigkeit, denn zu welchem Zwecke? Es gibt keine Sicherheit, denn Leben und Eigenthum sind in Gefahr. ES gibt keine Gerechtigkeit, denn das Recht ist der Korporalstock. ES gibt keine Konstitution, denn dawider ist der Belagerungszustand. ES gibt also Nichts. Ach, ich bitte um Verzeihung, der österreichische Korrespondent hat mich daran erinnert, eü gibt — Beamte!" —
T Wien, 8. März. — Oesterreich hat seinen Tschech, nicht den Attentäter, sondern dessen Nameröoettcr, der sich nachher in „Treu" umtaufen ließ. Ein gewisser Florian Kossuth auS Kaschau hat seinen leider angeerbten Namen für eine Beleidigung vom Schicksal angesehen und nennt sich jetzt „Uovardy". — Ohne Zweifel haben verschiedene ge ■ krönte Häupter auch einige räudige Gueder in ihren werthen Familien gehabt. Es wird ignen zu rathen sein, ebenfalls ihren Namen, natürlich mit sammt den daran geknüpften Rechten, auf den Altar des Patriotismus niederzulegen.
ÜMeu, 8. März. — Unser exceptionelle Zustand generalisirt sich und seine Standrechtserlasse. Fortan ist a l l e n Journalen untersagt, Bilder oder Holzschnitte beizulegen.
„Und wird der ganze Verlag verboten, So schwindet von selber die Censur."
Am Ende wäre es wunschenswerth, in Ungarn eine ähnliche Maaßregel gegen die „Insurgenten" zu ergreifen und sie en bloc zu erschießen. Man spart sich und Anderen die Muhe.
Ueber den Aufstand in Montenegro erfährt man selbstoerstanden gewöhnlich nur die Wünsche der Regierung, ebenso über die Bewegungen der Kroaten. Wir müssen froh sein, wenn wir zuweilen einmal das Geständniß erhalten, daß ein Aufstand unterdrückt sei, was offenbar schließen läßt, daß einer criftirl hat, oder daß irgendwo ein paar unruhige Köpfe zwar noch nicht ganz beruhigt seien, aber doch jedenfalls zur Ruhe gebracht werden wurden.
«Öfen, 3. März. HC. B. v. B.) Die Honvedassentirungcn dauern hier, wie an allen Punkten Ungarns, wo Assenlirungskommisstonen bestehen, mit ungemeiner Strenge fort. Täglich brechen Transporte in der Stärke von 2—400 Mann aus Pesth, Preßburg, Arad, Miskolc;, Fünfkirchen, Großwardcin u. f. w. auf, um ihrer neuen Bestimmung zu folgen. — In den oberen Donaugegenden herrscht die schrecklichste Viot^ , und die Zahl der bei Raab vboach- und naprungslvö gewordenen Menschen ist mit Sicherheit über 20,000 geschätzt.
Frankreich.
+ Paris, 11. März, — Die Wahlurne war noch Ni'amals seit Neugrunoung der Republik, also seit zwei Jahren, so besucht als heute und gestern. Zwar sind an die 8—10,006 demokratische Wahl- männer durch die schurkischen Manöver ausgeschlossen, dennoch scheint der Sieg sich der drei rothen Kandidaten, wenigstens zweien derselben, zuzuwenven. ES stimmen sehr viele kleinere Bourgeois uno Mittelhandelsleute für Rothe. Die weiße Bande gebehrdet sich puf. strUch, sie droht im „ Constitutione! " und in der „ Assemblee" mit —? ja womit? mit Umwerfen der Verfassungvurkunde. Nun aber ist dazu dreierlei erforderlich: Einer, der umwirfl, Einer, der sich umwerfcn läßt und ein Dritter, der ruhig zusieht. Ov sich diese drei Bedingungen diesmal hier erfüllen können, wird sich bald zeigen. Herr L. Bonaparte betrinkt sich mehr denn je, seine Laune ist schlecht, er will Kaiser werden und sicht, es geht noch nicht; einstweilen hat er an Preußen erklärt, eS möge Neuchatel in Frieden lassen und dafür Bremen, Lübeck und Hamburg einzlehen (!). Er treibt eifrig Journalistik und hat gestern wieder einen infamen Artikel in seinem albernen Sonnlagsblatt „Napoleon" fabrizirt, worin er beweist, Frankreichs Republik dürfe um GotteowUlen keine Repu btska ner in die Verwaltung aufnehmen. Solch' einen G'Mpel oder Lvsewich haben wir zum Präsidenten! er wurde täglich seinen End mit u > oa- stitution brechen, wenn er nicht selbst dazu zu a ern vn ,u h tg