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der Freiheit zu bereiten. Wie haben nur ihre kleinen Handlanger in unserer Kammer der Abgeordneten gerade an den Gedächtnißtagen des 6. und 7. März ihr Talent in dieser Todtengräberei bewährt, daS Vereins- und Versammlungörecht illusorisch zu machen, die Preßfreiheit nicht nur durch drakonische Strafbestimmungen gegen jeden Mißbrauch und jede Unliebsamkeit, sondern auch durch andere Bestimmungen, denen von Präventivmaßregeln nur der Name fehlt, zu lähmen, war bereits gelungen. Im neuen Jagdgesetze war aber noch eine Bestimmung enthalten, die der Wiederkehr zum alten Zustande der Feldverwüstung adclicher Jagdlust entgegenstand. Die Kammer der Reichsrälhe, ihrem Ursprünge getreu, verwarf dieses Hemmniß. Die Majorität der Abgeordneten, ihrem Ursprünge ungetreu, ließ hierauf aber am 6. März diese Bestimmung, die bei der früheren Berathung einstimmig war angenommen worden, — — fallen! An der Ehre der Niederlage nahmen nur die Mitglieder der Linken sämmtlich und die deS linken CentrumS mit Ausnahme der Abgeordneten Lang aus der Rheinpfalz und Schnitzlein aus AnSbach Theil. Den Grad ihrer Selbstachtung und ihrer Wärme für daS Interesse deS Volkes bewährten durch den Sieg die gejammte Rechte, mit der einen Ausnahme deS Seraphin Mayer, und daö rechte Centrum mit Ausschluß der Abgeordneten Kronberger, Rabt, Hamminger und Dr. Bomte. Nicht nur die Wichtigkeit der entschiedenen Frage, sondern mehr noch ein anderer Umstand bestimmen uns zu vorstehender namentlicher Angabe. Abstimmung durch Namensaufruf war verlangt worden; Prinz auS der Rheinpfalz war der Erste, der sich dagegen erhob, und eine Majorität von 69 gegen 66 Stimmen verweigerte hierauf den Namensaufruf. Der Sieg muß nicht sehr ehrenvoll sein, zu dessen Herbeiführung mitgewirkt zu haben man einzugestehen sich scheut! *) — Durch dieses Abstimmungsresultat scheint daS gute Einvernehmen mit der „Schwesterkammer" der Reichsräthe, welches durch Verwerfung der Emanzipationsbill gläubigeren Seelen gefährdet erschien, wieder hergestellt , und daS Land hat Grund, auö der Zusammenwirkung der so trefflich zusammengesetzten beiden Kammern noch viel Ersprießliches erhoffen zu dürfen. Der gestern Abend vettheilte Antrag des reichsräthlichen Ausschusses: dem Preßgesetze in der ihm von der Abgeordnetenkammer gegebenen Fassung vollständig beizutreten, zeigt mindestens klar, daß die Sympathien nie fehlen werden, wo es sich um Unterdrückung der Freiheit handelt.
Frankreich.
t Paris, 8. März. — Der große Wahltag naht! Es handelt sich allerdings um Sein oder Nichtsein, um ruhige Forlerzeugung oder Mord und Tod. „Wenn die 29 Ersatzdeputirten", sagt die „Voix du pruple, „roth (oder sozialistisch) sind, so ist alles gut; „das Land hat dann seine Stimme laut erhoben und gegen die spott- „schlechte Politik der Herren von 48 und 49 prolestirt, und die ver- „schworenen Könige Deutschlands und Rußlands werden schwerlich als- „dann Lust hegen, Frankreich mit Kartätschen zu beschießen. Aber „w nn, was Gott verhüte, die Mehrheit der Gewählten weiß ist, ss „wird die Reaktion tollkühner als je, und einen Thron aufzurichten „wagen wollen. Die Könige und Kaiser stehen dann dicht an Frank- „rerchö Thür, und rechnen auf eine royalistische Empörung in unserm „Lande, der sie dann gemächlich die Hand bieten würden. DieS ist „der Plan der Koalition. Werthe Brüder und Genossen in Frank- „reich und Deutschland! horcht auf unsere Worte: die Kosakenpferde „wiehern hart an Deutschlands Ostgrenzen, sie werden bald vielleicht „im Rhein trinken wie 1813 und 1815, und die 14 Heere, deren „wir 1793 bedurften, werden wir wieder nöthig haben. Diesmal „wird jedoch, denken wir, daS deutsche Volk, welches 1793 uns be- „fehdete, brüderlich helfen, und seine 1846 dynastischen Häupter (so „viel eristiren dort, beiderlei Geschlechts, nach dem Gotha'schen Ka- „lcnver vorigen Jahres) entweder beugen und biegen, biö sie brechen, „oder einfachst herunterschmettern u. s. w." Man sieht, Frankreichs Demokratie ist nicht mehr völlig ununterrichtet über „biderb-germanische Verhältnisse". Bonaparte hat wegen seiner Art von deklamatorischen Erklärung im Napoleon: „er wolle ganz allein die Schweiz gegen die Koalition schützen", viele Belobungö- und Dankzuschrlfte» von schweizerischen, deutschen, italienischen und französischen Privatleuten bekommen und wird heule von „Assemblee" wüthend deshalb angefal- ^n. Die Wahlresultate sind schlechthin nicht vorauSzusehen, nur werden die s. g. Bonapartemänner wohl bestimmt durchfallen; cs gesche-
m ®° possirlich als charakteristisch für die Partei des Abgeordneten Sepp war das -Hallen des genannten Abgeordneten bei dieser Abstimmung. Ehe man zur leiben sa itt, verließ Sepp seinen P atz und postirre sich in die Nähe dec Thüre, wo thkilweise verbergende Säulen nicht fern stehen. Bon hier aus stimmte er mit «er Majorität. Unter den Abaeordncien, die gegen Namensaufruf stimmt n, war Minister ». der Pfordten.
hen übrigens Niederträchten sonder Zahl und Maaß schon jetzt, man will durchaus die stimmenden sozialistischen Arbeiter abschrecken oder es ihnen verleiden; man läßt sie den allerunnützeften, boshaftesten Zeitverlust erleiden, wenn sie ihre Votirkarte holen u. s. w. Auch sonstige Einschriftöchikanen kommen vor, so daß heute schon an zwölftausend Sozialisten am Stimmen durch solche Intriguen verhindert worden sind. Mit den schuftigen und reichen, oder im Reichensold stehenden reaktionären geschieht derlei wahrlich nicht. Die Er- bittertheit beider Parteien ist nicht mehr zu beschreiben. Und merken Sie wohl, diese talentlose, dumme, wiffenlose und gewissenlose Reaktionsbande hat nur den kleinen Halbpfaffen Adolph ThierS (unnatürlicher Laster beschuldigt) und den dicken Ganzpfaffen Graf v. Mont- alembert jetzt in der Kammer an der Spitze. Die Inquisition der Bücher ist wieder strenger als unter LouiS Philipp; vielleicht konfis- zirt man auch die französische Uebersetzung Feuerbach's von H. Ewerbeck !!!
Eng land.
8 London, 9. März. — Im Oberhause wurde gestern die Parteiprozessionen -Bill zum dritten Male verlesen und angenommen, nachdem Wellington sein Amendement über das Verbot deS Waffentragens zurückgenommen hatte. — Im Unterhause entgegnete Ruffel auf eine Interpellation Reynold's von Dublin, daß die Regierung die Abschaffung der Stelle deS Vicekönigs in Irland in Betracht gezogen habe und später dem Hause weitere Mittheilungen hierüber machen werde. — Cobden schlug die Annahme eines Beschlusses vor, daß die Landesausgaben so schnell wie möglich auf den Fuß von 1835 nämlich 44,422,000 Lstrl. zu reduziren seien. Zwischen 1835 und, 1850, sagt Cobden, sind die Zinsen der Staatsschuld um 200,OQO Lstrl. jährlich vermindert worden, während die Gesammtausgaben bis auS 50,848.000 Lstrl. gestiegen sind. Er schlägt eine allmählige Reduktion in den Ausgaben für die Armee und Marine von 5,823,000 Lstrl. vor, nach dieser Reduktion würden dem Kriegswesen noch immer 10 Millionen bleiben. Ebenso in der Verwaltung der StaatSdomai- nen, in den Kosten der Gerichtshöfe u. s. w. seien ansehnliche Ersparungen zu machen. Die Armee könne füglich um 20,000 Mann vermindert werden, ohne daß die Sicherheit des Landes gefährdet werde. — Hume und Millner Gibson sprachen für, Labauchere, Ruffel und Col. Sibthorp gegen den Antrag, der mit 272 gegen 89 Stimmen verworfen wurde. Russel hielt den Cobden'schen Antrag für sehr ur« zeitig und glaubte, daS ehrenwerthe Mitglied für West-Riding habe ihn blos gestellt, weil er sich in vielen Volksversammlungen dazu verpflichtet habe. UebrigenS gab er zu, daß der Cobden'sche Antrag viel dazu beigetragen habe, die Regierung zu ihren Finanz Reformen zu treiben.
Die Admiralität hat eine Belohnung von L. 20,000 für die Auffindung und Rettung der Mannschaft der Schiffe Eb. und Terr. unter John Franklin'S Commando versprochen.
Die hiesigen offiziellen deutschen Demokraten und Biedermänner pur sang entwickeln eine sehr große, freilich sehr undankbare Thätig- keit. Es regnet förmlich Manifeste aller Art. Vorletzt verbreitete eine Clique, an deren Spitze der ehemalige Berliner Natianalversammelte, Schramm (Striegau), Bürger Gustav Struve rc. standen, ein lau- geS, mit Hegel'schen Phrasen und mystischem Unsinn angefüllteS Dokument, welches, übrigens sehr unklar, eine religiöse Agitation vorschlägt. Eine neue demokratische Kirche, ein neuer demokratischer Gott, mit einer Kammer von demokratischen Engeln, voila eine Verfassung für den Himmel, mit der man Manteuffel und Konsorten Furcht ein- blasen will. ES liegt dem deutschen Spießbürger bei seiner angestammten Erbärmlichkeit und Feigheit nahe, seine Opposition mit einer neuen Auflage deö Deutschkatholizismus zu maSkiren, die deutschen Arbeiter sind indeß hoffentlich weit genug, um solche Possen, die im besten Falle doch nur auf eine Märzvereinerei hinauslaufen, nicht zu unterstützen. UebrigenS soll das Manifest fast überall Fiasko gemacht haben. —
Der deutsche Diktator in spe, Hr. Karl Heinzen, hat ein Pro- gramm der deutschen Revolutivnöpartei erlassen. Hr. Heinzen erklärt sich für die centralisirte Republik, während er noch biS vor Kurzem die Arbeiter-Partei gerade deshalb angriff, weil sie den blöden, föde- ralistijchen, kleinbürgerlichen Unsinn längst verworfen hatte. Sie sehen, der Mann entwickelt sich, wenn auch im Schneckengange. UebrigenS ist hier Heinzen für Beibehaltung deS Arbeitslohnes, ebenso des Pri- vateigenthumö. Hr. Heinzen repräsentirt noch immer die Partei »er Commis voyageurs.
Consolö 96^ — 4 ; 3^ pCt., 98| — i Bankaktien 206 b