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halten; eS handele sich hier nicht um die Macht Preußens, sondern um seine Ehre. Sehe» Sie, das ist die „Restauration seiner Ehre", die setzt den einzigen Gedanken einer Allerhöchsten Person bildet und von der ich Ihnen schon neulich geschrieben habe. Noch erfreulicher ist, was daS offizielle Blatt über die französische Politik laut werden läßt; die französischen Jntriguanten werden roth werden vor Aerger über diese malitiöse Kompromittirung. „Ja wohl — so ungefähr meint die „D. R." — Frankreich wird Genf und Lausanne besetzen, aber natürlich nur, um unS zu unterstützen. Vielleicht wird die französische Regierung einige schöne Phrasen von „Wahrung schweizerischer Freiheit" und „nationaler Interessen" loslassen und ihrer Politik den Anschein einer „national-gloriosen" geben, allein daS sind Sachen, um die wir uns nicht zu kümmern haben. Hat doch auch im vorigen Jahre Frankreich mit denselben Worten zu Piemont und Rom bestens für unsere Zwecke gearbeitet". — Es ist gewiß sehr bitter, der Gegenstand solcher Enthüllungen zu sein, alle Welt wird nun, auf authentische Data gestützt, den französischen Ministern den Vorwurf der Lüge ins Gesicht schleudern können, wenn sie wieder wie damals bei der Kreditforderung für die römische Expedition von der „Wahrung der französischen Interessen" sprechen. Einer andern Regie- rung gegenüber wird man freilich so Etwas nicht wagen; Sie sehen also, waS man der französischen bieten zu können glaubt. Und so ist eS Recht! Verstoßen von den Absoluten und von den Sozialisten, müssen die feilen Schergen so lange gehetzt werden, biö das Blei des Jägers sie trifft, und sie in die Grube stürzen, die sie Anderen gegraben! — Haben Sie die wohlbekannten Namen unter den zu Mitgliedern des Staatenhauses Ernannten noch nicht bemerkt: Herrn v. Boitzenburg, Herrn Exminister Eichhorn, Herrn v. Kleist-Reetzow und Herrn Grafen v. Waldersee, den Barrikadenhelden von Dresden? Himmlische Jungen! Gott erhalte sie, Preußen zum Segen und dem Erfurter Kasino zum Wohlgefallen! Amen!
* Berlin, 5. März. — Die „A. A." berichtet von hier, daß Nad o w itz, der Jesuit und Busenfreund des kurhessischen Oberjesuiten Hessenfluch, nicht bloS in Frankfurt im Interim bleibt, sondern auch in Erfurt den Erfurter Bund befürworten soll, als preußischer Kvmmissarius, als Mitglied des Verwaltungsraths und als Deputirter vom VotkShauS. Armer Absolutismus, auf wie wenig Augen beruht Dein Schicksal und Deine Hoffnung. Ein einziger Radvwitz muß für Fritz Wilm IV. Alles in'S alte Gleis bringen, Erfurt in Erfurt zerstören und den österreichisch-preußischen Dualismus befördern, und ein Hesfenfluch muß dasselbe Spiel in Kurhessen treiben. Und wenn diesen beiden Oberjesuiten das bischen Lebenslicht zufällig ausgeblasen würde! — Armer Absolutismus! Wie reich ist die Demokratie Dir gegenüber, die Millionen Leben opfern kann, ohne auözufterbcn!
(Erfurt, im März. — 14,000 Mann sollen hierher, um die Tölpel von Gotha ganz zu übertölpeln. — Kasernen werden gebaut werden und Treubunds- und Kreuzzeitungen werden wie Pilze aus der Erde schießen.
Homburg vor der Höhe, 3. März. — Man sagt, mit dem Ministerium Eberhard sei das letzte Märzministerium gefallen (was nebenbei gesagt, der Spion Klinckworth 8 Tage vorher verkündet hat, nach der „Nass. Allg. Ztg.") ; — es ist nicht wahr — Respekt, ihr Männer! Allhier in dieser Stadt thront daS allerletzte in Person deS Hrn. Bensa, den wahrscheinlich keine Reaktion, und komme sie aus Rußland selbst, stürzen wird. DaS Land ist glücklich!
AuS der Pfalz, 3. Wärz. — Unsere politischen Gefangenen sind nun seit acht Monaten eingekerkert, theilt die Mainzer Zeitung mit, ohne daß eine Aussicht auf die Gerichtsverhandlungen da ist. Die Reaktion übt gegen ihre politischen Gegner die — Gerechtigkeit. — Bis jetzt wurde jede Beschlagnahme einer Kasse als eine Verletzung deâ Eigenthums bestraft; —jetzt ist ein reicher Holzhändler aus Frankenthal freigesprochen, obgleich er sechs Kassen in Beschlag genommen ! Warum? — Er muß sie gezwungen genommen haben, denn ein Reicher kann unmöglich freiwillig für die Revolution ge- wesen sein, erklärte ein Appellationörath. Alles Gerechtigkeit!
AuS Baden, 2. März. — In Bretten wurden gestern einige Bauerburfchcn, welche Schiller'S Räuberlied: „Ein freies Leben führen wir" sangen, von der dortigen GenSd'armerie verhaftet. Da die Ortâ- bürgerschaft dieselben befreien wollte, so wurde der Ort mit einer Compagnie Erckutionsmannschaft bedacht.
Ans Vuden. - Personen, die auS Baden kommen, und dort Gelegenheit hatten, den Gang der Staatsverwaltung auâ nächster und sicherster Quelle kennen zu lernen, versichern, cs bestehe eigentlich gar keine badische Regierung mehr, alle Maßnahmen würden einzig und allein zwischen dem erst seit wenigen Jahren in Baden na- turalisirten Minister v. Klüber und dem seit 2 Monaten in Karlsruhe anwesenden Hru. v. Savigny verabredet und ins Reine gebracht, und dann pro forma den übrigen Gliedern des Ministeriums, und manch
mal auch dem Großherzöge zur Unterschrift vorgelegt. Letzteres geschähe aber jetzt nur höchst selten, da man glaube wahrgenoinmen zu haben, der Herzog fange an, der Bevormundung müde zu werden. Der künftige Thronerbe, Prinz Friederich, sowie seine Mutter, die Großherzogin, waren bekanntlich von jeher der preußischen Herrschaft entgegen, sind aber vollständig von den Geschäften verdrängt.
(„Oestreich. Corresp.")
Stuttgart, 4. März. — Ein radikaler Landtag wurde aufgelöst, ein radikalerer kam wieder. Von 64 Abgeordneten gehören 52 zur Linken. Die Gothaer und die Rechten prophezeien den jüngsten Tag für Würtemberg, bei Hof denkt man an Suspension der Verfassung. — Der Redakteur des radikalen Heilbronner »Neckardampfschiffs«, Binder, ist trotz der beredten Vertheidigungen Schoders und Georgs wegen Beleidigung der Nationalversammlung (die Romer ungestraft durchprügeln ließ und fortjagen) zu 10 Wochen Festung verurteilt und im zweiten Falle zu 3 Monaten, — der Verleger zu 8 Wochen; dann wegen Beleidigung des ehemaligen Märzministeriums zu 6 Wochen; und wegen Beleidigung des Königs und Aufforderung zum Aufruhr (geschrieben noch dazu nicht von ihm, sondern von einem Flüchtling) zu 10 Monaten Ar- beitshausstrase^ auf der Festung abzubüßen. Summa für Binder 17 Monate.
Schweiz.
B Genf, 1. März. — Es gehört unstreitig sehr viel Phantasie dazu, in der jetzigen Zeit reaktionäre Journale zu redigiren Was ein solcher Revakteur nicht Alles wissen, sehen, hören und befürchten mnß! Man wird selber halb verrückt, wenn man z. B. in den französischen Blättern der Nachvardepartements groß und breit mit gesperrter Schrift gedruckt sieht, dieser oder jener Sozialistenchef beabsichtige in den nächsten Tagen von hier aus seinen längst präparirten Plan zum Einfall in irgend eines Potentaten Reich auszuführen, während man von demselben Sozialistenchef Taschen voller Briefe, mit den Postzeichen aus London, Schumla und Newyork aufweisen kann. — Der „ Eourrier de la Drome" ist zu amüsant, als daß man seine Gespensterseherei nicht einem größeren Publikum, als seinem beschrankten LeselkreiS millherlen sollte: »Struve, Mazzini und Ledru Rollin, welcher Letzterer keineswegs in London, sondern vor wie nach in Nyon am Genfersee weilt, schüren das Feuer der Revolution unausgesetzt fort. — Das Genfer Banquet am 17. Febr. zur Feier der Schan- zendemolirung (auf dem der Sozialistenfrcsser Fazy Hauptperson war) ist das Signal zur Agitation, die alsdann, sich täglich vergrößernd, am 24. Febr. zum allgemeinen Ausbruch fommen soll (!) Die große Nähe von Gex, Bourg zc. läßt befürchten, daß der Häuptling der Rothen in einigen wenigen Tagen zu Lyon die „ chaise curule de M. Emmanuel Arago“ besteigen, oder Couthon's Nachfolger spielen wird!« — Wahrlich, es müssen die „Feinde der Gesellschaft" in Frankreich sehr viel Terrain genommen haben, wenn die schlafmützigen Bauern deS Aine- und DromedepartemcntS auf solche Weise reveillirt werden müssen, um sie gegen die „Monstrositäten des Sozialismus" in Harnisch zu jagen. Sogar der „Eonstitutionel" bekräftigt eine Behauptung des „Eourrier de la Drome", wonach Mazzini seit einigen Tagen sich hier in Genf aufhalten soll. Ob er, wie der Bundesrath behauptet, sich noch im Canton Waadt versteckt hält, oder ob er, wie ein Blatt vom Jura berichtet, durch Frankreich nach England gegangen ist, wissen wir nicht, daß er aber in Genf nicht ist, wissen wir sicher. — Boichot, dem der Bundesrath wegen einer aufreizenden Schrift, die in Genf gedruckt worden sein soll, den Aufenthalt in 15 Eantonen auf einmal untersagt hat, erklärt im „Nouvelliste vaudvis“ weder in Genf, noch überhaupt in der Scheiz ein Buch verlegt zu haben. — Er ist augenblicklich hier. —
Unsere deutschen Arrestanten von Murten sitzen in Freiburg und hatten am Sonnabend noch gar kein Verhör bestanden, zwei Mitglieder des hiesigen Vereins, aus welche wegen derselben Affaire gefahndet wird, befinden sich in ihrer Eigenschaft als deutsche Flüchtlinge nunmehr als bundesrälhlich verfolgte „ S ch weizerfl ü ch tl in ge im Jura". —
lieber die Jntervenlionsangelegenheit wird so viel in's Blaue Hinein- gefaselt, und der Bundesrath ist so übertrieben diskret in dieser Frage, daß ein undurchdringliches Duster darüber schwebt, welches wohl nicht eher aufgeklärt werden wird, bis an einem schönen Morgen sich Pik- kelhauben, Weißröcke und Rotbhosen auf irgend einer luftigen Anhöbe oder blüthenduftenden Matte des Berner O berlandes gegenseitig bewillkommnen. — So wird es kommen, eh' ihr's denkt! —
Bern. — Hier ist Dr. M aas verhaftet wegen eines FUra. blättchens, das zur Organisation der deutschen Arbeitervereine ' dert. Den Kantönlispießern war in diesem Aufruf vor - Robespierre's auf die Nerven gefallen und die rem sozia -